Tunesien - kurzentschlossen. Ich nenne das mal eine "Probefahrt".

  • Da sitzt man im November in der Werkstatt, schaut nach draußen und es ist grau.


    Man wünscht sich den Sommer zurück, wie schön doch die zwei Monate nach Griechenland und zurück waren.

    Wären da bloß der "schwitzende" :unsure: Öltank und die leider noch nicht ganz ideale Motorkühlung (zum Ende der Reise hin... dazu gleich mehr) nicht gewesen.




    Aber gut, nächstes Jahr soll es ja wieder auf Tour gehen, bis dahin gibts - nicht nur am Motorrad - viel zu tun.

    Aber was, wenn...ja, ne, eine Probefahrt nur um vor der nächsten Tour sicher zu stellen, dass Kühlung und Öltank keine Probleme machen werden,

    die wäre schon sinnvoll.


    Und damit habe ich für mich dann auch schon eine Entschuldigung gefunden, mal die Fährrouten nach Süden, sowie das Wetter, zu studieren,

    nachdem Material fürs Motorrad geordert wurde.




    Tunesien klingt gut. 20 Grad, kaum Regen, stabil für die nächsten Wochen.




    Was ist zu tun...viel.
    Aber nach diversen Nachtschichten und mehr als den geplanten Arbeiten (mehr dazu im Oryx-BauFred, sobald ich dazu komme dort mal ein großes, allumfassendes, Update zu machen, u.a. hatte ich ein Loch im kleineren der zwei Kühler, Schuld war der Lüfter),

    war der Bock Samstagmorgen zusammen gebaut, Samstagmittag alles Gepäck gepackt.

    Wohlgemerkt ohne einen Meter gefahren zu sein, es soll ja schließlich der Charakter der Probefahrt erhalten bleiben.


    Noch schnell die Fähre ab Salerno für Montagmittag gebucht und was gegessen, dann ab dafür, noch bis Freiburg runter, am Sonntag bis Rom und Montag die letzte Etappe,

    bis zum Schiff. In Sichtweite vom Hafen merke ich, dass der Gaszug schwergängig wird....es reicht nicht mehr bis zum Hafen, patsch, der Gaszug reisst.

    War in 5 Minuten getauscht, aber sagen wir es war ohnehin knapp.



    Wurscht, ich bin auf der Fähre,

    weg vom schlechten Wetter in Europa:



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    ...und ab ins gute Wetter Nordafrikas:



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    Nein, die Bilder sind nicht vertauscht. :|


    Musste durch. Genauso wie durch die Einreisekontrolle und den Zoll.


    Lektion 1 (für Leute, die genauso unvorbereitet nach Tunesien kommen wie ich):

    Pack einen Kugelschreiber ein. Du wirst ihn brauchen.


    Lektion 2: Zieh die neuen Reifen auf, bevor du auf die Fähre fährst, falls du für die Straßenetappe gen Italien alte, abgefahrene Reifen drauf hattest.

    Oder diskutier mit dem Zoll rum, dass diese Reifen für dein Motorrad sind "and not for business!".


    Lektion 3: Vergiss alles, was dir die Fahrschule beigebracht hat. Brauchst du nicht, klappt auch so, zwischenmenschliche Kommunikation, oder so. Deine Hupe sollte ggf. funktionieren.






    Jetzt, wo dass gesagt ist, erstmal ein paar Impressionen aus Tunis, wo ich 3 Nächte verbracht habe, um mich vom (selbstgemachten) Vorbereitungs- und Anreisestress zu erholen.



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    Tihihihi:

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    Das Abdichten des Öltanks hat auch etwas gebracht...und zwar habe ich jetzt gemerkt, dass der Öltank nicht der Hauptübeltäter war.

    Sondern die Dichtung der Schaltwelle. Scheinbar hat es den Ölfilm, der dort austrat irgendwie an die Schwingenaufnahme gesprüht (Fahrtwind?).

    Der Öltank hatte minimalste Leckage, hat aber dazu beigetragen, dass ich die größere Leckage nicht orten konnte.


    Ein Dichtring ließ sich auftreiben, ebenso wie ein Ersatz für den langsam versagenden Öldruckschalter.

    Also beides kurzerhand vor Ort (im echt schönen Hotel) gewechselt. Dort habe ich auch die Reifen gewechselt.


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    Bis dahin stand auch so eine Art Planung. Als erstes Richtung Algerien, entlang der Grenze durch die Berge nach Süden bis auf Höhe von Douz,

    da dann zwei bis drei Touren durch die Wüste, dann an die Küste und wieder Richtung Norden. Gesamtdauer 10 bis 14 Tage, in etwa.



    Gesagt getan, erstmal eine kurze Etappe, nach El Kef, gibt dort römische Bäder (Ruinen...) und auch so ein bisserl alten Kram, die Kasbah ist auch ganz nett.

    Hier gabs dann aber gleich das nächste Problem.





    Wohlgemerkt mein Fehler, ich hab nach dem Austausch vom Öldrucksensor die Bremsleitung nicht 100%ig verlegt, die Kette hat mir dann erstmal ein Loch reingefräst.

    Nun ist Teflon kein Freund von Klebern, ich hab versucht die Leitung zu reparieren, indem ich sie durchgeschnitten habe und ein Kunststoffrohr reingesteckt habe,

    das ganze dann mit Draht versucht dicht zu bekommen, hat aber nicht geklappt.

    Am nächsten Morgen wurde mir dann geholfen eine brauchbare Bremsleitung zu finden, war zwar etwas lang, aber egal. Gedacht für irgendeinen Roller.

    Für Motorräder gibts quasi keine Teile.


    War aber gar nicht so verkehrt, dass das passiert ist, denn das heißt für mich, da kann ich im Werkzeug/Ersatzteilkit noch was machen.

    Ich vermute mit einem Metallröhrchen anstelle von Kunststoff klappt das, die defekte Leitung habe ich zu Testzwecken wieder mitgebracht.


    An dieser Stelle vielen Dank an den Besitzer und die Angestellten vom Hotel Des Remparts in El Kef für die Unterhaltung, Verköstigung und Unterstützung.

    Letzteres gilt auch allen, die beim Tausch der Leitung, oder viel mehr dem Befüllen, mitgeholfen haben. Die wollte sich aufs verrecken hin nicht entlüften lassen....

    Da war dann auch ganz schnell klar: Die Leute in Tunesien sind super.


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    Den nächsten Tag bin ich dann aufgrund der Bremsleitung erst spät los,

    ich kam nur bis Kasserine. Auf dem Weg dahin wurde ich einmal von der Nationalgarde auf den Highway verwiesen,

    an einer Straßenkontrolle, eigentlich wollte ich kleinere Straßen fahren. Aber wer auch immer da am anderen Ende vom Funkgerät war, meinte, dass der gemeine deutsche Touri da nichts verloren hätte.

    Dazu später mehr.



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    Und überall diese Isuzu Pickups, öfter mal effizient beladen, genutzt als Viehtransport, Heulaster, Taxi, fahrender Gemüsestand, whatever.


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    Kasserine sagt dem ein oder anderen ggf. etwas, speziell in Bezug auf die Tunesische Revolution.

    Dort ging es ziemlich rund, teils leider mit blutigen Folgen. Die wirtschaftliche Lage war und ist dort einfach gesagt recht aussichtslos.

    Tourismus kommt dort auch nicht hin, das beschränkt sich meiner (nur zweiwöchigen) Erfahrung nach auf die Küste und einzelne Städte wie Douz, El Jem etc.


    Dennoch gab es die letzten Jahre dort einiges an Kunstprojekten, und wenn nur, um die Jugendlichen irgendwie vom grauen Alltag abzulenken.


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    Macht euch selbst ein Bild, es gibt ein paar gute Berichte über die Stadt und ihre Probleme, da brauche ich keinen Aufsatz drüber schreiben.

    Durch die Militärpräsenz und dadurch, dass es im Mount Chaambi Nationalpark ein paar Dschihadisten geben soll, dürfte das wohl nicht jedermanns Urlaubsziel sein.

    Heißt nicht, dass ich mich unsicher gefühlt hätte. Wenn überhaupt fand ich das Militär mit seinen Humvees und riesigen gepanzerten Fahrzeugen etwas ...wenig vertrauenerweckend.

    Oh, und Fotos...ähhhh, lasst ihr besser sein, falls irgendwas Offizielles, sei es Militär, Polizei, ein Gefängnis oder sonstwas in der Nähe eures Motivs ist.

    Sonst kann es sein, natürlich alles hypothetisch, dass ihr eingeladen werdet, das Gefängnis mal von innen zu sehen und ihr Leuten eure Kamera sowie deren Inhalte zeigen dürft.



    Anonsten hat auch Kasserine alten römischen Kram zu bieten, u.a. ein Theater, schön mit Parkplatz, Kassenhäuschen und Tor.

    Wer das aber näher sehen will, der sollte bereit sein besagtes Tor zu erklimmen, denn das Kassenhäuschen ist nie besetzt, wie mir der anwesende Schafhirte mitteilte,

    der zudem lachte, als ich fragte, ob hier öfter Touristen her kämen. Aber ausgeschildert war es.



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    Gut ausgeruht ging es dann weiter südwarts, als Richtung Douz.



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    Hier ist Schluss für heute, der Rest folgt. Schreibfehler sind Absicht.

    Auf der Suche nach Teilen für F650Rallye oder Oryx? Oder gar einem kompletten Oryx Kit? ---> PN

  • Ohhhh, mein Neid ist mit dir. Hast ja richtig Eier in den Hosen. Marokko ja, aber Tunesien wär mir persönlich zu heikel aufgrund der aktuellen politischen Situation.

    Eigentlich schade für Land und Leute.

    Aber wie stand doch mal auf der page von horizons unlimited: die Welt ist nicht halb so gefährlich wie einem immer suggeriert wird.


    Freue mich auf weitere Bilder.

    Gute Fahrt und pass auf dich auf.

    If you fall, I'll be there (Floor)

  • Genau


    Ich habe mitten im Krieg in Kroatien, genauer in Rijeka auf der Rennstrecke, einen Strafzettel im Ort unten bekommen, weil ich am Tante Emma Laden im Halteverbot stand. Die Rennstrecke war in dieser Zeit besonders günstig zu mieten.

  • Das ist es eben, alles nicht halb so wild.

    Wer mal Angst kriegen will, der liest sich die Reise- und Sicherheitshinweise vom Auswärtigen Amt durch.

    Wer wissen will, wie es wirklich ist, der fährt halt hin. Da liegt irgendwo der feine Unterschied, zwischen Angst und Vorsicht.







    Aber bevor das jetzt ausufert, wie in einem gewissen anderen Thema hier im Forum.... :bag:








    Wo war ich...auf dem Weg nach Douz musste ich entweder über den Chott el Djerid oder außenrum, ich entschied mich drüber zu fahren (besser gesagt über die Straße durch),

    da außenrum doch deutlich länger gewesen wäre. Und ich war ja nur kurz zum Kennen lernen im Land.

    Um dann mal schnell das Thema Distanzen aufzugreifen, das Land ist zwar klein, aber man verschätzt sich doch schnell mal.

    Ich dacht mir noch, neeee, da tankst du in Kebili, wenn du über den See bist, ist ja nicht weit.

    Pustekuchen, 85km. Ein Großteil davon über den Salzsee.


    Ich rechne aber mit recht großzügigen Reserven, hat also noch problemlos bis zur nächsten Tankstelle gelangt.


    Nach ein paar weiteren Kilometern bin ich dann auch Spätnachmittags in Douz angekommen, man merkt, dass man näher kommt, wenn man mehr und mehr Dattelpalmen sieht.


    Dort angekommen ist man, wenn diverse Tankstellenfenster und Restaurants mit irgendwelchen Rallye- und Expeditionsaufkleber vollgepappt sind.






    Etwas zu früh fürs Festival de Douz, das ist erst Ende Dezember.



    Bin dann abends noch etwas rumgeschlendert, den nächsten Morgen sollte es dann los gehen,

    ca.280 km, zum Lac Houidhat Erreched und zurück. Sicherheitshalber zusätzlich zu den 14,75 Litern der vorhandenen Tanks nochmal 5 Liter Sprit im Kanister mitgenommen,

    ich fahre 15/51 Übersetzung und im Sand wird der Verbrauch eh höher sein, als üblich.






    Ein letzter Check, alles dabei, Wasser, Essen, Benzin etc.?



    Es ging dann immer in die klassische Sandwüste über






    Uuuuuuund zack, einmal nicht aufgepasst.




    Die Piste ist anfangs massiver Fels, mit mehr oder weniger Sand drauf. Meist eher weniger oder gar nackter Fels,

    aber eben hin und wieder schon etwas tieferer Sand. Da hats mir das Vorderrad verrissen, ich war wohl etwas zu flott oder hab eine Spurrille blöd erwischt,

    ich kanns nicht genau sagen, das ging zu schnell.


    Das Vorderrad ging quer, grub sich ein und das Motorrad hat wohl, den Spuren und den Schäden nach, einen Salto über den Lenker links gemacht und lag jetzt entgegen der Fahrtrichtung.

    Mich hats derweil natürlich abgeworfen, mein linker Fuß lag unter der Schwinge (dafür trägt man ja Stiefel...).


    Doof gelaufen, auf jeden Fall ein Argument dafür den Lenkungsdämpfer (was für den Winter eh anstand) endlich zu verbauen.



    Weiter nichts wildes passiert, ein Spiegel abgebrochen, ein kleiner Bruch im Windschild und eine ziemlich krumme Schraube, die die Lenkerklemmung und Gabelbrücke verbindet.

    Nichts gebrochen, aber die linke Schulter schmerzt, leicht geprellt und aller Wahrscheinlichkeit nach ein Muskelfaserriss irgendwo am Schulterblatt.
    Beim normalen Fahren kein Problem, da tat nichts weh, aber im Stehen fahren, insbesondere wenn man mit dem Arm Druck auf den Lenker ausüben musste,

    das ging leider nur eingeschränkt.



    Disclaimer: Das war jetzt in 7 Jahren Motorradfahren der einzige Highsider und auch der einzige Sturz,

    bei dem ich mich nennenswert (d.h. keine uneingeschränkte Weiterfahrt möglich) verletzt habe.



    Nun gut, ich hab dann mal geschaut, wie weit ich denn so komme, denn nur sitzend fahren ist ein Garant dafür im Sand Probleme zu bekommen,

    da fehlts schon allein an Geschwindigkeit.



    Es kam aber erstmal, um den Jebil-Nationalpark herum, eine steinige Piste, gefolgt von kleineren Dünenfeldern bzw. einzelnen Dünen, das ging alles noch.

    Nur das Hinterrad aus dem Sand "heben" (viel mehr das Heck hochziehen und dabei das Motorrad von links nach rechts rütteln, damit Sand unter Hinterrad kommt),

    das ging leider auch mehr schlecht als recht, da hat mir die Kraft in der Schulter gefehlt. Es war also Graben angesagt.












    Ein paar wenige tausend Meter hinter dem Jebel Tembaine (die zwei Erhebungen oben links im nächsten Bild) ging es dann in ein einziges großes Dünenfeld, ohne jedewede Aussicht auf festen Untergrund, da war es für mich an der Zeit umzukehren, das war mit der Schulter einfach nicht machbar, ohne zu hohe Risiken einzugehen (P.s.: Alleine in die Wüste zu fahren, wenn auch auf mehr oder minder etablierten Pisten, an sich ist jetzt schon kein kleines Risiko).




    Also noch einmal ausgegraben, dann von den Dünen runter und das Camp aufgeschlagen, es wurde es rasch dunkel.

    In dem Foto wird auch deutlich, wie tief der Sand dann doch wird und, dass man da eben nicht mal locker flockig hoch rollt.

    Dazu sei gesagt, dass ich jetzt nicht gerade ein Ass im Sandfahren bin. Gibt daheim eher wenige Wüsten.




    Selbes Motiv, nur von oben. Camp ist unten links.




    Saaaaaaaaaaaand.






    Nachts, Totenstille. Kein Wind, keine Tiere, kein gar nichts.

    Irre. Muss man mal erlebt haben.


    Und kalt war es, welch eine Überraschung.


    Aber ein bisserl lebendigen Kleinkram scheint es doch zu geben. Tagsüber hatte ich nur mal Mistkäfer gesehen.







    Ich bin dann am nächsten Tag noch ein wenig um den Jebil-NP rumgefahren, insoweit es denn ging, und dann wieder raus aus der Wüste,

    aus den geplanten 2-3 Touren wurde also so eine halbe.

    Schade drum, aber erstens kommt es anders und zweitens als du denkst.



    P.s.: An der Stelle habe ich meine ersten Pauschaltouristen erspäht. Eine Gruppe, die in Geländewagen darum gefahren wurde und ein bisserl Kamelreiten im Sandkasten gemacht hat. Und später kamen die Geländewagen nochmal an mir vorbei, als gerade anhielt, um Pause zu machen, die hielten plötzlich an und drückten mir einen Schuh in die Hand. Muss ich wohl irgendwo aufm Weg verloren haben. Ein Glück, dass die den gefunden haben, wäre wohl schwierig geworden, da ein paar Schuhe in meiner Größe aufzutreiben.






    Den Tag bin ich dann also direkt weiter Richtung Küste, die Landschaft verändert sich von Douz Richtung Osten doch ziemlich schnell,

    da habe ich aber leider keine Fotos von, da es dann schon dunkel wurde.






    Gelandet bin ich letztlich in Matmata, da ist wohl mal irgendso ein mehr oder weniger bekannter Film gedreht worden.

    Star Wars, oder so?


    Nicht meins, ich hab da nur in einem ganz netten Hotel übernachtet, das waren quasi Höhlen als Räume, rings um einen schönen Innenhof herum.

    Das Dach vom Innenhof ist sozusagen eigentlich der Boden, von draußen gesehen.




    Habe ich erwähnt, dass ich des Öfteren der einzige Gast in Hotels war?

    Versteh ich zwar nicht, mMn ist November ideal um Tunesien zu besuchen, angenehme 20°C, offensichtlich kaum Pauschaltouristen o.ä. und sowieso außerhalb der Ferienzeiten.





    Ist das eine Straße? Mein Navi sagt ja und ich konnte die "Straße" fahren.

    Zwischenziel war die Küste südöstlich, dann die Küste entlang nach Gabes.









    Im Sand spielen geht nicht nur in der Wüste :whistle:





    Gibt auch komische Pferde in Tunesien.





    Habe ich erwähnt, dass man mitm Motorrad quasi immer in irgendeiner Weise einen Special-Parkplatz angeboten bekommt?




    Für den nächsten Tag wollte ich nochmal ins Landesinnere und entlang dem Bou-Hedma National Park zurück an die Küste nach Sfax, letzteres hat eine sehr gut (quasi im "Originalzustand") erhaltene Medina.


    Nun hatte ich ja früher schon einmal erwähnt, dass es passieren kann, dass man an den relativ häufigen Checkpoints mal rausgezogen wird.

    Manchmal werden nur die Papiere geprüft und man wird weiter geschickt, einmal wurde ich gefragt wo ich in hin wollte und welche Route ich nehmen wollte,

    im Anschluss wurde jemand angefunkt und ich wurde auf den Highway verwiesen.

    Fand ich in dem Falle ok, geplant war halt eine Route durch die Berge relativ nah entlang der algerischen Grenze, der Mensch am anderen Ende des Funkgeräts hat "Nein." gesagt. Meinetwegen.


    In anderen Fällen wiederum steckt da - meiner Meinung nach - mehr Willkür dahinter.

    Ich fuhr also Richtung besagtem Nationalpark, komme an eine Straßenkreuzung (ein Kreisel, genauer gesagt).

    Drei Straßen kommen zusammen, einmal die aus Richtung Gabes, dann eine in den Ort rein und eine in Richtung des NP.


    Es ist Mittagszeit, ich fahre also erstmal in der Ort, mir etwas zu Essen für den Weg zu holen.

    Man nimmt mich wahr, macht aber keine Anstalten mich zu stoppen, es ist nicht ersichtlich, wo ich aus dem Kreisel ausfahren werde, die Kontrolle ist an der Einfahrt.

    Schnell was zu essen geholt, wieder durch den Kreisel durch, Richtung NP.

    Selbes Spiel, es ist nicht ersichtlich wo ich ausfahren werde, Kontrolle ist an der Einfahrt.


    Man hält mich an. Ich hole Pass und Papiere raus, erkläre, dass ich zum NP will, dann Richtung Sfax, ich komme aus Gabes, wollte mir nur schnell was zu essen holen.

    Beide Straßen (also die nach Gabes und die Richtung NP) führen nach Sfax, keine davon ist nennenswert schneller.


    Nein, da könne ich nicht lang fahren, ich solle die übergeordnete Straße fahren (Route Nationale vs. Route Regionale).

    Nochmal, ich erkläre wo ich hin will, zeige die Route auf dem GPS, nein, darf ich nicht. Gut, diskutieren wird eh nichts helfen, aber unschuldig fragen weshalb (hey, wenn es da was gibt, dass ich wissen muss...?) kann man ja mal. Keine Antwort, wie bisher auch immer.


    Also brav wieder zurück nach Gabes....und den erstbesten Feldweg links rein, auf die Straße zum NP drauf.

    Wo eine Wille ist...



    Kurzum, ich habe keine Ahnung, weshalb ich da nicht lang fahren sollte. Bin genauso nach Sfax gekommen,

    hab super Landschaften gesehen, einen netten kleinen Bergpass nach einer engen Schlucht gefahren und bin zuguterletzt noch an ein paar Berberhöhlen vorbei gekommen.


















    Sfax:









    Drittes, finales Update folgt die Tage.

    Auf der Suche nach Teilen für F650Rallye oder Oryx? Oder gar einem kompletten Oryx Kit? ---> PN

  • Könntest du beruflich auch machen :thumbup:

    Apropos Sand und umfallen. War zwar nicht in der Wüste, bin dieses Jahr aber in einem Olivenhain weit ab jedweglicher Zivilisation im andalusischen Hinterland auch wegen einer Vertiefung im Sand abgestiegen. Wie bei dir Spiegel ab, die Gewindestange vom Sturzpad gebrochen, aber sonst nichts Schlimmes.

    Da liegst du dann auf dem Bauch und wie bei dir die Schwinge auf dem rechten Unterschenkel. Hab dann die CS auf den Lenker gestellt bekommen für ein bisschen mehr Platz.

    Der Schweiss rinnt da bei fast 40° in Strömen und du bist in kürzester Zeit patschnass.

    Nach ca. 15 Minuten war der Fuss dann frei. Nichts passiert, tat auch nichts weh.

    Dann befällt einen der Gedanke "was wäre wenn". Da findet dich kein Mensch, Handy null Funk, Schei..

    Hab mir dann geschworen so etwas zumindest nicht mehr allein zu machen.

    Apropos Gedanke "da könnte man ja vielleicht noch reagieren". Nada, du beginnst noch zu denken "der Sand könnte" .... und schon hast du Sand zwischen den Zähnen.


    Freu mich auf die Fortsetzung.

    If you fall, I'll be there (Floor)

  • Dann befällt einen der Gedanke "was wäre wenn". Da findet dich kein Mensch, Handy null Funk, Schei..

    Hab mir dann geschworen so etwas zumindest nicht mehr allein zu machen.

    Für so was haben wir immer einen Delorme InReach (heute Garmin InReach) dabei, gekoppelt mit einer Bergungsversicherung. Hilfe auf Knopfdruck, auch am Ende der Welt, mit dem netten Nebeneffekt, auch mal von dort ´ne Mail verschicken zu können, wo es kein Mobilfunknetz gibt. Die Kosten für den Jahresgrundbetrag sind überschaubar und aktiviert wird das Ding monatsweise, wenn wir unterwegs sind. Ist man alleine, hat man das Ding dann direkt am Mann, für den Fall daß man sich gerade unbeabsichtigt vom Mopped getrennt hat...

    Meine Beiträge geben meine private Meinung wieder ohne Anspruch auf sachliche Richtigkeit.