Fragen vor dem Kauf einer F650ST

  • Ich werde schon mal die Leitungen austauschen, da sie eigentlich noch Erstausrüstung sind.

    Und dann schauen wir mal ....

    Das halte ich für eine sehr gute Idee sofern es noch die ersten Leitungen sind.
    Gummi-Bremsleitungen gehören theoretisch alle 4-5 Jahre gewechselt. In der Praxis wird das oft länger, aber nach 20 Jahren braucht man nicht mehr diskutieren: Die gehören jetzt gewechselt!
    Da Stahlflexleitungen unwesentlich mehr kosten als neue Gummileitungen, sollte immer auf Stahlflex gewechselt werden. Zumal Stahlflex (fast) nicht altert und daher sehr lange hält, d.h. im restlichen Leben der F wahrscheinlich nicht mehr gewechselt wird.

    Natürlich können alte Bremsleitungen der Grund für ein teigiges Ansprechen der Bremse sein. Sehr viel wahrscheinlicher ist allerdings eine schlechte Entlüftung der Leitungen. Wann wurde das denn zuletzt gemacht? Wie alt ist die Bremsflüssigkeit?
    Eine Hochleistungsbremse wird die Einscheibenanlage der F jedoch nie werden! Ich empfinde es jedoch als völlig ausreichend.

    Zu den Bremsbelägen: Ich fahre organische (TRW/Lucas), da mir das gequietsche der Sinterbeläge unsäglich auf die Nerven ging und sie tatsächlich dafür sorgten, dass die Scheiben bereits bei ca55tkm (genaue km-Zahl müsste ich nachschauen) die Verschleißgrenze erreicht hatten.

  • Falls es was hilft:


    Ich habe gute Erfahrungen mit Stahlflex-Leitungen von Probrake gemacht. Für meine 89er Tuareg gab es nirgendwo vorgefertigte Sätze und die Sonderanfertigung auf Maß von Probrake waren günstig und gut; die Beratung war top.


    Beim Wechsel der Leitungen darauf achten, daß nicht selten die Tiefe der Stahlflex-Ringanschlüsse (also die Tiefe der Bohrung entlang der Achse der durchzusteckenden Hohlschraube; vulgo die "Dicke" der Ringe) geringer ist als die Tiefe der Original-Ringanschlüsse. Will man dies nicht mit doppelt gelegten Dichtringen ausgleichen (was mir persönlich mißfällt) müssen neue Hohlschrauben für schmalere Ringanschlüsse verwendet werden, bei der die Flüssigkeitsbohrung des Ringanschlusses wieder mittig über der kopfnahen Flüssigkeitsbohrung der Hohlschraube liegt.


    Neue Hohlschrauben wiederum sind aber evt. zu lang für die Aufnahmen in den Bremssätteln. Das kann man, so wurde mir gesagt, ebenso mit doppelt gelegten Dichtringen ausgleichen; mir gefiel auch das nicht und ich habe mir die neuen Hohlschrauben entsprechend unten abgedreht.


    Beste Grüße
    Chris

    Meine Beiträge geben meine private Meinung wieder ohne Anspruch auf sachliche Richtigkeit.

  • angesichts der dunklen Farbe der Flüssigkeit schätze ich, dass ein Wechsel längst überfällig ist...


    Stahlflexleitungen habe ich nun bestellt und warte auf eine Lieferung nach den Feiertagen.


    Was ich noch wechseln würde, wäre die Kurze Schlauchleitung zum Vorratsbehälter (hintere Bremse). Reicht da ein normaler Benzinschlauch?


    Wenn man schon beim Thema Schlauch ist....habt Ihr schon den Schlauch zwischen Tank und Vergaser getauscht?

    An der Stelle habe ich auch noch die Erstausrüstung, einen grauen und relativ steifen Stück, der aber gar nicht porös ausschaut. Außerdem geht er schwer runter... aber nach den vielen Jahr denke ich auch über einen Wechseln nach.

  • Da Bremsflüssigkeit eine relativ aggressive Brühe ist, würde ich dort eher vorsichtig sein. Der Schlauch muss zwar keine Drücke aushalten, aber wenn er aufgibt und es heraussabbert, ist der Lack ringsum im Eimer. Bei Leebmann kostet der Schlauch 13€. Alternativ mal beim guten KFZ-Teilehandel vor Ort fragen, ob es da evtl. Meterware gibt. Aber bei Autos braucht man solche Schläuche wohl eher nicht, und spezielles Motorradzeugs haben die wenigsten da. Aber halt, gerade gegoogelt. Tante Louise hat den Schlauch auch da, 1 Meter für 12,99.

    Und beim Benzinschlauch mal beim T-Stück schauen, da steckt, wenn noch vorhanden, ein Minifilter im Schlauch. Reinigen und wieder einbauen.... Ist aber nicht so toll zugänglich.


    Gruß Joachim