Bremssattel vorne klemmt

  • Hallo,


    ich fahre eine F 650 GS, 30000 km gefahren. Ich habe den Verdacht, dass der vordere Bremsattel(Schwimmsattel) klemmt. Folgende Beobachtung:


    Ich habe den Sattel vom Rad abgeschraubt und die Bremsklötze entfernt. Der Bremssattel besteht doch aus zwei Teilen. Müsste sich jetzt nicht ein Teil auf den Gleitstiften hin und her schieben lassen? Bei mir ist er vollkommen fest. Ich denke man müsste doch die beiden Hälften einfach auseinanderziehen können und somit trennen können um die Gleitstifte wieder mit Silconfett einschmieren zu können. Aber selbst mit Hammerschlägen, lassen sich die beiden Hälften nicht trennen. Es bewegt sich keinen mm. Mache ich da was falsch oder muss sich das gar nicht bewegen lassen? Kann er nach 30000km sooo fest sein? Gibte es einen Trick?


    Danke für euere Rückmeldungen. Bin heute das erste Mal hier


    Gruß


    jürgen

  • Ja, es muss sich bewegen. Vorsichtig die Gummitüllen aus dem Sattelgehäuse lösen mit Kriechöl die Führungsstifte einjauchen und über Nacht wirken lassen. Mit Geduld und mässiger Gewalt dann die beiden Sattelhälften trennen. ;)

    Nette Grüße vom Michel aus der Pfalz. :wave: 
    Head of F650 Forum :wink: 

  • Hatte ich letzte Woche auch. Hab die Führungsstifte danach mit 1200 Sandpapier gereinigt und wieder aufpoliert. Zum Einbau hab ich sie dann leicht mit Heißlagerfett gefettet.


    Grüße
    Wolfram

  • Danke für euere Tips!
    Die Gummitüllen hab ich irgendwie nicht herausgebracht. Ist ja fast kein Platz, die Gummitülle zu verschieben, da ich den zweiten Teil des Sattels nicht wegbewegen kann. Bin nur mit einer Pinzette unter die Gummitülle gegangen und habe die Tülle vom Gleitstift weggezogen (gedehnt und hoffentlich dabei nicht beschädigt) und versucht in den entstandenen schmalen Spalt Caramba Kriechöl reinzuspritzen. Ich hoffe nun, dass es an der Gummitülle vorbei, bis zur klemmenden Stelle gekrochen ist.
    Als ich die Gummitülle hochgezogen habe, habe ich bemerkt, dass darunter ein Ansatzpunkt für einen Gabelschlüssel zum Vorschein kommt. Wahrscheinlich kann man hier die Gleitstifte aus dem Sattel schrauben oder ? Macht das Sinn hier zu drehen? Um mit einer Drehbewegung die Gleitstifte aus der Verklemmung zu lösen oder lieber da nicht dran rumdrehen? Hab leider keine Zeichnung vom Sattel, ob die Gleitstifte überhaupt zum Einschrauben in den Sattel sind.


    Gruß
    Jürgen

  • Ich will mal berichten...vielleicht hilft es jemanden weiter, der die gleichen Probleme hat.


    Den entscheidende Tipp wie man den verklemmten (eingerosteten) Bremssattel wieder auseinander bekommt, habe ich leider nicht vom Forum, sondern von einer freien Werkstatt bekommen.


    Kriechöl hat leider bei meinem Bremssattel überhaupt nicht geholfen. (Man zerstört dabei nur die Gummibälge) Der Trick besteht darin, das Bremssattelgehäuse mit einem Heißluftfön zu erhitzen. Durch die Hitze weitet sich das Metallgehäuse. Mit leichten Hammerschlägen bzw. Hebelwerkzeug kann man dann die beiden Bremssattelhälften trennen. Laut Werkstatt die einzige effektive Möglichkeit einen eingerosteten Bremssattel zu trennen.


    Die Gummibälge gibt es bei BMW als Reperaturkit (2 Gummibälge + Gleitfett) für ca. 22,- Euro zu kaufen. Obwohl es so aussieht, als ob die die Gleitstifte in den Sattel eingeschraubt sind, gibt es diese nicht als Ersatzteil zu kaufen.


    Ich habe jetzt den einen Gleitstift mit Schmiergelpapier leicht abgeschliffen. Er hat aber durch den Rost schwarze Verfärbungen und ist nicht mehr perfekt eben, leichte Vertiefungen. Der zweite Gleitstift kann nicht festrosten, da er komplett in einer Gummiführung, die durch dem Bremssattel gesteckt ist, läuft.


    Ich möchte auch nochmal betonen, dass das Motorrad nicht längere Zeit irgendwo herumstand. Im Gegenteil dieses Jahr 4000 km auf Sardinien mit viel Bremseinsatz gefahren. Ich werde jedenfalls zukünftig bei jedem Bremsklotzwechsel zusätzlich die Gleitstifte gut mit Silikon Fett einschmieren.


    Die Linke zum Gruß

  • Moin!


    Ich hole das Thema wieder hoch, weil ich gestern das Problem mit dem hinteren Sattel

    hatte. Vor ca. 2 Jahren bei 30000 km habe ich hinten die Scheibe und die Beläge

    getauscht. Die Beläge waren plötzlich einseitig abgefahren und ich wollte deshalb

    neue einbauen. Dabei musste ich feststellen, dass der Sattel fest war. Meiner Meinung

    ging das irgendwie von jetzt auf gleich und ich empfehle jedem, der ein paar Meter

    auf dem Tacho hat, da mal hinzusehen. Ich hab's geschliffen, gefettet und wieder

    eingebaut. Beim nächsten Reifenwechsel kommen aber neue Gummis rein.


    Gruß

    Thomas

  • Ein wenig vage: wen oder was geschliffen? den Kolben mit 80er oder 800er Papier oder mit Schleifpaste. Oder den Bremszylinder und was womit gefettet? Die Lagerbolzen oder den Kolben. Wenn man das Teil schon abgebaut hat und entlüften muss, kann man auch gleich die Manschetten wechseln.

  • Ich dachte, das sei klar, aber hier gern detaillierter:


    Die Kolben waren freigängig und zeigten keinerlei Auffälligkeiten.

    Diese werden alle zwei Jahre im Rahmen des Bremsflüssigkeitswechsel

    gereinigt.


    Wie mehrere oben bereits geschrieben haben, war einer der Führungsstifte

    fest. Also Bremssattel ausbauen und über Nacht Kriechöl wirken lassen.

    Nach zwei Tagen (früher hatte ich keine Zeit) konnte man die beiden Hälften

    trennen. Ein Stift war angerostet. Ich habe diesen mit 1200er Schleifpapier

    blank geschliffen, gefettet und wieder zusammen gebaut. Beim nächsten

    Reifenwechsel werde ich die beiden Gummitüllen ersetzen. Und ja, die

    Manschetten hätte ich wechseln können. Das kommt nun halt in Kürze

    an die Reihe...