04. bis 25.April 2017 in Marokko

  • Ankommen in Marokko

    Endlich, es war die erste Nacht im Riad in Marrakech, bevor meine Motorradreise begann. Ich hatte vier Jahre auf diese Reise warten müssen. Am anderen Morgen beschloss ich mein Motorrad in Riadnähe zu holen. Meine BMW stand 9,2 km auf einem Campingplatz. Mit einem Taxi fuhr ich hin. Als der Taxi-Fahrer am Campingplatz mein Motorrad sah, hatten wir eine rege Gesprächsebene.

    Am Campingplatz wartete Klaus, der mein Motorrad nach Marrakech gebracht hatte. Ich packte mein Moped und fuhr nach Marrakech. Ich bin doch sehr überrascht gewesen, dass ich so gut klarkam und im Straßenverkehr mitschwimmen konnte.

    In Marrakech hatte ich mich allerdings verfahren, aber das beunruhigte mich nicht. Sich dort zu verfahren, das ist eine Kleinigkeit, da es kaum Straßenschilder gibt und nicht immer klar war, wo ich reinfahren darf und wo nicht. Ich sprach einen jungen Mann auf einer Mofa an, ob er den Parkplatz kenne und er mich dorthin führen würde. Er fuhr vor und brachte mich zu dem Parkplatz, wo ich eine Absprache hatte, für 5 € die Nacht mein Motorrad bewacht parken zu lassen. Der junge Mann half mir noch mein Gepäck zum Riad zu bringen. Angekommen bot ich ihm 50 DH, ca. 5 € an. Ein zweiter junger Mann kam dazu und zusammen forderten sie 10 € von mir. Das ist völlig unangemessen. Ein Tageslohn in Marokko liegt bei 10 € pro Tag. Normalerweise hätte ich mich nicht darauf eingelassen, aber ich hatte Sorge um mein Motorrad. Ein Marokkaner bestätigte mir nachher, dass ich mich gut verhalten hätte, da ich mit der Rache dieses Mannes hätte rechnen müssen.


    Am Abend ging ich noch zum Geldautomaten, kaufte einen Wasservorrat und aß im Riad zu Abend. Am anderen Morgen brauchte ich wieder einen Träger, um meine ca. 30 kg Gepäck zum Motorrad zu bringen. Ich packte die Koffer, schnürte den Pack sack auf die Rückbank und los ging es.


    Manche würden jetzt sagen, das Abenteuer begann, doch ich bin eigentlich keine Abenteurerin. Was mich allerdings immer wieder erstaunt, welche Gelassenheit ich aufbaue, wenn ich alleine auf Reisen bin.


    Mein erster Reisetag war gleich geprägt von Hitze, den 33 °, der immer trockener werdenden Landschaft, dem Wüstenflair. Ich fuhr den Titz’ Tichka Pass ca. 2100 m hoch nach Ait Ben Haddou. Links neben mir wurde ich vom schneebedeckten Atlas begleitet - der helle Wahnsinn. Ich spürte, wie die Sucht sich nach mehr aufbaute. Die Neugierte überrollt mich.

    Mein Ankommen in Marokko, bei den so liebenswerten Menschen sollte an Intensität gewinnen. In Passhöhe angekommen suchte ich eine Toilette und wurde auch bald fündig.

    Als ich wieder zu meinem Moped gehen wollte, kam ein Berber auf mich zu und meinte ich solle mitkommen, er wolle mir etwas schenken. Mein Kopf sagte, er wolle mir etwas verkaufen. So lehnte ich freundlich ab und bereitete mich zur Weiterfahrt vor. Er forderte mich ein zweites und ein drittes Mal auf. Dann ging er weg und kam mit drei Ketten wieder. Ich solle mir eine aussuchen, er wolle sie mir schenken. Mein Kopf sagt, er will sie mir verkaufen, aber mein Bauch schaltete sich ein und rang mit meinem Kopf. Es fühlte sich ehrlich an, aber trotz dem verneinte ich. Dann schaute der Berber seine drei Ketten an, wählte eine aus und hängte sie an meinem Motorradspiegel. Er sagte auf Deutsch – auf Wiedersehen, reichte mir die Hand, in der sich eine Steinschildkröte befand und er sagte und das ist für Dein Haus und ging einen Schritt zurück. Ich war sehr gerührt, bestaunte die schöne Kette und die Steinschildkröte, bedankte mich und sagte, auf Arabisch, ma salama, was auch auf Wiedersehen bedeutet. Er freute sich und ich fuhr eingehüllt in dieser warmen Begegnung davon, eine Berührung, die ich immer noch mit trage und nie vergessen werde. In Ait Ben Haddou angekommen kommt mein Staunen auf einen anderen emotionalen Höhepunkt, der später immer wieder überschritten wurde......


    Viele Grüße von Marion

  • Hallo Marion,


    schön wieder von Dir zu hören.

    Tolle Bilder einer sicher Eindrucksvollen Reise.

    Das macht Spaß drüber nachzudenken , was nächstes Jahr geht?:wink:.

    Ich würde aber auch max. zu zweit fahren, da es sonst zu stressig wird ( 5 Leute, 9 Meinungen, usw....)

    Respekt das Du das alleine durchgezogen hast.


    Viele Grüße, Dirk:thumbup:

    Viele Grüße, vom Dirk aus dem Tecklenburgerland :wave:

  • Hallo Dirk,

    ja, es war eine eindrucksvolle Reise und seit kurzem schreibe ich erst einen Reisebericht. Es ist alles wie ein Film vor mir und ich erlebe die Reise noch einmal. Zur Zeit überlege ich, ob ich im November zum dritten Mal nach Marokko reise - mal sehen. Ich ziehe es aber wieder vor, alleine unterwegs zu sein. Ich erlebe das Land dann anders und auch die Menschen haben einen anderen Umgang mit mir. Wenn ich wieder in Marokko bin, dann vorallem, weil ich in einem sozialen Projekt mitarbeiten und die Safranernte bzw. die Stimmung zwischen den ca. 50 singenden Frauen erleben möchte.


    Hallo Wolfgang,

    dann wünsche ich euch auch eine Interessante und schöne Reise. Was mögt Ihr an Marokko? Ihr fahrt ja auch zum zweiten Mal.


    O.K. noch ein paar Fotos.


    Viele Grüße von Marion


    4_Tingehir_Alnif_1.jpg5_Erg_Chebbi_5.jpg7_Erg_Chegaga_11_Nähe_Camp_Pflanze.jpg8_Tizi`n_Test_2.jpg12_Safran_Farm_9_Safrantee.jpg12_Safran_Farm_laufende_Teekanne.jpg14_1.40 Bahia Palast Marrakech 4.jpg15_3.20 Ausflug Sidi Kaouki 10.jpg

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  • Hallo Marion,

    dieses Jahr mochten wir unter anderem die Gerbereien von Fes besuchen, natürlich Atlas, Rif und wohl ein Stück Wüste. Mal schauen was wir ohne Stress besuchen können. Es soll ja auch Urlaub sein. Das letzte mal besuchten wir von Marrakesch aus die beeindruckenden Ouzoud Wasserfälle. Das Land hat uns auch sehr gut gefallen aber diesmal werden wir wohl die Grosstädte außer Fes meiden. Dein Bild mit dem geschmückten Esel und den Dünen im Hintergrund, ja genauso stellen wir uns das auch vor. Vielen Dank für deine Infos und auch dir einen beeindrückenden nächsten Aufenthalt!!


    Gruss aus Kempten

    Wolfgang