die f 700 gs ist mir zu hart gedämpft

  • Hallo zusammen,


    fahre seit drei Monaten eine f 700 gs und wäre fast zufrieden, aber ...


    wenn ich mit 30 bis 70 km/h über Kopfsteinpflaster, geflickte Straße, harte Feldwege fahre, dann habe ich nicht das Gefühl auf einer "Enduro" zu sitzen, sondern auf einem straff abgestimmten Straßenmoped. Hat irgendwer ähnliche Erfahrungen gemacht und am Fahrwerk etwas geändert, Stoßdämpfer, Gabelfedern? Dazu: ich fahre schon im Comfortmodus und die Federbeinvorspannung ist auf Null,Null runtergeschraubt. Dünneres Gabelöl ist angeblich nicht möglich, da die F 700 GS mit 5 er Viskosität ausgeliefert wird. Bisher sehe ich nur die Möglichkeit ein Wilbersfederbein abzustimmen zu lassen (ca. 450 Euro, die ich nun nicht als nächste Maßnahme investieren möchte).


    Vorab würde ich aber folgendes versuchen wollen: gebrauchte Teile von einer F 650 GS einbauen, in der Hoffnung, das diese gebrauchten Teile etwas weicher sind. Passt das Feberbein von der Aufnahme? Könnte man auch das Federbein von einer Dakar einbauen: 210 mm Federweg statt 170 mm, mit etwas mehr Negativfederweg und mehr Bodenfreiheit?


    Die Frage ist vermutlich selten, da die meisten ja doch eine härter Dämpfung suchen. Ich komme aber von der Dakar, die mich dahingehend entspannt über schlechte Wege gebracht hat.


    Gruß und vielen Dank für Eure Antworten


    Andre

  • Hallo Andre,

    wenn ich mit 30 bis 70 km/h über Kopfsteinpflaster, geflickte Straße, harte Feldwege fahre, dann habe ich nicht das Gefühl auf einer "Enduro" zu sitzen, sondern auf einem straff abgestimmten Straßenmoped

    Dann könnte man sagen, dass Du halt kein Endurotyp bist, aber ich will der Frage nach Anpassungsmöglichkeiten noch etwas ernster nachgehen.


    Hat irgendwer ähnliche Erfahrungen gemacht und am Fahrwerk etwas geändert, Stoßdämpfer, Gabelfedern?

    Bei meiner F800GS, die in diesen Punkten wohl nicht ganz der F700GS gleicht, bin ich eigentlich zufrieden. Ein grobes Kopfsteinpflaster ist damit auch nicht angenehm zu fahren, aber ansonsten ist man ja in Berlin vom Straßenzustand nicht verwöhnt und das Fahrwerk hat große Herausforderungen auf einer Straße, die diesen Namen kaum noch verdient, gut überstanden, anders als manch Zubehörteil.


    Federbeinvorspannung ist auf Null,Null runtergeschraubt

    Die Federbeinvorspannung ist da aber eigentlich der falsche Parameter, da sie nur den Nullpunkt justiert, aber nicht die Härte der Federn - solche Verstellmöglichkeiten sind hauptsächlich einer "besseren" Motorradklasse vorbehalten. Vielleicht ist die nicht Deinem Gewicht angepasste Federbeinvorspannung schon der Grund für die Unbequemlichkeiten, weil die Federung nun schon in der Nähe eines der Anschläge arbeitet ?
    Ansonsten gibt es daneben bei der F800GS laut Bedienungsanleitung noch andere Einstellungen, die heißen Dämpfung.
    Auch der Reifendruck spielt eine Rolle - vielleicht ist der nicht optimal: Für mehr Komfort müsste er sich am unteren Ende des Toleranzbereichs befinden.


    Soweit zu den Anpassungsmöglichkeiten, die alle unaufwändig sind; zu den Umbauvorschlägen kann ich leider nichts sagen.


    Eckart

  • Hallo Andre,
    noch eine Ergänzung:

    straff abgestimmten Straßenmoped

    Dieser Eindruck trügt vielleicht auc gar nicht, denn

    Bei meiner F800GS, die in diesen Punkten wohl nicht ganz der F700GS gleicht


    Im Vergleich der Daten

    Code
    1. Federweg vorne / hinten
    2. F700GS: 170 mm / 170 mm
    3. F800GS: 230 mm / 215 mm


    sieht man, dass die F800GS doch näher an die von Dir angestrebten Bereiche kommt als Deine F700GS
    Ob man das aber so einfach umbauen kann ?


    Eckart

  • Also ich hätte da noch ein Federbein von einer 800er ... hat so knapp über 100 Tkm runter und ist schon recht "weich" dadurch. :whistling:
    Hatte nach dem Umbau auf ein Wilbers plötzlich ein anderes Moped (viel straffer).


    Ist dann halt noch die Frage, ob das bei der neueren 700er überhaupt montiert werden kann.

  • Vielen Dank für die Hinweise und Ratschläge!


    Luftdruck habe ich jetzt mal auf 1,7 und 1,9 (Kaltreifen, 10 Grad) reduziert, die Anzeige im Display zeigt dann 1,8 und 2,0 während der Fahrt, und meckert, das hinten zu wenig Luft drin ist. Aber es rollt etwas weicher, und in den ersten vorsichtig gefahrenen Kurven fühlt es sich noch nicht schmierig an.


    Die Federvorspannung habe ich hinten mal brutal erhöht, damit verändert sich das Kurveneinlenkverhalten drastisch. Das Moped fällt fast in die Kurve und wird deutlich handlicher. Dann bin ich mehrmals die gleiche Kurve gefahren und habe die Spannung wieder etwas zurückgedreht bis es mir gefallen hat.


    Hinten geht es jetzt einigermaßen. Aber an der Vordergabel erfüllt der Negativfederweg noch nicht seine Funktion. Das Rad scheint zu langsam oder zu wenig auszufedern und dann fällt nicht nur das Vorderrad, sondern das ganz Moped in kleine Bodenwellen.


    Ich werde mich jetzt erstmal mit Vorderraddämpfung beschäftigen.


    Falls ihr noch Ideen habt, freue ich mich über eure Hinweise. Ich frage mich z.B. welche Einfluss der Bridgestone hat, ob der relativ hart ist und ob ein Reifen mit mehr Negativprofil weicher läuft.


    Schönes Wochenende


    Andre