Blinkerschalter stirbt

  • Hallo zusammen,


    ich habe aktuell das, leider bekannte, Problem mit meinem Blinkerschalter. Nach links blinken geht, rechts nur mit viel fleiss, Mühe und Ausdauer -> Schalter ist wohl hin. Ich habe ihn vor einem halben Jahr bereits aufgemacht, gereinigt und mit WD40 benetzt. Bevor ich das nun jedes halbe Jahr so mache würde ich gern wissen ob jemand von euch noch einen Schalter "herumliegen" hat oder weiss wo ich einen Austausch schalter bekommen kann. Die Schalter-Kombi komplett zu tauschen kostet ~100, was ich für ein 50ct Bauteil mit Kanonen auf Spatzen geschossen finde. Google spuckt zu dem Thema leider auch nicht viel aus, genau wie die Suche hier.


    Kann jemand helfen?



    Vielen Dank & viele Grüße


    Matthias

  • Was meinst du denn mit "gereinigt"? Mal mit nem feuchten Lappen drüber gewischt oder richtig fleißig überall den Rost entfernt? Ich hab meinen vor 2 Jahren und 22.000km auf gemacht und mit Schleifpapier und Scotchtuch richtig reine gemacht. War da bestimmt 2h am Putzen. Seitdem überhaupt keine Probleme mehr.

    WD-40 ist aber kein Kontaktspray, ne? Wird weder als eines beworben noch als eines empfohlen. Das Problem ist ja nicht, dass der Schalter nicht richtig rutscht sondern, dass die Kugel keinen elektrischen Kontakt mehr herstellt.

  • Mit gereinigt meine ich vorsichtig die Kontakte freigeschliffen. Das WD40 war auch ehr als korrosionsschutz gedacht. Kontaktfett habe ich damals nicht verwendet, war unsicher wegen kriechströme (Hab LED-Blinker).

  • Mit gereinigt meine ich vorsichtig die Kontakte freigeschliffen.

    Kontakte darf man eigentlich nicht schleifen. Die Metalloberfläche ist hauchdünn veredelt - gegen Korrosion. Ein Schleifen würde die Schicht abschleifen, allenfalls Polieren geht. Wenn die Schicht durch Korrosion aber sowieso schon hin ist, kann man nichts mehr kaputt machen, dann kann man die Korrosionsschicht auch abschleifen. Der Kontakt funktioniert dann wieder, ist dann allerdings nicht mehr langlebig.

    Kontaktfett habe ich damals nicht verwendet, war unsicher wegen kriechströme (Hab LED-Blinker).


    Fette sind der Feind aller Kontakte !

    Sie sind nichtleitend und wenn sie sich auf den Kontakt legen, gibt es keinen Kontakt mehr. Kriechströme sind weniger zu erwarten.

    Das WD40 war auch ehr als korrosionsschutz gedacht.

    WD40 wird ja als Wundermittel für alles Mögliche beworben, auch Elektrisches. In Schalter würde ich sowas allerdings nicht geben, weil die Rückstände die Kontaktgabe beeinträchtigen können. Dort eher

    Kontakt 61

    Von WD40 gibt es allerdings inzwischen auch eine Variante für diesen Zweck.


    Zwar nicht mit dem Blinkerschalter, aber mit anderen Armaturen musste ich auch schon die Erfahrung machen, dass Ersatz sehr teuer ist, weil BMW nur die kompletten Griffe verkauft statt der einzelnen Schalter.

    Wenn Du kein gebrauchtes Ersatzteil bekommst, könntest Du noch nach einem mechanischen Problem des Schalters suchen: Vielleicht sind die Kontakte nur verbogen. Mir war es seinerzeit bei der Anlassertaste gelungen, den Ersatz wenigstens etwas herauszuzögern.


    Eckart

  • Fette sind nicht leitend, das stimmt. Bei Kontaktfett wird dem Fett jedoch Kupfer beigemischt wodurch es seine leitende Eigenschaft erhält. Eigentlich ist Kontaktfett für solche Sachen gut geeignet, wäre da eben nicht das angesprochene Problem mit den Kriechströmen - gerade bei solch kleinen Schaltern/Bauteilen mit geringem Abstand. Bei Glühbirnen wäre das kein Problem, nur bei minimal-Verbraucher kann es sein das sie anfangen zu glimmen.


    Stimmt, WD40 hat sich irgendwie zum "wundermittel" gemausert, verwende es auch echt gern ^^ Hatte im Vorfeld geschaut ob es etwas besseres gibt allerdings bin ich eben immer und immer wieder bei Kontaktfett und Kontaktspray gelandet. Von Kontakt 61 hab ich bisher noch nie gehört / gelesen. Bin mal gespannt ob es mein Problem lösen wird. Mit absoluter Sicherheit kann ich allerdings schon sagen das die kleinen Kügelchen mich wieder in den Wahnsinn treiben werden... :D


    Ich danke euch für eure Tipps :)


    VG Matthias

  • die kleinen Kügelchen mich wieder in den Wahnsinn treiben werden... :D

    Ich kann dir versichern, dass das nicht nur dir so geht ;) wobei mein größeres Problem die kleine Feder dahinter war. Die ist bei einem missglückten Einsetzversuch nämlich weg gehüpft und hat sich versteckt.

  • Fett korrekt im Schalter aufzubringen ist eine Kunst die heute nur noch die kleinen Chinesen bringen mit Finger wie Wattestäbchen. Wer da mit Schrauberhänden, Hornhaut und kraftvoller Muskulatur dran geht, hat schon im Ansatz eigentlich verloren. Ich habe einmal einen solchen Versuch gewagt und nach 2 Std entnervt und mit dem Eigenversprechen es nie nie nie im Leben mehr zu machen, erfolglos aufgegeben.


    WD40 jedenfalls ist ein Fettlöser und damit da absolut falsche für einen Schalter. Die letzten reste an Fett an den beweglichen Teilen sind weg. Kunststoffe fettet man idealerweise mit Vasiline. Aber bei höheren Temperaturen wird das leider zu flüssig. Ich glaube das Griffschalter am Motorrad dann doch in der Sonne mal zu heiss werden. Daher ein mehr hitzbeständiges Fett benutzen. Ein Lagerfett dürfte gut passen. Und nur mit dem Zahnstocher ganz wenig an die beweglichen Stellen bringen. Dort ist es lebensnotwenig. Am Kontakt ist es isolierend und daher kontraproduktiv.


    Aber es fliegt nicht irgendwie durch die Gegend, wenn es da drin eingebracht wird. Es klebt ziemlich gut an den Stellen an denen man es aufbringt. Zur Not mit einem Wattestäbchen wieder überflüssiges abtupfen. Da muss kein Fett Reservoir hängen bleiben, es reicht wenn die Reibstelle benetzt ist.


    Kontakte absschleifen, wie Eckart sagte, Oberflächenveredelt, genau schauen ob man nur Dreck entfernen muss oder ob die Kontaktfläche eh schon hinüber ist.

  • Hi,


    also ich habe bei meinen div. Restaurationen bisher damit sehr gute Erfahrungen gemacht:


    http://www.wet-protect.de/produkte/e-motorbike/


    Das Zeug säubert, schmiert, und bringt Kontakt auf Dauer. Ist allerdings heftig teuer - aber das ist ja relativ.


    Hab da mal vor vielen Jahren eine Vorführung auf einer Messe gesehen, da wurde eine Dreifachsteckdose eingesprüht

    und in ein Aquarium versenkt. Passiert ist nix, die eingesteckte Lampe brannte lustig weiter.


    Alternativ benutze ich auch das hier:


    https://www.amazon.de/gp/produ…age_o02_s00?ie=UTF8&psc=1


    preiswerter und geht auch ganz gut.

    Gruß

    Hansemann

  • Den Versuch mit dem Wasserbecken hatten wir vor Jahren auch mal an unserem Messestand....vollentsalztes Wasser leitet nun mal kaum...und Fische durften wir schon damals nicht ins Demobecken setzen


    Wir verwenden spezielles Sicherungsfett, das dient z.B. beim Eínsatz von sog. NH-Sicherungen als Korrosionsschutz und ist dennoch leitfähig.


    Evtl. mal einen Elektriker deines Vertrauens aus dem Bereich Energietechnik fragen ?


    Gruß

    Jörg

    F650GS R13, H-D Sportster Iron883, Honda Dax, Honda Monkey

  • Keinesfalls Leitfähiges Fett in Microschaltern benutzen. Und Motorradschalter sind Microschalter. Kommt das Fett an die Kontaktbahnen die oftmals recht nahe beeinander sind, leitet das Fett statt die Kontaktbahn und man hat Dauerlicht, allenfalls noch unterschiedlich hell. Und das bedeutet zusätzlich, das die Spannung am Fett abfällt und dort für große Wärme sorgt. Das ruiniert den Schalter unter Umständen in wenigen Sekunden durch überhitzes und damit schmelzendes Plastik.


    Sowas ist ausschliesslich im Schaltschrankbau als Korrossionsschutz benutzbar und dort auch nur an genau definierten Stellen und Einsatzgebieten. Finger weg von solchem Fett. Auch wenns ein paar Strassengauner gerne als Universalschutz gegen alles verkaufen wollen. Das einzige was die interessiert ist dein Geld. Das Fett bekommt man für Apple und Ei als Batterieklemmenfett beim KFZ-Händler. Also nicht denken, das wäre irgendein Wunderzeug und würde alle Probleme lösen.


    Man muss da echt Wissen wo man es hinschmieren darf und wo nicht. Sonst kann man wirklich ne Menge schrotten.

  • @bmw


    Das Problem mit der hüpfenden Feder lässt sich ganz einfach mit einem stärkeren Magneten lösen. Hatte beim zusammenbauen einen in der Hand, nahe am Gehäuse. Der hat zuverlässig alles aufgefangen was abhauen wollte.

  • Keinesfalls Leitfähiges Fett in Microschaltern benutzen. Und Motorradschalter sind Microschalter. Kommt das Fett an die Kontaktbahnen die oftmals recht nahe beeinander sind, leitet das Fett statt die Kontaktbahn und man hat Dauerlicht, allenfalls noch unterschiedlich hell. Und das bedeutet zusätzlich, das die Spannung am Fett abfällt und dort für große Wärme sorgt. Das ruiniert den Schalter unter Umständen in wenigen Sekunden durch überhitzes und damit schmelzendes Plastik.


    Sowas ist ausschliesslich im Schaltschrankbau als Korrossionsschutz benutzbar und dort auch nur an genau definierten Stellen und Einsatzgebieten. Finger weg von solchem Fett. Auch wenns ein paar Strassengauner gerne als Universalschutz gegen alles verkaufen wollen. Das einzige was die interessiert ist dein Geld. Das Fett bekommt man für Apple und Ei als Batterieklemmenfett beim KFZ-Händler. Also nicht denken, das wäre irgendein Wunderzeug und würde alle Probleme lösen.


    Man muss da echt Wissen wo man es hinschmieren darf und wo nicht. Sonst kann man wirklich ne Menge schrotten.

    Ich weiß ja nicht mit welchem Quast einige ihre Teile fetten....höchstens mit einen Zahnstocher einen Hauch Fett aufbringen, dann klappt das schon. Mit ähnlichem Fett haben Kollegen früher die Hubdrehwähler und Relais in den Ortsvermittlungstellen gefettet. Die Dinger haben danach auch noch über 30 Jahre gehalten :-)

    F650GS R13, H-D Sportster Iron883, Honda Dax, Honda Monkey

  • Hubdrehwähler und Relais werden normal mit nicht leitendem Fett geschmiert. Man schmiert ja die beweglichen Stellen und nicht die Kontakte. Leitfähiges Fett wird an Batterieklemmen benutzt gegen Oxidationen, bei NH Sicherungen an den Sicherungsmesser und überall wo man elektrisch leitende Verbindung hat, aber die Oberfläche gegen Feuchtigkeit und Korrosion mit Fett schützen will. Telefonrelais und Hubwähler haben Berylliumkontakte, Messingzungen und kein Fett an den Kontakten, sondern an den beweglichen Teilen und Führungen