Hellerer Scheinwerfer für die Ur-F?

  • N'abend!


    Hab heute mal die erste Nachtfahrt gemacht und bin leicht schockiert.

    Die Funzel bringt ja so gut wie gar nichts!

    Ja, die Glühlampen sind in Ordnung und leuchten auch.

    Eingestellt ist er auch vernünftig, hab ich vorher checken lassen.

    Aber von der Lichtausbeute erinnert mich das eher an meine RD 80 MX, die ich Anfang der 90er hatte.

    Hat schonmal jemand einen besseren Scheinwerfer verbaut oder dem originalen zu besserem Licht verholfen?


    Gruß

    Karsten

  • Super, vielen Dank schonmal:)

    Ich denke, mich stört vor allem die seitliche Ausleuchtung, besonders in Kurven

    Das könnte ja mit solchen Zusatzscheinwerfern besser werden.

    Ich hab ja an meiner F Sturzbügel, die, so meine ich, sogar Vorbereitungen für zusätzliche Scheinwerfer haben.

    Hab mal ein Bild angehangen:

  • Die originalen lassen sich im Normalfall deutlich verbessern (allgemein gültige Aussage für alle Scheinwerfer mit Halogenleuchtmittel, natürlich mit unterschiedlich starken Ergebnissen da es von einigen Faktoren abhängt).

    1. Andere Leuchtmittel: Die Premiumlampen bringen vor allem in Reflektorlampen einen zum Teil deutlichen Unterschied! Dabei sind die Lampen nicht mal wirklich heller (auch wenn es anders auf der Packung steht) da die Helligkeit gesetzlich limitiert ist sondern die Lampen haben eine höhere "Lichtqualität". Sol heisen: Das Licht ist auf einen kleineren Raum konzentriert und dadurch steht es "besser" im Brennpunkt des Reflektors so das es zu weniger "verschwendetem" Streulicht kommt und das Licht besser dahin leuchtet wo es hinleuchten soll. Nachteil ist natürlich das dies einerseits etwas auf die Lebensdauer geht und die auch nochmal empfindlicher auf Erschütterungen reagieren. Gehen also häufiger kaputt und sind oftmals auch nicht billig (hier mein Tip: Schau mal z.B. bei Amazon nach den Lampen von GE, die sind Baugleich, wenn mich nicht alles täuscht, mit den Boschlampen aber kosten nur die hälfte). Alternativ gibt es extra Motorradlampen die einen Kompromiss eingehen aus den "highend Premium Lampen" und der Standfestigkeit gegenüber Erschütterungen, diese sind aber im Normalfall nochmal teurer...

    2. Auf einer Lampe steht das die für 12V ausgelegt sind, das stimmt so aber nicht wirklich weil die Bordelektrik um die 14V liefert, also sind die Lampen natürlich auch dafür ausgelegt. Wenn man nun eine Lampe die eigentlich für 14V ausgelegt ist mit 12V betreibt wird diese einerseits deutlich länger leben, andererseits aber auch deutlich dunkler sein und genau da kann man auf 2 verschiedene Arten ansetzen:

    2a. Gerade bei älteren Maschinen korrodieren gerne die Stecker etwas, sowohl an der Lampe als auch im Moped. Korrodierte Kontakte bedeutet immer Verluste und das bedeutet Lampe wird dunkler. Im Umkehrschluss bedeutet dies damit: Eine neue Lampe wird immer heller sein als eine (baugleiche) alte Lampe, auch weil der Glühfaden etwas verschleißt, ein regelmäßiger Wechsel kann also durchaus von Vorteil sein. Dasselbe gilt dann natürlich auch für den Stecker!

    2b. Wenn Du nun schon 2a befolgt hast, dann mach Dir mal den Spaß und messe an der Batterie und an dem Stecker von der Lampe die Spannung. Vermutlich wirst Du feststellen das es auch da einen (oftmals nicht ganz unbeachtlichen) Unterschied gibt. Dies kommt einerseits von korrodierten Kontakten aber auch von gealterten und zum Teil im durchschnitt knapp bemessenen Kabeln (Kosteneinsparung in der Produktion). Die Logische Konsequenz daraus wäre dann: Ein "überdimensioniertes" Kabel hoher Qualität von der Batterie direkt zum Scheinwerfer zu legen (Absicherung natürlich nicht vergessen) und mittels eines Lastrelais das von der Werksverkabelung angesteuert wird dann den Scheinwerfer direkt über dieses Kabel von der Batterie zu betreiben, damit stellst Du sicher das auch wirklich die maximale Spannung am Scheinwerfer ankommt. Auch das geht natürlich auf die Lebenszeit der Lampe, aber kann gerade bei älteren Fahrzeugen erstaunliche Ergebnisse liefern!

    3. Wichtig ist auch die Sauberkeit des Scheinwerfers und die Qualität der Reflektorbeschichtung. Bei Scheinwerfern die sich öffnen lassen ist das natürlich einfach zu reinigen und ggf der Reflektor zu tauschen oder aufarbeiten lassen von einer entsprechenden Fachfirma, bei verschweißten Scheinwerfer ist das leider nicht so einfach...


    Einfacher ist es natürlich sich einfach ein paar Zusatzscheinwerfer zu kaufen, diese (mit Zulassung) sind aber entweder als Nebelscheinwerfer oder Fernlicht ausgelegt/zugelassen was zur Folge hat das man sie nicht immer einschalten darf (NSW nur bei Sichtbehinderung durch Nebel oder Regen, Fernlicht nicht bei Gegenverkehr) und sie von der Ausleuchtung nicht optimal sind (NSW sehr breit aber nicht weit, Fernlicht sehr weit aber nicht breit).

    Es gibt allerdings auch Scheinwerfer als Ersatz im Zubehörmarkt, diese sind aber meistens sehr teuer und passen dann höchstwahrscheinlich auch nicht in die Verkleidung womit dann auch wieder entsprechender Bastelaufwand nötig wird.

  • Stimmt, diese Prüfpunkte kann ich erstmal abarbeiten.

    Aber eigentlich kann man doch auch einfach die Leitungen gegen neue mit größerem Querschnitt ersetzen, vermute ich mal.

    Oder macht es einen besonderen Unterschied, direkt von der Batterie mit nem Relais?

    Jedenfalls bin ich gespannt, ob sich beim messen tatsächlich so ein derber Unterschied zeigt.

  • Die Relais-Version ist einfacher und schneller erledigt als im Kabelbaum neue Leitungen zu ziehen und man hat keine Schwachstelle (Schalter) dazwischen. Mit einem Lastrelais zu schalten ist eine sehr elegante und sichere Lösung.

  • Auch ist das ersetzen der Werksverkabelung gegen bessere Kabel sehr aufwendig da der Kabelbaum entsprechend freigelegt werden muss und dann das Kabel getauscht werden muss. Ebenfalls hat man da mehrere "schwachstellen im System" die ebenfalls höhere Übergangswiederstände verursachen können und entsprechend aufwendig ersetzt werden müssten, jeder Stecker ist so eine Schwachstelle die man mit einem Kabel direkt von der Batterie zum Scheinwerfer umgehen kann, einzig das Relais wäre dann evtl noch eine stelle die hohe übergangswiderstände verursachen könnte. Das neue Verlegen eines zusätzlichen Kabels ist dagegen sehr einfach und schnell zu erledigen, auch ohne große freilegungsarbeiten.

  • ok, das werde ich testen.

    Wenn ich das Relais richtig verstehe, Strom vom Lichtschalter an das Relais (Einschaltimpuls), Plus von der Batterie an das Relais und vom Relais zum Verbraucher und Masse da wo es am besten geht....korrekt?

  • So ist es. Das Relais ist ein Schalter der elektrisch mit der vorhandenen Leitung/Schaltung ein und aus geschaltet wird. Vorteil des Relais ist das es einen höheren Strom schalten kann als die filigranen Schalter am Lenker oder Lenkrad im Auto vertragen könnten. Nebelscheinwerfer oder Zusatz Fernscheinwerfer wurden von je her immer schon mit einem Lastrelais angeschlossen.

  • Du musst/kannst Dir überlegen ob Du es nur für das Abblendlicht oder Abblendlicht und Fernlicht machen willst, wenn Du es für beide machen willst musst Du halt 2 Relais verbauen.. Mit der Google bildersuche habe ich das gefunden, das zeigt wie das verschaltet wird: http://sarcoidosisguide.info/einfache-lichtschaltung

    Dort werden 2,5mm² Kabel verwendet, ich habe aber auch schon 4mm² als empfehlung gelesen. Leider bin ich mit der elektrik nicht ganz so fit, vielleicht kann noch jemand anderes besser ausführen was für Kabel dafür "ausreichend" sind, im zweifelsfall würde ich aber immer das dickere nehmen...

    Ansonsten vielleicht noch interessant: Ein Thema auf Motortalk mit vorher/nachher Bildern in einem 2er Golf https://www.motor-talk.de/foru…rher-nachher-t976074.html

  • Ich halte 2,5mm für ausreichend aber dann darf man auch nicht zu hoch absichern denn sonst schmort im Falle eines Kurzschluss doch eher das Kabel an einer Schwachstelle (Kabelschuh) durch oder zumindest an, statt das die zu hohe Sicherung fliegt. Bei 55 Watt an 12 Volt fliessen ca. 4,6 Ampere, da reicht also eine 10 A Sicherung aus.

    2,5 mm Kabel kann man mit mit 25 A belasten und der Spannungsverlust bei dem 1 Meter 50 ist auch nicht so dramatisch als das sich 4 mm rechtfertigen würden. Man soll das Kabel ja auch vernünftig verlegen können was bei 4mm schon bedeutend schlechter ist.

  • Servus Karsten,


    im Prinzip kann man natürlich für wenig Geld ein Relais und Kabel mit größerem Querschnitt verlegen.

    Am Lichtkegel ändert das aber nix!

    Seit einem Jahr hab ich dem oben empfohlenen LED Scheinwerfer implantiert. Das Ergebnis ist überwältigend und eine gute Lösung, weil die Licht-Technik up to date ist.

    Viel bessere Ausleuchtung der Fahrbahn und besseres gesehen werden. Das war für mich ausschlaggebend das Licht einzubauen. Sicherheitsgewinn geht bei mir vor Option und Preis. Die 300 € waren mir das wert. Und der Schrecken vor schlechtem Wetter und Nachtfahrten ist auch verblasst.

    Ich Wünsche dir immer gute und sichere Fahrt, egal wie deine Entscheidung ausfällt.


    LG. Rolf

  • Das Thema mit dem Licht haben wir ja immer mal wieder und die grundsätzliche Aussage ist wenn's gut ist, isses nicht legal. Wenn's legal ist, isses nicht gut.

    Dass der Trucklite Scheinwerfer eine ECE Zulassung als Scheinwerfer hat halte ich für ein Gerücht. Bei vielen Scheinwerfern ist eine E Nummer drauf, die sich aber nur auf die elektromagnetische Verträglichkeit bezieht, als Scheinwerfer darf man die damit nicht betreiben! So oder so wäre die aber nur bei Fahrzeugen, die auch eine EG Zulassungsbescheinigung haben gültig und die hat die Ur-F meines Wissens nicht. Die hat afaik noch eine ABE (für das Fahrzeug an sich).

    Sonstige Anbau-Scheinwerfer die legal sind sind entweder als Nebelscheinwerfer zugelassen, die bei gesetzeskonformer Einstellung nur kurz vors Fahrzeug leuchten und damit keinen echten Sicherheitsgewinn bringen (bei 70 km/h legt man 20m pro Sekunde zurück. Das ist deutlich mehr als der zulässige Nebelscheinwerfer-Lichtkegel) oder als Fernlicht, das dann bei Gegenverkehr auszuschalten ist.

    Das mit der direkten Verkabelung kann etwas bringen, muss aber nicht. Kommt darauf an, wie viel Strom im Fahrzeug unterwegs verloren geht. Ausprobieren kann man's ja mal aber das geht dann zu Kosten der Lebensdauer. Ich hab auch mit anderen Birnen (aktuell Osram Night Racer) gute Erfahrungen gemacht. Manchmal bringt es auch schon was, die gebrauchte gegen eine neue Birne zu tauschen

  • Mir geht dabei mehr um Überlandfahrten, teilweise auch mit vielen Bäumen, wo es dann echt dunkel ist.

    Wir wohnen recht ländlich, obwohl wir in Bottrop wohnen.

    Im Stadtverkehr gibts keine Probleme, da ist es hell genug...auch im dunkeln:D

    Vermutlich werden es im Endeffekt Nebelscheinwerfer oder evtl zusätzliche Abblendlichter, die ich dann situationsbedingt einschalte.

    Die Möglichkeit mit nem Relais werde ich mal in Angriff nehmen, schlechter werden kann ja nicht.

  • Als ich meine Maschine gebraucht gekauft und die erste Fahrt bei Dämmerung hinter mir hatte, war ich auch sehr entsetzt über die Lichtausbeute. Aufgrund der häufigen Erwähnung habe ich mir auch eine Osram Night Racer zugelegt und seitdem sehe ich sogar im urbanen fahren einen Leuchtkegel. Der Unterschied war deutlich merkbar.

    Wenn der Spannungsverlust bei der original Verkabelung nicht all zu hoch ist, würde ich es so lassen und zu Zusatzscheinwerfern tendieren.

  • Ich bin das Thema auch mal angegangen und hab mir LED Nebelscheinwerfer montiert.

    Das Standardlicht ist wirklich etwas kümmerlich, eine 50Watt H4-Halogenfunzel aus einem Reflektorscheinwerfer. Da werden die Entgegenkommenden ja kaum durch das Fernlicht geblendet. Ich habe die Glühbirne also gegen ein neues Philipps-Leuchtmittel getauscht. Das Ergebnis ist immer noch nicht umwerfend, aber ich glaube ein bisschen besser ist es schon.


    Was aber wirklich etwas bringt sind besagte Nebelscheinwerfer. In Österreich darf man solche bei jeglicheen Witterungsbedingungen laufen lassen, ich bin trotzdem vor kurzem deswegen von der Rennleitung gestoppt worden, da sie meinten, dass die Kombination aus 2x20Watt LED über zwanzig Jahre altem Motorrad "ungewöhnlich" ausschaut. Nach dem obligatorischen Check der Papiere ließen sie mich dann wieder fahren. Vermutlich war ihnen langweilig, um halb 12 in der Nacht.

    Aber das Gefühl, das solche Lichter Aufsehen erregen bestätigt sich eigentlich immer wieder beim Fahren: Gefühlt werde ich wirklich besser erkannt und mir wird mehr Platz eingeräumt, vor allem bei Nacht. Die Lichtkulisse (wie ein Christbaum) schaut auch deutlich imposanter aus. :)

    Zudem ist das Licht auch viel besser als zuvor. Insbesondere der Nahbereich wird seitlich viel besser ausgeleuchtet, die Lichtkegel sind so eingestellt, dass unnötige Blendung anderer Verkehrsteilnehmer vermieden wird. Trotzdem leuchten entfernte Verkehrsschilder nun deutlich früher schon zurück.


    Ich finde diese Investition hat sich wirklich rentiert, nicht nur von dem Standpunkt der passiven Sicherheit her, ich sehe Nachts nun auch deutlich besser, das Fahren ist nun wirklich deutlich weniger anstrengend.

  • Seit einem Jahr hab ich dem oben empfohlenen LED Scheinwerfer implantiert. Das Ergebnis ist überwältigend und eine gute Lösung, weil die Licht-Technik up to date ist.


    LG. Rolf

    Hallo Rolf, passt der LED Scheinwerfer ohne großen Umbau? hast du mal ein Bild vom eingebauten Scheinwerfer.


    Grüße

    Robert

    Man macht sich seine Träume selbst.

    John Lennon