Motor springt schlecht an

  • Hallo Zusammen.


    Unsere F650 CS hatte letzten Sommer ca. 19.000 km auf dem Tacho. Für das Baujahr 2002 vgl. wenig. Wir haben uns aber gedacht, wir könnten der Kleinen was Gutes zun. Also haben wir im Vorfeld der 20.000 km Inspektion den Luftfilter gewechselt und eine Iridium-Zündkerze eingebaut. In der Werkstatt haben wir dann gesagt, man möge bitte das Motul 10W-40 Öl rein tun (5100) (Vorher wurde - warum auch immer - Automotoröl 10W-40 von Aral rein gemacht). Eigentlich lief der Motor dann besser, weil die Vibrationen weniger wurden. Allerdings ist das Startverhalten seit dem letzten Sommer schlecht. Man merkt es, dass der Anlasser im kalten sowie im warmen Zustand seine Mühe hat. Wenn die Batterie nicht so voll ist, braucht der Anlasser die eine oder andere Ehrenrunde, damit der Motor läuft. Mit frisch geladener Batterie wird es besser, aber immer noch unbefriedigend (Die Batterie wurde im Januar 2018 getauscht).


    Irgendwie kommen wir nicht auf den Trichter, warum der Anlasser sich so müht? Alles, was wir gemacht haben, sollte doch alles besser machen? Neuer Luftfilter für die Atmung. Neue Zündkerze für die Zündung und auch noch echtes Motorradmotoröl...


    Hätte jemand eine Idee?


    Gruss und Danke, Horst

  • Fährt sie denn sonst normal wenn sie dann mal läuft??

    Wie sehen denn die Kerzen aus? (Verrußt?)


    Ansonsten könnte ich mir noch vorstellen dass das Problem bei der Dekompressionsautomatik liegt. Diese hebt die Auslassventile etwas an damit die Kompression nicht so stark ist --> der Anlasser muss weniger Luft zusammendrücken --> weniger Kraftaufwand.

    Wenn die natürlich nicht mehr richtig funktioniert tut sich der Anlasser etwas schwer.

    Aber eventuell hat jemand anders noch eine Idee die man leichter überprüfen könnte.

  • Meine CS springt zur Zeit auch nicht so toll an.

    Ich glaub aber dass die Batterie bald am Ende ist und der Startvorgang so viel Strom zieht, dass dann die ECU zu wenig Spannung hat um korrekt zu arbeiten. Wenn sie ein paar Minuten gelaufen ist, springt sie bei einem neuen Start problemlos an.

    Werd mir nächste Woche ne neue Batterie kaufen.

  • Guten Abend Zusammen.


    Vielen Dank für die Antworten.


    Zündkerzen: Nach Abgleich der ursprünglichen Nicht-Iridium Zündkerze mit den Bildern im Schrauberhandbuch, würde ich sagen, das diese gut aussah. Ebenso die neue Iridium Zündkerze.


    Fahrverhalten: Wenn der Motor läuft, dann gibt es keinerlei Probleme. Außer, dass manchmal das Gas klemmt (nach einem Umfaller ist die rechte Lenkerseite nicht mehr frisch und wird demnächst ausgewechselt.)


    Heute hatten wir draußen um die 25 °C. Habe die kleine gestartet. Als wäre nichts, Motor war sehr schnell oben.


    Test: Demnächst wollen wir ein 200 A Powerpack an die Batterie anschließen und dann starten. Ich habe etwas die Batterie im Verdacht, dass diese auch voll geladen, nicht genug Strom liefert.


    Dekompressionsautomatik: So etwas ist verbaut? Wie kann diese die Auslassventile anheben? Ich dachte die "hängen" an der Nockenwelle?


    Gruss und Danke, Horst

  • es ist eine Dekompressionsautomatik verbaut. Die Regelung ist abhängig von der Drehzahl der Nockenwelle. Bei geringer Drehzahl wird ein Auslassventil im Verdichtungstakt ausgehoben. Bei höherer Drehzahl wird dieser Mechanismus deaktiviert. Realisiert wurde das ganze als klassischer fliegkraftregler.


    Ich nehme mal an du meinst mit "hängen an der Nockenwelle" eine Zwangssteuerung der Ventile wie z.B. bei der Desmodromic. Die ventilsteuerung im Rotax-Motor erfolgt konventionell, also keine Zwangssteuerung.

  • Guten Morgen Zusammen.


    Vielen Dank für die bisherige Diskussion zum Thema.


    Die letzten Tage waren ereignisreich. Das ist der Stand.


    Die CS stand seit etwa September in der Garage herum. Am verg. Sonntag wollten wir bei kühlen Temperaturen eine Ausfahrt machen. D.h., bei der oben dargestellten Problematik, am Samstag Batterie laden.


    Am nächsten Morgen dann der Startversuch mit der vollen Batterie. Der Anlasser drehte nach Gehör gut. Aber der Motor sprang nicht an. Wir haben dann die Zündkerze ausgebaut, diese war nass. D.h., Kraftstoffversorgung ist gegeben. Ich habe mir dann die Iridiumündkerze angeschaut und fand dass diese gut aussieht (siehe Anhang; diese ist ca. 8000 km im Einsatz). Ich habe dann die alte, noch vorhanden Zündkerze eingebaut. Starten wollte der Motor immer noch nicht...


    Etwas frustriert dachten wir schon darüber nach, dass das Teil in die Werkstatt muss. Dann habe ich mir aber gedacht, ich könnte mal das Startpowerpack (Dino Kraftwerk) ausprobieren. Die Anschlussmöglichkeit hatte ich nun geschaffen. Und was soll ich sagen, der Motor sprang wie eine Eins an.


    Nun war für uns klar, dass es doch die Batterie ist, die bis dato wegen des jungen Alters nicht im Verdacht stand. Am nächsten Tag kauften wir eine neue Batterie von JMP. Wir haben diese eingebaut und über Nacht mit einem CTek Lader geladen. Am nächsten morgen dann die Ernüchterung... der Motor springt nicht an. Dann das Powerpack angeschlossen... Motor springt wie eine Eins an. Wir haben das Motorrad laufen lassen. Es ist dann im Leerlauf komischerweise nach einigen Minuten ausgegangen. Nach einem erneuten Powerpackeinsatz lief der Motor aber wieder.


    Auf der folgenden 70 km Ausfahrt lief das Motorrad ohne Probleme. Wir haben den Motor im warmen Zustand mehrmals aus und angemacht - ohne Probleme.


    Um ehrlich zu sein, sind wir gerade total konsterniert und wissen nicht, wie es sein kann, dass der kalte Motor mit der neuen, voll aufgeladenen Batterie nicht startet, dafür aber mit dem Powerpack.


    Hätte jemand eine Idee?


    Gruss, Horst.

  • Beide Batterien sind zu schwach, die Leistung bricht im kalten Zustand zu schnell ein. Das Powerpack liefert genug Leistung.

    Neu und voll aufgeladen muss nicht heissen das die Batterie auch im kalten Zustand hohe Ströme liefern kann.

  • Wurden jemals bei der Kiste das Ventilspiel geprüft? Wäre meine nächste Aktion. Ein zu großes Ventilspiel und damit nicht ausreichend öffnende Ventile könnte durchaus den Effekt schlechten Anspringens haben, was dann bei "brute force" vielleicht kurzzeitig überspielt werden kann.

    Meine Beiträge geben meine private Meinung wieder ohne Anspruch auf sachliche Richtigkeit.

  • Beide Batterien sind zu schwach, die Leistung bricht im kalten Zustand zu schnell ein. Das Powerpack liefert genug Leistung.

    Neu und voll aufgeladen muss nicht heissen das die Batterie auch im kalten Zustand hohe Ströme liefern kann.


    Guten Tag.


    Danke für die Antwort.


    Wir wissen allerdings langsam nicht mehr, was wir da noch als Batterie einbauen sollen:


    Im Februar 2018 ist eine Siga GEL12-12AL-A, 12 V, 12 AH, mit 230 A Kaltstartstrom reingekommen. Diese haben wir nun ersetzt.

    Neu drinne ist eine JMT Gel YB12AL-A2, 12 V, 12 AH, mit 170 A Kaltstartstrom. (Wenn der Motor warm ist, dann springt dieser mit der neuen Batterie gefühlt besser an)


    Laut Wikipedia beziehen sich die Angaben zum Kaltstartstrom auf eine Temperatur von -18 °C. Von dieser sind wir derzeit weit entfernt. Des Weiteren hatte ich mal an wärmeren Tagen den Strom zum Anlasser gemessen, mit Strommesszange, da waren es ca. 40 A.

    Das Powerpack, DIno Kraftwerk, liefert normal 200 A. Mit einer Boostfunktion, die wir nicht brauchten, sind es 400 A.


    Irgendwie könnte bei mir das Gefühl aufkommen, dass die CS ein Sommermotorrad ist. Unter 10 °C nicht zu gebrauchen.


    Vlt. sollte ich eine Umfrage starten, wer es schafft, seine CS unter 5°C zu starten...?


    Gruss, Horst

  • Die CS sollte mit einer normalen Batterie bei diesen milden Temperaturen anspringen, keine Frage.

    Das Powerpack liefert 200A und die Batterie soll 170A liefern. Würde sie das bringen, würde die CS auch damit starten. Es ist keine Seltenheit das neue Batterien schadhaft sind und sich dieses aber erst bei tieferen Temperaturen bemerkbar macht. Ein Batterietester hast du vermutlich nicht zur Hand aber damit kann man messen bzw. erkennen wie eine Batterie im kalten Zustand zusammen bricht. Wenn die Batterie durch Ladung des Motorrad erwärmt wurde, dazu auch noch der Motor warm ist und williger anspringt, bemerkt man kaum das man eine Batterie verbaut hat die eigentlich am unteren Ende angelangt ist.

    Lass die "neue" Batterie testen

  • Wurden jemals bei der Kiste das Ventilspiel geprüft? Wäre meine nächste Aktion. Ein zu großes Ventilspiel und damit nicht ausreichend öffnende Ventile könnte durchaus den Effekt schlechten Anspringens haben, was dann bei "brute force" vielleicht kurzzeitig überspielt werden kann.


    Hallo JustMe.


    Das Motorrad hat gerade knapp 30.000 km. Bei 20.000 km hat es die Werkstatt versäumt, dass Ventilspiel zu prüfen. Bei 40.000 km wird es aber mit Sicherheit gemacht.


    Hatten wir auch schon in Betracht gezogen, in den letzten Monaten.... neben Zündkerze, Zündspule, Drosselklappe, Kraftstoffpumpe, usw.


    Gruss, Horst.

  • Hallo Hauke.


    Danke für Deinen Input.


    Einen Batterietester haben wir nicht. Es ist aber nun ein JMP Batterie Monitor angeschlossen. Wenn wir es schaffen, diesen per Bluetooth anzusprechen, dann würde ich auch einige Zahlen sehen. Ist in Arbeit.


    Zu neuen Batterien und Schadhaftigkeit: es wäre aber ja schon sehr merkwürdig, dass wir 2018 und 2019 eine neue Batterie kaufen und beiden Grütze sind...


    Ich werde erstmal den Batteriemonitor auslesen. Dann werde ich mal die Batterie aus meinem Motorrad anschließen (Tiger 800, 14 Ah). Dann werde ich versuchen, die Stromaufnahme des Anlassers zu messen. Bei Kälte habe ich das noch nicht gemacht.


    Ansonsten haben wir ja nichts anders zu tun... vlt. mache ich im Forum hier in Umfrage, welche Batterien so verbaut werden ...


    Gruss und Danke, Horst.

  • zu kuriosen Batterieproblemen...

    meine GS wollte letztes Jahr eine neue Batterie. Da ich in der F auch eine 12AH verbaut habe, baute ich sie um, damit ich mit der GS mir eine neue Batterie kaufen kann. <klack klack klack> In der F läuft die Batterie aber immer noch.

    Eine neue ebenfalls 12AH Batterie rennt bei der GS wie sie soll. Also ist meine Batterie der F schon so am Ende das sie in der GS schon die Grätsche macht, in der F aber noch problemlos läuft. ok ok, in der GS sollte normal auch 14AH verbaut werden aber die gibt es in der Bauform nur als BleiGel zum doppelten Preis... muss ich nicht haben ;)

    Ich will damit nur sagen, eine Batterie die irgendwo gerade noch geht muss nicht in Ordnung sein. Batterien sterben nicht immer einen schnellen Tod.

  • Hallo!


    Evtl. würde es sich lohnen, mal einen Blick auf die Anschlüsse der Batterie zu werfen. Ist hier alles sauber (auch "innen", also an den Anlage/ Kontaktflächen). Manchmal kommt noch genügend Strom für den Anlasser durch, nicht aber für einen ausreichenden Zündfunken. Würde auch erklären, warum sie mit Fremdsaft anspringt, der nimmt einen anderen Weg.

    Hatte ich mal am PKW: Hat sauber "georgelt", aber nicht gezündet. Eine Polklemme war nicht richtig fest. Wobei ich nach eurer Wechselhistorie eher auf ein fehlerhaftes Anschlusskabel ( Klemmung der Litzen im Anschluss) als auf eine lose oder verschmutzte Anschlussklemme tippen würde.


    Gruß Joachim

  • Evtl. würde es sich lohnen, mal einen Blick auf die Anschlüsse der Batterie zu werfen. Ist hier alles sauber (auch "innen", also an den Anlage/ Kontaktflächen). Manchmal kommt noch genügend Strom für den Anlasser durch, nicht aber für einen ausreichenden Zündfunken.

    Die Frage ist berechtigt, denn laut diesem Beitrag - Starthilfe mit Powerpack - ist der Anschluss nicht ganz nach Serie.


    Zur weiteren Diagnose zum Einkreisen des Fehlers wäre eine Spannungsmessung hilfreich, insbesondere eine während des vergeblichen Anlassens. Ein drehender Anlasser ist kein hinreichendes Indiz für eine für die Motorelektronik - Einspritzung und Zündung - ausreichende Spannung; erfahrungsgemäß müssen noch mindestens 9 Volt erreicht werden.

    JMP Batterie Monitor

    Davon sollte man sich nicht zuviel erwarten. Laut Produktbeschreibung ...

    können Sie den Ladezustand Ihrer Fahrzeugbatterie schnell und simpel kontrollieren.

    ... aber eventuell nicht mehr. Das Gerät führt eine Spannungsmessung durch - ich weiß nicht, wie oft. Mit einem normalen Instrument, das direkt an die Batterieklemmen kommt, ist man auf der sicheren Seite.


    Eckart

  • Guten Tag Zusammen.


    Vielen Dank für den regen Austausch gestern. Es war sehr interessant.


    Wir haben heute folgendes gemacht: Den kalten Motor haben wir per Powerpack gestartet. Ich bin dann ca. 20 km gefahren. War alles in Ordnung. Dann habe ich die CS im warmen Zustand ausgemacht. Diesen Batteriemonitor neu angeschlossen, so dass ich diesen nun per Bluetooth auslesen kann. Von den Diagrammen habe ich einige Screenshots gemacht.

    Ergebnisse:


    -Die Batterie ist ja neu und wohl gut geladen. Es wird eine Ruhespannung von > 13 V angezeigt.

    -Beim Anlassen ohne Gang, mit gezogener Kupplung, sinkt die Spannung Richtung 9 V, der Motor springt aber gut an

    -Beim Anlassen mit 1. Gang, gezogener Kupplung, sinkt die Spannung in Richtung 8 V und darunter, Motor startet nicht.

    -läuft der warme Motor, dann wird die Batterie im Leerlauf sowie bei Drehzahl (2500-3000 U/min) mit mehr als 14 V versorgt


    Die Sache mit dem 1. Gang und nicht anspringen wollen, macht mich stutzig, weil die Kupplung eigentlich gut eingestellt ist (1-2mm Spiel ist da). Es ließe die Vermutung zu, dass der Motor-Widerstand über die Kupplung für den Start zu hoch ist. Die Batterie geht folglich in die Knie.


    Ich werde nun folgendes machen. Ich lasse die Maschine kalt werden. Dann werde ich mit der Einstellung der Kupplung spielen und schauen, ob und wie der Motor anspringt. Ich werde dann berichten.


    Siehe auch die entsprechenden Bilder im Anhang.


    Gruss und Danke, Horst.

  • Daß sie kalt im 1. Gang trotz gezogener Kupplung nicht starten will, würde ich als normal abtun. Das kalte Öl klebt die Lamellen sicher ganz ordentlich zusammen. Leg mal den Gang ein, lass jemanden die Kupplung ziehen und drehe am Hinterrad (oder schiebe die Maschine mit gezogener Kupplung), das geht schon zäh.

    Daß sie beim Starten mit Gang einen Zündfunken hätte, wenn die Spannung ausreichen würde, setzen wir mal voraus, denn wenn mit dem Kupplungsschalter etwas nicht stimmen würde, dürfte der Anlasser ja auch nicht bei eingelegtem Gang arbeiten.

    Vielleicht kannst du mal, wenn du die Gang/kein Gang- Geschichte weiter verfolgen willst, die Kiste hinten behelfsweise hochbocken (VORSICHT UNFALLGEFAHR bevor es ein anderer schreibt;)), entweder über den Seitenständer zu dir herziehen und gleichzeitig auf der anderen Seite unterbauen oder sonstwie. Dann bei gezogener Handbremse und gezogener Kupplung einen Startversuch unternehmen. Das freidrehende Hinterrad sollte für den Anlasser leichter durchzudrehen sein als die ölige kalte Kupplung.

    Hast du mal den Zustand der Anschlussleitungen geprüft?


    Gruß Joachim


    Edith sagt, du hast ja bei warmem Motor auch das 1.Gang-Phänomen. Kannst ja trotzdem mal die hochbock-Geschichte probieren..