Touratech hat Insolvenz angemeldet.

  • Ich muss sagen mich wundert das nicht. Die kommen seit Jahren nicht mit der Produktion hinterher. Lieferzeiten von 6 Monaten sind in einem so saisonalen Markt wie dem Motorrad Zubehör einfach nicht drin. Als ich Anfang des Jahres meine AT ausgestattet hab kam TT für mich überhaupt nicht mehr in Frage, weil bei vielen wichtigen Teilen so lange Lieferzeiten waren. Außerdem hat die Qualität der Konstruktion da wohl auch nachgelassen. Man hört häufiger von nicht passenden Trägern oder wieder am Beispiel der AT von falsch konstruierten Versteifungen. Wenn das Vorderrad voll eintaucht schlägt der Fender am Sturzbügel an.

    Ich glaube allerdings auch nicht an ein Ende von Touratech. Da wird sich ein Investor finden, der den Laden übernimmt, die fast fertige Fabrik zu Ende baut und dann können die da weiter machen.

  • Ich muss sagen mich wundert das nicht.

    Mich hat das überrascht, aber ich hatte schon länger da nichts mehr gekauft. Aber es ist ein Beispiel, wie logistische Fehler selbst ein erfolgreiches Unternehmen in den Abgrund ziehen können. Der Weg von Familienunternehmen zum glogal player ist wohl so einfach nicht und nicht alle schaffen das.

    Man hört häufiger

    Wenn ein Unternehmen wächst und immer mehr Produkte in den Umlauf kommen, steigt natürlich auch die absolute Zahl an Reklamationen. Es ist schwierig, die Anzahl der Fehlleistungen in Beziehung zu den guten Erfahrungen zu setzen, von denen man oft erst auf Nachfrage erfährt, z. B. hier im Forum.

    Da wird sich ein Investor finden, der den Laden übernimmt, die fast fertige Fabrik zu Ende baut und dann können die da weiter machen.

    Da gibt es wohl noch mehrere andere Optionen, aber ich glaube auch, dass das nicht das Ende der Firma ist.


    Eckart

  • Zerpflücken wir das mal:

    Das Wichtigste zuerst: "Es ändert sich erstmal gar nichts". Für Touratechs Marketing-Chef Alex Schönborn ist am Montag nach Bekanntwerden des Insolvenzantrags eines ganz entscheidend: "Der Geschäftsbetrieb läuft weiter wie bisher.

    Das heißt es immer, auch wenn die Erklärenden das selber nicht glauben. Denn alles andere wäre das Todesurteil. Nur wenn der Geschäftsbetrieb fortgeführt wird, kann man hoffen.


    Zitat

    Doch schon am Montag kehrten die meisten mit einer Art trotzigen Optimismus in die Arbeit zurück

    Anders geht es eigentlich nicht. Auch als Arbeitnehmer einer insolventen Firma muss man seinen Verpflichtungen nachkommen, bis man gekündigt oder freigestellt wird, insbesondere weil

    Zitat

    Und ergänzt: "Löhne und Gehälter sind bezahlt."

    Das ist schon mal eine gute Voraussetzung, denn oft gehen einer Insolvenz Rückstände von Gehältern und Löhnen voraus. Der Konkurzverwalter muss die Leute freistellen und kündigen, wenn sie nicht mehr bezahlt werden können. Da gibt Fristen, die das Arbeitsrecht setzt, man verliert sonst Ansprüche, die sonst duch Konkursausfallgeld und Arbeitslosengeld augeglichen werden (ist zwar schon länger her, aber ich habe sowas auch schon hinter mir). Und wenn nicht mehr gearbeitet wird, wird auch nichts mehr verdient. Meistens ist eine Firma dann nicht mehr zu retten.


    Ich bin zwar vom Ereignis etwas überrascht worden, aber gibt es genug Beispiele, wie viele große und scheinbar erfolgreiche Firmen verschwunden sind. Der Erfolg allein machts eben nicht.


    Aber es gibt ja auch im Motorradbereich Beispiele für gerettete Firmen wie Hein Gericke. Meiner unfachmännischen Meinung nach hat TT gute Chancen, aber sicher ist etwas anderes.


    Eckart

  • Das heißt ja, dass eine Bank keinen Überbrückungskredit mehr geben will. Auftragsbücher sind angeblich voll, Halle nun fertiggestellt und Produktion läuft auf Hochtouren. Möchte da sich einer den Laden unter den Nagel reißen? Insolvenz heißt ja auch, dass niemand anderes investieren wird.


    Überlicherweise entziehen Großunternehmen sofort Produktionsaufträge, sobald ein Subunternehmen Insolvenz anmeldet (z.B. Telekom). BMW auch? Sind immerhin mind. 50-80% der Auftragslage. Auch bestellt normalerweise niemand mehr auf Vorkasse. Das ist schon ein wirtschaftlicher Supergau und nicht trivial.


    Offensichtlich hat sich da jemand übernommen.

  • Hein Gericke hat schon etliche Eigentümer gesehen, der Düsseldorfer

    Gründer verkaufte ja schon Anfang der 80er Jahre Eckart.

    Aktuell ist der Mehrheitseigner Liao Systems, chinesen die die

    Helme der Hausmarke LS2 und Takai fertigen.

    Tante Louise gehört Warren Buffet. Mit Jeff Bezos (Amazon)

    und Bill Gates (Microsoft) der reichste Mensch der Erde.

    Polo weiss ich im Moment nicht.


    Wie jetzt der Karren gegen die Wand gefahren wurde,

    eventuell von chinesen die günstig übernehmen möchten oder

    ob Sie sich selbst übernommen haben...


    Ich wünsche den 400 Schwaben die nötige Kraft.


    Matthias

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  • ich hätte nicht erwartet, daß so viel Anteil an der Pleite genommen wird. Gefühlt hat TT wohl eine Sonderstellung. Gründe und auch Prognosen halte ich für Glaskugelleserei. Was tatsächlich abläuft, wird man, wenn überhaupt, hinterher erfahren. Ist aber für uns als Kunden ( denn mehr sind wir für TT nicht) uninteressant. Der Markt wird sicher weiterhin beliefert werden und auch BMW wird keine Teilenot erleiden.

    Was ja noch in Frage kommt, ist ein Kredit von ??? Wenn der Laden groß genug, ist macht das ja Merkel. Vielleicht ist hier der Winni zuständig. Schon ein cooles Land, wenn du als Unternehmen nicht zurecht kommst, musst du nur die richtigen Fäden ziehen. Dann werden Sie geholfen.

    Mal ehrlich, ist das ein Forumsthema?

  • Mal ehrlich, ist das ein Forumsthema?

    Der erste Beitrag schon. :wave:

    Welche Auswirkungen das für uns als Kunden hat, werden wir sehen. Warten wir erst einmal ab.

    Es gibt Tage, da verliert man und es gibt Tage, da gewinnen die Anderen.


    Du lernst nur für Dich, nicht für´s Leben. Das Leben kommt auch ohne Dich klar.