Reifeneintragung in die Fahrzeugpapiere bald Pflicht

  • Hallo,

    ich neuen Tourenfahrer (12/2019) erschien ein Artikel zu diesem Thema.



    Nach Plänen des Bundesverkehrsministeriums soll es künftig nicht mehr genügen, eine Freigabebescheinigung mit sich zu führen. Stattdessen sollen alle von den in der Zulassungsbescheinigung angegebenen Dimensionen abweichenden Reifen bei einer Prüforganisation eingetragen werden.

    Bislang ist die Sache einfach: Will man Reifen einer Dimension, die nicht in den Fahrzeugpapieren aufgelistet ist, montieren, benötigt man lediglich eine Freigabebescheinigung vom Hersteller für das betreffende Motorradmodell. Diese bei den meisten Fabrikaten online verfügbare Bescheinigung muss ergänzend zu den Papieren mitgeführt werden.

    Etwas komplizierter wird es derzeit nur, wenn man einen Pneu montieren möchte, für den es keine Freigabe durch den Hersteller gibt. In diesem Fall muss der Reifen am eigenen Fahrzeug durch eine Prüforganisation (TÜV, Dekra etc.) begutachtet und in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden. Und das natürlich mit dem Risiko, dass es keinen Segen vom Prüfer gibt.

    Dieses Prozedere soll nach dem Willen des Bundesverkehrsministeriums künftig verpflichtend sein – auch wenn es eine Freigabe vom Reifenhersteller gibt. Die verpflichtende Abnahme soll für alle Reifen ab Herstellungsdatum 2020 und ab dem Jahr 2025 für sämtliche Reifen gelten.

    Es formiert sich allerdings auch Widerstand gegen die Neuregelung. So haben die drei Verbände BRV (Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk) IVM (Industrie Verband Motorrad) und WDK (Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V.) in einem offenen Brief ans Verkehrsministerium deutliche Kritik geäußert. Aus Sicht der Verbände ist die derzeitige Praxis vollkommen ausreichend, um die Sicherheit der Verbraucher zu gewährleisten.

    Hintergrund

    Im Rahmen der Erstellung von Reifenfreigaben (auch Unbedenklichkeitsbescheinigungen, UBB) betreiben die Hersteller einen hohen personellen und materiellen Aufwand. In umfangreichen Fahrversuchen wird das Zusammenspiel zwischen Reifen und Fahrzeug erprobt. Dieser Aufwand würde sich nicht mehr lohnen, wenn die UBB keine Relevanz mehr für den Verbraucher hätte, weil sie im Zuge der Neuregelung überflüssig würde und damit als Kaufargument entfiele.

    Die Verbände stellen in ihrem Schreiben ans BMVI die berechtigte Frage, auf welcher Grundlage die Prüforganisationen die Eignung eines Pneus für ein bestimmtes Fahrzeug künftig beurteilen wollen, sollten künftig keine UBB mehr erstellt werden.




    Bisher habe ich noch nirgends woanders dieses Thema gefunden. Aber der 1. April ist ja noch nicht. Im Ministerium scheinen nur beScheuerte zu sitzen. :bangin::bangin::bangin::thumbdown:

    Es gibt Tage, da verliert man und es gibt Tage, da gewinnen die Anderen.


    Du lernst nur für Dich, nicht für´s Leben. Das Leben kommt auch ohne Dich klar.

  • Soll der beScheuerTe doch bitte erstmal dem Staat die von ihm durch seine zwielichtigen eigenständigen Mautgeschäfte (PKW -Maut ) entstandenen Unkkosten erstatten bevor er vollkommens zur Lachnummer verkommt

    Und by the way täte es auch nicht schade,den Brennerbasistunnel auf deutscher Seite planerisch endlich in Angriff zu nehmen....Schließlich haben die Ösis und sogar die immer koruppten Mafiosi in Südtirol ihre Bahntrasse samt Schienenanbindung fertig um den Güterverkehr von der Strasse aufs Gleis zu bringen...die Tagträumer unter Scheuer haben bislang nur für teuer Gold gepennt,wie auch beim BER


    Bins wahrlich gespannt,ob Elon Musk tatsächlich sein 4. Tesla Werk in Brandenburg noch vorm BER fertig bekommt samt Grundsteinlegung



    Nebenbei bemerkt.....sind alle Töffs mit einer EU Zulassung versehn...und EU Recht geht über d-Nationale..somit sind etwaige Eintragungspflichten genau so viel wert wie Scheuers PKW Maut

  • Ich bin mir jetzt nicht sicher. Ist einfach zu lange her aber ich glaube das war in den 80er und 90er sowohl beim Auto als auch beim Motorrad bereits so. Damals waren in den Papieren festgelegt welche Reifen auf einem Motorrad gefahren werden durften. Selbst im Brief meiner 2000er Dakar sind noch Reifen vorgegeben.

    Aber ohne Frage,...... auf solche Ideen kommen scheinbar nur Leute die Langeweile haben. :whistle:

    Nette Grüße vom Michel aus der Pfalz. :wave:
    Head of F650 Forum :wink:

  • glaube nicht, dass da das Ministerium schuld ist. Eher die Lobbyarbeit der Prüforganisationen, die ja auch am liebsten die verpflichtende Hauptuntersuchung für Normalos jährlich und für LKW und Taxis halbjährlich machen würde.


    Allerdings halte ich diesen Vorstoß tatsächlich für gefährlich aus den genannten Gründen. Wenn die Reifenfreigabe keine Bedeutung mehr hat wird auch kein Hersteller mehr eine erstellen, damit ist eine Freigabe einzig und allein dem Gutdünken des Prüfers unterlegen. Und der fährt ganz sicher keine umfangreichen Fahrdynamiktests und Verschleißfahrten etc.


    Allerdings betrifft das eher Ausnahmefälle. Leider ist die F genau ein solcher Ausnahmefall.

    Die allermeisten haben in ihren Papieren bestimmte Reifengrößen stehen, die gefahren werden dürfen. Und genau die Größen werden dann im Normalfall auch gekauft. Dafür wäre nach dem obigen Text keine Freigabe nötig.

    Leider haben gerade ältere Modelle gerne nicht nur eine bestimmte Reifengröße sondern auch noch einen bestimmten Reifentyp drin stehen, den es zuweilen gar nicht mehr gibt. Wenn es dann nicht nur die Dimension sondern auch den Reifentyp betrifft wird's haarig, da bräuchte jeder auf einmal individuelle Freigaben.


    Ich fahre auch noch so einen Sonderfall, für den die Reifenfrage echt schwierig ist. Die CRF250L von Honda hat nämlich leider vorne ein 3.00-21 Rad und dafür gibt es einfach nur sehr wenige Reifen. Obwohl die Größe fast identisch mit der 90/90-21 ist.


    Ursprünglich kommt dieser Vorstoß vermutlich wieder einmal vom PKW, wo halt oftmals neben breiteren Felgen und Reifen auch noch eine Tieferlegung und Spurplatten rein spielen und da ganz oft Reifen obwohl sie eigentlich passen wegen der vielen anderen Umbauten doch nicht mehr passen.

  • glaube nicht, dass da das Ministerium schuld ist. Eher die Lobbyarbeit der Prüforganisationen, die ja auch am liebsten die verpflichtende Hauptuntersuchung für Normalos jährlich und für LKW und Taxis halbjährlich machen würde.

    So sehe ich das auch. Es gibt schon interessante Entwicklungen. Als wir noch richtige Winter hatten in D hat sich niemand Gedanken über die Gummimischung der Reifen gemacht. Heute, bei immer milder werdenden Wintern, wird empfohlen/verpflichtet auf Winterreifen zu wechseln. Wer da wohl seine Interessen hat vertreten lassen ...

  • Der Andy macht immer mal wieder so Sachen, die dann doch recht schnell in die Hose gehen. Aber schon im Mittelalter hatten die Regenten ihren Hoffnarren. Und "D" hat offenbar genug finanzielle Mittel sich einen sehr guten leisten zu können. Ich geh davon aus, daß seine Schnapsidee durch EU-Recht kassiert wird. Den Fehler macht er ja öfter. Und falls nicht könnte man ja für die "F" eine Prozesslawine starten und für jeden bisher nicht eingetragenen, aber freigegebenen Reifen auf den tausendfachen Praxisbeweis oder Bestandsschutz oder was weiß ich klagen. Der Andy verpulvert doch so gern Geld, machen wir ihm die Freude. Und wenn die Gerichet mit solchen Trivialitäten beschäftigt sind, hat auch keiner mehr Zeit dem Andy wegen seiner Verschwendungssucht den Prozess zu machen.

    Ich werd dem Gecken wohl zum Geburtstag einen E-Roller schenken ( natürlich mit eingetragener Bereifung). Dann kann er den Tebartz von Elst in Limburg besuchen und ein Geldbad nehmen.

  • Als wir noch richtige Winter hatten, waren Spikes das Mass der Dinge. Bis die Strassen schneller kaputt gemacht wurden als wir sie reparieren konnten. Dann wurden sie verboten, Winterreifen waren abernoch derart bescheiden, das es teilweise teure Sommerreifen gab, die billige Winterreifen geschlagen haben. Bei solchen Marktbedingungen ist Winterreifenpflicht nicht wirklich eine Option.


    Irgendwann anfang der 90er wurde dann das Microprofil "erfunden", Lamellenreifen genannt. Ab da fing es an, das Winterreifen sinnvoll waren. Aber als dann selbst in 2010 noch Autos das ganze Jahr mit Sommerreifen rumgefahren sind, obwohl diese inzwischen absolut nicht mehr wintertauglich waren, war das keine Lobbyarbeit sondern einfach eine Notwendigkeit. Wer ist damals nicht schon am Berg auf der Autobahn gestanden weil weiter vorne durch Sommerreifen jemand quer gekommen ist. Das waren zwar manchmal LKWs, aber manchmal eben auch PKWs und wenn dann der LKW auch abbremsen musste war er trotz Winterreifen nicht mehr in der Lage anzufahren...Chaos perfekt.


    Irgendwann sollte halt mal die Vernuft einziehen.


    Das soll allerdings nicht die Reifeneintragung entschuldigen, die ist sowas von Banane. Hier sollte man lieber eine Haftung der Reifenhersteller beschliessen. Die können einen Reifen freigeben, aber müssen dann auch in Regress genommen werden, wenn die Freigabe fahrlässig aus Marketinggründen erfolgt ist.


    So würde ein Schuh draus.

  • Damit ich das richtig verstehe: Wenn ich Reifen montieren möchte, die in der Dimension abweichen von den in den Fahrzeugpapieren eingetragene, soll ich in Zukunft einen Sondereintrag bei einer Prüfstelle besorgen.

    Das habe ich bisher m.E. auch schon machen müssen. Bei meiner 650 Twin sind Reifen der Dimension 110/80 R19 vorn und 140/80 R17 hinten eingetragen. Klar, wenn ich einen fetteren 150ger Reifen montieren möchte benötige ich eine Sonderzulassung. Wenn ich aber bei den Dimensionen, die eingetragen sind bleibe, reicht die Freigebe des Reifenherstellers.


    Ein Witz am Rande: Die 650 Twin (2008) habe ich mir vor einem Jahr im Herbst angeschafft. Weil es keine Freigaben für vernünftigen Off-road Reifen gibt, z.B. TKC80, habe ich bei BMW angefragt, ob wg. COC 50 der Hinweis im Fahrzeugbrief bzgl. der Reifenbindung überhaupt gültig ist. Daraufhin verstieg sich der Herr zu der Aussage, dass die 650 Twin garnicht für Off-road konzipiert sei :cursing: Nun ja, sie ist keine 450 aus Mattighofen, schlägt sich aber recht wacker auf der Piste ;o)


    Gruß, Hans

  • Wenn das Thema noch nicht höher gekocht ist, dann vermutlich deshalb, weil die Regelung nur den Fall abweichender Dimension betrifft. Trotzdem überzeugen mich die Argumente dafür nicht, hat sich die aktuelle Regelung nicht bewährt ?

    Der Andy macht immer mal wieder so Sachen, die dann doch recht schnell in die Hose gehen. Aber schon im Mittelalter hatten die Regenten ihren Hoffnarren. Und "D" hat offenbar genug finanzielle Mittel sich einen sehr guten leisten zu können. Ich geh davon aus, daß seine Schnapsidee durch EU-Recht kassiert wird.

    Ich sehe "den Andy" auch nicht als den besten Minister aller Zeiten, aber man sollte sich davor hüten, die Angelegenheit zu sehr zu personalisieren, denn er hat ja einen großen Stab von Bürokraten, deren Aufgabe es ja gerade ist, in ihren Amtsstuben neue Regelungen zu erdenken. Nichtdestotrotz hätte er zwar die Möglichkeit das zu lenken, aber wie wir ja auch von anderen Fachbereichen wissen, hat der Chef vom Fach meistens keine Ahnung. Auch in die EU würde ich nicht zu große Hoffnungen legen. Dei hat ja auch einen Stab von Bürokraten, deren Aufgabe ...

    Daraufhin verstieg sich der Herr zu der Aussage, dass die 650 Twin garnicht für Off-road konzipiert sei

    Das führt zwar ein bisschen weg vom Ursprungsthema, aber dennoch: Würdest Du das anders sehen ?

    Vielleicht muss die Road nicht unbedingt asphaltiert sein, aber für wirklich unwegsames Gelände sind leichtere Motorräder eigentlich das Fahrzeug der Wahl. "Dem Andy" dürfte es wohl auch weniger darum gehen, ob Du damit im Schlamm umkippst, sondern eher nahe 200 auf der Autobahn, wo man sich mit einem richtigen Offroadfahrzeug kaum hintrauen würde.


    Eckart

  • Vaufi : Bisher konnte man, wenn der Reifenhersteller die Unbedenklichkeit bescheinigte, auch Reifengrößen verwenden, die nicht in den Fahrzeugpapieren stehen. So gehabt bei meiner XJR 1200, die ab Werk vorne auf 130/17 und hinten auf 170/17 kommt. Das Fahrverhalten soll durch 120er vorne deutlich besser werden, gerne genommen in Verbindung mit einem 180er hinten. Dies gibt für dieses Modell praktisch jeder Reifenhersteller frei, Avon sogar den 120er wahlweise mit 170 oder 180 hinten. So konnte man mal ausprobieren und, wenn es nicht gefiel, beim nächsten Reifenwechsel wieder auf die andere Dimension wechseln.


    Gruß Joachim

  • @ Eckart: Das war ja auch nur am Rande vermerkt, aber klar doch, mit der 650 kann man durchaus härtere Sachen unter die Räder nehmen wie z.B. den ACT Portugal oder Rumänien. Nicht nur Autobahn ;o)


    Joachim : Das war mir nicht bewußt. Ich war der Meinung, dass eine Eintragung trotzdem erforderlich wäre.


    Gruß, Hans

  • Ich bin mir jetzt nicht sicher. Ist einfach zu lange her aber ich glaube das war in den 80er und 90er sowohl beim Auto als auch beim Motorrad bereits so. Damals waren in den Papieren festgelegt welche Reifen auf einem Motorrad gefahren werden durften. Selbst im Brief meiner 2000er Dakar sind noch Reifen vorgegeben.

    Aber ohne Frage,...... auf solche Ideen kommen scheinbar nur Leute die Langeweile haben. :whistle:



    Naja...

    Ich warte dann bis Michelin den eingetragenen T66 wieder produziert oder Bridgestone den Battlewing

    Und für meine Oldy dürfen überbezahlte Berliner Bürokraten gerne beim Metzler den Block C reproduzieren und den bitte in Zoll Größe 😂

  • hat der Chef vom Fach meistens keine Ahnung

    ist das nicht auch ein bisschen persönlich?

    Daraufhin verstieg sich der Herr zu der Aussage, dass die 650 Twin garnicht für Off-road konzipiert sei

    Das führt zwar ein bisschen weg vom Ursprungsthema, aber dennoch: Würdest Du das anders sehen ?

    Ich kann nur sagen, daß bei unserer 800 2016 ein Rahmenheckbruch war und BMW die selbe Aussage machte und die Gewährleistung ablehnte. Besonders prickelnd: auf dem damaligen Promo-Video ist einer mit dem vollbepackten Schlachtschiff durch´s Gelände geprügelt und sogar gesprungen.

    Dem Andy" dürfte es wohl auch weniger darum gehen, ob Du damit im Schlamm umkippst, sondern eher nahe 200 auf der Autobahn, wo man sich mit einem richtigen Offroadfahrzeug kaum hintrauen würde.

    Auch wenn´s persönlich ist: an sicherheitsrelevanten, umwelttechnischen oder gar rechtlich belastbaren Fakten hat der Andy sicher kein Interesse.