Mopped auf Baumarktanhänger

  • Hat jemand sein Mopped vom Format f650 auf einen Baumarktanhänger geschnallt? Ein Anhänger mit einer Innenlänge von 2m wäre das, was ich kaufen würde.

    Die Frage ist, ob ich eine ausreichende Stützlast erreiche, da das Mopped ja etwas länger als der Kasten ist und durch den Vorderradhalter noch etwas weiter nach hinten rückt.

    Es gibt hier einen älteren Beitrag mit Foto, aber der User hat keine Kontaktangabe.

    Gruß, K.

  • Hallo Klaramus,


    willkommen im Forum, wäre vielleicht nicht schlecht, wenn Du dich vorstellenwürdest.


    Zu Deiner Frage:

    Ich transportiere meine G 650 GS seit Jahren auf einem Pongratz-Anhänger, der eine Innenlänge von 2 m hat. Für das Vorderrad ist eine Wippe montiert, das Hinterrad wird in eine kurzen Schiene geführt. Deine Befürchtungen sind m. E. unbegründet, ich kann den Hänger mit Motorrad anstandslos von Hand rangieren.



    DSC03652.JPG


    bob-muc

  • Das "anstandslos von Hand rangieren" bestätigt eigentlich eher die Befürchtung...

    Ein optimal beladener Anhänger ist so beladen das die maximale Stützlast erreicht wird, diese ist normalerweise min 50kg und bei normalen PKWs meist 50 oder 75kg. Ein so beladener Anhänger ist dann eher schwer zu rangieren da man ohne Rad an der Deichsel dieses Gewicht heben muss oder mit Rad an der Deichsel das Rad bei einem Untergrund wie auf dem Bild zu sehen stark einsinkt.

    Die möglichst hohe Stützlast hat hauptsächlich 2 Gründe:

    1. Stützlast ist keine Nutzlast, man kann also auf einem Anhänger der 400kg laden darf 450kg drauf packen wenn die "achslast" des Anhängers dann 400kg sind und die restlichen 50kg Stützlast sind. Die Stützlast wird nicht dem Anhänger sondern dem Zugfahrzeug zugerechnet (wobei man hier dann natürlich auf die zulässigen Lasten am Fahrzeug achten muss).

    2. Je höher die Stützlast umso stabiler das Gespann. Gerade wenn man schlechte Straßen fährt oder höhere Geschwindigkeiten ist dies ein Argument. Ein weiteres Argument ist das die Radlager des Anhängers natürlich unter Gewicht und Geschwindigkeiten leiden, gerade wenn man dann höhere Geschwindigkeiten fährt und/oder nach Frankreich fährt ist dies auch ein Argument das man bedenken sollte. Ich habe für meinen eine 100km/h zulassung und kann sagen das man die beladung durchaus in der stabilität spüren kann (nicht das es kritisch wird aber man spürt es, auch "schlecht beladen" mit relativ wenig Gewicht lief der Anhänger bei 130km/h absolut problemlos, wenn auch nicht so stabil wie mit mehr Gewicht und stützlast)


    Auch sollte man beachten ob man den Hänger mit offener Klappe hinten Fahren darf, das ist nicht bei jedem Hänger der Fall. Meiner z.B. hat einen Eintrag in den Papieren das dies nicht erlaubt ist, meiner ist aber auch kein Baumarkt Anhänger sondern mittlerweile ein Oldtimer was ich bei einem ungebremsten Anhänger jederzeit bevorzugen würde!

    Ich persönlich halte von den allermeisten Baumarktanhängern gar nichts und würde einen 20 oder 30 Jahre alten Humbaur oder ähnliches bevorzugen. Meiner hat z.B. den riesen vorteil das ich ihn auch vorne öffnen kann, damit das Motorrad vorne übersteht was die Stützlast dann wieder erhöht.


    PS: Ich würde ihn ggf auch verkaufen falls Interesse besteht ;)

  • Leider funktionieren die Bilder nicht.

    Und natürlich ist es auch möglich zusätzliches Gewicht auf die Deichsel zu packen, aber gerade wenn man eine 100km/h Zulassung hat ist das bei einem ungebremsten Anhänger relativ problematisch da der Hänger dafür in den allermeisten fällen abgelastet werden muss (in meinem Fall z.B. auch 500kg bei einem Eigengewicht von ca 225kg des Hängers, das ist der nachteil an den alten Hängern: Die Stabilität kostet natürlich Gewicht, ein Baumarkthänger aus gefaltetem Blech ist da leichter) und damit kommt man ggf schnell an die grenzen (und das obwohl es dann natürlich auch noch wichtiger ist).

  • Ich habe das gleiche Problem allerdings mit folgendem Unterschied:

    Anhänger Unsinn mit 750 Kg ungebremst, 2,5 Meter Ladeflächenlänge, Hochlader, dt. 100er Zulassung

    2 Motorräder F650GS und R1200R,

    Zugfahrzeug VW T5, langer Radstand 3,2 T gesamt.


    Problem: Ich kann beide Mopeds nicht ganz nach vorne schieben, da sonst Lenkerkollision.

    Also negative Deichsellast.

    Lösung: Zargesbox mit z.B. Getränken und Ersatzrad zwischen den Vorderrändern ganz an der vorderen Bordwand und 1 Fahrrad auf der Deichsel.

    Ich habe noch nicht die max. mögliche Stützlast, aber es reicht um immer ein solides Fahrverhalten zu erzielen.

    Ich bin regelmäßig in Frankreich und nutze die dort mögliche max. Geschwindigkeit mit Hänger aus, ohne auch nur die geringste Schlingerneigung oder ähnliches festzustellen.

    Ich habe durchaus schon Stabilitätsprobleme erlebt, aber nur bei Flugzeughängern mit 11 m Länge.

  • Und da kommst Du mit dem Gewicht hin?
    Der T5 hat ca 2.200kg (2100 - 2250kg je nach Ausstattungsvariante), bei einem ungebremsten Anhänger wäre der Faktor 0,3 also müsste der 750kg Anhänger auf 660kg abgelastet werden (OK, die 2,2t sind nur eine grobe Schätzung, damit weicht es nochmal ein paar kg ab und liegt zwischen 630 und 675kg, sollte aber jetzt nicht so die riesen rolle spielen). Ohne den Anhänger jetzt zu kennen würde ich diesen aber auch nochmal auf ca 200kg schätzen, damit bleibt eine Nutzlast von 460kg (430-475) die man daraufladen kann. Eine F650GS wiegt laut Wiki knapp 200kg leer (189-194kg) also ohne irgendwelche Flüssigkeiten, rechnen wir (damit wir auf runde zahlen kommen) mit 210kg. Eine R1200R wiegt laut wiki vollgetankt 225kg. Da die Stützlast negativ wird (dies ist meines Wissens gar nicht erlaubt und muss zwingend ausgeglichen werden) können wir das Gewicht also zu 100% auf die Nutzlast anrechnen, so bleiben gerade mal noch 25kg übrig (in der leichtestens Fahrzeugvariante wäre man aber jetzt schon überladen). Um nun von der negativen Stützlast auf einen einigermaßen "gesunden" wert zu kommen würde ich mindestens nochmal 50kg "Ballast" mitnehmen, da dieses aber natürlich nicht direkt auf der Kupplung sondern irgendwo zwischen Achse und Kupplung liegt wird es nur teilweise auf der Stützlast und Teilweise auf der Achse landen und damit bist Du dann ganz schnell überladen für die 100km/h Zulassung und damit auch für den Anhänger (nicht technisch aber auf dem Papier) da dieser ja abgelastet wurde (falls nicht ist das fahren mit 100km/h in dem Gespann nicht erlaubt)...


    PS: Die Stabilitätsprobleme würde ich aber auch bei diesen Zugfahrzeug weniger erwarten, da ist ein halb so schweres Zugfahrzeug mit solch einem Anhänger bei 80km/h natürlich deutlich gefährdeter. Zusätzlich kommt mit dazu das ich vermute das der T5 auch auch ein "Anhänger-Anti-Schlinger-Programm" in seinem ESP hat was die Sachlage nochmal deutlich entschärft.

  • Also, mein Anhänger hat 750 Kg zulässiges Gesamtgewicht.

    Bei meinem Zugfahrzeug steht im Schein ein Leergewicht von 2500 kg.

    Also 750 Kg ungebremst o.k.

    Das Zugfahrzeug hat ein "Anhänger-Anti-Schlinger-Programm" und einen sehr kurzen Abstand (Hebel) zwischen Hinterachse und AHK.

    Also alles palett, ,bis auf das Zuggewicht grösser 3,5 To, was in Frankreich die max. Geschwindigkeit (Autobahn) auf 110 km/h reduziert.

    Aber welcher Flic sieht dem T5 schon die 3,2 to an.

  • OK, dann waren die Werte die ich auf die schnelle gegoogelt habe falsch und dann ist natürlich alles korrekt. Das "Gegengewicht" muss aber natürlich trotzdem entsprechend groß sein da ich nicht unter 25kg Stützlast gehen würde, eher höher aber das ist in dem Fall ja alles kein Problem.


    Ich würde mich aber im Zweifelsfall nicht darauf verlassen das die Rennleitung in Frankreich das Gewicht dem Fahrzeug nicht ansieht, wenn es einer weiss oder in den Papieren anschaut (ggf auch wegen etwas anderem und vorallem auch bei einem Unfall, egal ob verschuldet oder unverschuldet) kann es recht teuer werden. Aber da sage ich dann mal das wir alle Erwachsen sind und man dann eben mit den Konsequenzen leben muss ;)

  • Ich versteh irgendwie nicht, was immer alle gegen gebremste Hänger haben. Ungebremste sind oftmals relativ instabil gebaut und du hast wenig Platz, um die Beladung zu variieren. Davon abgesehen dürfen die meisten Zugfahrzeuge nur merklich unter 750 kg ungebremst ziehen. Mein Octavia RS zum Beispiel darf nur 650 Kilo ungebremst dran hängen haben. Der mit dem kleineren Motor und kleinerer Bremse darf meines Wissens noch weniger.


    Fahren mit mehr als 3,5t zGG ist fahren ohne Führerschein, mit allem was da noch so dran hängt (Versicherungsschutz usw). Sofern man nicht noch einen BE oder C1 Führerschein hat. Auch das ist wieder keine Kleinigkeit wenn man erwischt wird. Da bleibts normalerweise nicht beim Bußgeld.

    Beim B Führerschein zählt das zGG. Nur beim BE zählt das reale Gewicht.

  • Ein gebremster Hänger ist deutlich Wartungsintensiver, vor allem dann wenn er immer im freien steht.

    Zu dem relativ instabil gebe ich zum Teil recht und rate deswegen auch vom baumarkthänger ab und empfehle lieber ein alten Hänger.

    Mit dem Gewicht ist natürlich ein Argument bzw da muss man sich fragen wofür man den braucht. Ich habe mir den Hänger z.B. für ein paar Gartenabfälle und gelegentlich mal Motorrad oder Roller transportieren, da reicht es mir dann sogar aus den Hänger von 600kg auf 500kg wegen der 100km/h Zulassung abzulasten, wenn man nur ein Motorrad transportieren will ist das vollkommen OK.

    Und schon spricht ggf nichts mehr gegen, dafür der eine oder andere Punkt für den ungebremsten Anhänger, ich für meinen Teil wollte keinen gebremsten...


    PS: Ich hab nen alten 3er, bis ich 50 bin darf ich bis 18,5t Gespanne fahren und danach noch 12t (Zugfahrzeug bis 7,5t mit einachsigem Anhänger), das ist also nicht das Thema bei mir, mit den neuen Führerscheinen sieht das etwas anders aus aber da kenne ich mich ehrlich gesagt nicht aus

  • Schwarzfliege, eigentlich wollte ich dir eine PN schicken, finde aber keinen Button. Einige Einträge weiter oben hast du mir ein Angebot gemacht. Dein Hänger erscheint mir relativ klein, was vielleicht zu einer erhöhten Stützlast führen würde. Ich habe einen unkaputtbaren alten Heinemann, aber der ist zu klein, Ob ich den Kasten abändern sprich ein Stück aus der Vorderwand heraussägen kann, habe ich nirgens ergoogeln können.

    Gruß, K.

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  • eigentlich wollte ich dir eine PN schicken, finde aber keinen Button.

    Alles gut versteckt, nicht wahr ?


    Maus auf den Benutzernamen führen.
    Dann öffnet sich ein Popup, in dem rechts unten Symbole für Email senden und Konversation starten sind, wobei Konversation starten für PNs innerhalb des Forums steht und eigentlich immer verfügbar sein sollte.


    Klappt das - z. B. auf Tablet oder Handy - so nicht, kann man immer noch auf das Sprechblasensymbol im Menübereich der Seite klicken.


    Eckart

  • Ja, mein Hänger ist ziemlich klein, hat aber eine ziemlich lange Deichsel, dies relativiert die Stützlast wieder etwas. Abgesehen davon sollte die Stützlast auch immer möglichst hoch/nahe am maximal erlaubten des Zugfahrzeugs sein um die stabilität zu verbessern.


    Abgesehen davon darf man den Kasten ändern, wenn sich dadurch allerdings die technischen daten ändern muss das ggf eingetragen werden. Was man allerdings nicht machen darf ist an der Deichsel etwas zu ändern, auch nicht bohren oder schweißen. Ich hatte mal einen Hänger an dem ist die vorderwand auch herausgenommen worden und dann ein dreieckiger Boden ergänzt worden sowie die Bordwände vorne spitz zulaufend gebaut worden. Da dies gemacht wurde ohne die Deichsel zu verändern (es wurde nur mit einer klemme an der Deichsel befestigt) war das laut TÜV kein problem

  • Mein Heini hat erst kürzlich neuen TÜV, neue Bodenplatte und neue Reifen neben einiger Arbeit bekommen. Wenn ich verkaufen würde, hätte ich noch nicht einmal die Unkosten heraus. Daher werde ich mal mit unserem KÜS wegen Umbau sprechen. Wenn du willst, kannst du mir für alle Fälle mal ein Angebot schicken.

    Gruß, K.