• Hallo Gemeinde,

    ich wollte Euch mal eine Sorte von Bike vorstellen, das es auf der Nordhalbkugel leider nicht gibt: die sogenannten "Farmbikes" die für die Arbeit auf großen Farmen der Südhalbkugel konzipiert wurden. Sie steht in folgenden Ländern zum Verkauf: Australien, Neuseeland, Südafrika und grundsätzlich auch in ganz Südamerika.
    Folgende Anforderungen erfüllen sie alle: Robustheit (beim Umfallen darf nichts kaputtgehen), niedrige Sitzhöhe (um in jeder Situation mit den Füßen Bodenkontakt zu bekommen, geringes Gewicht, geringer Verbrauch, oft eine sehr bequeme Einzelsitzbank, Seitenständer links und rechts (!) mit großen Auflagetellern, Kupplungshebel mit Feststeller (um nicht vor jedem Weidetor den Leerlauf suchen zu müssen), stabile Gepäckträger (oft direkt über der Hinterachse), übrigens auch vorne (!) ; einige Modelle glänzen mit geschlossenem Kettenkasten.

    Die 4-Takt-Modelle haben mit durchwegs 200 cc eine moderate Leistung. Nichts für die Autobahn oder die flotte Landstrasse, sondern etwas für die Piste, echte Trailbikes eben.

    Mein Favorit ist die Yamaha AG 200 mit 12 V-Anlage, E-Starter, Kettenkasten, Bordsteckdose und 118 (!) kg Trockengewicht.

    Leider bekommt man diese Fahrzeuge nicht in Europa, vermutlich weil die Hersteller sich keine hauseigene Konkurrenz machen wollen (Neupreis in Australien umgerechnet nur knapp über 3000 € ! ) Habe auch schon erfolglos bei Yamaha Deutschland angefragt. Bin schon lange am überlegen, wie ich so eine Maschine zu einem vernünftigen Preis über den großen Teich und letztlich auch zugelassen bekomme...

    Gruß

    Udo

    f650.de/wcf/index.php?attachment/33535/f650.de/wcf/index.php?attachment/33536/f650.de/wcf/index.php?attachment/33527/f650.de/wcf/index.php?attachment/33528/f650.de/wcf/index.php?attachment/33529/f650.de/wcf/index.php?attachment/33533/f650.de/wcf/index.php?attachment/33530/f650.de/wcf/index.php?attachment/33531/f650.de/wcf/index.php?attachment/33532/f650.de/wcf/index.php?attachment/33534/

  • Bin schon lange am überlegen, wie ich so eine Maschine zu einem vernünftigen Preis über den großen Teich und letztlich auch zugelassen bekomme...

    Neuzulassung in D wg. fehlender Homologation sehr wahrscheinlich nicht möglich.

    Alternative: Bike in Australien kaufen, zulassen, und als gebrauchtes Bike nach D exportieren. Von den Kosten nicht wirklich eine Alternative, Zulassung in DU ohne Wohnsitz auch nicht so einfach.


    warum es sich schwer machen? http://www.honda.de/motorcycle…ure/crf250l/overview.html


    https://suchen.mobile.de/fahrz…er=1&scopeId=MB&fnai=prev


    bob-muc

  • Hi bob-muc


    nun ja, das hab' ich mir auch schon so gedacht: Bike beim nächsten Australien-Urlaub neu kaufen (am besten gleich mit Transportkiste; Anmeldung ist in Australien kein Problem. Hab' dort sowohl schon ein Töff als auch einen 4WD gekauft und angemeldet), dann in Transportkiste einer Spedition übergeben und in einen deutschen Seehafen bringen lassen. Zoll sollte auch kein Hindernis sein aufgrund des niedrigen Einkaufspreises. Knackpunkt - da hast Du ganz recht - ist die Homologation.

    Übrigens gibt's von Honda auch ein Farmbike: 00000374_521.jpg

    Es hat aber leider keinen Kettenkasten und nicht das ultrabequeme Sitzmöbel der Yamaha AG 200.


    Für den Tip mit der CRF 250 vielen Dank, aber diese Sportbikes haben nach meiner Erfahrung ein so schwaches Rahmenheck, dass an Reisegepäck nicht zu denken ist - Schau Dir mal das dicke Rahmenrohr am Heck der AG 200 an - da kannst Du ordentlich was ranhängen bzw. draufstellen - Der Gepäckträger sitzt ja auch fast auf Höhe der Hinterradnabe...


    Trailbiken ist für mich Offroad-Motorradreisen mit Gepäck. Ohne Gepäck kann ja (fast) jeder ;)

    Gruß

    Udo

  • ich habe in Neuseeland mal auf einer AG 200 probegesessen und fand sie recht bequem und handlich. Liegt vielleicht auch daran, dass ich mit 177 cm eher zur kleineren Hälfte unserer Gilde gehöre.

    Ich habe aber nicht den Eindruck, dass die Rahmengeometrie von Farmbikes von anderen Klein-Enduros abweicht. So scheint die Yamaha AG 200 rahmen- und motormäßig von der XT 250 abzustammen und die Honda CTX 200 von der XL 185 bzw. XL 250.

    Bei den niedrigen Verkaufspreisen von Farmbikes glaube ich eh nicht, dass die Hersteller eigene Rahmen dafür entwickelt haben, sondern ganz einfach ins Teile-Regal entsprechend ähnlich gebauter Modelle gegriffen haben.


    Udo

  • Die Zulassung in Deutschland als Neufahrzeug ist sehr ungewiss. Nicht unmöglich aber sehr ungewiss, vor allem auch mit den immer strenger werdenden Zulassungsvorschriften und man bekommt vom Hersteller normalerweise auch keine definitive Aussage ob möglich oder nicht. Auch braucht man dafür diverse Unterlagen vom Hersteller wenn man nicht selber sehr aufwendige Gutachten erstellen möchte. Was deutlich einfacher ist: Zulassung als Gebrauchtfahrzeug, hier sind die Hürden gar nicht so hoch...

    Ein verschiffen ist dann das geringste Problem und auch erstaunlich günstig (vor allem wenn das Fahrzeug in einer entsprechenden Kiste ist)...


    Nach meiner Erfahrung (ich habe es mir auch mal überlegt mit einem genialen Honda Roller den es hier in Deutschland nicht gibt) ist es sehr von vorteil (am besten schriftlich) sich bei der Zulassungsstelle zu erkundigen da manche Sachbearbeiter manchmal noch "recht eigene" Forderungen stellen...

  • C90 Cub ist kein Neufahrzeug und bekommt man auch hier in Deutschland und auch diverse Nachbauten und außerdem legt jeder CUB Fahrer sehr viel Wert darauf das es KEIN Roller ist, auch wenn es ggf so in den deutschen Papieren steht...


    Ich hatte starkes Interesse an einer Honda Click 125i aus Thailand. Mir absolut unverständlich warum Honda das Teil nicht auch hier in Deutschland verkauft das das Teil hier in Deutschland garantiert auch der Renner werden würde.


    Achja, ein Punkt über den man sich bei so einer Aktion auch im klaren sein sollte: Ersatzteile sind zum Teil echt schwer zu bekommen in Deutschland bzw auf "normalen Wege" nicht erhältlich. In meinem Fall mit der Thailand-Click nur ein ärgerniss und kein Problem da es (deutsche Auswanderer?) Händler gibt die sich auf die Thailändischen Ersatzteile für die CUBs spezialisiert haben (auch da würde es z.B. noch sehr interessante Dinger geben die es hier in Deutschland nicht gibt) und auf anfrage sicherlich auch die anderen Teile verschicken würden. Aber das hätte dann natürlich eine entsprechende Lieferzeit zur folge (kann auch mal mehrere Wochen dauern) und man muss sich darauf einstellen öfters mal zum Zoll zu müssen und das dann schon für standartteile wie Ölfilter die man immer wieder mal braucht (und sich am besten welche auf lager legt).

    Neuseeland oder Australien ist jetzt nicht gerade 3. Welt, aber ich weiss nicht wie das mit dem Versand und vorallem auch den Versandkosten da aussieht, in Thailand oder China ist das schweine billig, aber in Downunder?

  • BlackFly schrieb:

    Was deutlich einfacher ist: Zulassung als Gebrauchtfahrzeug, hier sind die Hürden gar nicht so hoch...

    Das würde ich natürlich genauso so machen: Nagelneu kaufen, dann für drei oder vier Wochen urlaubsmäßig durch das Outback gekreuzt und die Karre mit Outback-Patina (etwa so: )

    honda2008_honda-farm-bike.jpg


    in die Kiste gepackt. In diesem Zustand wird auch der deutsche Zoll keine Unsummen mehr veranschlagen....

    Gruß

    Udo

  • In diesem Zustand wird auch der deutsche Zoll keine Unsummen mehr veranschlagen....

    Gruß

    Udo

    Die Aussies sind ja sehr strickt, wenn man Dreck, Samen und Erde mit INS Land nimmt. Aber wenn das Fahrzeug so aussieht, wenn man es mit RAUS nimmt ist denen vermutlich wurscht. Könnte klappen...wenn nicht gerade die Maul und Klauen Seuche in AUS herrscht und der der deutsche Zoll das Fahrzeug in Quarantäne schickt ;-)


    Gruß

    Karsten

    Hier könnte Ihre Signatur stehen!

  • Ganz wichtig ist aber wirklich sich VORHER mit der Zulassungsstelle und TÜV in verbindung zu setzen und am besten schriftlich zu klären was man für eine Zulassung in Deutschland benötigt. Wie schon geschrieben gibt es da ggf Zulassungsstellen und/oder Mitarbeiter die da zum Teil komische Dinge verlangen, nicht das es am Ende an so etwas scheitert...

  • OK, mit Südhalbkugelfarmen kann ich natürlich nicht konkurrieren.

    Ich hatte für meine knapp 100 ha zu genau diesem Zweck bis vor 3 Jahren eine Kawa KLA (?) 250

    und mir dann die F650GS Dakar als geplanten Nachfolger gekauft.

    Ist dafür aber schon etwas zu schwer, vor allem wenn man am Seitenhang mit 20 % versucht, in 35 cm breiten Fahrgassen zu balancieren.

    Außerdem beißt sich Sonntagsmotorrad mit Farmbike, rein vom Erhaltungszustand (Optik, Blinker ....).


    Hab' mir deshalb die MZ125SX noch für grobe gegönnt.

    Die passt ganz gut: leicht, kurz übersetzt (noch kürzer wäre noch besser)

    Folgende Anforderungen erfüllen sie alle: Robustheit (beim Umfallen darf nichts kaputtgehen), niedrige Sitzhöhe (um in jeder Situation mit den Füßen Bodenkontakt zu bekommen, geringes Gewicht, geringer Verbrauch, oft eine sehr bequeme Einzelsitzbank, Seitenständer links und rechts (!) mit großen Auflagetellern, Kupplungshebel mit Feststeller (um nicht vor jedem Weidetor den Leerlauf suchen zu müssen), stabile Gepäckträger (oft direkt über der Hinterachse), übrigens auch vorne (!) ; einige Modelle glänzen mit geschlossenem Kettenkasten.

    Die 4-Takt-Modelle haben mit durchwegs 200 cc eine moderate Leistung. Nichts für die Autobahn oder die flotte Landstrasse, sondern etwas für die Piste, echte Trailbikes eben.


    • Robustheit ergibt sich von selber, wenn alles überflüssige abgebrochen ist
      zum Tüv gibts halt immer einen Satz Blinker für 9,99 das stück aus ebay...
    • die Sitzhöhe kann man auch mit Beinlänge kompensieren ;)
    • ich hab' mir schon überlegt, einen großen Teller an den Ständer zu schweißen - macht der TÜV da Probleme?
    • Gepäckträger ist bei der MZ echt ein Problem, das steht auf der To-Do-Liste, incl. Spatenhalter (den braucht wahrscheinlich nur ein Biobauer....)
    • die Heidenau K60 sind für trockene Bedingung und Acker ganz ok, aber wenns richtig naß wird (z. B. bei der Feldberegnung) oder im nassen Gras bei Querhang wäre echte Crossbereifung angesagt (zumindest hinten)

    :dwarf: .... männlich mit dem Wahn zu ringen ... :bikebayern:

  • Hallo Wrosner,

    Du hast die Situation

    erkannt. In schwierigem Gelände zählt jedes Kilo. Wenn's feucht oder gar schmierig ist (nasses Gras, Lehm) ist übrigens auch vorne Crossbereifung angesagt.

    Ich fahre mit meiner KLR 250 übrigens ständig mit groben Crossreifen - auch auf der Straße, und bin damit auch in Kurven recht flott unterwegs. Eigentlich sogar noch flotter, als mit Straßenreifen, denn Crossreifen brechen in Schräglage nämlich nicht plötzlich aus, sondern fangen nur ganz allmählich an, zu driften, so dass man sich viel näher an die Haftgrenze herantasten kann, als bei Straßenreifen.

    Gruß

    Udo