ABS-Sensor hinten reparieren

  • Moin, da mir im letzten Jahr in den Alpen meine Bremse hinten ausgeglüht ist (schlechte Bremsflüssigkeit, obwohl neu), hat der ABS-Sensor anscheinend auch einen mitbekommen. Bei genauerem hinsehen ist mir aufgefallen, dass das Kabel eine Einheit mit dem Bremssattel geworden ist und so vermutlich einen Kurzschluss verursacht.


    Bevor ich jetzt einen neuen kaufe: kann ich das kabel auch auftrennen, ein neues Stück einsetzen, verlöten und dann mit Schrumpfschlauch wieder verschießen? Dicht wird es auf jeden Fall wieder, ist nur die Frage, ob das Kabel irgendwelche Widerstände haben muss, die dann nicht mehr gegeben sind.


    Gruß Ralf

  • Hallo Ralf,

    in den Alpen meine Bremse hinten ausgeglüht ist (schlechte Bremsflüssigkeit

    Mir ist nicht klar, wie eine Bremse wegen schlechter Brensflüssigkeit ausglühen kann: Ist sie schlecht, gibt es Dampfblasenbildung wenn die Bremse heiß wird und die Bremse fällt aus. Bei guter Bremsflüssigkeit fällt die Bremse nicht aus, sodass eine Überlastung der Bremse diese ggf. glühen lässt. Wenn eine Bremse zu heiß wird, dann wegen eines anderen Fehlers, z. B. auch einer falschen Bedienung.

    Aber das nur am Rande.

    Zur eigentlichen Frage:

    kann ich das kabel auch auftrennen, ein neues Stück einsetzen, verlöten und dann mit Schrumpfschlauch wieder verschießen? Dicht wird es auf jeden Fall wieder, ist nur die Frage, ob das Kabel irgendwelche Widerstände haben muss, die dann nicht mehr gegeben sind.

    Widerstandswerte des Kabels spielen bei den kurzen Stücken, um die es hier geht, keine Rolle und bei sachgerecher Lötverbindung wird das problemlos funktionieren.

    Auf eines muss man beim Löten jedoch achten: Im gelöteten Abschnitt und evtl. auch eine cm davor und dahinter, wo Lötzinn einfließt, wird das Kabel starr und ist deswegen dort spröde. Dieser Abschnitt muss fixiert sein, damit er nicht bei Bewegung und Vibration bricht.


    Eckart

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  • Naja, die Bremse hat ganz normal funktioniert. An einem Punkt habe ich gemerkt, dass ich selbst Berg ab noch gasgeben musste, um nicht langsamer zu werden. Ich habe dann bei der nächsten Möglichkeit angehalten und auf schotter hat das Hinterrad schon blockiert. Das Bremspedal war knüppelhart.

    Rund um die Bremse war alles am flimmern und qualmen, die Bremsscheibe blau angelaufen.


    Nachdem mein Vorausfahrender mein Verschwinden bemerkt hat, hat er umgedreht und wir haben die Bremsleitung vorsichtig am Bremssattel aufgeschraubt. Es hat gedampft wie hulle, daher dachte ich, dass das Wasser gewesen sei.


    Nachdem die Bremse wieder gelöst hat, sind wir umgedreht und haben an der nächsten Dorfwerkstatt neue Bremsflüssigkeit durchgepumpt. Danach hat die Bremse wieder funktioniert. Nachdem wir wieder zu hause waren, hatte ich erst mal keine Zeit zum fahren. In der Zwischenzeit habe ich aber natürlich Scheibe und Beläge neu gemacht, nur der ABS Sensor spinnt halt noch.


    Schön zu hören, dass man das so verlöten kann. Auf die Fixierung werde ich achten. Danke!

  • Das lag nicht an der Bremsflüssigkeit. Der Kolben in der Bremse war fest oder die Führung des Bremssattels war fest. Dann wird dauerhaft Wärme erzeugt. Das führt dazu daß der Druck im Bremskreis steigt. Die Bremse baut immer mehr Druck auf.

    Du solltest den Bremssattel überholen bzw kontrollieren.

  • Das lag nicht an der Bremsflüssigkeit. Der Kolben in der Bremse war fest oder die Führung des Bremssattels war fest. Dann wird dauerhaft Wärme erzeugt. Das führt dazu daß der Druck im Bremskreis steigt. Die Bremse baut immer mehr Druck auf.

    Du solltest den Bremssattel überholen bzw kontrollieren.

    Sehe ich auch so...

  • Ich bin auch der Meinung das der Bremssattel fest war und dadurch das ganze System heiss geworden ist . Dadurch hat sich der Bremssattel dann auch wieder gelöst .

    Beim neu machen auf alle Fälle auf die Leichtgängigkeit des Bremssattel's achten .



    Oesie

  • Hallo Ralf,

    Nachdem anscheinend die Reparatur des Sensors als geklärt in den Hintergrund gerückt ist und das Bremsversagen Thema wurde:

    Es hat gedampft wie hulle, daher dachte ich, dass das Wasser gewesen sei.

    Das kann ja trotzdem sein.

    Vielfach wird als ärgerlich angesehen, dass Bremsflüssigkeit hygroskopisch ist, aber was wäre, wenn nicht ?

    Dann nämlich würde das ungelöste Wasser schon bei 100° sieden und die Bremse viel früher ausfallen (man könnte dann gleich Wasser als Bremsflüssigkeit verwenden).

    Natürlich hat auch wasserfreie Bremsflüssigkeit einen Siedepunkt, der bei blau angelaufener Bremse vermutlich überschritten worden ist:

    Siehe hier: https://de.wikipedia.org/wiki/…ndlagen_und_Spezifikation


    Selber hatte ich mich nicht auf die Art des Fehlers festgelegt, aber die in den vorigen Beiträgen gegeben Erlärungen kommen mir plausibel vor. Bei der Überholung der Bremse werden/wurden evtl. noch bestehende Mängel hoffentlich beseitigt.


    Eckart

  • eine festsitzende Bremse habe ich bisher nur mit einer defekten oder verschmutzten Bremspumpe geschafft.

    Bei Problemen am Bremssattel hatte diesen Effekt nie.

  • Naja...unter bestimmten umständen kann sich Rost am Kolben bilden. Und er kann zum klemmen führen. Selten aber nicht unmöglich. Und der Rost legt sich dann gerne auch zwischen Kolben und Zylinderwand und blockiert die Bremse im ausgefahrenen Zustand. Normal sollte der Kolben zurück gezogen werden, aber der Rost klemmt das fest.


    Hat mein dad mal geschafft, als Busfahrer mit der Lizens zum Bremsenlosen abbremsen hat er unseren Calibra 2km von Zuhause ins Geschäft ohne Bremsbetätigung an 3 Ampeln vorbei gebracht. Am Geschäft dann rauf auf die Bremse und Motor abgestellt. Nach 2 Jahren waren alle 4 Radbremszylinder derart fertig, das sie genau dieses Symtom hatten. 4 neue Zylinder, danach durfte ich alle 4 Wochen die Kiste heizen. 150PS Syncro-Allrad 16V, auf der Landstrasse mörderisch solange man die Drehzahl über 4000 gehalten hat.

  • Danke für die zahlreichen Antworten.

    Das merkwürdige war ja, dass ich vorher schon über 1000km gefahren bin, ohne, dass was war. Auch da habe ich schon viel die Hinterradbremse genutzt, da wir einige Schotterpisten bergab gefahren sind. Erst am vierten oder fünften Tag der Tour trat das Problem auf.


    Dieses Jahr werde ich vermutlich sowieso nicht oder kaum noch zum fahren kommen.

    Im Frühjahr bekommt sie noch mal frische Bremsflüssigkeit und in dem Zuge werde ich auch den Bremssattel nochmal unter die Lupe nehmen.

  • Festsitzen tut er ja nicht, nachdem der Druck von der Bremse runter war, ließ sich das Rad ja wieder einwandfrei drehen. Auch, wenn man jetzt bremst, ist das Hinterrad nach dem Lösen der Bremse wieder freigängig. Meinst du wirklich, der ist hinüber?

  • Festsitzen tut er ja nicht, nachdem der Druck von der Bremse runter war, ließ sich das Rad ja wieder einwandfrei drehen

    Nochmal .... ein funktionierender Bremskreislauf darf keinen Druck aufbauen ohne Betätigung der Bremsarmatur.

    Das Problem ist dieser Druckaufbau!

    Ein Bremssattel kann noch so fest sitzen, es darf sich kein Druck im Bremssystem aufbauen.


    hier ein Zitat aus dem Link

    "Löst die Bremse nach einem längeren Bremsvorgang nicht mehr, liegt der Verdacht auf eine verstopfte Ausgleichsbohrung nahe."


    https://kfz-tech.de/Biblio/Hyd…Bremse/HauptbremszylZ.htm

  • Welchen Schaden soll der Sattel nehmen durch "Festsitzen", der nicht durch eine einfache Überholung des Sattels zu beheben ist?

    Meine Beiträge geben meine private Meinung wieder ohne Anspruch auf sachliche Richtigkeit.

  • Was bedeutet "überholen"


    Man kratzt den Scheis ab, das es wieder läuft. Nur das ganze ist eine Passung, es sollte kein Spiel haben. Kratz ich Material weg, verändere ich den Spalt und es könnte kippeln und dann verklemmen. Weils einfach nicht mehr 100% parallel läuft.


    Kann so passieren, muss aber nicht. Kann auch super funktionieren. Hab sebst schon Auto-Bremsen gereinigt und die Ablagerung beseitigt. Danach gings wieder perfekt. Habs aber auch schon mal versaut, am Roller, einfachste Bauart. Pauschal würde ich sowas nicht sagen, grundsätzlich aber ist es immer ein Versuch wert.


    Sagt auch meine Autowerkstatt, wir versuchen es, aber erwarte nicht zu viel, sich funktionieren tut es nur, wenn wir komplett tauschen. Kostet halt mehr. Ich fahre normalerweise Autos ab 6 Jahre Alter, meistens weitere 6-10 Jahre. 30.000 Jahres-Km und die letzten 3 haben 300.000 voll gemacht. Da weis man welcher Verschleiss alles kommt.

  • Welchen Schaden soll der Sattel nehmen durch "Festsitzen", der nicht durch eine einfache Überholung des Sattels zu beheben ist?

    Der Bremssattel gleitet ja auf polierten Führungen. Wenn der Bremssattel auf diesen Führungen festgesessen hat, hat es da vielleicht eine Korrosion gegeben ("festgerostet"), derentwegen die Oberflächen nicht mehr den Zustand haben, in dem der Bremssattel "reibungslos" gleitet. Wenn gar Probleme mit der Passung auftreten wie von chefin beschrieben, wäre das schon ein fortgeschrittenes Stadium, in dem nichts mehr zu machen ist. Ansonsten hängt es vom Schadensbild ab und worin eine "einfache Überholung des Sattels" besteht. Über dieses Grundlagenwissen hinaus hätte ich allerdings nicht genug Fachwissen, um den Zustand sicher zu beurteilen und müsste mich im Zweifelsfall auf das Urteil eines Fachmanns verlassen. Vielleicht solltest Du eine Werkstatt konsultieren ?


    Eckart