Moin aus Ostfriesland

  • Moin aus Ostfriesland.


    Hallo,

    mein Name ist Heinz, ich bin 47 und seit gestern Besitzer einer F 650 EZ Mai 98 mit nur 24tsd Kilometern auf der Uhr.

    Das Motorrad hat natürlich mehr gestanden als alles andere. Zur Zeit läuft der Vergaser bei geöffnetem Benzinhahn über, wenn man fährt ist es gut.

    Ich wollte jetzt die Dichtungen erneuern, könnt ihr mir empfehlen wo bzw. von welchem Hersteller ich am besten einen Überholsatz kaufen kann und wieviel darf es kosten.

    Danach muss sie dann zum TÜV, was für Schwachpunkte sollte ich davor noch kontrollieren?


    Danke im voraus und viele Grüße :wave:

    Heinz

  • Hallo Heinz und herzlich willkommen hier!


    Erster Kandidat bei sabbernden Vergasern ist der O-Ring ,der das Schwimmernadelventil gegen das Vergasergehäuse abdichtet. Seine Maße sind 7x1,5 und er sollte aus Viton sein. Gibts z.B. bei Grafe Shop oder bei anderen Normteilehändlern. Ansonsten einen kompletten Vergaserdichtsatz z.B. bei Ebay oder den üblichen Verdächtigen wie Louis, Polo, HG kaufen. Kannst ja mal hier lesen:

    Nudelsieb-Vergaser

    Technische Fragen sind in allgemeinen oder Unterhaltungsthreads eher schlecht aufgehoben, da findet sie später keiner. Lieber extra Thread eröffnen oder, viel besser, über die Forums-Suche oder eine Suchmaschine nach bestehenen Threads zum Thema suchen. Meistens landet man über Google doch hier!

    Gruß Joachim

  • Servus Heinz,


    Griaß diGod und Glückwunsch zur Entscheidung eine BMW zu fahren,

    die ja im Grund eine Aprilia ist mit österreichischem Motor. Außer dem BMW Zeichen ist gar nicht so vieles auf's bayerische Motorenwerk zurückzuführen, deshalb hat sie auch japanische Vergaser, zwei für einen Zylinder. Wenn du dich auskennst, und das wirst du bald, ist diese Maschine wunderbar und lässt sich gut selbst warten und reparieren. In der Reparaturanleitung und hier im Forum kann man wertvolle Tipps erhalten.

    Zum Beispiel, dass das angegebene Drehmoment für die Ölablassschraube in den Büchern viel zu hoch ist! Mit den angegeben 40Nm reißt das Gewinde aus! Da ist dann unnötigerweise eine größere Reparatur nötig. Vergaser neu bedüsen brauchst du meines Erachtens nicht, bei deiner Laufleistung.

    Reinigung des Vergasers und neue Dichtungen für die Schwimmernadelventile sind vorerst ok. Aber schau dir mal die Reifen an, sind da vielleicht neue besser? Nicht dass du einen zu langen Bremsweg hast oder bei der nächsten Kurve rausfliegst. Alle Teile, die durch's Rumstehen altern solltest du inspizieren. Etwa die Ansaugstutzen, sind die hart und brüchig, kommt es leicht zu magerem Gemisch.

    Es gibt viel zu tun, Pack es an.

    Viel Freude mit dem Bike!


    Gruß aus Bayern

    (wo die Kurve sind):victory:

  • Willkommen im Forum, Heinz!

    Solltest du dich für einen Keyster-Dichtungssatz entscheiden: Da sind die Schwimmernadelventilsitzdichtringe (geiles Wort! :giggle:) nicht dabei!
    Wie von Joachim bereits erwähnt, benötigst du aber die beiden 7x1,5 Viton-Ringe.
    Sehr faire Preise bietet auch IR-Dichtungstechnik, da Versand zum Briefporto.

    Erfolgreiches Schrauben!

    Gruß
    Jochen

    P.S.: Das laute Fluchen beim Vergaser-Ausbau ist völlig normal und gehört einfach dazu... :whistle:

  • Danke an alle für die freundliche Aufnahme und die Tipps.

    Habe mir den Satz von Keyster bestellt und zusätzlich die Schwimmernadelventilsitzdichtringe (wirklich ein geiles Wort Jochen;)) von IR.

    Aber muss man wirklich den halben Bock zerlegen um den Vergaser (warum eigentlich 2 für einen Eintopf) auszubauen???

    Ich schau gleich mal wie weit ich komme...


    Gruß :wave:

    Heinz

  • Hallo Heinz,


    nun ja, du kannst es auch ohne Luftfilterkasten Ausbau probieren,

    ich habe das noch nie so gemacht da ich gerne Platz habe beim Schrauben.


    eventuell reicht es also auch aus :


    Tank ab ( muss nicht unbedingt aber Kratzer sind blöd....)

    Tankhalterung ab

    Batterie entfernen , Batterie Kasten entfernen

    die 3x Schrauben des Lufi-Kasten lösen

    die Schraube am hinteren Kotflügel ( Batterieseite ) nicht vergessen

    Benzin Zulaufschlauch am Benzinhahn oder Vergaser abziehen.


    Dann die Schellen 2 x Ansaugstutzen 2 x am Lufikasten auf und dann den Kasten nach hinten ziehen ( so weit wie es eben geht ! )

    Unter gutem Licht und mit Vorsicht auf die Sch..ss Plastikmutter der Choke Mimik ( bricht leicht )

    den Vergaser aus dem Zwischenraum fummeln , Gaszug aushängen, Choke abschrauben


    Hoffentlich hast du dann den Versager mit nicht allzu zerschundenen Knochen erbeutet :giggle:


    Ich habe immer gleich alles ausgebaut = mehr Platz , mehr Licht und der Einbau geht IMHO besser

    Nebenschauplätze reinigen , prüfen inklusive


    Wörterbuch mit kreativen Schimpfwörtern ist hilfreich :rofl:


    Viel Spaß


    :wave:


    Mac

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von macgyver ()

  • Ich hab bei meinen Mikunis das T-Stück zwischen den Schwimmerkammern auch gleich getauscht. Kostet ja fast nix und könnte viel Ärger machen. Und wenn du noch einen Schraubenladen in der Nähe hast, kannst du die Schrauben an der Schwimmerkammer gegen welche aus Edelstahl tauschen, vielleicht gleich Torx.

  • Das ging ja schnell!

    Eines fällt mir gerade noch ein (leider zu spät für dich, da bereits bestellt):
    Die Hauptdüse wurde bei der F650 geändert von der Ur-F auf die Funduro/ST (also Herbst 1996).

    Ursprünglich war es eine 140er-Düse und ab dem Facelift wohl eine 132,5er. In den Reparatursätzen wird aber immer eine 140er geliefert. Falls deine Hauptdüsen also noch in Ordnung sind NICHT austauschen.

    Siehe hierzu auch hier.