VERORDNUNG (EU) Nr. 168/2013 oder das Ende der gedruckten Wartungshandbücher bzw. Wartungs-DVD?

  • Bin über folgendes gestolpert, welches für den Hobbyschrauber schlimmes erahnen lässt (Vorallem wenn die BWLer sich durchsetzen und auf maximalen Profit geschaut wird).



    VERORDNUNG (EU) Nr. 168/2013 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES
    vom 15. Januar 2013
    über die Genehmigung und Marktüberwachung von zwei- oder dreirädrigen und vierrädrigen
    Fahrzeugen


    http://eur-lex.europa.eu/legal…TXT/?uri=celex:32013R0168


    gültig ab 1.1.2016 http://eur-lex.europa.eu/legal…TXT/?uri=uriserv:240305_1



    Werde wohl ein Firma gründen müssen, dann bin ich auch unabhängiger Wirtschaftsakteur :giggle:

  • Hallo,
    Interessant, was Du das auf den Tisch bringst, mir war das nicht bekannt oder wenn ich davon schon mal gehört haben sollte nicht mehr gegenwärtig.


    Aber wie Du daraus das Ende der gedruckten Wartungshandbücher bzw. Wartungs-DVD ableitest, erschließt sich mir nicht: Soweit zitiert, gebietet die Verordnung den Herstellern etwas, aber sie verbietet nichts.


    Letzlich geht es wohl daraum, dass den Hersteller die Pflicht auferlegt wird, jeder Werkstatt die Informationen zu angemessenen Konditionen zur Verfügung zu stellen statt nur denen, die ihnen irgend wie genehm sind ("Vertragswerkstatt") oder die Mondpreise dafür blechen.


    Der Wandel der Medien bringt es sicherlich mit sich, dass die gedruckte Form mehr und mehr durch Online-Medien verdrängt werden, die DVD kann man da als Zwischenschritt ansehen. Vielleicht beschleunigt die Verordnung diesen Wandel etwas, indem ein Hersteller, wenn er zu dem Einen verpflichtet wird, das Andere nicht mehr tut, um eine überflüssige Zweigleisigkeit zu vermeiden. Aber wenn der Hersteller aber bisher schon die Informationen jedermann zu akzeptablen Konditionen weitergegeben hatte, müssen sie nun nicht schlechter werden. Weißt Du mehr ?


    Eckart

  • Mehr weiss ich auch nicht. Ist halt so eine Befürchtung die ich habe.
    Ich merke jedoch, dass ich wichtige und relevante Teile ausgelassen habe:



    Ziel ist also ein einheitliches Online-Abfragesystem, welches auch Zugriff auf die Servicehistorie eines Fahrzeug zu lässt.


    Mein Schlussfolgerungen (der sprichwörtlich Teufel an der Wand):
    Wenn das System mal besteht sind Ofline-Manuals nicht mehr relevant.
    Was nicht relevant ist verursacht Kosten und wird eingespart.
    DRM und Kopierschutz könnten evtl. abspeichern oder ausdrucken der Manuals verhindern. (Kenne ich von meiner Firma)
    Da die Servicehistorie eingesehen werden kann, wird Zugriff für Privatkunden evtl. eingeschränkt sein.
    (Jedoch ist die Einsicht zu begrüssen, macht es Service-/Scheckheftfälschung und km-Manipulationen schwieriger).
    Bisher zahlte ich für die DVD oder das Buch einmal und hatte es für immer. Nacher nach zeitlicher Nutzung (macht nur zusammen mit DRM einen Sinn.)


    Sehen wir was kommt. Befürchten wir das Schlimmste und hoffen auf das Beste.

  • Das kann sich aber auch in eine andere Richtung entwickeln. Denn in erster Linie geht es hier um die Zusammenarbeit zwischen einem Produzenten und seinen Werkstätten ... bzw. dann sogar aller Werkstätten.
    Somit könnte ein Niederlassungsnetz, wie es heute noch betrieben wird, nicht mehr in dem Maße von Nöten sein, da der Kunde auf Grund dieser vereinheitlichen "Datenbank" zu jeder x-beliebigen Werkstatt gehen kann (vorausgesetzt sie hat auch für sein Fahrzeug das gegebenenfalls benötigte Spezial-Werkzeug).
    Wenn man sich jetzt auch mal ansieht, dass gerade kleinere Manufakturen bereits ihre Produkte über an sich unabhängige Werkstätten verkaufen (z.B. AJP), Könnten sich auch die großen Hersteller das bisherige Niederlassungsnetz sparen, da eine Werkstatt-Bindung (wie bisher) nicht mehr wirklich möglich wäre.


    Was aber solche "Rep.-ROMs" o.ä. für den Endkunden angeht, ist davon eigentlich unbetroffen (und weiterhin ein kleines Zusatz-Geschäft).

  • :confused:


    Die Verordnung hat nichts mit irgendwelchen Drittmarkt-Wartungswerken zu tun.


    Eher im Gegenteil:


    Sie soll für das sorgen was ohnehin bereits flächig in der BRD besteht, nämlich die Pflicht des Herstellers die Reparatur seiner Produkte zu ermöglichen.



    Fazit: Nix Neues - Nix Schlimmes.


    :victory: