• Dass die Ur-F eine tolle Maschine ist, das wisst ihr ja. Perfekt wäre sie für mich aber wenn sie auch ABS hätte. Weiß jemand ob es möglich ist ein ABS nachträglich zu verbauen und das ganze auch noch eintragen zu lassen? Hat das schon mal jemand gemacht? Theoretisch müsste man das doch mit Teilen von anderen ABS-Motorrädern bewerkstelligen können.

  • Ich denke machbar ist das wohl, ob sich der Aufwand lohnt - nach ich weiß nicht.


    Wenn Du kein ABS hast, kann auch kein ABS kaputt gehen und wieder hohe Kosten nach sich

    ziehen.


    Bin froh, dass ich keine Maschine mit so viel technischem Schnick-Schnack habe.

  • Da meine Führerscheinprüfung noch nicht allzu lange her ist, weiß ich natürlich wie sich eine Maschine mit ABS verhält. Ich hatte in der Fahrschule eine CBF600. Das gibt schon ein ganz anderes Gefühl von Sicherheit wenn man einfach reinlangen kann wie man will und die Maschine kommt innerhalb kürzester Zeit (und Weg) zum stehen. Gerade weil in solchen Situationen alles schnell gehen muss kann das einen enormen Unterscheid machen ob man mit ABS bremst oder erst den richtigen Punkt finden muss, bei dem das Rad gerade so noch nicht blockiert.


    Meines Wissens nach benötigt man für einen solchen Umbau folgende Teile: Steuergerät, passender Kabelbaum, (Software), passende Räder mit ABS-Kranz, entsprechende Bremsen und wahrscheinlich ein passendes Federbein etc. für die richtigen Befestigungspunkte.


    Gab es denn eigentliche eine F650 mit ABS? Ich wurde bei meiner Google-Suche nicht ganz schlau...

  • Gab es denn eigentliche eine F650 mit ABS

    Nein, das gab es nicht. ABS gab es bei der F erst mit den Einspritzern ab 2000, aber die haben dann ja das Kürzel GS spendiert bekommen.

    Da es bei den Vergaser-Fs kein ABS gab, wird eine Nachrüstung finanziell auch jede Vernunft sprengen. Wenn dir ABS wichtig ist, dann verkauf die F und hol dir ein Möp mit ABS - das kommt viel günstiger!

  • Vernünftiger wäre das natürlich. Angenommen ein Umbau spielt sich aber im Rahmen von 1000-1500€ ab, dann wäre das eventuell doch vorstellbar.

    Aber rein aus Interesse -die meisten Diskussionen die ich hierzu gefunden habe hören nämlich beim Punkt "zu teuer" auf- wie genau würde so ein Umbau aussehen?
    Man kann doch bestimmt Teile von der GS nehmen (Räder, evtl. Schwinge und Federbein, und das Steuergerät sowie die Pumpe selbst) oder wäre das alles überhaupt nicht

    kompatibel? Ich kenne leider nur meine eigene F und habe keine GS zum vergleichen in der Bekanntschaft.

  • Du brauchst ja nicht nur die Teile. Du benötigst vor allem anschließend eine Einzelabnahme beim TÜV.
    Glaub mir, das übersteigt bei weitem den Wert einer 93er-F.

  • Vergiss es, verkauf Deine F650 und hol Dir eine F650GS mit ABS.

    Es geht um HECU (Druckmodulator), andere Bremsleitungen, Drehzahlsensoren vo/hi, Sensorringe vo/hi, angepassten Kabelbaum, I-Kombi mit Kontrollanzeige der ABS Funktion und letztendlich eine passende ABS-Softwareapplikation für Dein Moped, welche es nicht gibt... und letzlich würde es Dir wohl kein TÜV Prüfer dieser Welt eintragen... sprengt jede Vernunft

  • Mh, schade. Naja dann muss ich hoffen, dass ich es nie brauche. Irgendwann wird die F wahrscheinlich sowieso zur Zweitmaschine für lange Touren und für alles andere kommt was schnelleres her.

  • Nicht zu vergessen der Platz für ABS-Druckmodulator und Steuergerät.

    Angenommen ein Umbau spielt sich aber im Rahmen von 1000-1500€

    Ich danke da wären wir bei den Teilen alleine, ohne die nötige, Programmierung, Prüfungen und Dokumente für eine Einzelzulassung.

    Problem könnte sein, dass man für die Zulassung keine Occasionsteile unbekannter Herkunft verwenden kann.


    Machbar wäre wohl ein Einkanal-ABS das nur am Vorderrad regelt.

    https://www.continental-automo…ity/Brake-Systems/MiniMAB

    Das bräucht keine grossen Änderungen am Kabelbaum, ausser einem Digitaltacho, da die Tachoschnecke entfällt.


    Wenn man das ganze als interesanntes Projekt machen will, der möglicherweise erste sein will der ein Young- oder Oldtimer Motorrad mit ABS nachrüstet, Kosten kein Thema sind, kann man das evtl. zusammen mit Studenten einer entsprechenten FH oder TU machen https://www.karrierefuehrer.de…chwerpunkt-automobil.html


    Sind Kosten ein Thema, dann ist das sinnvollste auf eine GS mit ABS zu wechseln.

  • Moin,

    Mit den Teilen von der F-GS sollte es schon möglich sein, über Sinn oder Unsinn eines Umbaus an Stelle eines Fahrzeugtauschs kann man bestimmt reden.

    ich sehe das etwas anders: wenn man Spaß dran hat, kriegt man es sicherlich hin.

    Im Übrigen steht bei der F nirgends, ob sie ABS hat, oder nicht - also bei meiner (mit ABS) steht das nirgeds, wenn ich es mal ausbaue, steht das auch nirgends. Woher soll jemand hinterher wissen, dass sie mal ABS hatte? Aber gut, die Versager gabs ja nie mit ABS, von daher vielleicht noch etwas offensichtlicher, würde mir über die TÜV-Geschichte aber nicht so viel Sorgen machen.

    Druckmodulator kannst du von der F natürlich übernehmen, nur ist der recht globig und schwer... Da müsste man dann einen Ort für finden...

    Die Leuchte lässt sich doch überall leicht unterbringen - oder auch nicht - ich habe sie nicht mehr (trotz ABS) und es stört mich nicht.

    DIe Software lässt sich sicher übernehmen, die Daten von Vergaser und GS sind nicht signifikant divers, die Radgrößen sollten auch stimmen, insbesondere wenn man die GS-Felgen übernimmt , so dass es da keine Probleme geben sollte. (wobei, hat die Vergaser ein 19"-Vorderrad? Das merkt der TÜV nämlich recht schnell...)


    Es ist natürlich ein etwas verrücktes Projekt, aber aus einer GS ne Rallye zu bauen, oder ne Oryx, oder einen Scrambler aus einer Vergaser - das ist doch alles nicht besonders sinnbehaftet oder? Trotzdem machen es manche...

    Kosten würde ich mal auf grobe (eher symbolische) 650 Euro (200 für Radsatz, 100 fürs ABS-Modul, je 50 für Satz Sensoren und Satz Ringe, 100 für Bremsleitungen, Rest geht für Kleinteile drauf) ohne Arbeit schätzen, aber das ist aus der Hüfte geschossen und ich denke eher hochgegriffen...

  • Puh wo fang ich an...mit Geld und Zeit geht alles.


    Du brauchst: ABS Steuergerät, ABS Druckmodulator, ABS Sensor vorn/hinten, ABS Kranz vorn/hinten,

    neue Bremsleitungen um das ganz Kladderadatsch anzuschließen, eine Kontrollleuchte und im Idealfall einen Ausschalter.

    Kabelbaum nicht vergessen.


    GS Naben an der F geht nur vorn, hinten die ist zu breit. Auch die vordere hat dann keine Möglichkeit einen Tachoantrieb anzubringen.

    Die ABS Kränze musst du also andersweitig anbringen.


    Nächste Frage: Wo zur Hölle bringst du den ABS Modulator und das Steuergerät unter?

    Zumindest die von der GS sind schon ziemlich unhandlich. Bei moderneren Motorrädern sollen die wohl deutlich kleiner ausfallen?

    Radgrößen sind Nebensache, die ABS Kränze kann man entsprechend durchrechnen und die passenden schneiden lassen.



    Um es an dieser Stelle mal abzukürzen: Kauf dir eine GS, wenn du ABS möchtest.

    Der preisliche Unterschied für eine optisch vielleicht nimmer so hübsche GS zu einer Vergaser-F ist einfach zu gering,

    wenn man den Aufwand einer Nachrüstung im Verhältnis sieht, um den Umbau über das "ich machs weil ichs kann und will"-Argument hinaus zu rechtfertigen.



    aber aus einer GS [....] ne Oryx [...]- das ist doch alles nicht besonders sinnbehaftet oder? Trotzdem machen es manche...

    :rant::ban:

    Auf der Suche nach Teilen für F650Rallye oder Oryx? Oder gar einem kompletten Oryx Kit? ---> PN

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  • Um es abzurunden: Bisher wurde auch immer die Gabel der GS bei den Teilen vergessen. Einen ABS-Sensor kann man ja schlecht mit Kabelbinder befestigen und die Vergaser-Gabel hat dafür logischerweise keine Befestigungspunkte.

    Wenn man aber schon umbaut, dann doch nicht auf das uralt-grobregel-ABS der GS! Etwas moderneres dürfte es dann ja schon sein. Gut, die Kosten...., aber das hatten wir ja schon.

  • Als jemand der staunt, wie viel Spaß manche Leute haben, einen fast-Oldtimer auch noch umzukrempeln, macht mein Senf den Beitrag sicherlich nicht schmackhafter.

    Mit den Teilen von der F-GS sollte es schon möglich sein, über Sinn oder Unsinn eines Umbaus an Stelle eines Fahrzeugtauschs kann man bestimmt reden.

    ich sehe das etwas anders: wenn man Spaß dran hat, kriegt man es sicherlich hin.

    So wie die Frage gestellt war, braucht man wohl nicht mehr darüber zu reden, dazu war schon alles gesagt worden.

    Ansonsten kann man natürlich sein Hobby Motorrad anders ausleben als damit zu fahren.

    Im Übrigen steht bei der F nirgends, ob sie ABS hat, oder nicht - also bei meiner (mit ABS) steht das nirgeds, wenn ich es mal ausbaue, steht das auch nirgends. Woher soll jemand hinterher wissen, dass sie mal ABS hatte? Aber gut, die Versager gabs ja nie mit ABS, von daher vielleicht noch etwas offensichtlicher, würde mir über die TÜV-Geschichte aber nicht so viel Sorgen machen.

    Auch wenn es in den Fahrzeugpapieren nicht steht, hat sich inzwischen vielleicht auch außerhalb des Forums herumgesprochen, dass man die Ausstattungsmerkmale über die Fahrzeug-Identifikationsnummer herausbekommen kann.

    Der TÜV hat wahrscheinlich noch andere Möglichkeiten, aber auch wenn gelingt, den TÜV hinters Licht zu führen - die Bremse gehört auf jeden Fall zu den kritischsten Bestandteilen und wenn etwa bei einem Unfall auch nur der Verdacht aufkommt, die Bremse könne nicht richtig funktioniert haben, ist womöglich die Rente nicht mehr sicher, wenn ein ungenehmigter Umbau herauskommt. Entspricht eine nicht funktionierende Bremse dagegen der Typgenehmigung, war es einfach nur Pech oder allenfalls Fahrlässigkeit.

    DIe Software lässt sich sicher übernehmen

    Mir als Laie will das auch so scheinen. Aber ich weiß, dass ich es nicht weiß ...


    wäre das alles überhaupt nicht kompatibel?

    Platz unter der Verkleidung haben die Entwickler sicher auch keinen vorgesehen und da - wie es scheint - keiner eine entsprechende Erfahrung vorweisen kann, wärst Du der erste, der hier berichtet ...


    Sollte noch einmal ein Wiederverkauf in Betracht kommen: Ein nicht abgenommener Umbau dürfte da fast ein KO-Kriterium sein, und ob ein abgenommener, der eine Entfernung vom Original bedeutet, eine Wertsteigerung bewirkt, will ich in Frage stellen.


    Einem will ich allerdings nachrücklich widersprechen:

    Wenn Du kein ABS hast, kann auch kein ABS kaputt gehen und wieder hohe Kosten nach sich ziehen.

    Wenn ABS keinen Sinn machen würde, wäre es heute keine Ausstattungsvorschrift. Sicher sind nicht alle Vorschriften sinnvoll, manche aber schon.

    Deshalb schließe ich mich dieser Empfehlung an:

    Wenn dir ABS wichtig ist, dann verkauf die F und hol dir ein Möp mit ABS

    Irgendwann wird die F wahrscheinlich sowieso zur Zweitmaschine für lange Touren und für alles andere kommt was schnelleres her.

    Ich weiß ja nicht, woran Du denkst, aber wie wär's, wenn das Schnellere zugunsten des ABS noch etwas wartet oder/und Du später etwas Schnelleres für lange Touren UND alles Andere zulegst ?

    Eine F800GS ?


    Eckart

  • Naja wie gesagt, das ganze ist ja mangels Durchführbarkeit (außer ich gewinne im Lotto) nicht wirklich realisierbar, gerade hier in Deutschland. Aber vielen Dank für all eure Antworten. Ich finde es toll, dass es hier ein Forum gibt, das wirklich noch aktiv ist und hier auch immer promt eine Antwort kommt.

    Den Umbau lassen wir jetzt also einfach mal, jetzt wo der ganze Umfang bekannt ist, und ne F800 kommt vielleicht irgendwann mal zu meinem Fuhrpark dazu. Aber die Vergaser-F verkaufen? Ich glaub ich habe 1600€ nie besser investiert, die bekomme ich doch eh nicht wieder raus ;)