Import aus der Schweiz nach Deutschland: F650 BJ1994

  • Hallo,


    vor einigen Monaten bin ich aus der Schweiz zurück nach Deutschland gezogen. Meine F650 habe ich in einer 2Tagestour rüber gebracht.
    Nun stehe ich vor der Herausforderung eine Zulassung zu bekommen - noch in dieses Jahr muss das passieren (wgn Versicherung).


    Technisch ist die Maschine einwandfrei. Die Schwierigkeiten sind ausschliesslich formaler Natur.


    Typenschild auf dem Rahmen gibt es nicht (nur Fahrgestellnummer) da nicht für EG-Markt hergestellt.
    COC-Bescheinigung gibt es nicht, da Maschine zu alt (sagt Deutscher Vertragshändler - Schweizer BMW-Kundenservice sagt dagegen, dass es eine gäbe, sie aber nicht zuständig sind).
    Eine vollumfängliche Prüfstandrunde (Abgas komplett, Leistungsprüfstand, Lärm) wäre wirtschaftlich quatsch.
    Verkaufen in DE macht keinen Sinn, da sie nicht fahren darf. Abgesehen davon will ich das auch gar nicht.


    Meine Frage:
    Was kann ich machen um meine F650 in Deutschland zugelassen zu kriegen?


    Kennst jemand jemanden?
    Gibt es andere, verwendbare Bescheinigungen?

  • Ich habe mal meinen GTÜer gefragt. Befürchte aber, dass nicht.
    Pragmatischen Ansatz: Schrottreifen Rahmen besorgen und das Typenschild transplantieren. Dann mit den Papieren des kaputten Rahmens zulassen. Das ist aber so vermutlich nicht erlaubt.
    Erlaubt wäre die lange Variante: einen nicht Schrottreifen Rahmen besorgen und alle anderen Teile transplantieren.
    Ansonsten kommst du um eine Einzelabnahme vermutlich nicht drumherum.
    Hast du mal einen anderen BMW Vertragshändler in Deutschland gefragt? Vlt hat ja wirklich bloß der eine den du gefragt hast keine Lust oder keine Ahnung.


    Wenn mein Prüfer sich gemeldet hat schreib ich noch mal was
    Alex

  • mein Bekannter hat sich gemeldet:


    Da Fahrzeug aus nicht EU gibt es nur eine Möglichkeit, das muss über ein Vollgutachten gemäß $21 StVO gemacht werden. Allerdings sollte dafür eigentlich keine Geräuschmessung etc. fällig werden, weil die für übliche Fahrzeuge die Daten alle im System haben. Es muss auch nicht jeder, der sich eine Corvette importiert immer wieder Leistungs- und Abgasmessungen machen, die Daten dafür haben se im System (trotz fehlender EG-Genehmigung).


    Deshalb: fahr einfach mal zu Dekra oder TÜV hin (in Berlin zumindest sollte man das ganze vorher telefonisch ausmachen) und frage die nach deinem speziellen Fall. Die werden dir am Zuverlässigsten sagen können, was genau du benötigst und wie viel das kosten wird.


    Grüße
    Alex

  • Eine COC sollte es aber eigentlich von BMW geben, das Modell selber ist ja voll homologisiert...


    Ich hatte mich mal für einen ähnlichen bzw noch extremeren Fall interessiert: Import eines Fahrzeugs das es in Europa gar nicht gibt. Ist eigentlich gar nicht so schwer. Man braucht die Einzel- bzw Vollabnahme und vom Hersteller ein paar Papiere. Wie schon geschrieben kann über das genaue vorgehen aber die zuständige Prüfstelle (welche das ist kann ich so nicht sagen, in den Unterschiedlichen Bundesländern haben unterschiede Organisationen das Monopol, mal ist es der TÜV und mal Dekra oder GTÜ) Auskunft geben

  • Die Dokumente über Abgas, Geräusch und Typengenehmigung sollte es bei BMW selber geben.


    Wie gesagt hatte ich überlegt aus Thailand einen Roller zu importieren der niemals für den europäischen Markt vorgesehen war, auch hier gäbe es die nötigen Gutachten über den Hersteller (Honda) im Land aus dem das Fahrzeug kommt. Mit diesen Gutachten kann man dann zur Prüfstelle und das erleichtert die Angelegenheit (vor allem auch finanziell). Ob das Fahrzeug nun aus der Schweiz oder Thailand kommt dürfte eigentlich der gleiche Ablauf sein (einziger Unterschied, in meinem Fall wäre es ein Neufahrzeug gewesen), wobei in der Schweiz die Sprachbarriere natürlich geringer ist.


    Wirklich verlässliche Infos bekommt man aber (am besten schriftlich) einerseits von seiner Zulassungsstelle (unbedingt die eigene nehmen, manchmal gibt es Unterschiede in den unterschiedlichen Bezirken) und mit diesen Infos dann bei der zuständigen Prüforganisation (TÜV, Dekra, GTÜ usw) anfragen was die benötigen.
    Bei einem Import aus der Schweiz sollten die Hürden aber nicht sehr hoch sein. Sicherlich kann man auch googlen was andere gebraucht haben, aber es gibt wie gesagt von Zulassungsstelle zu Zulassungsstelle und zum Teil sogar von Bearbeiter zu Bearbeiter unterschiedliche aussagen so das es immer am besten ist wenn man schriftlich von seinem zuständigen Bearbeiter hat was er will das man ihn notfalls darauf festnageln kann...

  • Achja, der ADAC schreibt dazu:



    Quelle: https://www.adac.de/infotestra…efault.aspx?prevPageNFB=1


    Wegen der EG-Übereinstimmungsbescheinigung würde ich mal bei BMW nachfragen ob die für das Fahrzeug das Nachliefern können. Kostet allerdings meist etwas, beim BMW-Auto wären das glaub ca 130€, frage ob sich das lohnt oder die Einzelabnahme günstiger wäre. Bei der Einzelabnahme nach §21 StVZO werden aber vermutlich auch ein paar bescheinigungen vom hersteller benötigt (das wäre auch das was ich in meinem Fall hätte machen müssen) weil es sonst relativ teuer wird, auskunft gibt da auf jeden fall die berechtigte Prüforganisation. Wie es mit den Zollpapieren, Kaufvertrag usw aussieht wenn man es "mitnimmt" muss die Zulassungsstelle dann entscheiden.
    Meiner Meinung nach führt nichts an dem oben beschriebenen Weg vorbei: Zulassungsstelle kontaktieren und mit den Infos dann Prüforganisation kontaktieren

  • Wegen der EG-Übereinstimmungsbescheinigung würde ich mal bei BMW nachfragen ob die für das Fahrzeug das Nachliefern können.


    Das Dokument wird es wahrscheinlich nicht geben da die CH-Typengenehmigung alleine bassierend auf CH Recht und vorallem gestützt auf die damals von Rest-Europa abweichenden Vorschriften erteilt wurde.


    Für die BMW 169 F650/F650 ST ist dies die TG-Nr. 6BA308. Gültig für Rahmennummern WB1016....


    auf der anderen Seite gibt es für die F650 auch eine nationale Deutsch Typengenehmigung. Wenn darin der Fahrgestellnummer Bereich der CH-Version NICHT ausgeklammert, könnte man es darüber versuchen.

  • Einfach nachfragen, alles andere ist Rätselraten mit nur der hälfte der Infos...
    Ob es das gibt oder nicht kann vermutlich nur BMW selber beantworten.
    Mir sind jetzt die genauen unterschiede nicht bekannt, aber ich glaub die Schweiz war mit den Abgasen/Umweltauflagen etwas strenger was dann ja theoretisch bedeuten würde das eine deutsche zulassung "inklusive" wäre, auch in so einem Fall gibt es garantiert von BMW irgendwelche Bescheinigungen dafür. Die meisten Hersteller betreiben eine komplette Abteilung die nur für solche Zulassungsgeschichten zuständig sind und Dir für fast alles eine Bescheinigung, Gutachten oder ABE ausstellen können.
    Wieder im Beispiel des Rollers hätte ich von Honda Thailand eine Bescheinigung über die Abgase bekommen können die eine Zulassung in Deutschland ermöglicht obwohl das Fahrzeug niemals für den Europäischen Markt geprüft/homologisiert wurde und vermutlich (leider) auch niemals wird


    Vielleicht gibt es auch für so einen Fall des Umzugs eine ganz einfach Lösung, hier kann die Zulassungsstelle am besten weiterhelfen. Bevor da nicht nachgefragt wurde was gebraucht wird weiss man selbst das nicht sicher und machst sich jetzt vielleicht Gedanken über irgendwelche Bescheinigungen und Gutachten die gar nicht gebraucht werden

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  • Hallo, vor Jahren wollte ich ein Dnepr-Gespann zulassen, verständlicherweise nicht EU :-)
    Einen Brief hatte ich nicht, jedoch mittels der 6stelligen Rahmennummer zunächst eine KBA Anfrage gemacht, war nicht gestohlen und einen Fz-Brief beantragt. Dann zum TÜV Rheinland in Waldbröl gezottelt mit einigen Briefkopien von bereits zugelassenen Dnepr˙n.
    Die haben dann den leeren Brief gefüllt. Anschliessend habe ich die reguläre Hu machen lassen und danach das Ding zugelassen.
    Mit der BMW sollte es einfacher gehen, da der Tüv bundesweit auf die Daten der hiesigen Modelle zugreifen und davon abschreiben kann.
    Auch solche Details wie Vergaserbestückung und Übersetzung können die nennen, falls erforderlich, damit das Fz. den deutschen Vorschriften hinsichtlich Abgas und Geräusch entspricht.
    Demnach einfach mal mit dem TÜV sprechen. Mit der vorgenannten Stelle habe ich in vielen Jahren und Fällen gute Erfahrungen gemacht.
    Gruß Ulf

  • :thumbsup2: Damit haben wir eine Sammlung von möglichen Wegen, wovon zwei gar schon erfoglreich mit anderen Motorräder ausprobiert wurden.


    1. Beim KBA über Fahrgestellnumer und DE-Typengenehmigung/ABE G532
    2. Mit Papieren und Zertifikaten vom Hersteller/BMW.
    3. Mit Hilfe der ausländischen Zulassungsdokumenten. CH-Typengenehmigung 6BA308
    4. Als Umzugsgut und mit Hilfe der Zulassungsstelle (wobei evtl. auf obiges verweisen wird. Siehe http://www.tuev-sued.de/auto_f…_von_fahrzeugen/umzugsgut)



    Ja, die Schweizer Vorschriften waren in Bezug auf Abgass und Geräusch damals strenger. Als Beispiel hat die alte Africa Twin in der CH Ausführung weniger als 35kW. Ein Motorrad aus dieser Epoche, welches nicht den damaligen CH-Vorschriften entspricht, kann nur als Umzugsgut zugelassen werden. Ob die original CH-Motorräder aber wirklich den damaligen CH-Vorschriften entsprechen? :whistling::wink:

  • Vielen Dank für die Antworten.


    Gestern war ich beim BMW-Vertragspartner in Bad Hersfeld (Krah & Enders). Der dortige DEKRA-Ing. sollte die Übereinstimmung zwischen einem Datenblatt von BMW und der Fahrgestellnummer bestätigen. Das konnte er nicht. Aber er konnte dem Herrn Blum (dortiger Zuständige für u.A. COC-Dokumente) genau dagen, was die DEKRA benötigt um das Motorrad zuzulassen. Nun wendet sich Herr Blum nochmal an die BMW Zentrale und hofft mir morgen antworten zu können.


    Beim KBA habe ich gerade angerufen. Da das Motorrad nie in DE zugelassen war, finden sie die Fahrgestellnummer nicht in ihrer Datenbank. Damit konnten sie mir erstmal nicht weiter helfen. Habe ich die Falsche Frage gestellt? Ich meine, das die DEKRA sowieso auch nur auf die KBA-Datenbank zugreift. Da hatte mein Anprechpartner nichts gefunden.


    Die vereinfachte Zulassung für Umzugsgut, welche der TÜV-Süd anbietet gilt in Thüringen wahrscheinlich nicht. Ich habe da zumindest keine positiven Informationen gefunden.
    Dagegen die Negative, dass die Zulassungsbestimmungen nicht in allen Bundesländern einheitlich geregelt sind.
    Sitze gerade in Thüringen.


    Beim ASTRA rufe ich um 14:00 mal an. Die haben gerade Mittag.


    Soweit sogut.

  • Hi,
    Das beim KBA die Nummer unbekannt ist, ist richtig und gut.
    Die sollten ja nur bestätigen das das Fz. nicht zur Fahndung steht, damit du den neuen Brief beantragen kannst.
    Ist aber wie ich las seit 2007 leicht geändert, s. hier:
    http://www.verkehrsportal.de/board/index.php?showtopic=49875
    Demnach macht das nun die Zulassungsstelle direkt. Vermutlich wegen der Fälschungssicherheit.
    Falls nun die Prüfer die Konformität erklären wird alles gut, falls nicht sind höchstens marginale Anpassungen zu machen.
    Gruß Ulf