15er statt 16er Ritzel

  • Hallo Freunde, ich bin seit einigen Wochen stolzer Besitzer einer F650 Model 169 Bj.97. Leider stört mich die Unwilligkeit im unterem Drehzahlbereich unter 3000 U/min. Nun habe ich gelesen das man mit einem kleinerem Ritzel, 15 statt 16 Zähne, Abhilfe schaffen kann. Dies gibt es auch schon in der Bucht für ca.25 Euronen und würde das natürlich gerne ausprobieren. Nun hoffe ich hier auf die ein oder anderen Erfahrungswerte, ob ich dies ohne Weiteres verbauen kann?... oder doch lieber die Finger davon lassen sollte?!?!...was gibt es dabei zu beachten? Das aktuelle Ritzel ist mit einer Mutter befestigt und nicht mit einem Seegerring. Vielen Dank im voraus mit Grüßen aus Berlin. 8-)

    Man verliert die meiste Zeit damit, daß man Zeit gewinnen will.

  • Hallo!

    Erstmal willkommen hier im Forum!

    Diese hier https://www.ebay.de/itm/BMW-F-…dd53c1:g:ODUAAOSwcMtZzpn3 ist noch günstiger, und auch die übliche Marke, die fertigen Kettensätzen beiliegt. Je nachdem, wie gut deine Kette noch ist, würde ich bis zum nächsten Kettenwechsel warten. Bei den in der Bucht angebotenen Sätzen kann man meistens ohne Mehrpreis die Übersetzung wählen. Ich fahre das 15er schon lange und bin zufrieden. Gut, 1 Zahn ist jetzt nicht die Welt, sie möchte trotzdem bei Laune gehalten werden, in den beiden oberen Gängen sollten je nach Lastsituation schon 3500-4000 Umdrehungen anliegen. Aber sie dreht sich durch den einen Zahn weniger auch nicht tot. Bei 100km/h liegen ca. 4200 UPM an, sie dreht auch bei Autobahnvollgas (was ich sowieso so gut wie nie mache) nicht gnadenlos in den roten Bereich. Also, probiere es aus, erwarte keine Wunder und sei dir bewußt, daß damit die Betriebserlaubnis deiner Kiste erlischt. Wie wahrscheinlich es ist, daß das jemals jemanden interessiert, darfst du auch selber abwägen.

    Viel Spaß!

    PS: Für einen Ritzelwechsel gleich ein neues Sicherungsblech und Loctite bereitlegen. Bei einem Kettensatzwechsel am besten keine Nietkette verwenden, sondern Schwinge ausbauen und gleichzeitig Schwingenlager inspizieren. Die gammeln gern fest. Bezugsquelle für Originalersatzteile z.B. Leebmann. Dort kann man sich, wenn man in einem Forum aktiv ist, einen Rabatt einrichten lassen. Einfach formlos anschreiben!


    Gruß Joachim

  • Hallo Joachim, vielen Dank für das Feedback und die tollen Tips. Genauso werde ich es machen, welches Loctite ist denn zu empfehlen? Gruß und Danke für das Willkommen

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  • Ich habe halt immer das mittelfeste da. Ich bin mir nicht sicher, ob für diese Arbeit überhaupt welches vorgesehen ist, aber da auch die geschraubten Ritzel ab und zu mal fliegen lernen, ist es mir so lieber. Und beim Lösen stört es nicht. Wenn doch, mit dem Heißluftfön erhitzen. Beim Lösen hatten manche schon ziemliche Probleme, bei mir hat es bisher immer gut funktioniert. Der über die Fußbremse (natürlich bei noch aufgelegter Kette!!) erzeugbare Widerstand hat gereicht, um die Mutter zu lösen.

  • Als Anlage mal zwei Tabellen mit den entsprechenden Drehzahl/Geschwindigkeitsangaben. Kann jeder für sich selbst interpretieren. Ich fahre mit dem 16er Ritzel sowohl aufd er Ur-F als auch auf der ST. Habe Dank guter Einstellung keine Probleme im 2. Gang ruckfrei in einer 30er Zone zu fahren.CCF05112017.pdf


    Beim Wechsel des Ritzels (16-->15) erlischt natürlich ganz nebenbei gesagt die Betriebserlaubnis.


    Wenn ich im 5.Gang mit LL Drehzahl (580 U/min) fahren will, nehme ich meinen

    E 65.


    Die sehr schöne Excel-Tabelle stammt natürlich nicht von mir sondern von einem Forumsmitglied.

  • Ok danke, die Schraube bekomme ich schon gelöst. Die Kette, das Kettenlager und das Ritzel machen im großen und ganzen einen guten Eindruck.Die Kette hat keinen unterschiedlichen Durchhang und lässt sich nur geringfügig vom Kettenrad oder Ritzel abheben. Im Frühjahr allerdings ist auf jeden Fall ein neuer Satz fällig. Der aktuelle Satz wurde vor ca. 10000 km gewechselt. Da das mein erstes Motorrad mit Kettenantrieb ( vorher Kardan) ist das für mich noch Neuland.

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  • Ach ja, wieso muss denn eigentlich eine Endloskette verbaut werden? Auch im Werkstatthandbuch wir von einer Kette mit Schloss abgeraten. Nur der Grund dafür ist mir nicht klar.

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  • Genauso werde ich es machen, welches Loctite ist denn zu empfehlen?

    Gemäss Dakar Werkstatthandbuch Loctite 243. Das Buch der Ur-F habe ich in der Werkstatt, aber ich habe auf meinem Wartungsplan auch Loctit 243 notiert. Wartungsplan und Service Logbuch F650

    Im Frühjahr allerdings ist auf jeden Fall ein neuer Satz fällig. Der aktuelle Satz wurde vor ca. 10000 km gewechselt.

    Hmm, das ist aber eher ein kurze Lebensdauer für einen Kettensatz.

    Beim Wechsel des Ritzels (16-->15) erlischt natürlich ganz nebenbei gesagt die Betriebserlaubnis.

    Manchmal hat es einen Vorteil wenn man in der Schweiz wohnt. Da sind Änderungen bis +/- 8% vom Original Übersetzungsverhältnis (inklusive Reifen) Eintragungs-- und Genehmigungsfrei.

  • Ach ja, wieso muss denn eigentlich eine Endloskette verbaut werden? Auch im Werkstatthandbuch wir von einer Kette mit Schloss abgeraten. Nur der Grund dafür ist mir nicht klar.

    Das Schloss welches man öffnen kann ist evtl. nicht für alle Belastungen ausgelegt. Alternative welche fast genau so gut wie eine geschlossene ist, ist selber nieten.

    Der Ausbau der Schwinge ist aber auch eine gute Gelegenheit die Lager zu inspizieren und neu zu schmieren.

  • Aha ok, selber nieten geht also auch,,,Ja ich weiß, die Schweizer sind da nicht so engstirnig, trotzdem würde ich da nicht leben wollen. Habe 1 Jahr dort gearbeitet...... Im Handbuch bzw. Werkstattbuch steht der Kettenwechsel für alle 10000 km empfohlen. Wie lange ungefähr hält denn so eine Kette im Schnitt?

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  • Die geschlossene Kette hatte ich eher wegen der Kontroll- und Schmiermöglichkeit des Schwingenlagers empfohlen. Eine selbst vernietete ist sicherlich ebenso haltbar. Ich hatte auf der F650 mal eine Regina-Kette mit Clipschloss, die ich vor ihrem eigentlichen Lebensende mal runtergemacht habe. Das Schloss war an den Bolzen sehr einseitig verschlissen, die Zugbelastete Seite der Bolzen war wie abgeschliffen. Ich habe dann die Kette für den Rest ihrer Lebensdauer mit dem damals auch beiliegenden Nietschloss vernietet. Eventuell ist einfach im Clipschloss die Abdichtung nicht gut genug, um die Fettfüllung lebenslang an Ort und Stelle zu halten. Man muß dazu sagen, daß ich zu dieser Zeit ausschliesslich Dry Lube verwendet habe, und das schmiert halt nur die Kontaktstellen Kettenrolle-Kettenrad/ Ritzel. Inzwischen träufle ich alle ~ 1000km etwas Getriebeöl an die Rollen in der Hoffnung, daß es zwischen Rolle und Bolzen kriecht. Dry Lube wird nach jeder Betankung aufgetragen. Zumindest habe ich keine allzu siffige Kette und relativ sauberes Hinterrad, Nummernschild, Ritzelabdeckung. Es gibt ja Menschen, bei denen die Kette selbst auf der F ewig hält (oder die einfach gnadenlos nicht wechseln), bei mir waren es mit der Regina-Kette 15tkm, der DID- Satz ist jetzt 7tkm alt und macht hoffentlich ein wenig länger.

    Auf das Erlöschen der Betriebserlaubnis hatte ich ja hingewiesen.

    Ich hatte auch keine wirkliche Lust auf Kettenantrieb nach R100GS (Kardan) und Scarver (Riemen). Der Riemen war komplett problemlos, aber wenn ich denke, daß die GS schon die dritte Kardanwelle auf 120tkm hat muß ich sagen, da wäre ich mit Kette wahrscheinlich günstiger gefahren. Inzwischen sind ein paar Kettenmopeds bei mir eingezogen....

    Gruß Joachim

  • Im Handbuch bzw. Werkstattbuch steht der Kettenwechsel für alle 10000 km empfohlen. Wie lange ungefähr hält denn so eine Kette im Schnitt?

    Das mit dem Kettenwechsel alle 10000 km kann ich nicht glauben.


    Je nach Pflege und Qualität der Kette würde ich so 20 000 - 30 000 km annehmen.


    Die Kette, das Kettenlager und das Ritzel machen im großen und ganzen einen guten Eindruck.Die Kette hat keinen unterschiedlichen Durchhang und lässt sich nur geringfügig vom Kettenrad oder Ritzel abheben.

    Mit den Eigenschaften sollte ein Wechsel des Kettensatzes noch nicht nötig sein.

  • Ich denke das Kette und Kettenrad noch ok sind, augenscheinlich auf jeden Fall!... daher gibt's jetzt erstmal das von Dir empfohlene 15er Ritzel aus der Bucht....Bin schon gespannt wie das wirkt. Ich bedanke mich für die wertvollen Tips und wünsche euch noch einen entspannten Sonntag.

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  • Endloskette bzw. vernietete Kette ist sicher die bessere Lösung. Selber vernieten bzw. vorher eine Endloskette trennen ist natürlich kein Problem. Vorausgesetzt man hat das entsprechende Werkzeug, passend zum Kettenfabrikat und kann damit umgehen. Schlosserhammer und Kombizange als Gegenlager sind sicher nicht fachgerecht.


    Aus nachvollziehbaren Gründen sollte man immer alle Komponenten des Endantriebs: Kette, Ritzel und Kettenrad zusammen wechseln.


    Von einem geplanten Kettenwechsel, gar alle 10'km steht nichts im Kundendienstheft. Nür Prüfung und ggf. Wechsel alle 10'km. Da die Überprüfung ja höchsten 10 Minuten in Anspruch nimmt und man, wenn man sich nicht die Finger schmutzig machen will höchstens einen Schraubendreher oder Kugelschreiber braucht ist das ja wohl kein Akt. Nachspannen muss man die Kette ja vielleicht auch mal.

  • Wie man an der Tabelle von Ekkehart gut erkennen kann, bringt der Wechsel von 16 auf 15 Zähne zumindest in den ersten beiden Gängen zwischen 2.000 und 4.000 Upm faktisch nichts...


    Die größte Wirkung ist in den hohen Gängen, wo man es eigentlich nicht braucht...

    Wer nichts riskiert, hat nicht gelebt...

  • Hallo Uli, danke für den Kommentar. Beziehst du das nur aus der Tabelle oder hast du es selbst mit nem 15er probiert????....da ich Spaß am Schrauben habe werde ich es auf jeden Fall durchtesten. Sollte ich mich für die Kettenselbstniettechnik entscheiden werde ich mir das nötige Werkzeug natürlich besorgen. Ach ja, die Rede war nicht vom Kundendienstheft sondern vom Schrauberhandbuch von Hans König. Seite 54:.....Alle 10.000 km ein Kettenwechsel erforderlich.......

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  • .....heißt ja aber nicht das ein Wechsel nach 10.000 km zwingend sein muss,,,kommt eben aufQualität, Fahrstil und Pflege drauf an. Grani: Danke für den Beistand:victory:

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  • Bitte :)

    Letztendlich ist es ja so, dass es jeder selbst erfahren muss.

    Ich habe auch lange überlegt, an meiner Pegaso den Schritt zu gehen.

    Letzendlich war es so, dass ichs nicht bereut habe, da das fahren doch harmonischer war, es hat sich generell geschmeidiger angefühlt. Selbst bei dauerhaften 130-140 ist es angenehm.

    Und untenrum hackt sie nicht auf der Kette rum.

    :)

  • Kettenwechsel stur nach km ist aber totaler Blödsinn, vor allem nach 10.000 schon. Kettenhaltbarkeit hängt von Belastung (offroad, starke Beschleunigungen) und Pflege ab. Mit dem Kettenöler hält die aktuelle Kette an der F schon seit 40.000km und ist noch nicht fertig.

    Schwingenausbau würde ich dringend empfehlen. Zumindest an der GS sind die Lager wenn noch nicht gemacht definitiv weg gerostet.


    15er Ritzel hab ich an der Dakar gehabt und fand es sehr angenehm. Bei gleicher Geschwindigkeit und gleichem Gang ist die Drehzahl etwas höher, dadurch ist in manchen Situationen der nächst höhere Gang möglich. Ich fands gut.