Planung für meine erste Motorradtour

  • Hallo F650-Gemeinde,


    ich bin der Falk, 20 Jahre alt und seit letzter Woche stolzer Besitzer einer F650GS Bj. '04.
    Nun wollen mein Vater, mein Bruder und ich nächstes Jahr eine Tour starten.
    Mein Vater würde gerne nach Schottland und auch ich hätte Lust am weiten Reisen.
    Mein Bruder hingegen hält es für sinnvoller ein langes Wochenende ins Sauerland zu fahren, da ich bis jetzt noch keine Tour gefahren bin und mein Vater ca. 10 Jahre Motorradabstinent war.

    Weiterhin spricht wohl für's Sauerland, dass mein Bruder dort bereits Touren von einem erfahrenen Tourguide bekommen könnte.


    Zu unserer Austattung:
    Ich habe eine F650GS mit Koffern, mein Bruder eine Triumph Tiger (er fährt vermutlich mit Gepäckrolle) und mein Vater wird sich nächstes Jahr wahrscheinlich eine gebrauchte F800GS kaufen. Ein Navi werden wir auch auftreiben. Was gehört sonst noch zur Überlebensaustattung?

    Was meint Ihr?
    Überfordert einen das Fahren noch Schottland schnell oder ist es vielleicht sogar entspannter als das Tagestouren fahren im Sauerland?:g:
    Oder habt ihr noch alternative Vorschläge? Und am besten noch Tipps?
    Ich würde mich sehr über eure Anregungen freuen :wave:

    Liebe Grüße aus Bremen
    Falk

  • Willkommen Falk!
    Und Glückwunsch zur F!

    Ich würde an Eurer Stelle am Schottland-Traum festhalten, denn Sauerland ist eher etwas fürs verlängerte Wochenende.
    Außerdem könnt ihr - bis nächstes Jahr wieder die Schottland-Saison losgeht - noch ganz viele Wochenend-Touren machen um Fahrpraxis zu sammeln.

    Was man mitnehmen muss, hängst stark damit zusammen welche Reparaturen man sich ggf denn überhaupt selbst zutraut. Da ihr zu dritt seid, kann man allerdings sehr viel Werkzeug mitnehmen, da es sich optimal aufteilen läßt.


    Gaszug

    Kupplungszug

    Alles zum Reifenwechsel (Montiereisen, Felgenschoner, Flickzeug/Ersatzschlauchetc.)
    Gewebeklebeband

    Bindedraht

    gängiges Schraubensortiment

    Kabelbinder

    Mini-Ratschenkasten mit den benötigten Bits
    Leuchtmittel

    Sicherungen
    ein wenig Elektrodraht
    Isolierband

    Feuchttücher um die Flossen wieder halbwegs sauber zu bekommen


    wäre meine Mindestausstattung.

    Hängt allerdings auch immer ein wenig davon ab wie weit man sich von der Zivilisation entfernen möchte.

    Empfehlung: Zusätzlich zum Navi habe ich immer normale Karten in wasserfester Ausführung dabei. Darauf zeichen ich immer mit non-permanentem Folienstift die Route ein.

  • Hallo Falk,


    egal wohin du fährst, wenn du nicht genügend Fahrpraxis hast, spielt die Gegend keine Rolle.

    Kurven gibt es überall, die eng sein können.:)

    In einer Gruppe kann es für Fahranfänger schonmal kritisch werden.

    Je nach Gruppendynamik kann es dann hektisch werden.

    Wenn du nicht mithalten kannst, kann es Meckerer geben, die dich drängen Gas zugeben.

    Dann bist du ruckzuck über deinem Limit...

    Als Fahranfänger würde ich nicht unbedingt in einer Gruppe mitfahren wollen.


    Für eine längere Motorradtour ist es wichtig eine "Fahrkondition" zuhaben, damit du nicht beim Fahren nach 2 Std. "einschläfst";)

    Mach`erstmal ein paar kleinere Touren, sammle Fahrpraxis und dann wirst du sehen, wie du drauf bist und ob eine

    größere Tour schon passt.

  • Zitat

    Feuchttücher um die Flossen wieder halbwegs sauber zu bekomme

    ...sehr gute Idee :thumbup:


    Zitat

    Empfehlung: Zusätzlich zum Navi habe ich immer normale Karten in wasserfester Ausführung dabei. Darauf zeichen ich immer mit non-permanentem Folienstift die Route ein.

    noch eine gute Idee :thumbup:

  • Servus, Falk,


    da ich auch direkt wenige Wochen nach dem Kauf meiner Dakar eine Tour gemacht habe, kann ich Deine Fragen absolut nachvollziehen. Ich war allerdings recht blauäugig und bin einfach losgefahren und war allein, da hätte ich mich zu jeder Zeit umentscheiden können ;-) Und wenn ich mal wieder ne Fotopause eingelegt habe, hat niemand gemeckert. Am Ende waren es knappe 2600 km in ner guten Woche.


    Im Nachhinein hab ich auf der Tour meine Kleine erst richtig kennen und lieben gelernt, aber mein Fahrstil war tatsächlich komplett anders als mitterlweile nach etlichen km mehr und eingen Trainings. Reiners Anmerkung mit der Überlastung in der Gruppe sind also nicht unbedingt von der Hand zu weisen. Wenn Ihr Euch aber gut kennt und gefestigte Charakter habt (nicht jeder 20-Jährige geht mit kleinen Provokationen lässig um) ist das meiner Meinung nach kein Problem. Es kommt halt immer auf die Einstellung an. Fahrt ihr, um sämtliche Kurven zu erkunden oder fahrt Ihr, weil ich dem Alltag entfliehen und entspannen wollt? Und manche Situationen sind gerade in der Gruppe besser zu meistern. Man muss nur vorher die Spielregeln festlegen (Überholen jeder für sich, Abbiegen, aufeinander Warten etc.) Die3 Abende - egal ob Campingplatz oder Hotel - sind in der Gruppe allemal lustiger. Bei Eurer Zusammenstellung könnte es eher Deinem Bruder langweilig werden ;-)


    An Ausrüstung würde ich - wie in den anderen Beiträgen schon geschrieben - immer auch Kartenmaterial mitnehmen, weil es einfach übersichtlicher ist als nur auf das Navi zu schauen. Zweites Paar Handschuhe und dichte Stiefel. Nix ist blöder als morgens im Regen zu fahren und dann den ganzen Tag in nassen Klamotten zu verbringen. Kalt geht, nass is blöde. Und immer genug Getränke dabei haben. Lange Fahren strengt an. Wenn man merkt, dass die Konzentration nachlässt, ist es schon zu spät.


    Zum Thema Schottland: ist da nicht Linksverkehr? Das würde mich noch am ehesten abschrecken als Anfänger oder Wiedereinsteiger. Weil man dann neben dem eigentlichen fahren auch noch extra Konzentration für die Verkehrsführung braucht.


    Gruß

    Karsten

    Hier könnte Ihre Signatur stehen!

  • Vielen Dank schonmal soweit :victory:


    Die Tipps bezüglich Ausstattung werde wir uns auch nochmal zu herzen nehmen.


    Als Fahranfänger würde ich nicht unbedingt in einer Gruppe mitfahren wollen.

    Alles klar, ist so auch erstmal nicht geplant, wir wollen ja zu dritt fahren. Als Vater-Sohn-Aktion wenn du so willst.


    Mach`erstmal ein paar kleinere Touren, sammle Fahrpraxis und dann wirst du sehen, wie du drauf bist und ob eine

    größere Tour schon passt.

    Das werde ich direkt mal so übernehmen, da ich im Moment sowieso total Bock am fahren habe :D
    Also je nach Wetterlage und Zeit wird auch spontan das eine oder andere zusammenkommen. Außerdem habe ich auch vor so bald wie möglich beim ADAC ein Fahrtraining mitzumachen.

    War schonmal jemand in Schottland?
    Kann mir vielleicht jemand was zur Saison sagen, also wann machst es am meisten Sinn/Spaß?

  • Hi Karsten gerade ist dein Beitrag eingezischt.
    Das deckt meine Fragen schon ganz gut ab:thumbup:

    Es kommt halt immer auf die Einstellung an. Fahrt ihr, um sämtliche Kurven zu erkunden oder fahrt Ihr, weil ich dem Alltag entfliehen und entspannen wollt?

    Das ist tatsächlich so ein Thema, bei dem wir uns gemeinsam noch die Karten legen müssen. Ich würde eher zum Letzteren tendieren...

    Bei Eurer Zusammenstellung könnte es eher Deinem Bruder langweilig werden

    Haha:giggle: Das kann natürlich sein. Wenn man dann sagt, das man einfach zusammen was machen will, würde sich auch wieder das "dem Alltag entfliehen" eher anbieten.:g:


    Vielen Dank schonmal für die Ratschläge!
    LG aus Bremen

    Falk

  • Guude


    laß dich bloß ned von doim Traum abbringe

    grad als anfänger unter Vaters Fittiche lernste am meisten...und mit jedem km kommt fahrpraxis dazu


    Ööööll mitnehmen...unterwegs findeste selten es passende und ne literflasche für Vadder un Sohn zamme frißt koi brot

    thema nasse finger ...gegen klamme finger tuns mir Latexhandschuhe..sollten im EH satz drinne sein...Regenpelle dazu,schon biste wasserdicht


    bezüglich den Meckerern...deine Gruppe ist wohl eher Familiär...Brüder unn Vadder gugge wohl mehr auf und umeinander


    sonstiges notwendige hat Vosse schon aufgezählt

    in dem Sinn

    gib Gaas

  • eine längere Tour wie Schottland ist kein Problem wenn man vorher genug Fahrpraxis gesammelt hat.


    du würdest ja vermutlich auch keinen Marathon laufen ohne vorher zu trainieren.


    Also macht vorher ein paar kleinere (Tages-) Touren und sammelt Fahrpraxis.


    für die Tour, macht keine zu grossen Tagesetappen, öfter mal eine Pause und immer was zum trinken und eine Kleinigkeit zum Essen parat, denn das wichtigste am Motorradfahren ist die Konzentration nicht zu verlieren.


    für die Tour

    - wasserdichte Kleidung

    - warme Ersatzkleidung

    - Schutzbrief, falls ein Mopped den Geist aufgibt

    - Kettenspray


    Es gibt viele Alternativen, eine wäre z.B. die Alpen. Aber mit Schottland macht ihr auch nichts falsch, wenn das Wetter passt.

  • Hallo Falk,

    seit letzter Woche stolzer Besitzer einer F650GS Bj. '04.

    Herzlichen Glückwunsch !

    Nun wollen mein Vater, mein Bruder und ich nächstes Jahr eine Tour starten.
    Mein Vater würde gerne nach Schottland und auch ich hätte Lust am weiten Reisen.
    Mein Bruder hingegen hält es für sinnvoller ein langes Wochenende ins Sauerland zu fahren, da ich bis jetzt noch keine Tour gefahren bin und mein Vater ca. 10 Jahre Motorradabstinent war.

    Eigentlich haben beide recht. Man sollte schon dorthin reisen, wo man Lust darauf hat, die Motivation lässt einen vielleicht die eine oder andere Schwierigkeit leichter nehmen, deswegen schließe ich mich dem Ratschlag an, vor der Tour Fahrpraxis zu sammeln.


    Überfordert einen das Fahren noch Schottland schnell oder ist es vielleicht sogar entspannter als das Tagestouren fahren im Sauerland?

    Kommt drauf an. Tagestouren haben eine begrenzte Länge und natürlich strengt einen Anfänger das Motorradfahren viel mehr an als wenn man schon jahrelange Fahrpraxis hat. Bei einer Reise hat man in der Regel aber ein gewisses Programm, wobei ihr das durch eine eher knapp bemessene Länge entspannt gestalten könnt. In Schottland gibt es ja unheimlich viel zu sehen - man kann ger nicht so viele Schlösser ansehen wie es da gibt und auch der ein oder andere Stadttag (Edinburgh) kann die nötige Abwechslung bieten.

    Ich würde an Eurer Stelle am Schottland-Traum festhalten

    Dem schließe ich mich an, will aber speziell zu Schottland noch eins zu bedenken geben:

    mit Schottland macht ihr auch nichts falsch, wenn das Wetter passt.

    Wenn. Das Regenrisiko ist sehr hoch. Alle Leute, die ich kenne, hatten da gutes Wetter, nur ich nicht. Nicht, dass aus dem Traum Deines Lebens der Alptraum des Lebens wird. Du solltest schon wissen, wie das ist, im Regen zu fahren, auch mehrere Tage nacheinander. Und Regenfahrten sind anstrengender, vor allem für Fahranfänger. Aber es ist ja noch Zeit, das zu üben, gerade in der Jahreszeit jetzt.

    Was man mitnehmen muss, hängst stark damit zusammen welche Reparaturen man sich ggf denn überhaupt selbst zutraut.

    Ich hoffe, Du hast Dich nicht durch diese Aussage abschrecken lassen.

    meine Mindestausstattung

    wäre ein

    Schutzbrief, falls ein Mopped den Geist aufgibt

    denn

    wie weit man sich von der Zivilisation entfernen möchte

    Schottland ist nicht das Outback Australiens, sondern Teil eines entwickelten Industrielands, vielleicht einer der infrastrukturschwächeren Teile, was den Reiz ausmacht ... aber eben nicht das Ende der Welt !

    Als Fahranfänger würde ich nicht unbedingt in einer Gruppe mitfahren wollen.

    wobei Deine Gruppe ja Familienmitglieder sind, die sicherlich eine ganz andere gegenseitige Rücksichtnahme üben als eine wild zusammengewürfelte Gruppe und die Fahranfänger oder so ähnlich sind in der Mehrheit. Und Du kennst Deine Mitfahrer und müsstest wissen, ob Du da ein Problem siehst.

    immer auch Kartenmaterial mitnehmen, weil es einfach übersichtlicher ist als nur auf das Navi zu schauen

    Nicht nur das, sondern auch als Backup. Mein Navi hat den schottischen Regen nicht vertragen und sich verabschiedet.

    Schottland: ist da nicht Linksverkehr?

    Das klingt schlimmer als es ist. Ich kann mich zwar nicht mehr in einen Anfänger hineinversetzen, würde aber sagen, dass das niemanden abschrecken sollte. Ich hatte es jedenfalls schnell 'raus udn nur ein einziges mal ist mir ein - folgenloser - Fehler passiert.

    War schonmal jemand in Schottland?
    Kann mir vielleicht jemand was zur Saison sagen, also wann machst es am meisten Sinn/Spaß?

    Wie für alle Motorradreisen in nördliche Länder kommt nur die Sommersaison in Betracht, für Schottland würde ich sagen von Mai bis September. Im Internet findet man Klimadaten, zb. B. hier:

    http://www.wetter.de/klima/eur…ttland-r54/september.html

    Demnach empfiehlt sich der Juni als trocknere Reisezeit. Trotzdem ist

    wasserdichte Kleidung

    Pflicht !


    So, nun habe ich genug Bedenken vorgebracht. Die sollen Dich nicht vom Reisen abhalten, sondern in dem Moment, wo man auf ein Problem vorbereitet ist, kann man dem ja anders begegnen als wenn man davon überrascht wird.


    Eckart


  • Hallo Falk,

    Obwohl ich ja schon recht ausführlich geantwortet hatte, sind mir ein paar Sachen zum Nachtragen eingefallen:

    Mein Vater würde gerne nach Schottland und auch ich hätte Lust am weiten Reisen.
    Mein Bruder hingegen hält es für sinnvoller ein langes Wochenende ins Sauerland zu fahren

    Das hört sich so nach einem Entweder-Oder an. Aner nicht nur meine Antwort sollten Dir sagen: sowohl als auch.

    egal wohin du fährst, wenn du nicht genügend Fahrpraxis hast, spielt die Gegend keine Rolle.

    Kurven gibt es überall, die eng sein können.

    In einer Gruppe kann es für Fahranfänger schonmal kritisch werden.

    Es gibt viele Alternativen, eine wäre z.B. die Alpen

    Das sehe ich nicht ganz so: Bei entsprechender Verkehrsdichte ist man automatisch in einer Art Gruppe und wenn man als Flachländer die Alpen nicht kennt, wird man als Anfänger von so einem Hochgebirge doch etwas geforder, was dazu führen kann, dass man ungewollt nachfolgende Verkahrsteilnehmer nervt und umgekehrt diese einen selbst, wenn es - wie im alpinen Raum nicht selten - längere Zeit keine Gelegenheit zum Überholen gibt.


    In Schottland hingegen ist außerhalb der Großstädte - vor allem in dem für Motorradtouren interessanten Hochland - die Verkehrsdichte gering und obwohl das durchaus bergig ist, ist es nicht alpin. Also genau das Richtige für Dich, gerade auch unter diesem Aspekt:

    Es kommt halt immer auf die Einstellung an. Fahrt ihr, um sämtliche Kurven zu erkunden oder fahrt Ihr, weil ich dem Alltag entfliehen und entspannen wollt?

    Das ist tatsächlich so ein Thema, bei dem wir uns gemeinsam noch die Karten legen müssen. Ich würde eher zum Letzteren tendieren...

    Den Punkt betreffend

    Ich war allerdings recht blauäugig und bin einfach losgefahren und war allein, da hätte ich mich zu jeder Zeit umentscheiden können

    ist das bei Schottland natürlich ein bisschen anders: Da es relativ weit weg ist und die Buchung einer Fähre erfordert, kann man nicht einfach spontan umdrehen, um abend zu Hause zu sein, wenn es einem nicht gefällt. Falls man sich diese Möglichkeit offen halten möchte, wäre doch eher zu einem Reiseziel in Deutschland oder einem der Nachbarländer zu raten. Da Du die zumindest aus der Motorradperspektive auch noch nicht kennst, wäre auch das kein Fehler.


    Zum Punkt

    Mindestausstattung

    hieß es ja schon

    Was man mitnehmen muss, hängst stark damit zusammen welche Reparaturen man sich ggf denn überhaupt selbst zutraut.

    Das ist bei mir eher weniger, aber ein etwas mehr als normal schon:

    Leuchtmittel

    Sicherungen

    habe sowieso immer mit (Sicherungen hat meine F800GS nicht mehr) und ansonsten hatte da auf einen Schutzbrief verwiesen. Trotzdem sollte man das Werkzeug gegenüber dem Bordwerkzeug etwas aufstocken, um zum Beispiel mal die Kette nachstellen zu können. Bei der Wahl des Schutzzbriefs stand bei mir da weniger der Gedanke der Reparaturversicherung im Vordergrund - die Kosten müssen durch die Beiträge ja soweiso gedeckt werden, sondern der Aspekt der praktischen Hilfe, also einer Organisation, die einem im Ernstfall zur Seite steht und man nicht hilflos in der Pampa rumsteht. Die ADAC-Plus-Mitgliedschaft ist in diesem Sinne zwar nicht die billigste Lösung, hat sich bei mir aber bewährt, auch wenn ich sie selbst im Ausland bisher noch nicht in Anspruch nehmen musste.


    Damit es möglichst gar nicht erst so weit kommt, kümmert man sich selbst rechtzeitig um einen guten Fahrzeugzustand. Für den Motorradreisen Gewohnten ist es selbstverständlich, aber für Dich in Kürze: Am Besten man hat kurz vorher eine Inspektion (so rechtzeitig, dass auffallende Probleme noch behoben werden können). Verbrauchsteile sollten dann frisch für die nächten paar Tausend Kilometer sein, insbesondere Reifen, Bremsbeläge, Kette. Passt es mit dem Turnus für die Inspektion nicht, kann man entsprechende Kontrollen nach Bedienungsanleitung (Heft Wartung) auch selbst vornehmen. Meine Schottland-Reise war einschließlich An- und Abreise von/ab Berlin ca. 4500 km.



    DSC_3894.JPG

    DSC_7337.jpg

    DSC_7350.jpg

    DSC_6722.jpg

    DSC_7320.jpg

    DSC_6748.jpg

    DSC_6683.jpg

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Eckart () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Da ich selbst erst vor 3 Jahren im zarten Alter von 25 Jahren so richtig mit dem Motorrad fahren begonnen habe will ich dazu auch mal was beitragen.

    Grundsätzlich erstmal willkommen im Zirkel der Motorradreisenden.

    Das erste habt ihr schon mal richtig gemacht:ihr habt Motorräder für sowas. Man kann auch mit einer Yamaha R1 auf Weltreise gehen, Spaß macht das aber als Anfänger eher nicht.


    Zu Schottland kann ich nichts sagen weil das noch auf unserer To do Liste steht. Aber ein paar allgemeine Hinweise:

    -es gibt diverse Ziel-abhängige Widrigkeitesfaktoren, die so eine Reise anspruchsvoller machen je schwieriger diese Faktoren für einen selbst sind. Dazu zähle ich vor allem Wetter, Sprache, Währung, Fahrerischer Anspruch und "Abgeschiedenheit"

    Währung ist in Westeuropa kein Problem weil man mit einer Visa Karte überall weiter kommt. In Afrika ist das anders. Sprache kann sehr wichtig werden, wenn man dem Pannendienst erklären will, was das Mopped hat. In Schottland kommt man an sich mit Englisch weiter, kann aber gerade in den Highlands sein dass deren Englisch so verslangt ist, dass man Antworten oder Rückfragen partout nicht versteht. Wie schon erwähnt ist eine Fahrt in Regen mehrere Tage hintereinander sehr anspruchsvoll, gerade auch für die Psyche. Da kommts dann sehr darauf an, wie ihr übernachten wollt. Und Abgeschiedenheit kann auch in Europa ein Problem werden.. Wenn man auf der LGKS eine Panne hat und weit und breit kein Handymast steht muss man sich selbst zu helfen wissen.

    Fahrerischer Anspruch ist in Schottland würde ich sagen Mittel. Die Straßen sind eng und teils schwer einsehbar aber an sich in gutem Zustand und mit wenig Spitzkehren/schwierigen Steigungen versehen

    Es gibt sicherlich was diese Faktoren angeht anspruchsvollere Ziele als Schottland, es gibt aber auch einfachere.

    -dann gibt es noch die Sachen, die man selbst beeinflussen kann. Plane ich die Tour komplett fertig vor oder entscheide ich jeden Tag spontan wo ich hin will? Wenn ihr spontan entscheidet und in der Feriensaison fahrt ist z. B. Zelt mit allem was dazu gehört eigentlich Pflicht. Dann die Ausrüstung. Was kann ich selbst erledigen? Was will ich selbst erledigen? Schlauchwechsel im Feld gehört schon zu den anspruchsvolleren Sachen. Danach gewählt halt Werkzeug einpacken. Für dringend nötig erachte ich in Schottland auch nur Sachen zum Kette spannen. Alles weitere ist dann optional.

    - angepasste Kleidung. Gute Regenkombi, wasserdichte Stiefel und Handschuhe an/dabei haben. Beschlagfreier Helm wird auch gerne unterschätzt

    -einwandfreier Wartungszustand ist Pflicht. Bremsen, Reifen, Flüssigkeiten, Filter, Kerzen, Kettenkit vor Abfahrt auf Zustand prüfen und ggf erneuern. Gerade Reifen werden gerne überschätzt. Die letzten mm rubbeln sich schnell runter. Dann im Ausland 3 Tage auf den richtigen Reifen warten ist sehr ärgerlich.

    -überschätzt euch bei der Tourplanung nicht. 300km am Tag haben sich bei mir bewährt, das schafft man ohne große Anstrengung mit ausreichend Pausen an einem Tag. Alle paar Tage einen Pausentag mit einbauen (alle 3-5 Fahrtage einen Pausentag mach ich immer)

    -Fahrpraxis ist für Fahrten mit Gepäck sehr empfehlenswert. Vor allem in einem fahrerisch ähnlichem Gebiet. Fahrsicherheitstraining ist immer empfehlenswert, ansonsten hilft nur Übung.


    Um deine erste Frage noch zu beantworten: ich finde Schottland als erstes Reiseziel schon recht anspruchsvoll. Natürlich kann man das machen und es wird in den meisten Fällen auch alles gut gehen aber es kann auch passieren, dass einer von euch am 3. Tag im Regen weg rutscht, das Motorrad so beschädigt dass es erstmal nicht mehr an geht und ihr dann 3h auf den Pannendienst wartet und Abends keine Unterkunft in der Nähe mehr findet. Sowas kann einem gänzlich die Lust aufs Motorrad fahren versauen. Mit mehr Erfahrung ist das dann ein Erlebnis was man in Erinnerung behält weil eigentlich nur der Seitenständerschalter kaputt war, man den am Straßenrand repariert hat und die Nacht im Carport um die Ecke auf ewig in Erinnerung behält.

    Mein Tipp:erstmal mit kleineren Runden anfangen. Anfang der Saison hat man da als lange Wochenenden Ostern, Pfingsten und Himmelfahrt die jedes Jahr wieder kommen. Da kann man schon mal 3 Touren machen. Als Ziele aus Norddeutschland bieten sich Weserbergland, Sauerland und Harz an. Da kann man schon mal sehen was man so an Gepäck braucht, wie sich Kurven fahren, wie man mit Straßen in schlechtem Zustand umgeht und wie man eigentlich Spitzkehren fährt. Als großen Urlaub kann man z. B. Osteuropa erkunden. Da kann man auch sehr schöne Sachen entdecken.

    Meine großen Urlaube: (meine erste Saison war 2014, Freundin war überall mit und hat ihren Führerschein seit April 2015)

    2015 Mitteldeutschland (Thüringer Wald, Harz, Sauerland, bayerischer Wald, Erzgebirge)

    2016 Alpen (1 Woche bei Villach, 1 Woche bei Sulden)

    2017 Südnorwegen (zwischen Oslo, Geiranger, Bergen und Stavanger)

    2017.02 (gerade auf dem Rückweg, Gegend um Bozen)

    Dazwischen glaube ich 8 lange Wochenenden und 2 offroad Wochenenden und viele Tagestouren.


    Und ich bin damit sehr gut gefahren. Merklicher Gradient beim Schwierigkeitsgrad und ich hab mich immer sicher gefühlt und hatte Freude am Fahren.


    Was ich sagen will:Schottland läuft nicht weg. Es tut keinem weh wenn man klein anfängt und sich dann steigert :) 

  • Wenn da wohnt wo falkikowski zu Hause ist, dann ist Schottland schon mal ein "nahes" Ziel. Jedenfalls näher als die Alpen.

    Zusammen mit Bruder und Vater sicher ein tolles Erlebniss. Schottland ist ja jetzt auch nicht der äusserste Ural oder hinterstes Sibierien.

    Sauerland und Harz würde ich mir als Wochenendziele lassen und allenfalls als Vorbereitung und Test für die Schottlandreise vornehmen.


    Ich selber bin bisher maximal vier Nächte auswärts gewesen und bin dann zurück nach Hause. Aber mit den Alpen vor den Füssen auch ohne weiteres machbar und irgendwie auch logisch. :wink:

    Gut, ich bin eher der unbesehene Typ und insofern optimistsisch, dass ich daran glaube dass es für die meisten Probleme, jedenfalls solange sie nicht Lebensbedrohlich sind, irgendeine Lösung und Kompromiss gibt.



    Hier meine Tipps & Weisheiten:

    Wenn vor der grossen Tour eine Inspektion gemacht wird, dann vor der grossen Tour mindestens eine Tankfüllung fahren gehen und einen Tag für allfällige Reklamationen einplanen.

    Man kann zuviel dabei haben (auch mit dem Auto wie ich gelernt habe, nach dem es mit einem Motorschaden liegen blieb).

    Es gibt immer was, dass man nicht dabei hat.

    Für wirkliche Notfälle gibt es Versicherungen, der Rest ist Abenteuer. (ADAC oder AA Mitgliedschaft: https://www.theaa.com/breakdown-cover/motorbikes)

    Irgendeinmal ist immer das erste mal.

    Jeder hat seine Fähigkeiten und Schwächen.

    Was man in ein oder zwei Tage fährt, fährt man nicht 7 Tage Non-Stopp.

    Geht fahren um eure Maschinen kennen zu lernen und eure Fähigkeiten zu verbessern.

    Geht zusammen fahren um euer Fahrstil und Fähigkeiten kennen zu lernen.

    Macht als Test mindestens eine Wochenendtour zusammen.

    Wenn einer eine Pause machen will dann macht Pause.

    Hungerrast oder Unterzuckerung ist nicht nur gefährlich sondern auch Quell von Streit (Siehe Werbung von diesem Schokoriegel mit Nüssen und Caramel).

    Wenn man überhohlt, dann ist jeder für sich und nur für sich verantwortlich. Wenn der vordere Überholt heisst das nicht, dass man Gefahrenlos nach kann.

    Allenfalls zusammen oder auch einzeln ein Fahrtraining absolvieren.

    Fotos nicht vergessen und sich ab und an zuhause melden.

  • Hallo,

    Zu Schottland kann ich nichts sagen weil das noch auf unserer To do Liste steht.

    Dafür hast Du aber ganz schön viel dazu gesagt ?!

    Ich will mal ein paar der Aussagen aufgreifen und mit den Erfahrung meiner letztjährigen Schottland-Reise abgleichen:

    kann aber gerade in den Highlands sein dass deren Englisch so verslangt ist, dass man Antworten oder Rückfragen partout nicht versteht.

    Die abgelegenen Eingeborenensiedlungen abseits der Zivilisation gibt es dort nicht. Vielleicht gibt es noch Leute, die die urtümlichen Sprachen noch beherrschen, im touristischen Alltag spielen die aber keine Rolle. Abends sitzen die Arbeitstätigen vor dem HD-Fernseher, in dem ihnen der Nachrichtensprecher in Oxford-Englisch vorliest.

    Es ist aber überall so, dass man sich am Besten auf Englisch mit solchen Leuten unterhalten kann, deren Muttersprache dies nicht ist. Länder, deren Landessprache man nicht beherrscht und in denen auch Englisch weniger verbreitet ist, sind da schon die größere Herausforderung.

    Wie schon erwähnt ist eine Fahrt in Regen mehrere Tage hintereinander sehr anspruchsvoll, gerade auch für die Psyche. Da kommts dann sehr darauf an, wie ihr übernachten wollt.

    Ich hatte das ja schon angedeutet. Deswegen würde ich auch nicht gerade zum Zelten raten sondern eher Bed&Breakfast als einfachere Kategorie, ansonsten Hotels gibt es da auch. Einfach mal booking.com sichten.

    Gerade wenn man mit dem Wetter Pech haben sollte, ist es nicht zu unterschätzender Ausgleich für den Rest des Tages im Warmen und Trockenen zubringen zu können, die Motorradklamotten trocknen zu können und dann noch in einem netten Restaurant den Tag ausklingen lassen zu können.

    Wenn man auf der LGKS eine Panne hat und weit und breit kein Handymast steht muss man sich selbst zu helfen wissen.

    Im Hochgebirge ist das natürlich kritischer. Ich habe selbst die Mobilfunkabdeckung nicht erfasst, für diesen Beitrag aber diese Karte gefunden, die allerdings nur Straßen erfasst und wohl durch ihre andere Entstehungsweise sich von den hier sonst üblichen berechneten Karten unterscheidet.

    https://opensignal.com/

    Hierzulande ist man ja verwöhnt von der Mobilfunkabdeckung, empfindet ein Funkloch gar als schwerwiegenden Mangel. Dieses Jahr war ich in USA, da sieht das völlig anders aus, d. h. ich als Tourist habe mich überwiegend in unversorgten Gebieten aufgehalten (nicht mal der Grand Canyon mit 5 Millionen Besuchern im Jahr ... "make America great again").

    In Schottland gab es meistens Empfang, nur mobiles Internet hat ab und zu mal nicht funktioniert.


    Sowas kann einem gänzlich die Lust aufs Motorrad fahren versauen.

    Die Gefahr sehe ich auch, deswegen hatte ich vorsichtig angedeutet, was einen erwarten könnte (aber eben nicht muss). Hat man schon viele Motorradreisen hinter sich, fällt ein Negativerlebnis nicht so ins Gewicht. Deswegen der Rat, die Wetterfühligkeit vorab auszutesten.

    Ich will aber Schottland niemandem ausreden, auch nicht als erste Reise. Unbill, auf die man vorbereitet ist, ist ja nur halb so schlimm. Und vielleicht kommt es ja auch ganz anders: Sonne jeden Tag bei milden Temperaturen. Und dann ärgerst Du Dich, nicht doch dorthin gefahren zu sein.

    Was ich sagen will:Schottland läuft nicht weg.

    Und wenn doch ?

    Der Brexit könnte das Reisen erschweren, obwohl ich nicht wirklich an Probleme glaube. An den Schotten liegt es jedenfalls nicht, an denen im Tourismus Tätigen schon gar nicht. Ich kann mich an keine Reise erinnern, bei der ich so viele Europa-Flaggen gesehen habe.


    Noch ein paar Bilder zur Appetitanregung:


    DSC_3543.jpg DSC_3545.jpg

    Zusammentreffen mit der Queen in Edinburgh


    DSC_3711.jpg
    Wachablösung in Stirling Castle


    DSC_4111.jpg
    The Kelpies


    DSC_4153.jpg
    Falkirk Wheel


    DSCF4130.jpg
    Pitlochry


    DSC_5075.jpg
    Loch


    DSC_5773.jpg
    Steinkreis auf den Orkneys


    [Group%203]-DSCF4089_DSCF4090-2%20images.jpg
    Loch


    DSC_4401_2_3_tonemapped_2.jpg
    Turm nahe Stirling Castle


    DSC_5509_10_11_fused.jpg
    Hafen Kirkwall


    [Group%209]-DSCF4429_DSCF4430-2%20images.jpg
    Fähre


    DSC_5742_3_4_tonemapped.jpg
    Vogelfelsen Orkneys


    DSC_7591_2_3_tonemapped.jpg

    Newcastle


    Eckart

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Eckart () aus folgendem Grund: Bilder hinzugefügt

  • @Köfferli: da unterschätzt du aber etwas die Entfernung nach Schottland. Google Maps gibt als schnellsten Weg eigenartigerweise den Zug über Calais an, dann sind es noch etwa 1400km selbst zu fahren von Bremen bis Edinburgh. Mit der Fähre Amsterdam Newcastle hat man insgesamt etwa 550km bis Edinburgh selbst zu fahren und eine Fähre von (check in bis Ankunft) etwa 18h dazwischen.

    Bozen ist von Bremen etwa 1050km weg.


    Und ich hoffe das kommt durch: ich sehe meins nicht als die ultimative Weisheit. Ich bin insgesamt jemand, der eher vorsichtig und überlegt/vorbereitet an Sachen ran geht. Andere sind da abenteuerlustiger. Mein Vorgehen hat sich für mich bewährt. Für andere mag das langweilig sein. Dieses Jahr in Norwegen zum Beispiel hatten wir etwa jeden zweiten Tag Regen. Außerdem auf Fjellen über längere Strecken Temperaturen von unter 5 Grad. 1 mal auch für über ne Stunde Regen und Temperaturen von 3-4 Grad. Das war trotzdem ein geiler Urlaub, aber wir hatten auch jeder schon deutlich über 20.000km hinter uns. Als Anfänger bei 4 Grad und 10-15m Sicht im Regen Spitzkehren mit Gegenverkehr fahren ist glaube ich nicht so angenehm.

    Bei 3-4 Tages Touren (lange Wochenenden) bin ich auch etwas blauäugiger. Da fahr ich einfach los und guck dann was passiert. Ein Urlaub von 2-3 Wochen will aber gut vorbereitet sein.


    Noch ein Wort zur Sprache: Mein Bruder wohnt inzwischen seit 2 oder sogar 3 Jahren in Newcastle upon Tyne und hat in kleinen Supermärkten immernoch Probleme, die Leute dort zu verstehen. Es gibt in der Bevölkerung dort oben auch Leute, die kein "Hochenglisch" können. Ich hab in Ludwigshafen mal einen lokalen Kranfahrer getroffen, von dem ich absolut kein Wort verstanden habe. Und meine Deutschkenntnisse halte ich doch für ausreichend gefestigt ;)

    Was ich vor allem sagen wollte war allerdings dass man Englisch ganz gut können sollte.


    Alex

  • Hallo Falk und Alex,

    mal einen lokalen Kranfahrer

    Tja, wie Kranfahrer eben so sind. Aber deswegen schrieb ich ja.

    im touristischen Alltag spielen die aber keine Rolle


    Google Maps gibt als schnellsten Weg eigenartigerweise den Zug über Calais an, dann sind es noch etwa 1400km selbst zu fahren von Bremen bis Edinburgh. Mit der Fähre Amsterdam Newcastle hat man insgesamt etwa 550km bis Edinburgh selbst zu fahren und eine Fähre von (check in bis Ankunft) etwa 18h dazwischen.

    Man sollte die Reiseplanung aber ´nicht Google überlassen, sondern selbst erledigen oder - wie ich - jemanden haben, der das ganz toll kann. Ansonsten (aber vielleicht nicht als Anfänger) schließt man sich jemandem an, der einen führt -

    Schottland 2017 für alle Interessierten im Forum


    Die Fähre Amsterdam - Newcastle ist auf jeden Fall die bessere Lösung. Einen Tag Anreise (von Bremen, von Berlin besser zwei, aus der Schweiz drei) sollte man vielleicht schon einplanen und kann dann nach dem Motto Der Weg ist das Ziel einen Abstecher nach Amsterdam oder anderswo in den Niederlanden machen. Die Fähre fährt am späten Nachmittag ab und fährt über Nacht. Dannn steigt man am nächsten Morgen nach einer angenehmen nacht in der Kabine auf das Motorrad und ist schon "fast" da. Zur ersten Station in Schottland - Edinburgh - sind es dann noch 250 km.


    Dieses Jahr in Norwegen zum Beispiel hatten wir etwa jeden zweiten Tag Regen. Außerdem auf Fjellen über längere Strecken Temperaturen von unter 5 Grad. 1 mal auch für über ne Stunde Regen und Temperaturen von 3-4 Grad. Das war trotzdem ein geiler Urlaub, aber wir hatten auch jeder schon deutlich über 20.000km hinter uns. Als Anfänger bei 4 Grad und 10-15m Sicht im Regen Spitzkehren mit Gegenverkehr fahren ist glaube ich nicht so angenehm.

    Also doch Schottland. Kalt, unter 10 Grad, war es nur auf den Orkneys, dafür war dort schönes Wetter. Wobei viele Schottland-Reisende die außen vor lassen. Wegen des Golfsroms ist Schottland auch eher mild, vereinzelt wachsen da sogar PalmenIm Regen ist die Sichtweite auch nie auf gefährliche Werte zurückgegangen, aber manchmal doch so weit, dass die Landschaft nicht mehr zu sehen war. Sonst waren die Schlechtwetter-Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad, bei dem gelegentlich guten Wetter auch über 20 Grad.


    Hoffen wir mal, dass Falk unsere Reiseberatung noch liest.


    Eckart


  • Wow, das ist ja wirklich sehr viel Rückmeldung von Euch.
    Vielen Dank!

    Ich habe alles gespannt gelesen und werde das jetzt mal alles verdauen ;)
    Ich werde die kommende Woche mal mit meinem Bruder sprechen und sobald mein Vadder wieder da ist, werden wir zu dritt beraten.

    Ich bin gestern mal nach Hamburg gefahren, bei wirklich bescheidendem Wetter....
    Gott sei dank hat alles dicht gehalten nur am Bauch ist Wasser durchgesickert, aber das sind ja auch alles Erfahrungen die einen auf Schlechtwetterfahrten vorbereiten ;)

    Ansonsten lässt sich sagen, dass dieses Bike ja echt ziemlich Bock macht :D

    Ich melde mich nochmal wenns was neues gibt.


    PS. Danke Eckart.... Nach den Bildern kann man ja nicht mehr widerstehen :D

  • Moin Moin,:wave:

    ich will Euch mal mit Updates versorgen :)

    Mein Vater, mein Bruder und ich haben uns jetzt auf Pfingsten 2018 geeinigt.
    Von Oldenburg aus sind es ca. 330km bis nach Amsterdam (über Landstraße).
    Um ca 17:00 Uhr fährt die Fähre und am nächsten Tag wollen wir nach Edinburgh, je nach Lust und Laune vielleicht Abends noch rauf zum Arthurs Seat.
    Ganz grob dann die nächsten Tage vielleicht nach Killiecrankie, Aviemore, Iverness, Glennfinnan, Isle of Skye, Glencoe, Oban und Loch Lomond.

    Ich benutze als Routensoftware Tyre habt Ihr damit Erfahrungen?
    Haben mit dem Programm schonmal ein paar Routen angelegt um ein Gefühl für die Entfernungen in Schottland zu bekommen.

    Gibt es Orte die Ihr unbedingt empfehlen könnt?
    Vielleicht Aktivitäten für regnerische Tage?


    Mit Regen komme ich ganz gut klar, habe selber ja nur Motorrad und Fahrrad und fahre deshalb eh bei jedem Wetter...:thumbsup2:
    Bis jetzt auch ohne Beschlagfreies Visier... nerbig... aber mit Ohrstöpseln eigentlich garnicht so schlimm:giggle:

    Für mich geht es dann vielleicht Anfang Juli nochmal nach Bergen, Norwegen :)


    Viele Grüße aus Bremen

    :wave:


    PS. Ich habe gerade einen englischen Austauschstudent als Untermieter, er glaubt dass der Akzent in Newcastle wegen der Niederländer so seltsam ist ;):g:

  • Hallo Falk,

    Mit Regen komme ich ganz gut klar, habe selber ja nur Motorrad und Fahrrad und fahre deshalb eh bei jedem Wetter.

    Ich war mit jemandem unterwegs, der weil ohne Auto fast nur Motorrad fährt und nun wegen des Regens nie wieder nach Schottland will. Es ist auch weniger die Frage, ob man damit klar kommt oder ob es Spaß macht.

    Abends noch rauf zum Arthurs Seat

    Wenn es nur um die Ausssicht geht: Vom dem in der Stadt gelegenen Calton Hill gegenüber sieht man die Stadt mindestens genauso gut, aber von dort war zu sehen, dass Arthurs Seat offenbar ein beliebtes Ausflugsziel ist, so viele Leute, wie da rauf stiegen. Leider erforderte der Zeitbedarf das Setzen von Prioritäten wegen des begrenzten Zeitkontingents Abstriche, sodass ich selbst nicht da oben war. Ich bin auch nicht sicher, ob sich dieses Ziel für eine Nachtwanderung eignet, allerdings wird es um diese Jahreszeit dort erst um 22:30 dunkel.

    Pfingsten 2018

    Das dürfte eine gute Wahl sein.

    Ich benutze als Routensoftware Tyre habt Ihr damit Erfahrungen?

    Weil in der Garmin-Welt "aufgewachsen", nutze ich auch die zugehörigen Werkzeuge, denn die Umsetzung aus anderen Programmen macht Arbeit und ist oft mit Problemen verbunden. Mein damaliges Zumo 550 hatte den Regen dort leider nicht überstanden. Tyre fiel hier aber schon öfter als Stichwort, vor allem im Zusammenhang mit TomTom - da werden Dir andere sicher besser helfen können als ich. Welche Fragen hast Du denn konkret ?

    Vielleicht Aktivitäten für regnerische Tage?

    Es gibt ja jede Menge Schlösser, Burgen und Kirchen, die man gesehen haben muss auch ohne dass es regnet.

    Wir hatten - wenn ich mich richtig erinnere . in Melrose Abbey eine (zeitlich befristete) Membership einer Organisation erworben, der zahlreiche historische Einrichtungen angehören (aber nicht alle !) und damit eine Art Kultur-Flatrate, die sich lohnt, wenn man mehrere der angeschlossenen Einrichtungen besucht.


    Gute Reise

    Eckart