Ablauf einer HU / Reifenprüfung beim TÜV

  • Wie meine HU vor ein paar Monaten abgelaufen ist, erzähle ich an dieser Stelle lieber nicht... :whistling:

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Eckart () aus folgendem Grund: Aufgrund nicht einer nicht ganz unberechtigten Klage wegen Off-Topic wurden die Beiträge dieses Threads aus dem Thread 'Hattech oder Scorpion?' - http://www.f650.de/forum/index.php?page=Thread&threadID=100853 - herausgelöst - Eckart

  • Aber es macht Spaß. :tongue:


    Aber okay, zur Klarstellung... :wink: Eine "Blankoprüfung" gab es nicht. Dass die Prüfung etwas "abgekürzt" wurde, bedingte sicherlich auch die Tatsache, dass erst zwei Jahre alt, erst 4000 Kilometer gelaufen, letzte Inspektion da gerade erst 250 Kilometer her. Und er hatte keinen Helm mit...


    Für meinen Hattech hat er sich gar nicht interessiert. Wobei Auspuffanlagen bei Motorrädern eigentlich generell kein Thema sind. Nach dem Motto, ob ich's "nicht sehe" oder der Kunde vorher und hinterher schnell umsteckt, kommt auf's gleiche raus. Dazu kann man natürlich auch geteilter Meinung sein.


    Um den Prüfer jetzt nicht komplett im falschen Licht stehen zu lassen, er prüft prinzipiell schon gewissenhaft. Mein Auto hat er durchfallen lassen. Und das zu recht! Ohne ihn hätte ich den fast durchgegammelten Blattfedelschäkel wohl erst bemerkt, wenn mich die Hinterachse überholt hätte... :wacko: Aber bei ein paar Dingen ist er eben kulanter als es die Vorschrift vorsieht.

  • Eine "Blankoprüfung" gab es nicht. Dass die Prüfung etwas "abgekürzt" wurde, bedingte sicherlich auch die Tatsache, dass erst zwei Jahre alt, erst 4000 Kilometer gelaufen, letzte Inspektion da gerade erst 250 Kilometer her. Und er hatte keinen Helm mit...


    meine Prüfung des TÜVs ist ähnlich abgelaufen, aber meine Karre ist Bj 2005 und hat knapp 80k aufm Tacho, aber mein BSM-Future-Auspuff hat den Prüfer auch nicht interessiert - steht hinten eine E-Nummer drauf, Abgasprüfung kein Problem (locker unter den Grenzwerten, vom KAT haben wir nur kurz gesprochen :eekout: )


    Ich kenne auch Menschen, die haben mit einem nicht fahrbereiten Fahrzeug TÜV bekommen, weil sie mit dem Zusammenbau nicht schnell genug waren, um vor der Visite des Prüfers fertig zu sein - aber Kette und Blinker werden auch überbewertet.


    Passt jetzt nicht ganz, aber ein flüchtige Bekannter erzählte mir folgende Geschichte:
    er wollte bei seiner DR BIG die Reifenbindung ausgetragen bekommen - also zum TÜV - sagt der TÜV-Mensch dort: ok, geht, aber nur per einzelabnahme mit Probefahrt auf der Autobahn, kommen sie bitte dann und dann nach dort auf den Rastplatz, natürlich mit ihren Wunschreifen montiert.
    Er also zum Termin hingefahren, stehen dort nur 1000RR, giXXer, Fireblades und birds, also Mopeds, wo die Geschwindigkeit den Reifen deutlich mehr zusetzt.
    der Prüfer hat ihn angelächelt, gesagt: wie schnell fährt die Kiste? tja, wenn sie muss, mit Rückenwind 170 km/h - ok, gib mal kurz deinen Fahrzeugschein - da machts doch gar keinen Sinn eine Reifenbindung zu haben, 170 macht quasi jeder Reifen mit.
    Anschließend hat der Bekannte noch zugeschaut, wie der Prüfer die Rennkarren über die AB geblasen hat - eben was der Verkehr zuließ, um zu gucken, ob die Reifen ok sind :blink:


    Da ist die Entscheidung des Prüfers sicherlich nicht nach Norm und auch nicht vorbildlich, aber aus meiner Sicht vollkommen praxisorientiert.


    Gruß,
    Mo :victory:


  • Es ist Weihnachtszeit,da sind ja Märchen sehr beliebt. :clap1: 
    Und die Geschichte kann doch nur ein Märchen sein.
    Was macht denn der Prüfer wenn der Reifen die Prüfung nicht besteht,er prüft nie wieder. :whistling:

  • Hallo Jürgen,

    Was macht denn der Prüfer wenn der Reifen die Prüfung nicht besteht,er prüft nie wieder

    Ich weiß zwar nicht, ob das ein Märchen ist, aber wie sonst stellst Du Dir die Prüfung eines Reifens vor ?


    Sicherlich wird sich ein gewissenhafter Prüfer nicht blindlings auf ein x-beliebig bereiftes Motorrad setzen, sondern zuvor die Dimension, den Geschwindigkeitsindex und was sonst noch wichtig sein kann, prüfen. Am Ende einer solchen Prüfung muss wohl aber schon die Prüfung des Fahrverhaltens im Fahrversuch stehen. Dazu gehört sicherlich, nicht brutal Gas zu geben, sondern sich an die unbekannten Grenzen heranzutasten, d. h. Instabilitäten frühzeitig zu erkennen, bevor sie einen unvorbereitet überraschen. Das gehört zum Können eines solchen Prüfers, welches der Normalfahrer nicht haben muss.
    Ob eine Autobahn das richtige Revier für solch eine Prüfung ist, weiß ich zwar nicht, da aber nicht überall eine passende Teststrecke in Reichweite ist, vermute ich, dass das doch auch dort passiert. Fahrschule und Fahrprüfungen - auch solche, bei denen der Prüfling durchfällt - finden ja auch auf öffentlichem Straßenland statt.


    Eckart

  • Moin. Ich denke der Prüfer hatte nur Lust ein wenig Mopped zu fahren. Auch wenn die meisten Ingenieure sind, heißt das noch nicht das sie Motorrad fahren können. Jedenfalls nicht so gut das sie feststellen ob der Reifen zum jeweiligen Motorrad passt. Ausnahmen bestätigen vielleicht die Regel. Testfahrer und Prüfstände geben da ein besseres Urteil.

  • Hmm, wenn mein Chef (oder Chefin oder Chefende) zu mir sagen würde: "Fahr mal zum Rastplatz Hildesheimer Börde, da stehen ein paar Moppeds, fahr mal 250 mit denen" - ich denke, ich würde es lassen...


    Ein fremdes Motorrad, dessen Wartungsstand unbekannt ist, ggf. umgebaut ist, mit Reifen, die irgendwer montiert hat, die in einem Schwellenland (sorry für den Begriff) produziert und möglicherweise hohe Qualitätsschwankungen haben über ein Autobahn zu blasen, wo normaler Verkehr herrscht, Querfugen und Schlaglöcher, das soll Arbeitsplatzschutzrichtlinien entsprechen? Außerdem ist diese Methode doch recht Wetterabhängig... Wenn da beim Test ein Motor frisst, wer haftet?
    Und was sagt das aus, wenn das Motorrad bei z.B. 15°C Vmax sicher erreicht hat? Vielleicht wirft der Reifen ja bei 35°C Blasen? Und Ingenieure sind auch nur Menschen, die fahren nicht besser oder schlechter als der Durchschnitt...


    Also ich kanns nicht glauben, aber auf der anderen Seite gibt es ja nichts, was es nicht gibt :wink:

  • Diese Prüfingenieure werden ja für die speziellen Abnahmepraktiken extra ausgebildet. Wenn einer die Lizenz dafür hat, hat er wahrscheinlich auch die Möglichkeit bestimmte Prüfmethoden abzukürzen oder umzugestalten. Der Interpretationsspielraum ist da bestimmt Ermessenssache.
    Wenn es im Lastenhaft heißt „Vollgasfahrt“, dann sind die anfallenden Kosten für so ein Autobahndate bestimmt günstiger als eine Anmietung auf einer abgesperrten Versuchsstrecke.
    Für mich klinkt das auch ein wenig Hemdsärmelig.
    Ein alter Freund (hab leider wenig Kontakt) von damals ist so ein Tüv-Prüfer, auch speziell für Motorrad-Reifen-Gutachten. Ich weiß nur, dass er regelmäßig Anspruch auf bezahlte Renntrainings hat. Sein Arbeitgeber muss auch das Motorrad, Reifen und Benzin stellen.
    Bei Gelegenheit werde ich ihn mal fragen ….

  • Ob ein Renntraining etwas nützt, wenn Opa Hinrich in seinem Golf Plus auf Grund von noch 35% Sehvermögen kurzfristig feststellt, dass da ein LKW auf seiner Mittelspur fährt, und wegen zunehmender Nackensteifheit der Schulterblick nicht mehr so seins ist, und er mit seiner persönlichen Höchstegeschwindigkeit von 117 km/h einen eleganten Schlenker nach links macht...
    Sorry, wenn ich hier so viele Klischees bediene, soll nur heißen, dass Autobahn und Rennstrecke sich in einigen wichtigen Punkten unterscheiden, und man auf der Rennstrecke selten eine Auswahl zwischen Einschlag in Leitplanke, Vordermann oder LKW treffen muss. BAB bietet halt nie optimale Bedingungen, und der Bremsweg aus 250 km/h liegt mit Reaktionszeit m.E. so ca. bei mind. 350m (da würden auf der Landstraße schon einige von den 50m auseinander aufgestelltenLeitpfosten vorbeiziehen...)


    Ich habe Maschinenbau, Fachrichtung Fahrzeugtechnik, studiert, und war vor zig Jahren mal bei Reifentests auf dem Contidrom in Jeversen dabei, da haben die Hersteller neue Moppeds hingestellt. Aber da wurden ja die Reifen dann auch für das Modell "gebunden" eingetragen. Die EU hat ja vieles "einfacher" gemacht, und dass ich etwas nicht kenne, heisst ja nicht, dass es das nicht gibt :wave: 
    Wie gesagt, ich würde mich nicht auf eine `87er Hayabusa mit Wartungsstau setzen, um zu schauen, ob der gewünschte Shinjayding-Reifen hält (auch wenn das theoretisch so sein sollte).

  • … ich hab mich mal „aus erster Quelle“ schlau gemacht ….


    Die „Geschichte“ von Mo, im Beitrag Nr.4, die als Märchen oder unglaublich empfunden wurde, ist gängige Praxis.
    Wenn für ein Motorrad-Modell nicht freigegebene Reifen eingetragen werden sollen, sollte der Prüfer mit diesen Reifen mindestens kurz die Höchstgeschwindigkeit fahren. Gerade ab 180 /200 km/h verhalten sich die Reifen höchst unterschiedlich. Eine etwas zu weiche oder zu harte Gummimischung macht sich deutlich bemerkbar. Es dürfen da keine Schwingungen auftreten.
    Selbst abgebaute Verkleidungsteile müssen ab diesen Geschwindigkeiten so geprüft werden. Auf dem TÜV-Hof ist dieses schlicht nicht möglich. Die Prüfingenieure arbeiten alle „im Auftrag“ des KBA. Es liegt in seinem Ermessen, wie er die Versuchsfahrt oder Probefahrt gestaltet.
    Da mag jeder seine eigene Meinung darüber haben, ob ein Privatfahrer oder ein Testfahrer auf der AB, da wo es möglich ist, mit über 250 entlang knallt.
    Und die Anmietung auf einer Rennstrecke wird wohl kaum ein Endkunde bezahlen wollen.
    Das sind Probefahrten und keine Tests, die die maximale Belastung erproben.
    Anders bei Firmen oder Hersteller. Da ist es eher so, dass sich diese mit allen möglichen Reifenpaarungen und Motorrädern, meist im Frühjahr in Spanien verabreden.


    Und wie es Mo beschrieben hat, unterhalb von 170 km/h, ist es eher entspannt und recht problemlos. Da reicht schon mal ein dokumentierter Datenabgleich.
     :victory:

  • Bernhard: Guter Mann!


    ich hab ja, wie beschrieben nur weiter gegeben, was mir gesagt wurde, daher hab ich mich auch wegen sämtlicher "Geschwätz"-Anspielungen gar nicht gemeldet, es kann ja jeder denken was er will - ich jedenfalls halte es nach wie vor für wahr (so oder ähnlich) und habe auch nichts dagegen, dass es so gemacht wird.


    Gruß,
    Mo :victory:

  • Hi,
    erst einmal - ich wollte keinen beleidigen oder etwas unterstellen - wenn das so angekommen ist: Entschuldigung! Es sollte meine Sicht schildern, daher habe ich auch versucht, darzustellen, dass ich es kaum glauben (und jetzt kaum fassen) kann.


    Ich finde es nach wie vor ein seltsames Prüfgebaren, wenn ich mir beispielsweise jetzt eine neue MV Agusta kaufe und die Verkleidung abbaue bekomme ich sie frühestens zugelassen, wenn es ca. 15°C hat, d.h. eventuell im April? Oder trifft man sich in Spanien? Das hat ja auch eine juristische Seite, selbst eine Behörde ist ja in Teilbereichen an Fristen gebunden und muss entscheiden, und eine Entscheidungsfindung zu Bauartveränderungen ausschließlich im Sommer klingt für mich schräg. Und nach wie vor finde ich die Entscheidungsfindung sehr subjektiv, da vom Fahrer und von Außenbedingungen, die nicht immer identisch sind, abhängig.


    Aber das betrifft ja dann nur mein persönliches Rechtsstaatsempfinden :sad: :sad:

  • Hi,
    erst einmal - ich wollte keinen beleidigen oder etwas unterstellen - wenn das so angekommen ist: Entschuldigung! Es sollte meine Sicht schildern, daher habe ich auch versucht, darzustellen, dass ich es kaum glauben (und jetzt kaum fassen) kann.


    Hei Marc,
    alles im grünen Bereich - ich konnte auch nicht mehr dazu beitragen, für Klarheit zu sorgen, weil ich auch nicht dabei war, beleidigt war ich schon gar nicht - da musst du andere Möglichkeiten suchen :wink: 
    Und du hast ja mit deinen Bedenken durchaus recht, aber die Frage ist eben auch, welche andere Möglichkeit es überhaupt gäbe, die Reifen zu testen? Renne ist zu teuer, gar nicht wäre amerikanische Methode, ist eben schwierig. typisch deutsch wäre es, gar keine Reifenbindung auszutragen und alles genau wie auf dem Papier steht zu machen, aber das ist doch (aus Sicht eines Motorradfahrers) keine Alternative.


    Da gibt es noch mehr beispiele: warum sollte man auf einer F650GS Bj. 2005 nicht den 140er Hinterreifen fahren, der bis 2004 beim baugleichen Modell (was macht da die 2. zündkerze fürn Unterschied??) ne Freigabe hat? :g: bzw andersherum: warum gibts dafür keine Freigabe? :confused:


    im Kern sind wir uns eigentlich einig, denke ich
    Gruß,
    Mo :victory:

  • ich denke hier bekundet jeder seine eigene Meinung und Einstellung zum Thema – auch wenn es dazu große unterschiedliche Sichtweisen gibt, kann man es zur Kenntnis nehmen und akzeptieren. Man muss sich nicht angleichen oder den anderen überzeugend umstimmen.


    Beim nächsten persönlichen Treffen stoßen wir miteinander an, diskutieren und labern weiter miteinander - und fahren vergnügt zusammen Motorrad. Alles ist gut.


    Marc, zu deinem Beitrag:
    du schreibst: „ … bekomme ich sie frühestens zugelassen, wenn es ca. 15°C hat, d.h. eventuell im April? “
    Wenn bis dahin Schnee liegt, wird es bestimmt so sein.


    Ich war heute bei einem Motorradhändler. Draußen liegt Schnee. Wenn ich ein neues Motorrad kaufen wollte und vorher eine Probefahrt machen möchte, lässt er mich erst damit fahren, wenn es draußen kein Schnee und kein Glatteis gibt. Ebenso bei den Gebrauchten. Also er macht auch kein Geschäft um jeden Preis.


    In Spanien treffen sich (schon vor dem April) die Reifenhersteller und großen Motorradimporteure, eben wegen dem besseren Wetter. Ebenso machen es die Motorrad-Journalisten, die rechtzeitig und früh ihre Test-Berichte veröffentlichen wollen.


    Nun denn, bis denn,
    Gruß Bernhard :wave::tongue::ok::whistling:

  • Hallo,

    Wenn bis dahin Schnee liegt, wird es bestimmt so sein.

    Wenn Dein TÜV-Termin im Januer liegt, Du aber aber wegen Schnee und Eis nicht hin kommst, darfst Du den Termin straffrei verschieben, bis das wieder möglich ist. Soviel zu Fristen. Umgekehrt wird man auch vom TÜV nicht das Unmögliche verlangen können. Wenn eine Prüfung nicht möglich ist, dass ist die eben - Frist oder nicht - nicht möglich.


    Eckart

  • Ich seh`s ja langsam ein :g: :g:


    Auch wenn es nervt :biggrin: Aaaber - es gibt ja durchaus die Möglichkeit, eine Motorrad per Transporter zum TÜV zu bringen, z.B. wenn man es verkaufen möchte - im Winter nur ohne TÜV-Sonderabnahme? Was macht eine Custom-Werkstatt, die ein umgebautes Motorrad verkaufen will - mit TÜV geht nur im Sommer, weil nur da "geprüft werden kann"?


    Ironiemodus: Ich werde mich mal beim TÜV bewerben, brauche ich nur im Sommer arbeiten :cool: :cool: (und wenn der verregnet ist :clap1: )


    Will sagen - es muss doch andere Möglichkeiten geben, als das eine TÜV`ler mein armes Mopped Vollgas über die Bahn fährt und m.E. dabei ziemlich viel riskiert.


    Dann ist das Thema für mich aber auch abgehakt :kiss1: :kiss1: :kiss1: