Misch- oder Stollenreifen für F650GS Dakar ?

  • Hallo zusammen,


    Ich wohne auf dem Lande und fahre seid Mai 2017 eine F650 GS Dakar aus 2000 als Zweitmotorrad nur im Nahbereich, Landkreis und so, sprich für 5t Wege, Wald- und Wiesenwege.

    Ich fahre also ca. 60-70% Straße und 30-40% Wald- und Wiesenwege (Schotter, Sand, Matsch).

    Zur Zeit habe ich noch reine Straßenreifen von meinem Vorbesitzer drauf, würde aber gern auf Mischreifen (Straße/Gelände) umsteigen.

    Würde auch gerne Stollenreifen drauf ziehen lassen, habe aber die Befürchtung, das ich mich in der nächsten Kurve auf der Straße lang lege.

    Wie sind eure Erfahrungen mit Stollenreifen auf der Straße und was für Reifen kann man fahren (Hersteller, reine Gelände- oder Mischreifen)?

    Heute ging mir wieder öfters der Ars.. weg auf dem Feldweg mit den Straßenreifen :whistle:

  • Hallo!


    Da du doch recht viel abseits des Asphalts fährst, wäre sicherlich der Conti TKC 80 eine gute Wahl. Selbst auf Asphalt nicht schlecht, haftet sehr ordentlich auch bei flotter Kurvenfahrt, verschleisst dort halt etwas schneller als strassenlastigere Reifen und fährt sich etwas ribbeliger. Ich hatte ihn auf der R 100GS und war recht zufrieden. Bin dann aber wegen 99% Asphalt auf Heidenau K60 gewechselt, den ich auf Transalp, F650 und eben der GS fahre.

    Mit frischen Stollenreifen denkt man halt immer, man hätte einen Getriebeschaden, besonders beim Ausrollen...

    Vielleicht melden sich noch welche, die den TKC80 auf dem Einzylinder fahren (Fuzzy auf der XCountry zum Beispiel)


    Gruß Joachim

  • Schnoorgackel +1.

    Heidenau K60 Scout sind die Allzweckwaffe, habe ich auf allen Moppeds drauf. Aber bei Deinem speziellen Fahrprofil ist TKC80 besser. Die sind auch auf der Straße gut fahrbar - im strömenden Regen gerne auch einen Ticken langsamer als den Scout, aber durchaus gut - halten aber bei weitem nicht so lange auf Teer wie der Scout. Auch der TKC ist ein Pseudo-Geländereifen, kein echter Crosser. Im Matsch und auf nassem Gras etc. spielt er seine Vorteile aus. Alternativ die Palette von Mitas, unschlagbar günstig, gut und auch strassentauglich.

    Meine Beiträge geben meine private Meinung wieder ohne Anspruch auf sachliche Richtigkeit.

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  • ich würde mal den TKC80 oder den Mitas E09 drauf machen, danach kannst du entscheiden ob es wieder mehr Richtung Strasse oder Richtung Gelände gehen soll.


    richige Geländereifen würde ich nur aufziehen, falls die auch wirklich zum Einsatz kommen, also im Gelände nicht nur Feldwege etc.. Nachteil der Dinger auf der Strasse ist, das sie auf der Strasse recht schwammig sind und bei höheren Geschwindigkeiten können sogar die Stollen ausbrechen. Aber dafür sind sie ja auch nicht ausgelegt worden ...

  • Ich höre, egal bei welchem Reifen, überwiegend das nervige Ansauggeräusch und ab 80 Km/h das Dröhnen vom Windschild.

    Den K 60 Scout würde ich, v.a. was die Haftung on road bei Nässe und Kälte angeht, klar vorziehen. Auch die Laufleistung ist bei mir deutlich höher.

    Gruß

  • 30-40% Wald- und Wiesenwege (Schotter, Sand, Matsch).

    Zur Zeit habe ich noch reine Straßenreifen von meinem Vorbesitzer drauf, würde aber gern auf Mischreifen (Straße/Gelände) umsteigen.

    Würde auch gerne Stollenreifen drauf ziehen lassen, habe aber die Befürchtung, das ich mich in der nächsten Kurve auf der Straße lang lege.

    Bei so einem relat. hohen Anteil ( 30-40% ) unbefestigter Wege, dazu Sand und Matsch würd ich einem Stollenreifen mit Blockprofil

    klar den Vorteil geben.

    Beispiel der TKC 80... diesen Reifen ( und den Michelin T 63 ) fahre ich seit dem ich meine Dakar habe, also seit Frühjahr

    2009 und bin etwa 80.000 Km mit ihr unterwegs... im Brandenburger Sand, auch Reisen auf Autobahnen

    und Landstraßen.

    Kein schwammiges Fahrverhalten, wirklich gute Straßenhaftung, enge Kurven ( Harz, Eifel, Dolomiten ) sind kein Problem.

    Eine Stolle ist bei mir noch nie gerissen, geschweige denn herausgebrochen. Höchstgeschwindigkeiten auf der BAB sind bei mir allerdings 120-130 Km/h gewesen.

    Mit Mitas E 07 auf der 1150 GS und E 09 auf der Transalp 650 bin ich auf feuchter Straße gerutscht, mit dem E 07 sogar auf der

    Straße gelegen.... mit dem TKC 80 NOCH nicht ;)

    Ich bin aber auch meistens ein defensiver Fahrer ( Cruiser ).

    Auf TROCKENER Straße und unbefestigten Wegen ist der Mitas sein ( günstiges ) Geld absolut wert.


    Bin hin und wieder auch Straßenreifen gefahren, aber relativ schnell wieder auf Stollenprofil zurück, hatte auch Allrounder versucht und bin nun wieder bei TKC 80 und T 63 geblieben, für mich die beste Alternative.


    Aber wie oben schon geschrieben: Jeder schwört auf SEINE Reifen.

    Nur eines solltest du wissen: Auf das Wechseln ( Fahren ) von Straßenreifen auf Stollenreifen mit Blockprofil MUSS man sich erst gewöhnen!!

    Der Unterschied ist spürbar, das Vertrauen muss "erarbeitet" werden.

  • Je nachdem, wie viel von den 30-40% jetzt wirklich Matsch und Sand sind. Ich war auf der GS mit dem Scout immer sehr zufrieden. Sehr hohe Laufleistung, Vertrauen erweckend ab der ersten Minute, für "einfachere" Offroad Wege immer zu haben. So zufrieden, dass meine Freundin den immernoch aufgezogen bekommt, obwohl die GS inzwischen <5% offroad Anteil hat. Tiefer Matsch oder sehr lockerer Sand sind nicht sein Metier. Der TKC80 ist dort leicht besser aber so richtig wohl fühlt der sich da auch nicht. Den T63 fahre ich auf meiner 250er und bin sehr zufrieden. Hohe Geschwindigkeiten (>80) auf Asphalt sind nicht seins aber der kommt auch im Modder noch gut durch.

    Den TKC bin ich 1 mal auf nem anderen Mopped mit sehr ähnlichen Reifendimensionen gefahren (90/90-21 und 120/90-17) und hab mir im Kreisverkehr fast in die Hose geschissen weil der Reifen am Ende des mittleren Profilblocks auf einmal weg kippt auf den nächsten rauf. Bin nicht gestürzt aber immer wenn man etwas weiter in die Kurve kommt kippt das Motorrad weg. Sehr unangenehm. Hat für mich das Vertrauen in den Reifen nachhaltig zerstört.

    Daher würde ich dir für dein Fahrprofil erstmal den K60 Scout empfehlen und wenn der dir im Matsch nicht ausreicht kann man immernoch auf einen stolligeren wechseln.

  • Danke erst mal für die vielen Antworten.....

    Autobahn bin ich einmal vom Walsroder Dreieck nach Bremen gefahren, nie wieder Autobahn mit der GS.

    Meine Reisegeschwindigkeiten liegen immer bei 90 bis max 110 K/mh, weil die GS in den dafür gefahrenen Drehzahlbereich am ruhigsten und besten fährt.


    Es ist meine erste Enduro, ansonsten fahre ich im "Fernverkehr" eine Honda CBF1000.

    Ich bin also noch Erfahrungen mit der Dakar am sammeln.

    Die Reifen werde ich mir mal alle im Internet ansehen und dann im laufe des Jahres entscheiden, welche ich rauf ziehen lasse und ausprobieren werde.

    Richtiges Gelände habe ich nicht vor zu fahren, höchstens mal im Herbst quer über einen Acker um eine Abkürzung zu nehmen :-) .

    Wir wohnen in einem Naturpark und darf man eben nur auf den Wegen bleiben, wenn man sie auch befahren darf.

  • Vom Scout war ich auf feuchten Waldwegen und Matsch nicht überzeugt. Vorderrad ging gnadenlos weg. Der TKC ist im Schlamm auch nicht super, aber um Längen besser. Mitas hatte ich nie, aber für mich ist der TKC erste Wahl (fällt schön in die Kurve) dann T63. Mit denen geht alles und im Tourenmodus auch relativ lange.

    Gruß

  • Moin,

    ich bin inzwischen komplett auf E09 umgestiegen (auf dem Stollenradsatz ist noch was gröberes (EF 06/07), aber der E09 ist für mich ein super Mischreifen. Ich würde mich nicht als übervorsichtig beschreiben, bin aber auch mit dem E09 noch nie wirklich gerutscht oder so. im Winter muss man ja eh etwas piano machen, solange die Reifen kalt und die Straße nass ist.

    Der kann auch im Sand noch besser, als viele andere Reifen, wobei er dazu neigt, vorne zu schwimmen, hinten ist stabil.

    Dazu ist der Reifen super günstig (ich ziehe selbst auf und zahle für den Satz ~95Euro. Dafür hält er trotzdem 8000km, wobei vorne irgendwann gewendet werden darf/sollte wegen Sägezahn...

    Meine Empfehlung ist der E09, Scout war ich auch mit zufrieden, war mir aber zu teuer, dafür dass er weniger Negativ-Profil hat, (wobei das preislich auf dauer wohl gleich kommt, aber der E09 hat mir eben vom Profil besser gefallen).

    So oder so: Gute Fahrt!

  • Hallo Zusammen,

    Reifen ist ja immer eine sehr subjektive Sache. Ich möchte aber mal den Reifen Michelin Anakee Wild in die Runde schmeißen, den ich ziemlich gut finde. Der ist vom Profil her vergleichbar mit dem Karoo 3. Von den etwas geländetauglichen Reifen bin ich auf der Dakar bis jetzt den Mitas E-07, den Heidenau K60 und nun den Anakee Wild gefahren.

    Der Mitas E-07 ist meines Erachtens ein absoluter Top-Reifen - solange es trocken ist. Laufleistung wohl locker über 15000 km. Auf der trockenen Straße hat der ordentlich Grip bis zu den Fußrasten und im trockenen Gelände geht der richtig gut, sowohl die Seitenführung vorne als auch die Traktion hinten. Im Matsch und auf der nassen Wiese geht ein ganz klein bisschen was, obwohl bei dem Profil auch keine echte Selbstreinigung erwartet werden kann. ABER: Nach ca 13-15000 km hatte ich mit dem Reifen im Nassen und insbesondere wenn es dazu noch kalt ist schon einige gefährliche Rutscher erlebt (bei denen quasi mangels Haftung das ABS dauernd geregelt hat). Am Ende bin ich im Juli 2016 in einer Autobahnauffahrt in Schräglage ohne jegliche Ankündigung bei minimalst feuchtem Asphalt abgeflogen, dann hab ich den Reifen weggeschmissen.


    Daraufhin habe ich den Heidenau K60 montiert. Das ist ein richtig guter Straßenreifen, der sowohl im trockenen wie im Nassen und auch bei Kälte gut funktioniert. Im Gelände wundert man sich, was man im trockenen alles hochkommt. Leider ist die Seitenführung vorne nur mäßig und auf nem nassen Waldweg musste ich mit halbem Profil teils bei lächerlichsten Steigungen absteigen und das Motorrad den Berg motorunterstützt hochschieben. Da hat der Mitas zumindest soviel besser funktioniert, dass man hochgekommen ist, wenn auch mit Bodenfräse hinten. Gehalten hat der Reifen knappe 15000 km, dann war der Hinterreifen fertig. Der Vorderreifen war schon ein paar tausend Kilometer unter der Verschleißgrenze durch den Sägezahn.

    Nach nem Jahr im letzten August wollte ich dann wieder mehr Geländetauglichkeit als der K60, aber noch akzeptables Nässeverhalten auf der Straße im Vergleich zum Mitas E-07. Ich bin dann nach langer Suche beim Anakee Wild gelandet. Der Reifen soll wohl so 8-10000 km halten. Ich habe den letztes Jahr noch gut 3000 km gefahren und bin positiv angetan. Er ist auf trockener Straße absolut ausreichend, wie jeder Halbstoller. Auf nasser Straße noch absolut brauchbar. Man merkt gut, wenn er das wegschmieren anfängt und das ABS regelt beim Bremsen schon häufiger als beim K60. Aber tausendmal besser auf nasser Straße als der Mitas E-07, der mir einige Schreckmomente bereitet hat.
    Im Gelände ist der Reifen von allen drei deutlich am besten, wobei der Reifen aber auch am meisten Negativprofilanteil hat. Die Seitenführung vom Vorderreifen finde ich gut und die Traktion hinten ist richtig ordentlich. Wir waren im November auch noch einige Male in der Kiesgrube wo man den Vergleich zum K60 (auf ner 800er und 1200er GS) gut sieht. Der Hinterreifen vom K60 ist ein einziger Matsch-slick, während man in den Fahrspuren vom Anakee perfekt das Profil sehen kann und die Selbstreinigung noch perfekt funktioniert.


    Ich würde auf Straße/Schotter immer wieder den K60 nehmen. Für den Straßensatz werde ich beimAnakee Wild bleiben, da mir im Gelände der K60 nicht reicht. Auf der 18 Zoll Felge hinten will ich das Jahr mal den Mitas C-02 ausprobieren, aber das ist ja ein ganz anderes Kaliber ;-D

  • Der Mitas E-07 ist meines Erachtens ein absoluter Top-Reifen - solange es trocken ist. Laufleistung wohl locker über 15000 km. Auf der trockenen Straße hat der ordentlich Grip bis zu den Fußrasten und im trockenen Gelände geht der richtig gut, sowohl die Seitenführung vorne als auch die Traktion hinten. Im Matsch und auf der nassen Wiese geht ein ganz klein bisschen was, obwohl bei dem Profil auch keine echte Selbstreinigung erwartet werden kann. ABER: Nach ca 13-15000 km hatte ich mit dem Reifen im Nassen und insbesondere wenn es dazu noch kalt ist schon einige gefährliche Rutscher erlebt (bei denen quasi mangels Haftung das ABS dauernd geregelt hat). Am Ende bin ich im Juli 2016 in einer Autobahnauffahrt in Schräglage ohne jegliche Ankündigung bei minimalst feuchtem Asphalt abgeflogen, dann hab ich den Reifen weggeschmissen.

    Deckt sich ziemlich genau mit meinen Erfahrungen.


    :victory: