Warum krachen die Gänge so rein?

  • Guten Morgen zusammen,


    ich will gerne eine grundsätzliche Frage stellen, die kein technisches Problem ist, aber ein gefühltes: Beim Schalten krachen die Gänge für mein Gehör rein, wie wenn da gleich was abbricht. Is natürlich nicht so. Is wohl normal. Aber warum ist das so? Was passiert da im Getriebe und was hat die Konstrukteure daran gehindert, es anders zu machen?


    Viele Grüße, Uli

  • Was passiert da im Getriebe und was hat die Konstrukteure daran gehindert, es anders zu machen?


    ist halt so :-)


    Bei meiner 1150er kracht nix , ist aber auch Automobiltechnik mit Trockenkupplung und angeflanschtem Getriebe hier wird richtig getrennt :whistle:

    Die kleinen BMWs habe eine Ölbadkupplung - da wird es so bleiben mit gutem Öl ( richtige Viskosität ) kann man den Effekt etwas abschwächen - ganz weg geht nicht.



    :wave:


    Mac

  • Krachen tut es im Stand beim Erster-Gang-Einlegen, aber auch in den höheren Gängen finde ich, dass es sich nicht nach der ehrenvollen Erledigung einer Ingenieursaufgabe klingt.

    Vor dem Ziehen der Kupplung den Ganghebel bereits auf Zug bzw. Druck bringen. Dann erst Kupplung ziehen. Das sollte das Geräusch deutlich mindern.


    Desweiteren könnte man noch mit der Viskosität des Motoröls spielen. Was ist denn derzeit eingefüllt?

  • Guten Morgen zusammen,


    ich will gerne eine grundsätzliche Frage stellen, die kein technisches Problem ist, aber ein gefühltes: Beim Schalten krachen die Gänge für mein Gehör rein, wie wenn da gleich was abbricht. Is natürlich nicht so. Is wohl normal. Aber warum ist das so? Was passiert da im Getriebe und was hat die Konstrukteure daran gehindert, es anders zu machen?


    Viele Grüße, Uli




    Ey Genowend

    Als Erstbesitzer meiner roten (Ez 19.7.99) mit 176tkm ohne Revision. .bei mir kracht nix...fahr aber auch nach wie vor 20/50 W mineral Jaso Ma2...war damals bei Neujsuf Erstbefüllung und ich tu meiner Ölbadkupplung nix anderes an



    Was für Plörre hast du denn drin.um Motor . Getriebe und Kupplung in Schuß zu halten...

    Ziehste auch immer ordentlich die Kupplung bzw schaltest zt mit zwischengas ohne...Ich habs gelernt auf nem Fuller unsynchron

    Wer das kann.bei dem krachen keine Gänge.weder an meiner R 100 RS BJ 86 noch an meiner F 650 Bj 99

  • Hallo Uli,

    Mir gefällt das Video auch !

    Krachen tut es im Stand beim Erster-Gang-Einlegen, aber auch in den höheren Gängen finde ich, dass es sich nicht nach der ehrenvollen Erledigung einer Ingenieursaufgabe klingt.

    Deine Kritik in Ehren, aber wenn man bedenkt, dass der Rotax-Motor für seine Langlebigkeit bekannt ist, können die Ingenieure so schlecht ihre Aufgabe nicht erledigt haben. Wenn Du erst einmal Deinen Tachoausfall hast, wird sich Dein Fokus möglicherweise zu weniger auffälligen, aber anfälligeren Teilen hin bewegen.


    Im Video wird ja erklärt,, dass das Geräusch entsteht, weil Teile des Getriebes bis zum Stillstand abgebremst werden. Beim Schalten zwischen höheren Gängen ist das ja gar nicht der Fall, da ändert sich nur die Drehzahl der Wellen. Mit etwas Übung und Gefühl im Gas bekommt man es sogar hin, das Getriebe in den höheren Gängen ohne Kupplung zu schalten, ohne dass es sich anhört als wolle es auseinanderfallen.

    Krachen sollte es aber nur wenn du in den 1. Gang schaltest.

    Wenn Dein Getriebe trotzdem auch in den höheren Gängen auffällig laut schaltet, stimmt vielleicht etwas mit Deinem Schalten nicht oder es ist etwas nicht in Ordnung. Auf den möglichen Einfluss des Öls wurdest Du ja schon hingeweisen. In erster Linie kann aber eine falsche Einstellung des Kupplungsspiels Ursache für Schaltgeräusche sein, wenn das dazu führt, dass die Kupplung nicht ausreichend trennt.


    Wie es richtig ist, steht ja in der Bedienungsanleitung.


    Schlimmstenfalls ist der Kupplungszug am Ende und längt sich. Man muss dann immer wieder nachstellen und er wirkt unter Umständen auch richtig eingestellt nicht richtig auf die Kupplung .


    Eckart

  • ... finde ich, dass es sich nicht nach der ehrenvollen Erledigung einer Ingenieursaufgabe klingt.

    Besonders lautes Krachen beim Gangeinlegen im Stand könnte auch auf eine schlecht trennende Kupplung hindeuten. Vielleicht mal die Einstellung des Bowdenzugs kontrollieren (lassen).


    Aus Bauraum- und Gewichtsgründen sind Motorradgetriebe unsynchronisiert. Für die Drehzahlsynchronisation ist der Bediener verantwortlich; prinzpbedingt. Wie stark es bei der Schaltung kracht, hängt von der Übung und dem Geschick des Bedieners ab.

    Alternativen sind Roller mit CVT- und einige Motorräder mit DCT-Getrieben.

    Gruß
    Dieter


    Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war. (Bert Brecht)

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Dieter_N ()

  • Vielleicht mal die Einstellung des Bowdenzugs kontrollieren (lassen).

    Hatte ich das nicht gerade geschrieben ?

    Ok, doppelt hält besser.

    Für die Drehzahlsynchronisation ist der Bediener verantwortlich

    Ist das so ?

    Gibt hier wer Zwischengas ?

    Wie stark es bei der Schaltung kracht, hängt von der Übung und dem Geschick des Bedieners ab

    In erster Linie hängt es vom Motorrad ab. Schon bei meiner F800GS ist das Krachen wesentlich dezenter als ich das von der F650GS kannte - trotz gleichen Bauprinzips.


    Eckart

  • Gibt hier wer Zwischengas ?

    Ja,Eckart.....im Gegensatz zum riesigen Fuller fürn Schwerlastbetrieb,wo erst per Gas Getriebe entspannst,in Leerlauf kommst und hernach dezent dosiert es in den nächsten der 18 Gänge flutschen läßt

    Am Rotax sinds nur 5 Gänge,enspannste dies Getriebe per Gasgriff,läßt sich auch dies Butterweich hoch und runter schalten,sogar ohne zu kuppeln...ist Übungssache...natürlich muß das Getriebe samt Motor betriebswarm sein und mit dem richtigen Öl versorgt sein

    Ob synth oder mineral...ist Glaubensfrage,aber es herrscht Religionsfreiheit;)


    Gruß

    Rolf

  • Gibt hier wer Zwischengas ?


    Eckart

    "Zwischen"gas ist beim Motorrad nur bei Rückschaltungen angebracht, da zwischen den Gängen gar kein definierter Leerlauf existiert, in dem das Zwischengas bei Hochschaltungen etwas sinnvolles an der Getriebeeingangswelle bewirken könnte.

    Beim Hochschalten hilft Gaswegnehmen, da die Drehzahl des Getriebeeingangs für den neuen Gang abgesenkt werden muss. Bei leicht vorgespanntem Schalthebel reicht die Momentabnahme Richtung Null, dass die Klauenverbindung des alten Gangs sich öffnet. Wie das Zähnepaar des neuen Gangs ineinander findet, hängt jetzt von verschiedenen Vorgängen ab. Wie stark wurde das Motormoment reduziert? Wie steil ist damit der fallende Motordrehzahlgradient? Wie stark wird am Schalthebel gezogen, d.h. wie schnell bewegt sich die Schaltklaue? Wie hoch ist das übertragene Moment an der Kupplung. ist sie ganz offen, nur teilweise oder ganz zu? Davon hängt ab, bei welcher Differenzdrehzahl die Klauen-Verzahnungen des neuen Gangs aufeinandertreffen. Ob sie gleich ineinander flutschen oder erst noch etwas ratschen. Und wie groß der Stoß beim finalen Einfallen ist. Die Stärke des Stosses wird natürlich auch vom Kupplungszustand beeinflußt. Ist diese geschlossen, wird bei gleicher Differenzdrehzahl der Stoß heftiger ausfallen als bei offener Kupplung, da der ganze Motor mit seiner Massenträgheit dran hängt. Bei offener Kupplung trägt nur die Massenträgheit des Getriebeeingangs plus das Schleppmoment der offenen Kupplung dazu bei.

    Beim Zurückschalten kann in der Tat etwas "Zwischen"-Gas geben helfen, um den Stoß zu mildern. Zum Öffnen der Klaue muss allerdings zuerst Gas weggenommen oder die Kupplung geöffnet werden, um das übertragene Drehmoment zu reduzieren. Sonst löst sich die Klauenverbindung nur widerwillig bzw. mit Gewalt. Das folgende Gasgeben dient der Drehzahlanpassung des Getriebeeingangs. Auch hier bestimmt wieder das komplexe Zusammenspiel aus Kraft am Schalthebel, Betätigung der Kupplung und Drehzahlverlauf des Motors, mit welcher Drehzahl die Klauen des neuen Gangs auf einandertreffen. Und damit, wie groß der entstehende Stoß ist.


    Natürlich ist das auch von Motorrad zu Motorrad verschieden. Verschiedene Gangsprünge, verschieden große Massenträgheiten, verschiedene Lagerungskonzepte und Getriebegehäuse, verschiedene Motorlagerungen im Rahmen (fest oder in Gummi), ...

    All das beeinflußt auch, wie stark die Stöße empfunden werden.


    Da zwischen den Gängen kein anwählbarer Leerlauf ist, findet der Übergang vom alten in den neuen Gang sehr schnell statt und die begleitenden Vorgänge wie Gasgeben, -wegnehmen, Kupplung betätigen überlappen einander zeitlich. Deshalb bedarf es auch einiger Übung, dis sich Schaltungen reproduzierbar weich anfühlen.


    Um auf die Frage zurück zu kommen. Ich gebe (Zwischen)-Gas beim Zurückschalten. Und wenn ich mich genau beobachte, dann ist die Betätigung der Kupplung bei Schaltungen oft so reduziert, dass diese vermutlich nur wenig öffnet.

    Gruß
    Dieter


    Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war. (Bert Brecht)

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  • Dieter_N : super Beschreibung !:clap1:


    Gefühlt finde ich mich zwischen hier :

    Ich gebe (Zwischen)-Gas beim Zurückschalten. Und wenn ich mich genau beobachte, dann ist die Betätigung der Kupplung bei Schaltungen oft so reduziert, dass diese vermutlich nur wenig öffnet.

    und hier :

    Am Rotax sinds nur 5 Gänge,enspannste dies Getriebe per Gasgriff,läßt sich auch dies Butterweich hoch und runter schalten,sogar ohne zu kuppeln...ist Übungssache

    wieder , da auch schon "geübt" und es macht sogar Spaß.;)

    Ist schalten ohne zu kuppeln nun schonender für das Getriebe ?

    Dürfte dem egal sein , die oben beschriebenen Prozesse finden so oder so statt.:notworthy1:

    Auf keinen Fall die Gänge mit "Gewalt" reintreten - dann gib es sicherlich bald Probleme mit dem Getriebe.


    Mir gelingt es zwar nur selten perfekt , aber es geht auch den 1. Gang bei der F ganz ohne Krachen einzulegen,

    dafür z.B. an der Ampel die Kupplung ziehen etwas warten ,Schalthebel mit Fuß belasten bis zum Widerstand,

    dann immer noch ausgekuppelt die Drehzahl kurz anheben und dann den 1.Gang einlegen -

    so sind auch (manchmal ) ohne Klauenseuche & Zahnschmerzen die Räder butterweich geflutscht.:giggle:

    Ist natürlich Öl ( Viskosität ) - , Temperatur-, Einstellungsabhängig ( Kupplungsspiel ) , Zustand der Kupplung usw.

    Hier kann man sicherlich einiges "optimieren"


    Ich würde vielleicht mal die F auf den Hauptständer packen und im kalten Zustand im 1. Gang das Hinterrad

    drehen lassen ( Achtung Rad nicht aufsetzen lassen:squint: )

    Kupplung ziehen : bleibt das Rad stehen bzw. lässt es sich mit dem Fuß einfach stoppen ,

    läuft es ohne Fuß mit gezogener Kupplung wieder an ?

    Gleiche Prüfung mit heißem Öl - wie ist es dann ?

    Je weniger Kraftschluss hier noch ist , desto besser wird sich das Getriebe schalten lassen (vor allem 1. Gang )


    :wave:


    Mac

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von macgyver ()

  • Ist das so ?

    Gibt hier wer Zwischengas ?

    Jo, hier gibt es auch noch so einen. Bei jedem runter schalten gibt es ein Gasstoß. Geht ganz automatisch ohne darüber nachzudenken ob das nun sein muss oder nicht. Ist einfach so drin und lässt sich vermutlich auch gar nicht mehr abgewöhnen ;)

  • Muss zustimmen, ich habe mir auch irgendwie angewöhnt, Zwischengas zu geben. Woher genau weis ich garnicht mehr. Und wenn ich drüber nachdenke, mache ich es scheinbar eher wenn ich sehr flott und voll konzentriert unterwegs bin. Während ich im Bummeltempo eher die Kupplung ziehe und erst etwas später drücke ich den Schalthebel ohne Zwischengas. Aber nicht grundsätzlich so oder so.


    Ein bischen härter schaltet es ohne Zwischengas schon. Aber nichts was mir Sorgen macht. Schon in den 80er war jeder popelige Familienkarren mit 100Nm oder mehr ausgestattet. Leistung = Kraft mal Drehzahl. Die Drehzahl ist Lagerabhängig, das Zahnrad muss auf Kraft ausgelegt werden. Und Mopeds haben er weniger Kraft als Automotoren. Selbst eine 1000er Maschine wird kaum mehr als 110Nm erreichen. In den 90er waren die Diesel mit 300Nm bereits stark am Markt. Also dürfen wir wohl davon ausgehen, das die Zahnräder ziemlich locker mit den 60Nm unserer F klar kommen. Und ein bischen einen Schlag abzubekommen durch die dynamische Masse der Wellen juckt die Zahnräder kaum. Für das eingleiten sind die Zähne angeschrägt. Und im Betrieb wenn wir Lastwechsel auf das Hinterrad bekommen, kommen noch weit mehr Kräfte als die 60Nm vom Motor drauf.


    Aber nichts ist unzerstörbar, daher schadet es sicher auch nicht, es etwas schonender zu behandeln.

  • Jo, hier gibt es auch noch so einen. Bei jedem runter schalten gibt es ein Gasstoß. Geht ganz automatisch ohne darüber nachzudenken ob das nun sein muss oder nicht. Ist einfach so drin und lässt sich vermutlich auch gar nicht mehr abgewöhnen

    Muss zustimmen, ich habe mir auch irgendwie angewöhnt, Zwischengas zu geben. Woher genau weis ich garnicht mehr. Und wenn ich drüber nachdenke, mache ich es scheinbar eher wenn ich sehr flott und voll konzentriert unterwegs bin. Während ich im Bummeltempo eher die Kupplung ziehe und erst etwas später drücke ich den Schalthebel ohne Zwischengas. Aber nicht grundsätzlich so oder so.


    Ein bischen härter schaltet es ohne Zwischengas schon. Aber nichts was mir Sorgen macht. Schon in den 80er war jeder popelige Familienkarren mit 100Nm oder mehr ausgestattet. Leistung = Kraft mal Drehzahl. Die Drehzahl ist Lagerabhängig, das Zahnrad muss auf Kraft ausgelegt werden. Und Mopeds haben er weniger Kraft als Automotoren. Selbst eine 1000er Maschine wird kaum mehr als 110Nm erreichen. In den 90er waren die Diesel mit 300Nm bereits stark am Markt. Also dürfen wir wohl davon ausgehen, das die Zahnräder ziemlich locker mit den 60Nm unserer F klar kommen. Und ein bischen einen Schlag abzubekommen durch die dynamische Masse der Wellen juckt die Zahnräder kaum. Für das eingleiten sind die Zähne angeschrägt. Und im Betrieb wenn wir Lastwechsel auf das Hinterrad bekommen, kommen noch weit mehr Kräfte als die 60Nm vom Motor drauf.

    Dann macht mal schön weiter mit eurem Vodoo-Zauber.


    bob-muc

  • Zwischengas IST eine Drehzahlanpassung der Getriebewellen.Wie man das im einzelnen beim jeweiligen System machen muss ist eigentlich egal. Man gibt halt zwischendrin Gas...daher der name Zwischengas.