Diskussion zum Thema: Werden die Menschen immer mehr zu Angsthasen

  • Hallo Leute,


    die Diskussion zum Thema Jethelm, die an anderer Stelle leidenschaftlich geführt wird, veranlasst mich die

    provokative These aufzustellen, dass die Menschen immer mehr zu Angsthasen werden.

    Wie komme ich darauf


    1. Wenn ich den Leuten erzähle, dass ich Motorrad fahre bekomme ich so oft die Antwort:

    Waaas du fährst Motorrad? Das ist doch sooooooo gefährlich.


    2. Wenn ich mir nen Jethelm kaufen will heißt es:

    Waaas, der schützt doch nicht richtig.


    3. Ich fahre im Wald mit meinem MTB rum. Ein Kollege (Städter) meinte:

    Waas, so ganz alleine im Wald? Hast du keine Angst vor den Wildschweinen?


    4. Ich fahre Kajak auf dem Rhein. Bekomme andauernd von den Leuten zu hören:

    Waas, im Rhein ertrinken doch die Leute.

    Waas, der Rhein ist doch voller gefährlicher Strudel.

    Wass, da fahren doch die großen Schiffe rum.


    5. Ich stelle hier im Forum vor was ich am Mopped umbauen will: Was höre ich da von einigen.

    Waas wird der TÜV dazu sagen.

    Was ist wenn die Grünen das sehen.


    6. und und und …


    Ich habe mittlerweile das Gefühl, die Menschen trauen sich heute nichts mehr, sind verunsichert, versuchen sich

    überall ein Schutzpolster einzubauen würden am liebsten nur noch auf der Couch liegen und nichts mehr riskieren.

    (Aber: Ich kenne einen der ist von der Couch gefallen und der war dann für immer ein Pflegefall)


    Bei dem was ich mache (s.o.) kann ich ja offensichtlich noch froh sein überhaupt zu leben. Ich muss ja richtig

    Lebensmüde sein. Bin froh, dass mir meine Lebensversicherung noch nicht gekündigt hat.


    Ich finde diese Sicherheitsdenken wirklich schrecklich.


    Ich bin jetzt 54 Jahre, rund herum sterben die Leute schon in meinem Alter eines natürlichen Todes.

    Da will ich doch meine letzten Jahre noch genießen und nicht überall mit nem Airbag für jede Situation herumlaufen.


    Die Engländer sagen wohl: Life is a bitch.

    Will sagen:

    Es kann einem andauernd etwas passieren. Man kann sich eh nicht vor allem schützen.


    An meinem Nachhauseweg ist heute in Wiesbaden wohl ein Bus in eine Menschenmenge gerast. Die konnten sich auch

    nicht schützen. Die die es erwischt hat, wären dann doch zu dem Zeitpunkt lieber Motorrad mit Jethelm gefahren, mit

    dem Kajak auf dem Rhein gewesen, oder mit dem MTB durch den Wald. Das war zu dem Zeitpunkt dann doch sicherer

    als an einer öden Bushaltestelle zu stehen.


    Also, wenn ich mal auf dem Sterbebett liege, dann will ich zumindest mal das Gefühl haben, dass ich mein Leben gelebt und

    mich nicht vor allem in Sicherheit gebracht habe.


    Die meisten auf dem Sterbebett bereuen immer das, was sie in Ihrem Leben nicht gemacht haben. Das will ich für mich ver-

    meiden.


    Sorry, das musste ich mir jetzt mal von der Seele schreiben.


    Die Diskussion ist eröffnet. Wie steht Ihr dazu?

    Ich bin erst zufrieden, wenn ich meine Ideen in die Tat umgesetzt habe.

    Grüße

    Frankie :wave:

  • Deine Beobachtungen scheinen nicht unbegründet . Die Menschen wollen immer mehr Sicherheit oder denken zumindest das sie das brauchen und es gibt immer mehr Gesetze und Vorschriften die uns reglementieren . Sicher es ist nur zu unserem Besten und alle wollen nur unser Bestes . Unser Geld . Deshalb erzählen sie uns auch bei jeder Gelegenheit das wir dieses und jenes nicht können und dafür unbedingt einen Spezialisten brauchen . Bloss nicht selber machen . Und die meisten glauben das , wofür gibt es Profis . Das jeder " Profi " werden kann wenn er es möchte kommt leider nur den wenigsten in den Sinn . Wo früher in der Provinz ne kleine Kurve die gerade Strasse unterbrochen hat steht heute eine 3 Gestaffelte Warntafel und eine riesige Leitplanke mit mehreren Warntafeln die zeigen : Gefährliche Kurve .

    Ich fahre auch mit JET Helm , ich arbeite auf Dächern , fahre MTB in den Bergen , bin auf Inlinern unterwegs und fühl mich wohl dabei . Ach so : Ich bin 61 .

    Das Leben ist zu kurz um traurig zu sein .



    Oesie

  • Gutes Thema....

    Es gab auch bei mir Zeiten wo ich im Shirt und kurzer Hose gefahren bin...

    Das mach ich heute nicht mehr...

    Aber n Jethelm hab ich noch und der wird auch regelmäßig benutzt.

    Besonders im Winter in Thailand.

    Hier bei und in Deutschland fahre ich eher meinen Schubert Klapphelm...

    Wenns auch nur in die City geht reicht mir auch mal der Jethelm.

    Im Mai diesen Jahres hatte ich meinen 2ten Schlaganfall und jetzt muss ich weil ich Blutverdünner nehme auch das Thema Schutzkleidung ernster nehmen...

    Das Leben ist tatsächlich viel zu kurz...


    Ach ja, ich bin 51 Jahre jung...


    Grüße Micha

  • Motorrad nur noch in kleinen Dosen (zu gefährlich)...


    Keine Flugreisen mehr (Umweltsauerei und zu gefährlich wegen psychopathischer Copiloten, vereisender Geschwindigkeitssensoren, russischer Luftabwehrraketen...)...


    Noch nie geraucht (bloß nicht vor der Zeit ins Grab)...


    Auf dem nicht elektrisierten Fahrrad immer behelmt und trotzdem mit schlechtem Gefühl wegen motorisierter Gefahr von hinten beim täglichen Weg zur Arbeit...


    53, kein Blutverdünner, kein Jethelm, noch alle Zähne...


    Grüße aus Mainz


    Thomas

  • Auch muss sagen, denke eher wie Frankie


    Sicherheit ist was schönes. Aber es sterben im Strassenverkehr 3000 Menschen im Jahr, davon ca 400 Motorradfahrer. Wieso verbieten wir nicht das Fahren generell? Keine Autos, keine Fahrräder, keine Mopeds, kein Fahrzeug das schneller ist als der menschliche Körper es verträgt. <Rethorische Frage>


    Ich verstehe, wenn es heist, das ich Schutzmassnahmen treffen muss damit Dritte nicht geschädigt werden. Aber selbst ohne Helm wird der Schaden für Dritte nicht größer oder kleiner, wenn was passiert. Deswegen sollte man hier ein wenig mehr Toleranz zeigen. So wie man Bungee-Jumpen nicht verbietet, Sportfliegerei, Rennsport. Menschen sollen selbst entscheiden dürfen ob sie sich einem Risiko aussetzen oder nicht. Aufklären, Hilfen in Form von Prüfnormen etc...alles super, nehme ich gerne an. Aber wir nähern uns massiv einer Welt in der wir nichts mehr selbst entscheiden, sondern jede Entscheidung mit Hilfe eines durchdachten Regelwerkes schon festgelegt ist um mit dem geringsten Risiko zu leben.


    Ich fahre meine F eher wie eine RR. Ich habe 48PS und daher sehe ich nicht ein nur 47PS zu nutzen. Diese Freiheit ist der Grund, Moped zu fahren. Ich will dann auch die Freiheit haben, mein Risiko selbst zu wählen. Das mag tötlich enden, aber hat jemals einer nachgedacht, Kletterei auf Berge zu verbieten(8848m...die Flughöhe einer 747)? Wieso klettern Menschen, wieso fahren sie Rennen, wieso tun sie andere verrückte und riskante Dinge?


    Weil es stinklangweilig wäre, wenn man bei der Geburt schon 100% wüsste das man im Alter an Organversagen stirbt, nachdem man 5 Jahren mit Maschinen am Leben gehalten wurde. Ich glaube ich hätte am Tag an dem mir bewusste geworden wäre das mein Leben so verlaufen wird das Handtuch geschmissen und mir den Rest bis zum Organversagen gespart.

  • Hallo Frankie,

    Da hast Du Dir ja sehr viel von der Seele geredet und ja, an einigem davon ist etwas Wahres dran.

    Wenn ich den Leuten erzähle, dass ich Motorrad fahre bekomme ich so oft die Antwort:

    Waaas du fährst Motorrad? Das ist doch sooooooo gefährlich.

    Ich glaube, das gab es schon immer.

    2. Wenn ich mir nen Jethelm kaufen will heißt es:

    Waaas, der schützt doch nicht richtig.

    Was ist das richtige Maß an Sicherheit ?

    Weil es hier keinen absoluten Maßstab gibt, gilt es eben mit unterschiedlichen Sicherheitsansprüchen klar zu kommen, etwa in der Art, obwohl ich einen Integralhelm trage, ist Jethelmfahren ok.

    3. Ich fahre im Wald mit meinem MTB rum. Ein Kollege (Städter) meinte:

    Waas, so ganz alleine im Wald? Hast du keine Angst vor den Wildschweinen?

    Zum richtigen Einschätzen der Gefahren gehört natürlich, über das Ausmaß und die Art der Gefahr informiert zu sein. Da scheint es große Lücken zu geben, auch dazu, wo die Gefahren lauern:


    5. Ich stelle hier im Forum vor was ich am Mopped umbauen will: Was höre ich da von einigen.

    Waas wird der TÜV dazu sagen.

    Was ist wenn die Grünen das sehen.

    Damit kann (und sollte) man sich doch sachlich auseinandersetzen, ohne als Angsthase zu gelten.

    versuchen sich

    überall ein Schutzpolster einzubauen

    Die Tendenz sehe ich allerdings auch.

    wenn ich mal auf dem Sterbebett liege, dann will ich zumindest mal das Gefühl haben, dass ich mein Leben gelebt und

    mich nicht vor allem in Sicherheit gebracht habe.

    vor allem ... Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, es in Gefahr zu bringen. Gefahren sind höchstens eine unerwünschte Nebenerscheinung dessen, um was es einem geht bzw. gehen sollte. Somit muss man bestrebt sein um ein möglichst günstiges Verhältnis von (positivem) Erleben zu (negativen) Gefahren.

    Gerade wenn man relativ viel Motorrad fährt, muss man es so gestalten, dass der Spaß nicht vorzeitig beendet wird, wenn man ihn möglichst lange genießen will.

    Es kann einem andauernd etwas passieren. Man kann sich eh nicht vor allem schützen.

    Zwar kann einem andauernd etwas passieren, aber man muss es ja nicht herausfordern und versuche, die Wahrscheinlichkeit zu verringern. Man kann sich nicht vor allem schützen, aber vor manchem eben doch. Deswegen bedeutet Man kann sich nicht vor allem schützen nicht, dass man sich überhaupt nicht schützen müsste.


    Man kann solche Diskussionen natürlich abstrakt führen, besser sind aber Praxisbeispiele. Zum Beispiel: Wann trägst Du welchen Helm und warum ?


    Eckart

  • Es geht glaube ich gar nicht wer ist Angsthase und wer nicht, sondern um ein subjektives Sicherheitsbedürfnis.

    Angst ist eine natürliche Schutzfunktion des Menschen... zum Glück haben wir diese.

    Sie warnt uns vor Gefahren, mal mehr, mal weniger.


    Es gibt Menschen mit mehr Bedürfnis nach Sicherheit als andere, d.h. nicht, das sie Angsthasen sind...

    sondern haben ein stärkeres verlangen nach Sicherheit.


    Die Ursachen sind vielfältig: Erfahrungen aus Kindheit, Jugend, durch Erziehung der Eltern...

    aber auch die Werbung in unserer Zeit suggeriert: Viel Schutz verlängert das Leben.

    Große Firmen jeglicher Couleur finanzieren Studien, wie sie Sicherheit für sehr viel Geld an den Mann bringen.


    Angst machen, Sicherheit zum Kauf anbieten...


    Selbst Versicherungen verkaufen Sicherheit und Schutz, die wissen sehr genau, wie es geht... ich durfte u.a. dies lernen.


    Für Sicherheit/ Schutz und alles was damit zusammenhängt verdienen andere Menschen Milliarden.

    Und die anderen geben dafür diese Milliarden aus.

    Ob nun sinnvoll oder nicht sinnvoll, das soll jeder für sich selbst entscheiden, aber eines steht schon lange fest:

    Angst ist ein Geschäft. Ein Riesengeschäft.


    Um den Bogen wieder zum Motorrad zu spannen... ja, Motorrad fahren ist gefährlich, wir wissen das und das braucht uns

    keiner mehr wieder und wieder auf die Nase binden.

    Wir sind alle Erwachsen und sind schon länger in der Lage das Risiko der Gefahr einzuschätzen.

    Wir brauchen daher nicht diese neunmal Klugen und besser Wissenden... aber sie sterben eben nicht aus :P


    Angsthase ist nicht das richtige Wort...

    Also, das Bedürfnis nach Sicherheit ist bei uns allen da, bei dem einen etwas mehr als beim anderen.

    Es ist eine ganz natürliche Schutzfunktion.

    Zylinder statt Kinder

    Gruß Jürgen

  • Moin Frankie.


    ENDLICH :thumbsup2:


    schreibst DU jetzt etwas, was auch ich seit vielen Jahren empfinde :victory:


    Ich bin 1952 in Hamburg geboren... habe meine frühen 68er erleben dürfen... hat viel mit Selbstbewusstsein und freierem Leben gebracht...

    habe sicher auch einiges in meiner Jugend (ist die immer noch :dance1:??? ) probiert und gemacht... ohne auf Kosten anderer zu schaden...


    würde ALLES wiederholen... auch die Fehler:


    LEBEN kommt von LEBENDIG :wave:


    - bin viel zu früh Auto gefahren :giggle:

    - habe einige Fahrzeuge mit Umbauten gehabt... die nicht alle legal waren

    - bin seit den ersten Tagen, die es möglich war... Moped und Motorrad gefahren... OHNE zu pausieren...

    -war schon ganz jung damit über 2500 km von zu Hause im Urlaub...am Anfang ohne es zu Hause anzumelden (16 Jahre);)

    -bin seit 1978 bisher 28 x auf der Isle of Man gewesen...alleine auf dieser kleinen Insel über 48.000 km gefahren :wink: nicht immer zimperlich

    -da ich nicht rauchte...erst mit späten Jahren mal in Holland Kekse gegessen (Vanillekuchenstücke) :rofl1:um es auch mal probiert zu haben

    -habe meine Meinung immer geäußert

    -habe nie auf Kosten anderer gelebt

    -war sicher nicht immer ein Engel..eher mit " B " davor :rofl:

    -habe trotz extrem vieler KM...früher im Job ca. 70.000 km Auto pro Jahr, plus im Schnitt 15.000 km gefahren... KEINEN Unfall...auch nicht als Teilnehmer

    - lebe NOCH IMMER :clap1:


    sicher gibt es noch vieles hinzu zu fügen....


    Warum werden die Menschen heute so aggressiv ? besonders auch im Straßenverkehr???


    WEIL: alles wird verboten...vorgegeben...manipuliert...

    DAS: staut sich wohl bei den meisten auf...

    DANN: kommt die Aggression gegenüber anderen...oder Neid

    AM ENDE : das Sofa (manchmal mit einem Psycho davor) :unsure:

    ERGEBNIS: ANGST und Bevormundung


    schmunzelnde Grüße und Dir und Euch einen schönen Tag... bleibt locker und lebt :thumbsup2:

    Gruß

    Holger


    Ps.: dazu passt das Video aus Indien:

    https://ve.media.tumblr.com/tumblr_q0r057Ix5A1rj72dk.mp4

    wird wohl der Schulbus sein :rofl1:

  • Also ich finde, das Thema Sicherheit wird langsam zu Hysterie... Und das Sicherheitsbedürfnis steigt bei vielen, obwohl sie ein Leben führen, wo ich sagen würde "warum eigentlich für das so lange leben?"...


    Beispiele:

    1. Ich arbeite in einer Firma mit 7.000 Angestellten in D. Bei uns gab es 25 Jahre kleine Sammelbehälter für Batterien auf jeder Etage. Wurde letztes Jahr abgeschafft, weil - zu gefährlich. Die Batterien könnten explodieren und ein Feuer verursachen.

    2. Ich habe im Schrank eine Espresso Maschine und einen Doppelsteckdose auf dem Boden davor, um sie morgens einzustecken. Wurde verboten. Die Maschine könnte in Brand geraten... Noch besser: die Steckdose darf nicht auf dem Boden liegen, da könnte jemand stolpern. An meinem Arbeitsplatz, vor einem kleinen Schrank unter dem Fenster kann keiner gehen und geht auch keiner, aber das war egal...


    Wenn ich Menschen erzähle, dass ich mit dem Motorrad nach Indien und zurück fahren möchte, sagen 4 von 5 Personen "um Gottes Willen, das ist doch viel zu gefährlich". Mein Eindruck nach einigen Gesprächen ist aber, dass so manch einer das sagt, um sich selber eine Begründung zu geben, warum er die eigetretenen Pfade besser nicht verlässt, obwohl er es gerne möchte... Die Menschen werden immer träger und risikoscheuer...


    Ich war 10 Jahre mit einer Italienerin verheiratet und jedes Jahr war Sommer- und Herbsturlaub in Italien bei den Schwiegereltern auf Sardinien angesagt. Meine Frau mit Kleinkind reiste im Flieger, ich mit der Dakar. Bei 35 - 40 Grad fahre ich in Wanderhose und leichten Wanderschuhen, dünner Jacke und mit Jet Helm ohne Handschuhe. Allerdings fahre ich nur ganz kleine Straßen, wo 70 km/h schon fast zu schnell ist auf der Geraden... So viele Motorradfahrer regen sich darüber auf und halten mir Vorträge, wie gefährlich das sei… Dabei schwitzen und keuchen Sie in Ihren dicken Kombis und fluchen über die Hitze... Was soll das? Kein Mensch regt sich über Rennradfahren in kurzen Hosen und ohne Helm auf, die mit 50 Sachen den Berg runter fahren... DAS finde ich gefährlich...


    Ich bin in 41 Jahren 450.000 km Motorrad gefahren auf 4 Kontinenten und nur einmal ganz zu Anfang mit ca. 45 km/h gestürzt. Ich halte es für besser, Spaß zu haben und einen kühlen, wachen Kopf, als sich in eine Ritterrüstung zu zwängen bei 40 Grad. Natürlich trage ich bei 25 Grad eine Kombi und Handschuhe, aber immer eine Jethelm, außer im Winter. Aber ich ziehe mir keine alberne Halskrause an oder "Skistiefel" aus Kunststoff, in denen ich kaum gehen kann.


    Das Leben ist nicht ohne Gefahren und es ist der klare Kopf der uns schützt, nicht die Ritterrüstung... Mein Eindruck ist, wer ständig übervorsichtig ist, der hat so viel eigene Unsicherheit in sich, da hilft die Rüstung nur sekundär, der müsste lernen, sich mehr zu vertrauen...


    Gruß Uli :wave:

    Wer nichts riskiert, hat nicht gelebt...

  • Offensichtlich (und zu erwarten) hat jeder ein anderes "Sicherheitsbedürfnis". Doch zum Ursprung des Threads: Was ist denn daran so schlimm, daß andere und heute vielleicht auch mehr (Ob das wohl so ist ?) Menschen weniger risikiobereit sind. Ich mache Probleme wenn es denn welche anderer (wenn es denn welche sind) nicht zu meinen und wenn jemand mir die Grenzen erklärt, weiß ich es sind seine. Jeder nach seiner Fasson. Wo ist das Problem?

  • Guter Thread, den Du da aufgemacht hast, SWA-F 650 :clap1::thumbsup2:


    Wo fängt man an - wo hört man auf... Stichwort immer mehr Angst und Sorgen und Gefahren...ja das ist aus meiner Sicht auch so. Irgendwann ändert sich das tägliche Verhalten dann. Mir fallen da die Helikoptereltern ein, die ihre Kinder mit dem SUV fast noch direkt ins Klassenzimmer fahren, aus Angst, denen könnte was passieren. Wir sind seinerzeit alleine zur Schule gelaufen...bestenfalls mit dem Fahrrad gefahren. Als Kinder saßen mein kleiner Bruder und ich noch hinten beim Papa im Käfer unangeschnallt auf dem Rücksitz. Ein Wunder dass wir überlebt haben...:rofl1:


    Da bringt der Dieter Nuhr z.B. vieles auf den Punkt. Muss man nicht alles teilen, trotzdem finde ich mich da oft wieder.


    Diese "Angst essen Seele auf" Mentalität erlebe ich oft. Drastisch ausgedrückt begehst am Ende Selbstmord aus Angst vor dem Tod. Irgendwas wird dramatisiert, Leute glauben es und handeln danach. Am Ende baut niemand mehr Häuser aus Angst vor Mietern...sind natürlich die großen Themen...geht auch kleiner.


    Im beruflichen Alltag erlebe ich das täglich. V.a. Angst vor Verantwortung...boahh..am schlimmsten ist das Wort "Risiko"...und gerade das braucht´s heute mehr denn je - Leute, die Verantwortung übernehmen unter realistischer (!) Einschätzung der Randbedingungen. Das sind Leute, die ich als Selbständiger immer schwieriger finde. Für neue Aufgaben, Weiterentwicklungen, notwendige Veränderungen.


    Naja, bin mal gespannt, wieviel Eidechsen, Fledermäuse und Marienkäfer der geplanten Tesla Fabrik in Berlin im Wege stehen. Bis das Ding gebaut ist, brauchen wir keine Autos mehr. Siehe den dortigen Flughafen.


    Okay, habe jetzt bissle abgehoben. aber der Grundgedanke des Themenstarts ist derselbe: Bei aller Panikmache - Hirn einschalten und mit Augenmaß machen...v.a. "machen"...


    Gruß


    DD

  • lebe NOCH IMMER

    Ja stimmt. Aber es heißt ja: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Und hier greift eine Einseitigkeit: Du als Überlebender konntest das schreiben. Diejenigen, die umgekommen sind, konnten das hier nicht schreiben. Bestechende Logik, nicht wahr ?


    Will sagen: Solche Aussagen helfen nicht weiter, weil sie nicht geeignet sind, Gefahren einzuschätzen.

    Warum werden die Menschen heute so aggressiv ? besonders auch im Straßenverkehr?

    1952, als Du geboren wurdest, dürfte auch in Hamburg eine ganz andere Verkehrsdichte geherrscht haben. Auch Deine damaligen Mototorräder würden heute als Mofa belächelt werden, wenn sie heute nicht den Charme eines Oldtimers hätten. Wenn Du Dich heute mit PS-Boliden zwischen den SUVs ... das ist irgendwie anders. So ist doch verständlich, dass sowohl die Verkehrsregeln an die geänderte Situation angepasst werden und die Leute auch auf die Verkehrslage reagieren. Das ist zwar eine Antwort auf diese Frage, aber zugegebenermaßen keine Lösung.

    Ich arbeite in einer Firma

    Kenne das auch. Hier ist es oftmals die Angst der Verantwortlichen, gestützt durch entsprechende Regelungen, zur Rechenschaft gezogen werden, wenn jemand anders etwas passiert. Zum Teil ist das auch berechtigt, immer dann, wenn die, die sich unterordnen müssen, nicht selbst für eine angemessene Sicherheit sorgen können, aber in der Praxis erlebt man das oft als überzogen und ohne Augenmaß schematisch angewandt.

    Das Leben ist nicht ohne Gefahren und es ist der klare Kopf der uns schützt, nicht die Ritterrüstung

    Das stimmt nur teilweise. Die "Ritterrüstung" ist der Fallback, das Netz, das einen auffängt, wenn der klare Kopf doch mal versagt.


    Aber Sicherheit ist eben relativ. Während wir uns hier Gedanken machen, ob es vertretbar ist, mit einem (zuglassenen, normgerechten, ECE-geprüften ...) Jethelm zu fahren, ist es in anderen Ländern - nicht welchen im "Busch" - sondern wie den USA (in großen Teilen) erlaubt, ohne Helm zu fahren ... und das wird auch gemacht !


    Eckart

  • einen passenden Brief gefunden:


    sollt JEDER einmal in Ruhe lesen... man bekommt fast Tränen :thumbsup2:


    http://www.med.uni-magdeburg.d…indheitserinnerungen2.pdf


    DAS sagt alles...hoffe mal "neutraler" :clap1::clap1::clap1:


    Gruß

    Holger


    Ps.: das Zerstückeln von Antworten Einzelner...ist scheinbar ein Hobby ???

    dann in einzelnen Fetzen dazu eine Meinung abgeben...

    Oberlehrer nicht geworden? :cursing:

  • Tolle Diskussion :thumbsup2: , spricht mir auch aus der Seele.....


    meine Urgroßmutter durfte ich noch kennenlernen :*

    die hat mir als Kind einen Satz mit auf den Weg gegeben, den ich aber erst viel Später kapiert habe....:bangin:


    "......das Leben ist lebensgefährlich...."


    Damit ist sie 96 Jahre alt geworden :saint: , hat 2 Weltkriege und diverse andere Havarien überlebt bzw. das "Leben" so wie

    es ist und war....:clap1::rofl:

    und zu ihrer Zeit war die Welt noch weit weg von "Sicherheit" bzw. zu dem was wir heute haben.....



    Bei diesem Motto würde ich gerne bleiben - auch wenn ich letzte Woche für mich unfassbare Nachrichten bekommen

    habe, dass der Sohn von meinem KFZ-Meister ( Vater & Sohn Betrieb seit 40 Jahren ) ,

    guter Freund , Weggefährte im Alter von nur 43 Jahren leider ganz plötzlich und unerwartet verstorben ist.;(

    Was soll man da sagen ! So wie oben schon erwähnt : Life is a bitch !!! :crying:


    Auch ich höre im Bekanntenkreis zum Thema Motorradfahren oft die gleichen Sprüche wie oben schon erwähnt,

    ich zitiere dann immer gerne


    "...wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Kresse halten......." ;)


    Ich lasse mir dieses Hobby nicht vermiesen - ein Restrisiko gibt es überall und das nehme ich gerne in Kauf, denn

    das Positive überwiegt !!!


    :wave:


    Mac

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