Ersatzteile beim Kettensatzaustausch und Schwingeausbau

  • Hallo zusammen,




    ich mache gerade fröhlich mit der Rundumwartung meiner F650 Bj.1998 (weniger als 25.000km auf dem Tacho) weiter und befasse mich zur Zeit mit dem Kettensatz und Schwingeausbau.




    Bei den Ausbauarbeiten sind folgende Fragen aufgekommen (siehe auch angehängte Bilder):



    -Ritzel am Getriebeausgang: wo bekommt man einen Ersatz für den Sicherungsring (hat auch kaum die Mutter gehalten, die quasi lose saß...)? Muß die Mutter auch ersetzt werden (wenn ja woher)? Empfiehlt sich bei der Gelegenheit auch ein Austausch des Simmerrings (dicht ist er im Moment)?



    -Kettenspannrolle: sieht nach meiner Einschätzung ganz gut aus; auffallen ist mir nur ein großes Radialspiel; rund ist die Rolle allemal; was denkt Ihr?



    -Schwingenlagerung: eine Dichtung ist defekt und hat etwas Wasser eindringen lassen; Nadellager ist noch Ok; wo kriegt man die gelben Dichtungen her?



    -Lagerungen um hinterem Stoßdämpfer und Umlenkhebel: ich würde alles zerlegen und mit Lagerfett schmieren; wie macht Ihr das?



    Vielen Dank im Voraus

  • Den Sicherungsring und die Dichtungen gibt´s bei Leebmann24.de. Vorher ´ne Mail an den Kundensupport schreiben und um den allgemeinen Rabatt für Nutzer von BMW-Internetforen bitten (hat nichts mit diesem Forum hier speziell zu tun.). Der wird dann ziemlich fix eingeräumt und zeigt nach dem Einloggen die (z.T. erheblich) günstigeren Preise.

    Die Nadellager müssen raus, gereinigt werden und komplett neu mit Fett gepackt werden. Aufpassen, daß keine Nadeln herausfallen bzw. daß die Nadeln dann nicht verlorengehen, wenn sie herausfallen. Ebenso müssen die Buchsen gereinigt werden. Die Muttern an der Hebelei müssen laut WHB ersetzt werden; es handelt sich i.d.R. um leicht oval vorgeformte Muttern, so daß sie nur bei der ersten Verwendung sichern.


    Vom Simmering unter dem Ritzel würde ich die Finger lassen, wenn er dicht ist. Die Ritzelmutter wird i.d.R. wiederverwendet (Blick in´s WHB gibt hier ggf. Sicherheit) und mit Loctite gesichert.

    Falls Du noch nie so´n Blech verbaut hast: Die Bleche sind am Rand an zwei Stellen vorgebogen. Zwei deshalb, weil eine der beiden Biegestellen dann automatisch direkt an einer Mutternfläche liegt, die andere an einer Mutternecke.... Die an der Mutternfläche liegende Biegestelle wird dann auf die Mutter gebogen. (Hab´ gerade einen 650er Motor auf der Werkbank, wo ein Held es genau anders gemacht hat :-)

    Wenn die Kettenlaufrolle nicht übermäßig abgenutzt ist, würde ich sie weiterverwenden.

    Grüße

    Chris

    Meine Beiträge geben meine private Meinung wieder ohne Anspruch auf sachliche Richtigkeit.

  • Zum Sicherungsblech:ich habe meins wieder verwendet. Das kann man an einer anderen Stelle nochmal umbiegen. Soll man nicht, kann man aber. Vorher im Schraubstock "anbiegen". Außerdem habe ich Loctite 243 an die Mutter gemacht (Schraubensicherung mittelfest). Hat sich seitdem bei mir nicht mehr gelöst. Ansonsten gibt es diese Sicherung sicher bei BMW.

    Mutter muss man nicht tauschen wenn sie unbeschädigt ist.


    Zu den Dichtringen:miss den gelben Schaumstoff Ring mal aus und schau dir dann den 2. Eintrag im F Wissen von mir an. Da geht's um die GS. Wenn aber die Abmessungen bei dir die gleichen sind kannst du den Schaumstoffring gegen einen wesentlich haltbareren Wellendichtring tauschen. Steht alles da drin.

    Schwingenlager F 650 GS Einzylinder


    Zu der ganzen Anlenkung: ich schmiere alle jedes Mal wenn ich dran bin neu ab. Hab außerdem beim ersten mal alle Dichtringe getauscht. Die altern auch mit der Zeit und 50 € (BMW Preis) sind überschaubar.


    Alex


    Alex

  • Das Bremspedal mit der Anlauffläche ist keine so gute Konstruktion und fördern den Verschleiß wegen Dreck usw.

    für meine Kettenlaufrolle habe ich hier etwas umgebaut :


    Kettenrolle


    Diese Laufspuren ( nur oberflächlich ) haben sich auch nach mehren tsd km nicht verändert ,

    heißt für mich die Konstruktion funktioniert und der Verschleiß ist fast weg...:whistle:


    Alternativ gibt es in diesem Dokument ein paar nützliche Hinweise


    :wave:


    Mac

  • Den Sicherungsring und die Dichtungen gibt´s bei Leebmann24.de. Vorher ´ne Mail an den Kundensupport schreiben und um den allgemeinen Rabatt für Nutzer von BMW-Internetforen bitten (hat nichts mit diesem Forum hier speziell zu tun.). Der wird dann ziemlich fix eingeräumt und zeigt nach dem Einloggen die (z.T. erheblich) günstigeren Preise.

    Die Nadellager müssen raus, gereinigt werden und komplett neu mit Fett gepackt werden. Aufpassen, daß keine Nadeln herausfallen bzw. daß die Nadeln dann nicht verlorengehen, wenn sie herausfallen. Ebenso müssen die Buchsen gereinigt werden. Die Muttern an der Hebelei müssen laut WHB ersetzt werden; es handelt sich i.d.R. um leicht oval vorgeformte Muttern, so daß sie nur bei der ersten Verwendung sichern.

    Hallo Chris,


    Du meinst doch nicht ernsthaft die Nadellager aus der Schwinge auszubauen?! Zum Einfetten geht es auch ohne ausbauen, oder?

  • also meine Muttern der Hebelei

    ( Ur-F )

    sind selbstsichernde (mit Kunstoffeinsatz )

    ich habe diese nach Prüfung teilweise wiederverwendet ohne Probleme.

    Da löst sich nichts, auch ohne Loctite.


    Die Schwingenlager habe ich alle ausgepresst und neue eingesetzt, hier war deutlich Rost zu sehen und so teuer sind die ja nicht, muss man aber nicht machen hängt vom Alter/Zustand der Lager ab.

    Gut fetten geht so natürlich auch besser.


    Problem war die Schraube im Federbein unten, die war tatsächlich

    gebrochen , rausbekommen war nicht so einfach , der Gewindegang im Federbein ist ein Witz !

    Nun habe ich ne entsprechende längere Schraube drin mit Scheibe, Loctite und Mutter hält gut.


    Gelegentlich prüfe ich alle diese Verbindungen auf festen Sitz und Drehmoment.


    Viel Spaß beim Basteln


    :)


    Mac

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von macgyver ()

  • Hi Mac,


    wie lief es mit dem Aus- und Einpressen der Schwingenlager?


    Muß die Werkstatt ran oder geht es zuhause?


    Meine beiden würde ich auch wechseln, da ein radiales Spiel an der ausgebauten Schwinge gut zu spüren ist (vor allem wenn die Dichtungen ausgebaut sind).

    Außerdem haben die Nadeln Riefen auf den Büchsen hinterlassen, die mit dem Fingernagel spürbar sind.

  • Hallo,


    zum meiner Schrauberei sei gesagt , dass ich ungerne am Motorrad wie wild auf Lagern, Buchsen , Schrauben usw. rumkloppe.

    Nur wenn es absolut keine andere Lösung gibt.

    Ich bevorzuge wann immer es geht die sanfte Methode von Ein- und Auspressen - (bzw. - Ziehen ) falls nötig auch mit Hitze / Kälte.

    Also habe ich mir für die Schwingenlager aus Muttern, Scheiben, Gewindestange, verschiedenen Nüssen ( Größen )

    Werkzeuge gebaut, mit denen sich extrem schonend die Lager ein - und ausbauen ließen.

    Die alten Buchsen der Schwinge haben ja einen Bund setzt man diese auf die Gewindestange mit dem Bund zur Schwinge ein

    bekommt man auch hervorragend die Einpresstiefe von ca. 4 -5 mm für die neuen Dichtringe hin.

    Setzt natürlich voraus, das die Lager nicht so stark korrodiert sind und sich auch bewegen lassen.

    Je nach Alter und Zustand der F650 ist das hier ist das im Einzelfall zu entscheiden , es gab auch Fälle im Forum

    wo eine Presse in der Werkstatt das fast nicht geschafft hat.


    Die Original-Dichtringe der Umlenkung habe ich mit dem Schraubendreher rausgehebelt.

    Die Lager habe ich wie bei der Schwinge gewechselt, die neuen Dichtringe konnte ich per Hand einpressen.

    Dann alles richtig gut mit Mehrzweck-Fett ( Lithiumverseift, wasserfest ) abschmieren.


    Zur Schwingenachse noch ein Tipp aus eigener Erfahrung


    Ich habe alle Teile bei http://www.woembi.de bestellt meine Teileliste mit den Bezeichnungen müsste ich noch wo haben:whistle:


    Hätte ich damals auch Bilder gemacht könnte ich diese hier einstellen - vielleicht beim nächsten Mal;)


    :wave:


    Mac

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von macgyver ()

  • Hallo Chris,


    Du meinst doch nicht ernsthaft die Nadellager aus der Schwinge auszubauen?! Zum Einfetten geht es auch ohne ausbauen, oder?

    Sorry, das war mißverständlich. Die Nadellagerkörbe bleiben natürlich drin; ggf. kommen einem aber diverse Nadeln lose entgegen. Lageraus- und Einbau, falls man neue Lager benötigt, geht, wie McGyver schon sagt, sehr gut mit Schrauben, Muttern und Scheiben, oder auch mit Sechskant-Nüssen, wie hier im youtube-Video gezeigt.

    Meine Beiträge geben meine private Meinung wieder ohne Anspruch auf sachliche Richtigkeit.

  • Sind diese Teile nach Deiner Erfahrung gleichwertig mit den originalen?

    also bisher sind alle Teile wieder mehrere tsd km eingebaut ;)

    Schwinge hat bisher kein Spiel - Umlenkung auch ok - bisher 2 x TÜV ohne Mängel :notworthy:

    Es gibt bestimmt wertigere Lager ( teurer ) aber ich finde das Preis-/Leistungsverhältnis bei woembi stimmt.:whistle:

    Das teuerste sind tatsächlich die Buchsen für die Schwinge<X

  • Sorry, das war mißverständlich. Die Nadellagerkörbe bleiben natürlich drin; ggf. kommen einem aber diverse Nadeln lose entgegen. Lageraus- und Einbau, falls man neue Lager benötigt, geht, wie McGyver schon sagt, sehr gut mit Schrauben, Muttern und Scheiben, oder auch mit Sechskant-Nüssen, wie hier im youtube-Video gezeigt.

    Sehr nützliche Video ;)...gerade sowas hatte ich ja vermisst