Verzweifelung am Kettendurchhangeinstellen

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  • Hallo!

    Als K75-Geschädigter (dort gibts die Tribokorrosion am der hinteren Verzahnung der Kardanwelle, die auch den Längenausgleich beim Einfedern mitmachen muss) trage ich an der Mitnehmerverzahnung nach gründlicher Reinigung immer etwas Staburags auf. Dabei das Gewinde nicht mitbehandeln, weil ich dieses immer mit Loctite Mittelfest antupfe. Ja, ich weiß, ist in Verbindung mit dem Sicherungsblech wie Gürtel+Hosenträger, aber wenns schee macht... Auch Transalp und XJR kommen in den Genuß dieser Behandlung, wobei das Honda-Ritzel mehr oder weniger fliegend montiert ist.

    Ich denke aber nicht, daß dieses Phänomen bei einer Ritzelverzahnung zu wirklichen Ausfällen oder Lebensdauer-Verkürzungen oder dem Notwendigwerden von Reparaturen führen wird.

    Gruß Joachim

  • Ich hab mir aus nem alten Drahtkleiderbügel einen Haken mit langem Griff gebastelt.

    So kann ich auf den zweiten Mann verzichten.

    Im Sitzen auf dem Moped kräftig einfedern, mit der linken Hand an der Wand abstützen, mit der rechten den Haken unten an der Kette einhängen, möglichst mittig zwischen Kettenrad und Ritzel und nach oben ziehen, um zu prüfen ob im belasteten Zustand überhaupt Kettenspiel vorhanden ist. Das Ganze natürlich mehrmals an verschiedenen Stellen wg. evtl. ungleicher Längung. In diesem Zustand gebe ich mich mit ca. 20mm zufrieden.


    Die Angaben auf dem Aufkleber oder der Anleitung sind totaler Quatsch. Die beziehen sich auf einen schlanken Menschen mit einem Normgewicht von 75kg. Ich brings mit Klamotten und Helm aber locker in den dreistelligen Bereich. Zwar sollte bei solchen Brocken die Federvorspannung entsprechend angepasst werden, trotzdem federt das System bei Unebenheiten bei 100kg stärker ein, als bei 75kg-Fliegengewichten.


    Im Zweifel ist mir eine zu schlappe Kette lieber als eine zu stramme.


  • Dasselbe Problem hatte ich immer an meiner Rotax-KTM, ab ca. 100 000km wurde dann auch noch der Verschleiss der Verzahnung immer größer.


    Ich habe damals das Ritzel auf die Welle mit Welle/Nabe-Kleber geklebt und damit das Problem behoben.

    Seither verklebe ich bei allen Moppeds das Ritzel.


    Nachteil des Ganzen ist natürlich die Demontage, da braucht man dann eben eine Abzieher.

    Aber Passungsrost habe ich seither nie mehr gesehen.

  • ...kann es sein, dass dein Ritzel radiales Spiel hat? -> auswechseln!

    Davon ist auszugehen, da ja sonst kein Passungsrost vorhanden wäre.

    Die Frage ist eigentlich nur, ob es an einem schlechten Zubehör-Ritzel liegt oder ob die Verzahnung der Welle nicht mehr so gut ist.
    Ich tippe auf Ersteres.

    die Mutter hingegen noch vom Sicherungsring gehalten

    Meinst du damit das Sicherungsblech oder hast du tatsächlich einen Sicherungsring verbaut?

  • Irgendwie habe ich Probleme, das Ganze zu verstehen. Bei der ST ist das Ritzel mit einer Mutter (100Nm) nebst Sicherungsblech (Foto) und Loctite 243 gehalten.

    Wie sich irgendetwas Lösen soll bei ordnungsgemässer Montage ist schwer nachvollziehbar. Selbst wenn man keine neue Mutter nebst neuem Sicherungsblech verwendet.


    Bei der Ur-F erfolgt die Siccherung durch einen O-Ring nebst Seegerring (Foto). Wenn man da Neuteile verwendet und ordentlich arbeitet ist das nach meiner Erfahrung unkritisch.


    D72_0139.jpg

  • Bei der ST ist das Ritzel mit einer Mutter (100Nm)

    Kann da jemand bezüglich dieses Wertes eine BMW-Quelle referenzieren, also nicht Sekundärliteratur wie Bucheli,Koenig,Cymer, Haynes etc. Bei der F650 GS Dakar wurde das auf 140 Nm erhöht: Frage zu Schraubensicherung/Kettenwechsel


    Bei der Ur-F erfolgt die Siccherung durch einen O-Ring nebst Seegerring (Foto)

    Sehr interesanter Seegering :g: Den man so wohl ausser von BMW nirgendwo bekommt. Sieht auf dem ersten Blick aus wie für eine Bohrung/Innen, aber der Spalt ist dafür viel zu klein, so dass er nur für eine Welle zu gebrauchen ist. Scheint auch drüben bei der Chain Gang für Diskussionen zu sorgen http://faq.f650.com/FAQs/GeneralChainFAQ.htm#Snap%20Rings wo man zum Schluss kam, dass BMW einer an der Waffel hat und einen falschen Ring verbaut.

  • Wenn man die Homepage der Firma Seeger besucht findet man alle Ringe

    für Bohrungen und Wellen in allen verschiedenen Größen. Der Ring für die Ritzelsicherung ist 100% für eine Welle.

    Habe schon mal von einem angehenden Maschinenbauingeneur 5 Maß Bier gewonnen.


    🍺🍺🍺🍺🍺😃

    Einmal Löwe - immer Löwe :oops:

    Einmal Ur F - immer Ur F :victory:
    :bikebayern:

  • Kann da jemand bezüglich dieses Wertes eine BMW-Quelle referenzieren, also nicht Sekundärliteratur wie Bucheli,Koenig,Cymer, Haynes etc. Bei der F650 GS Dakar wurde das auf 140 Nm erhöht

    Nein, leider nicht.
    Mein Werkstatthandbuch ist von 4.94 und kennt daher nur den Seegerring. König und Bucheli ebenfalls.
    Allerdings sind mir aus diversen Foren (auch f650.com) die 100Nm geläufig. Tatsächlich werde ich persönlich jedoch auf die 140 Nm der Dakar gehen. Dort ist es dasselbe Ritzel, die selbe Mutter und dasselbe Sicherungsblech auf einer identisch dimensionierten Welle. Von daher sollte der GS-Wert doch passen.
    Und auch bei mir Gürtel und Hosenträger, also Sicherungsblech und Loctite.

  • Wenn man die Homepage der Firma Seeger besucht findet man alle Ringe

    Danke :thumbsup2: Dass es einen für aussen ist habe ich ja nicht bezweifelt. Hättest aber gerne auch sagen können dass es ein Typ "V" ist. Dann hätte ich nicht suchen müssen. :wink:

    http://www.seeger-orbis.de/pro…ebersicht/seeger-v-ringe/


    TIL: Es gibt eine Firma Seeger die macht Seegerringe verschiedener Ausführungen. Der an der Ur-F für das Ritzel ist ein Seeger-V-Ring. http://www.seeger-orbis.de/pro…ge-grundtypen-uebersicht/


    Oftopic/Micro-Rant; Ist halt immer so eine Sache wenn man Marken generisch verwendet. Staburgas, Seeger, Loctitie, Shindengen, Drybond, Molykote etc. etc. ohne dabei auch noch Typ oder genau Bezeichnung anzugeben. Bei Reifen kommt ja auch keiner auf die Idee nur vom Michelin oder Heidenau zu sprechen. Dümmer noch wenn eine Marke dann noch zum generischen Gesamtbegriff wird.

  • Wie klebst Du den Ritzel? mit welchem Produkt?

  • Kann da jemand bezüglich dieses Wertes eine BMW-Quelle referenzieren, also nicht Sekundärliteratur wie Bucheli,Koenig,Cymer, Haynes etc. Bei der F650 GS Dakar wurde das auf 140 Nm erhöht

    Nein, leider nicht.
    Mein Werkstatthandbuch ist von 4.94 und kennt daher nur den Seegerring. König und Bucheli ebenfalls.
    Allerdings sind mir aus diversen Foren (auch f650.com) die 100Nm geläufig. Tatsächlich werde ich persönlich jedoch auf die 140 Nm der Dakar gehen. Dort ist es dasselbe Ritzel, die selbe Mutter und dasselbe Sicherungsblech auf einer identisch dimensionierten Welle. Von daher sollte der GS-Wert doch passen.
    Und auch bei mir Gürtel und Hosenträger, also Sicherungsblech und Loctite.

    das Anzugsmoment zu erhöhen wäre auch meine nächste Idee. Zudem ich bei der letzten Montage gemerkt habe, daß das Antriebswellengewinde eine relativ hohe Reibung erzeugt, wodurch Axialspannung verloren geht (hatte mich strikt an den 100N.m gehalten). Dies kann mann einfach mit höherem Anzugsmoment kompensieren.

  • Ich hab mir aus nem alten Drahtkleiderbügel einen Haken mit langem Griff gebastelt.

    Coole Idee :)


    Als ich neulich wegen einer Frage in der Werkstatt meines Vertrauens war, schaute der Schrauber auf meine Kette und meinte "Die könnte auch mal wieder gespannt werden".
    Dabei war sie für mein Verständnis genau richtig... In Werkstätten scheint der Trend zur strammen Kette zu gehen 8o


    Gruß

    Sandro

  • Klar, bei ner Rennsemmel macht das auch Sinn!

    Die Schrauber haben ihr Standardmaß drauf und vergessen dabei, das Mopeds mit langen Federwegen (GS) auch einen stärkeren Kettendurchhang benötigen. Entscheidend ist das Mass im belasteten Zustand, also beim Draufsitzen. Behauptet einer bei Deinem geparkten entlasteten Moped die Kette sei zu schlapp, hat er sich fachlich schon disqualifiziert. Der Durchhang im unbelasteten Zustand is völlig schnurz, denn da fährt die Maschine ja nicht.


    Zu stramme Ketten werden im besten Fall gelängt und verschleissen schnell.

    Im ungünstigen Fall ist ständig Spannung auf der Ritzelachse und die Lager desselben gehen kaputt, dann wirds teuer!