650GS zuverläsig

  • Hallo Gemeinde,


    nachdem ich schon längere Zeit mitlese, habe ich mich jetzt doch Entschlossen mich mal vorzustellen, und euch direkt mal um eure Meinung zu bitten.


    Aber mal von vorne: Ich bin der Björn, 36 Jahre alt und komme aus dem schönen Hintertaunus.

    Fahre seit gut 4 Monaten meine wunderschöne (Achtung, ist nur meine subjektive Meinung) 650GS aus dem Baujahr 2004.

    Komme von der 1150GS und habe den wechsel BIS JETZT keine Sekunde bereut.


    Wir waren vor genau 1 Jahr für 3,5 Wochen in Schottland, und da es uns dort so gut gefallen hat werden wir in 3 Wochen für 3,5 wochen nach Irland fahren.


    Jetzt zu meinem Problem:


    War letztes Jahr noch mit der 1150GS unterwegs, die hatte zwar auch ihre Kinderkrankheiten, aber zuverlässig ohne Ende.


    Diese Jahr möchte ich mit der 650GS fahren, aber seit 2 Wochen bekomme ich bei diesem Gedanken doch Kopfschmerzen, und zwar aus folgendem Grund:


    Als ich die kleine bekommen habe, wurde direkt eine Inspektion in einer Fachwerkstatt durchgeführt (60.000er), das mache ich immer so, da ich meine Mopeds gerne Scheckheftgepflegt habe.

    Bei der Inspektion wurden alle Flüssigkeiten getauscht sowie die Wasserpumpe.


    Vor 2 Wochen ist mir der Kupplungszug gerissen, diesen habe ich selbst gewechselt (gegen einen originalen von BMW), und habe direkt noch einen Ersatzzug bestellt.


    Seit dem zieht sie aber beim Beschleunigen nicht mehr richtig hoch.

    Am Anfang Beschleunigt sie normal, dann kommt ein kleines (Leistungs)loch und ab einer gewissen Drehzahl fährt sie wieder völlig normal.

    Was könnte das sein?


    und weiter,

    am Freitag bekommt sie 2 neue Reifen (Conti Trail Attack 2) und anschließend noch eine neue Kette.


    Was könnte ich denn noch tun um mit gutem Gewissen auf die reise zu gehen:confused:

    Mir bereitet das echt Kopfschmerzen.


    P.S.

    Meine Frau teilt dieses wunderschöne Hobby mit mir, und fährt auch eine 650GS, aber als twin,

    bei Ihrer Maschine habe ich mir noch nie Gedanken über Ausfälle machen müssen:P


    Hoffe ihr könnt mir einen Rat geben.

  • Hallo!


    Scheint, als ob deine Kupplung etwas rutscht. Das kann entweder von einem nicht korrekt eingestellten Zug (zu stramm, d.h. zu wenig Leerweg am Hebel), oder in deinem Fall, da sie direkt vorher in der Wartung war, von ungeeignetem Öl (in Verbindung mit einer doch nicht mehr jungfäulichen Kupplung) kommen. Mal nachsehen/fragen, welche Ölsorte verwendet wurde. Synthetik mögen die Einzylinder-F-Kupplungen nicht.


    Gruß Joachim

  • Sorgen um die Zuverlässigkeit mußt Du Dir keine machen. Wenn das Problem nicht seit 4 Monaten seit der Inspektion besteht sondern erst seit dem Tausch des Kupplungszuges, hast Du den Zug nicht gescheit eingestellt. Der Kupplungsausrückhebel muß in Ruhelage Spiel haben; wenn Du den nicht mit dem Finger noch ein kleines Stück bewegen kannst, ist zu stramm. Der Kupplungshebel am Lenker muß ebenfalls oben Spiel haben; wenn Du oben ziehst und unten am Ausrückhebel eine absolut sofortige Reaktion siehst, ist auch zu stramm. Zu stramm heißt, die Kupplung rückt nicht vollständig ein und die Beläge verbrennen. Zu locker wäre erst mal kein Problem; wenn die Kupplung beim Kuppeln nicht mehr komplett trennt, kracht es beim Schalten, da merkst Du´s dann.


    Ansonsten: Kupplungszug ordentlich verlegt? Die Hülle muß sich bewegen können, ansonsten gibt´s versehentlich bei Lenkbewegungen (oder, falls der Zug unter der Gabelbrücke liegt und mitfedert, auch bei Bodenwellen) Spannung auf dem Zug und die Kupplung fängt an zu trennen.


    Ansonsten wär´s vermutlich das falsche Öl. 15W50 teilsynthetisch mit MA2 (naßkupplungsgeeignet) kann ich empfehlen (Ölthreads haben wir hier schon genug :-).


    Letzte Möglichkeit wären ausgelutschte Kupplungsfedern, sollte aber erst bei 80.000 und mehr langsam ein Thema werden, hängt aber natürlich auch von der Fahrweise des Vorbesitzers ab. Das wären dann zwei bis drei Stunden Arbeit für den Tausch. Vielleicht hat die Werkstatt die aber auch vorsorglich mal nachgemessen, als sie eh die Wapu getauscht hat; soll noch gute Werkstätten geben...

    Würde ich mir aber erst mal keine weiteren Gedanken drum machen sondern die beiden oberen Punkte von Schnoorgackel und mir abarbeiten. Sollten es entgegen der Wahrscheinlichkeit die Federn sein, bitte keinen Panikanfall; melde Dich dann noch mal.


    Grüße

    Chris

    Meine Beiträge geben meine private Meinung wieder ohne Anspruch auf sachliche Richtigkeit.

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 Mal editiert, zuletzt von JustMe ()

  • Der Originalzug war übrigens eine sehr gute Wahl! Ich bin mit der R 100GS 5 Jahre (14000km) mit einem Ebay-Zug gefahren, der irgendwie schwergängig war (wahrscheinlich ohne Tefloneinlage??) . Bei der letzten fälligen Leebmann-Bestellung habe ich der alten Dame wieder einen originalen gegönnt. Man glaubt nicht, wie sehr eine leichtgängige (und dadurch präzise zu dosierende) Kupplung das gesamte Fahrvergnügen steigert! Hier sollte man nicht am falschen Ende sparen.


    Gruß Joachim

  • Hey Leute,


    schonmal vielen Dank für die Tipps.


    @Juste Me

    Das mit dem Kupplungszug einstellen hat echt geholfen.

    Die Leistungsdelle ist komplett weg.


    Aber nochmal eine Frage:


    In meiner Reparaturanleitung (von Polo) steht drin das ich den Kupplungszug schmieren/ölen soll.

    Ist das so korrekt?

    Weil hier im Forum wird immer geschrieben, dass der Zug aus Teflon sei und er deshalb auf keinen fall geschmiert werden darf.

    Was ist denn jetzt richtig:g:


    Gruß

    Björn

  • Teflonzüge bitte NICHT schmieren!

    Du kannst der Hebelmimik (Lenker wie auch dem Hebel am Kupplungsdeckel) etwas Pflege zukommen lassen wenn du unbedingt möchtest, aber nie irgendetwas in den Zug sprühen.

  • Es gibt tatsächlich Spray für teflongeführte Züge; ist aber vollständig unnötig. Sprüht man das falsche, quellen die Teflonhüllen auf und dann ist dicht. Also gar nix machen. Der Zug selbst ist natürlich Draht, die innere Hülle ist Teflon.

    Grüße vom Kranken...

    Meine Beiträge geben meine private Meinung wieder ohne Anspruch auf sachliche Richtigkeit.