Ölwannenablassschraubengewindedefekt festgestellt

  • Hallo Miteinander,


    ich bin neu hier im Forum, habe mich gestern schon vorgestellt und hier auf viele nette Kontakte gefreut. Bräuchte jetzt aber schon mal eure Hilfe.....

    Meiner kürzlich erworbenen F wollte ich heute Vormittag mal ein bischen Wellness zukommen lassen (beim Kauf war nicht so ganz klar was wann bisher gemacht wurde....), also fange ich mit Ölwechsel an.

    Einfüllschraube auf, Rahmenschraube und Motorschraube auf, alles klar..... das Öl war auch noch fast klar :confused: ......

    Weniger schön: Am Gewinde der Ölablassschraube findet sich ein langer runder Span, passend zum Gewinde. DA WURDE DOCH WOHL NICHT :blink: ...... Doch, es wurde :cursing: :cursing: :cursing: !!!

    Die rektale Untersuchung des Ölwannen-Gewindes brachte dann folgendes zutage:



    20180213_124611(0)[1].jpg


    Die Späne werden vom Magneten der Ablassschraube nicht angezogen. Die Schraube läßt sich jetzt nur schief einsetzen, von Hand drehen und dreht dann durch..... so wie ihr neuer Besitzer auch bald :cursing: ....


    Da hat wohl jemand das Gewinde vermurkst und irgendein Pfuscher einen Gewindeeinsatz eingebaut mit einer falschen Schraube?!?


    Egal, jetzt isses halt so, bei sechs Vorbesitzern kann ich dem Verkäufer (hatte die F auch nur ein halbes Jahr, warum wohl....?) auch mit nichts kommen.... was haltet ihr davon und welche Lösung gibt es ohne den Motor halb zu zerlegen?


    Viele Grüße


    Stefab

  • Liegt wohl daran daß im Handbuch ein Anzugsmoment von 40 nm angegeben ist. 20 ist absolut ausreichend!

    Jetzt also ein Rep.Set reinwursteln.

    Gibst in der Bucht.

    Zum Trost: bist gefühlt der Tausenste hier. Kein Grund zur Panik👍

    Einmal Löwe - immer Löwe :oops:

    Eimal Ur F - immer Ur F :victory:
     :bikebayern:

  • Sieht nach Helicoil aus. Womit meine Vermutung Deiner entspricht.


    Da im original Werkstatthandbuch ein viel zu hohes Drehmoment für die Ablassschraube angegeben ist, ist es leider eine Reperatur die öfters an F650 zu begegnen ist und evtl. schon beim Erstbesitzer durchgeführt wurde,


    Was machen?

    1) Neues Helicoil rein welches passt.

    2) Einen Reperatursatz verwenden. Wobei der originale Repertursatz https://www.leebmann24.de/bmw-…62&og=01&hg=11&bt=11_1863 wohl nicht geht. Bei dem dreht man soweit ich zu denken weiss eine Gewindehülse rein die dann permanent drin bleibt. (So was https://www.moped-werner.de/Ge…ur-Oelablassschraube-Rh50)

    Deine Loch wird wohl zu weit sein dafür. Loch also ausmessen und Reperatursatz mit entsprechender Durchmesser finden.

    3) Den original Reperatursatz mit Kaltmetall oder metallgefülltes Epoxy reinkleben.

  • Vielen Dank für eure Vorschläge und tröstenden Worte :smile: ..... mache mir halt Gedanken daß man durch das Schneiden des neuen Gewindes für den Einsatz Schneidspäne in den Motor einbringt, Deswegen oben meine Frage ob die Ölwanne zum Gewindeschneiden ab muß (=Motor raus??) damit die Späne nicht in den Motor gelangen......


    Helicoil hat ja hier offensichtlich schon einmal nicht geklappt, macht ein größerer Einsatz da Sinn? Ansonsten messe ich mein Loch mal aus :giggle:und mache mich auf die Suche nach einem Rep.-Satz......


    PS. 87 Euro für den Original-Reparatursatz 8| ?! Meine Kinder wollen aber auch noch etwas essen.....

  • Bin beim Thema Gewindereparatur halt unsicher, hab bisher noch nie eine Schraube abgerissen (jedenfalls keine Elementaren ;) ....) und musste mich noch nie damit näher beschäftigen.... nur falls meine Fragen jemanden hier ein bischen blöde vorkommen :wave: ....

  • Helicoil ist aber eigentlich nicht für dichtende Verbindungen gedacht. Helicoils sind eine feine Sache um Gewinde zu reparieren bzw werden sogar manchmal von vornherein eingebaut weil einfach zu tauschen. Außerdem kann man bei bestimmten konstruktiven Rahmenbedingungen die Schraubverbindung so sogar stabiler auslegen als ohne. Aber die sind nicht zum abdichten gedacht und geeignet. Ich würde daher eher einen Reparatursatz zum einkleben nehmen

  • Helicoil ist aber eigentlich nicht für dichtende Verbindungen gedacht. Helicoils sind eine feine Sache um Gewinde zu reparieren bzw werden sogar manchmal von vornherein eingebaut weil einfach zu tauschen. Außerdem kann man bei bestimmten konstruktiven Rahmenbedingungen die Schraubverbindung so sogar stabiler auslegen als ohne. Aber die sind nicht zum abdichten gedacht und geeignet. Ich würde daher eher einen Reparatursatz zum einkleben nehmen

    Eigentlich.
    Geht im Zweifel auch, nur für beispielsweise ein Zündkerzengewinde eher ungeeignet.
    Da sollte eher auf ein Timesert (oder ähnliches) zurückgegriffen werden.


    Kleine Korrektur: Die werden nicht eingebaut, weil sie einfacher zu tauschen wären (sind sie auch nicht), sondern nur weil ein Helicoil (oder baugleicher) Gewindeeinsatz erheblich belastbarer ist als ein Gewinde in Alu. Versagt ein solcher Gewindeeinsatz leidet i.d.R. das Gewinde in welchem dieser sitzt, d.h. ein Austausch durch einen identischen Einsatz ist nicht möglich.




    Wenn ich ehrlich bin sieht mir das auch nicht nach einem Gewindeeinsatz aus, sondern einfach nach einem ausgerissenem Gewinde.

    Gewindeschneiden musst du in jedem Fall, egal ob einsatz oder einfach größeres Gewinde.
    Am besten gleich beim Schneiden mitm Staubsauger dabei und danach (soweit möglich) alle übrigen Späne rausfischen,

    100%ig sauber wird es ohne zerlegen nicht gehen, aber größere Späne sollten im Sumpf verbleiben, der Rest vom Ölfilter eingefangen werden.

  • Klar dichten Helicoil-Einsätze nicht. Sollen und müssen sie ja auch nicht. Sie erzeugen ein neues Gewinde, die Abdichtung egal ob bei Zündkerze oder Ölablassschraube erfolgt über die entsprechende Dichtung und den Dank "neuem" Gewinde möglichen Anpressdruck. Wenn man Gewinde abdichten will, sollte man sich bei Klempnern, Installateuren, Flaschnern etc. schlau machen. So Richtung Hanf, Curil etc.


    Ich habe bei mir, weil der Rep.-Satz von BMW schon zu klein war eine Gewindehülse von Würth eingesetzt und eine entsprechend größere Schraube nebst passender Dichtung und vllt. mit 30Nm angezogen. Die 40Nm aus den Werksangaben sind definitiv zu viel. 20Nm reicht. Der Einsatz hat schon etwa 5 Ölwechsel gehalten.DSC_0741 (1).jpg

  • Mach dich ned ferrddisch...
    Hatte auch schon einen Motor in Händen wo der Vorbesitzer schlivht das Gewinde im Alublock überdreht hat und

    Dann mit Loctite die Ölablasschraube einklebte...

    Kommste mim Repsatz wie Ekkehart und Köfferli anmerken am besten weg...die Betamethode vom Ekkehart muss ich mal ins Auge fassen,kenn ich noch ned,bins aber durchaus lernfähig 😉

  • War kein Rep.-Satz, der BMW-Satz passte nicht mehr, sondern einfach eine Lösung. Gewindeeinsätze gekauft und eine passende Schraube in den diversen Schraubenkisten nebst passender Dichtung gesucht und gefunden.


    Passenden Gewindebohrer sollte man natürlich haben und benutzen können. Da es keine Ölwanne zum Abschrauben gibt....

  • War kein Rep.-Satz, der BMW-Satz passte nicht mehr, sondern einfach eine Lösung. Gewindeeinsätze gekauft und eine passende Schraube in den diversen Schraubenkisten nebst passender Dichtung gesucht und gefunden.


    Passenden Gewindebohrer sollte man natürlich haben und benutzen können. Da es keine Ölwanne zum Abschrauben gibt....

    und mit wieviel nm haste die gewinde Hülse verankert,bleibt ja im block im Ölablassumpf...ist ja keine wanne im klassischen sinn wie zb an meiner Oldy

  • Ekkehart

    Ja du hast recht, passenden Gewindebohrer haben und benutzen können, da muß ich wohl leider passen..... und wenn ich mir vorstelle: ich, rücklings auf dem Boden unter dem Motorrad liegend (ohne Hebebühne), kopfüber den Bohrer in das ausgerissene Loch haltend, hoffend den rechten Winkel zu treffen und im Bewußtsein daß ich sowas noch nie gemacht habe und es nur EINEN Versuch für M20 gibt (größere Ölablassschrauben habe ich noch nicht gefunden).....NEIN.

    Ich habe mit dem Vor-Ort-Schrauber hier gesprochen (der mir dann auch neue Reifen montiert und die F einmal nach den Sachen durchguckt die mir beim Kauf entgangen sind :whistle: ....), ich besorge jetzt sowas:


    https://www.ebay.de/itm/BGS-7-…4275.c10&var=580514087617


    und er baut mir dann eine dieser M20-Schraube für übersichtliches Geld ein..... sicher besser als wenn ich die Öl"wanne" vermurkse. Ist halt kein Gewinde-Einsatz aber für ihn völlig ausreichend....ich glaube ihm.


    Euch allen vielen Dank für eure Ratschläge und Hilfe, ich werde über das Ergebnis berichten.


    Stefan

  • Die Ablassschraube ist ja M18, das Gewinde ausgerissen.... also könnte mir das hier

    Das ist M18 bei der F? Das erklärt, warum BMW bei der F650GS von den 40Nm nicht abgerückt ist - da ist die Ablaßschraube allerdings auch ´ne M24 (und auch die verträgt gerne ein paar Nm weniger).

    Mein Beileid zum unerfreulichen Fund - aber ist ja durchaus reparabel. Alternativ vielleicht mal drüber nachdenken, eine passendes Stahlbus-Ölablaßventil einzusetzen. Dann mußt Du an das Gewinde nie wieder dran: Kappe ab, Schlauch mit Bajonettverschluß einklicken und laufen lassen.... Nachteil ist allenfalls der Verzicht auf eine magnetische Ablaßschraube, die ggf. die Späne sammelt, die sonst (hoffentlich) der Ölfilter abfängt.


    Grüße

    Chris

    Meine Beiträge geben meine private Meinung wieder ohne Anspruch auf sachliche Richtigkeit.

  • Bei meiner F hat der Vorbesitzer das folgendermaßen lösen (lassen):

    Gewinde auf M20, dort sitzt nun ein fest eingebauter Adapter, der dauerhaft verbleibt. In diesem Adapter ist eine M8 Ablassschraube mit Kupferdichtung verbaut, die zum wechseln des Öls verwendet wird. Hält schon eine Zeit und erfüllt seinen Zweck gut. Wie das Teil heißt und wo zugekauft weiß ich allerdings nicht.

  • Dieser Reparatursatz macht nicht unbedingt einen schlechten Eindruck. Das Problem bleibt nach wie vor, dass man ein Gewinde ins Aluminiummotorgehäuse schneiden muss. Da ist mir dann ein Helicoileinsatz oder eine Gewindehülse sympathischer. Ich habe die Hülse mit dem entsprechenden Eindrehwerkzeug einfach eingeschraubt. Da es kein Gegenlager gibt im Motorgehäuse kann man das Teil auch nur eindrehen. Gibt nur Reibung, da die Hülse so wie eine Helicoil Einsatz nirgends anstößt.

    Auch ohne Ausbildung als Werkzeugmacher oder Maschinenschlosser etc. kann man das auch hinbekommen. Wäre natürlich geschickter, wenn man das Mopped wie ein Fahrrad einfach umdrehen könnte.

  • A pro pos Gewindeschneiden. Beim Gewindeschneiden werden die Späne eigentlich nach außen transportiert, wenn man´s ordentlich macht. Mit Schneidöl am Werkzeug bleiben kleine Späne daran kleben. Wäre für mich ein Grund, das Motorrad eben nicht auf die Seite zu legen sondern stabil auf dem Hauptständer zu verankern; so können die Späne beim Herausdrehen des Werkzeuges nur nach unten fallen. Evt. könnte man darüber hinaus als erweiterte Sicherungsmaßnahme mit einem schlanken Finger innen am Bohrloch einen kleinen Fettring auftragen, so ne Art Kofferdam, der etwaige innen verbleibende Schnittreste festhält und nach dem Fertigschneiden wieder herausgekratzt wird mit einem winkligen Werkzeug.

    Für Paniker: In der Bucht gibt´s für ca. 40 Euro Mini Spy Kameras mit 90 Grad-Kopf und wenigen mm Durchmesser - damit kann man evt. nachher noch einen inneren Rundumblick werfen. Alles billiger als ´ne Totalzerlegung.

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  • Ich habe 1x ein Zündkerzengewinde bei einem DOHC-Kopf im eingebauten Zustand nachgeschnitten und Helicoil eingesetzt. Anschließend den Motor ohne diese Kerze auf 5 Zylindern laufen lassen, vorher noch etwas Motoröl in den Zylinder geträufelt und weg waren die Späne. Bin jedenfalls dann noch etwa 30'km ohne Probleme gefahren.