Soll ich mir eine F650 schenken lassen?

  • Moin, moin und Servus in die Runde!


    Ich geb zu, die Frage klingt komisch. Sie hat aber einen erklärbaren Hintergrund. 8-)


    Vorab kurz zu meiner Person, da ich mich hier neu angemeldet habe: Ich bin männlich, 50 Jahre, fahre seit 32 Jahren Auto. Ich habe keinen Motorrad-Führerschein, aber fahre schon seit vielen Jahren Roller (50er). Ich mache regelmäßig in Asien Urlaub und bin auch dort gerne autonom unterwegs. Ausleihen kann man sich dort allerdings nur 80er oder 125er. Auch wenn nicht nach einem Führerschein gefragt wird und Polizeikontrollen i.d.R. problemlos - also nicht zu teuer - sind, wäre ich in Zukunft gerne mit einer ordentlichen Fahrerlaubnis unterwegs. Große Freude und Dank an den Verkehrsminister: seit Anfang des Jahres können sich nun Autofahrer in ihrem Führerschein - ohne zusätzliche Prüfung - 125er eintragen lassen. Voraussetzung sind lediglich 4 Theorie- und 5 Praxiseinheiten.


    Ich marschiere also in die Fahrschule, um mich zu informieren und erfahre: Geht alles problemlos, Kosten 750,- Euro. Fahrschule weist aber darauf hin: Zum richtigen Motorrad-Führerschein kann ich dann später nicht erweitern. Wenn ich plötzlich Lust auf ein richtiges Motorrad bekomme und den haben wollte, müsste ich die Fahrerlaubnis A komplett neu erwerben. Kosten ca. 1800 Euro.

    Ich: "Kein Problem. In meinem Alter muss man nicht noch anfangen, ne große Maschine zu fahren. 125er reicht, ist ohnehin ganz überwiegend für den Urlaub gedacht.... Aber ich schlafe noch mal drüber...."


    Jetzt habe ich das beiläufig in einem Gespräch mit meinem Vater erwähnt: "Mit meinem Autoführerschein kann ich demnächst übrigens auch 125er fahren. Kostet nur 750 Euro, statt 1800. Er: "Prima, mach das."

    Am nächsten Tag ruft er noch mal an und sagt: "Weißt Du, mit 80 Jahren muss ich jetzt eigentlich nicht mehr weiter Motorrad fahren. Wenn Du den richtigen Führerschein machst, schenk ich Dir für den Anfang mein Motorrad. Ist 'ne BMW F650, Baujahr 1993, gut 50.000 km."


    So, jetzt steh ich da und muss mich entscheiden. Eigentlich brauche ich keinen richtigen Motorrad-Führerschein und es war auch nie ein großer Wunsch von mir. Ich will auch eigentlich keine 1800 Euro für den Lappen ausgeben, wenn ich fast nur im Urlaub fahre....

    Andererseits: Vielleicht bereue ich es später, wenn ich es nicht mache. Und immerhin gäbe es das Motorrad umsonst....

    Und dann noch Fragen wie: Ist so ne F650 eigentlich für "Anfänger" geeignet? Ist sie unkompliziert oder macht die Maschine - vor allem in dem Alter - gerne mal Probleme? (War bisher wohl nicht der Fall) Wie lange könnte ich die überhaupt noch fahren?


    Fragen über Fragen. Würde mich freuen, wenn Ihr etwas zu meiner Entscheidungsfindung beitragen könntet.


    Viele Grüße

    Gene

  • Ich bin jetzt knapp 62 und habe mir vor einem Jahr zu meiner 500er Kawa noch die 650 CS geholt wenn ich mal abseits von gutem Asphalt in die Berge oder in die Wiese übern Sandweg fahren will . ( Großer Aufschrei der " Gemeinde " CS und Sand geht ja gaaaar nicht .:bangin: ) Ich denke das ich noch bis ca 75 - 80 mit dem Mopeds unterwegs bin , danach werde ich sehen was noch geht .

    Mach den " Richtigen " Lappen und hab Spaß . Appetit kommt beim essen , und das Moped läuft noch lange .



    Oesie

  • 1. In einem Motorradforum und

    2. speziell in einem F 650 Forum,

    diese Frage zu stellen... was erwartest du 8o


    Wenn du eine ernste Antwort auf deine Frage haben möchtest, ist es klug, wenn du es ausprobierst.

    Anders funktioniert das Leben nicht wirklich.


    Ich bin dafür :thumbup:


    Da soll natürlich nicht heißen, wenn du wissen möchstes, wie es ist, wenn man aus dem 10.Stock vom Balkon springt...8-)

    Zylinder statt Kinder

    Gruß Jürgen

  • Ich hab mir auch ne Simson gekauft weil der Führerschein ja eh dabei war. Dann hab ich aber gemerkt, dass das doch ganz schön viel Spaß macht (die Erfahrung hast du ja auch gemacht) und nach gerade mal einer Saison hat mich dann die Begrenzung auf 70 km/h (die Simme lief Dank falscher Bedüsung bis 70, dafür aber auch mit 4,5l/100km) und die ständigen gefährlichen Überholmanöver von Autos genervt also hab ich den offenen gemacht.

    Die Preise find ich aber interessant. Zum einen kann man den Preis vorher eigentlich nicht wissen, weil keiner weiß, wie viele Fahrstunden du brauchst. Zum anderen hab ich meinen Führerschein vor 6,5 Jahren rur insgesamt 1000€ gemacht. Inkl. Anmeldegebühr, Prüfungsgebühren, Fahrstunden, Sonderfahrten und Passbildern. Da find ich 1800 ziemlich teuer

  • Klar, dass in einem F650 Forum niemand sagt: Hände weg von der Maschine.

    Aber es könnte ja zum Beispiel sein, dass Ihr mir sagt: "Bei so einem alten Motorrad (Baujahr 1993) geht Dir ständig etwas kaputt, wenn Du regelmäßig fährst. Wenn Du keine Lust zum Basteln hast, ist das nichts für Dich."

    Das könnte zum Beispiel ein Grund sein, sich dagegen zu entscheiden.

  • bwm: Die 750,- Euro sind fix, da es ja eine feste Zahl an Stunden ohne Prüfung sind. Die 1800,- Euro sind über den Daumen. Die Preise dürften in den letzten 6,5 Jahren aber sicher deutlich angestiegen sein. Und hier in der teuersten Stadt des Landes, macht man ohnehin keine Schnäppchen. Aber ich werde das ggf. noch mal durchrechnen, ob ich auch besser weg kommen könnte...

  • servus,


    das wirst du in diesem forum eherb weniger hören. zumal die bmws, auch die alten, ziemlich zuverlässige gesellen sind. bei motorrädern ist das alter in der regel nicht das entscheidende.

    pflegezustand, typ, bauart und nicht zuletzt km sind viel wichtiger. wenn du dir die km stände von den f treibern hier anschaust, wirst du feststellen dass 50000 km nicht so viel sind für den eintopf.

    mit einem richtigen moped rumdüsen macht einfach mehr spass.1800 euro find ich auch ganz schön happig für den mopedlappen.


    bis bald


    maczipp

  • Hallo Gene,


    ich habe meinen A2 Führerschein vor 6 Jahren gemacht (da war ich 56) und hatte allerdings das Glück nur eine praktische Prüfung absolvieren zu müssen (Auto Führerschein vor dem 01.04.1980). In den 6 Jahren bin ich 78.000 km mit meinem Mopped gefahren und habe es nicht eine Sekunde bereut und freue mich noch auf viele weitere km mit meinem Eintopf. Lass deinen Bauch entscheiden und frage nicht nach den Kosten. Ich werde in diesem Jahr den A Führerschein auch noch nachholen (wieder nur mit praktischer Prüfung).

    :wave:

  • Hallo Gene,

    1. In einem Motorradforum und

    2. speziell in einem F 650 Forum,

    diese Frage zu stellen... was erwartest du

    Na klar. Auch ich werde in diesem Sinne antworten. Um überzeugend zu sein, werde ich aber schon ein wenig auf die Fragen eingehen.

    Die 1800,- Euro sind über den Daumen

    Angesichts Deiner langen Autofahrpraxis und der ja auch schon guten Zweiradpraxis hast Du ja trotz des Lebensalters gute Vorausetzungen, so dass Du vielleicht am unteren Ende des Preisrahmens bleibst.

    Innerhin hast Du Dir ja Gedanken gemacht, und wenn es dazu kommen sollte, auch hierzulande ein motorisiertes Zweirad zu fahren wird womöglich der Appetit beim Essen kommen - da wird die Fahrschule trotz Eigeninteresse nicht ganz unrecht haben.

    immerhin gäbe es das Motorrad umsonst

    Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Vielleicht doch ?

    Wie lange könnte ich die überhaupt noch fahren?

    In Deutschland sind die Regelungen für alte Fahrzeuge, vor allem Motorräder, ja relativ liberal. Allerdings kann ein gewisses Fahrzeugalter ja auch erhöhten Aufwand bedeuten, vor allem wenn das gute Stück gefahren wird. Aber für den Anfang ...

    Weißt Du, mit 80 Jahren muss ich jetzt eigentlich nicht mehr weiter Motorrad fahren

    Vielleicht solltest Du Dich mit Deinem Vater nicht nur beiläufig über das Thema unterhalten. In jüngeren Jahren ist er doch bestimmt mehr damit gefahren und kann Dir das Motorradfahren vielleicht schmackhaft machen ?

    Wenn nicht, wäre das auch kein Beinbruch und wenigstens ein ehrlicher Beitrag zur Entscheidungsfindung.

    Ist so ne F650 eigentlich für "Anfänger" geeignet? Ist sie unkompliziert oder macht die Maschine - vor allem in dem Alter - gerne mal Probleme?

    Die F650 sind auf jeden Fall für Anfänger geeignet. Die alten Vergaser-F650 wird eine Fahrschule schon aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr einsetzen, aber die F650CS beispielsweise war ein beliebtes Fahrschulmodell.


    Eckart

  • Zu ihrer Bauzeit 93-99 war die F 650 bei Fahrschulen sehr beliebt weil handlich.zuverlässig und ectrem.Anfängerfreundlich..

    Verzeiht vieles.aber nicht alles. .

    Hab meine seit 19.7.99.damals neu gekauft...und mittlerweile 180tkm ohne Revision abgespult..da kommen nochmal soviele dazu.also fahren statt immer zu basteln..


    Da ist die Deines alten Herrn noch jungfräulich. Tu deinem alten hr den spass und nehms in gute Hände. .den Deckel mit 50...na unn..hab doin Spaß

    Bis 80 ist noch lange hin



    Unser Ossi ist paar takte älter als ich.tickt aber ähnlich...hab insgesamt 4 mopeds inne garage.von dene jede ihren Reiz hat.auch die alte Superspottlerin SV 1000 S ..alle ohne schnickschnack oder gar abs..an der sollte ich nur wartung machen fürd freundin im November. .willste se..moi Osteoporose. Geht nimmer..



    Mach den schein.nehm das moped vom Vadder...das Läbbe isch noch jung unn hab spass


    Gruß

    Rolf

  • Hallo Gene,


    Also wenn es kein brennender Wunsch ist, ein großes Motorrad zu fahren, würde ich es mir an deiner Stelle nicht antun. Die F wird bestimmt öfters Aufmerksamkeit wollen, und wenn du es nicht selber machen kannst, ist gleich relativ viel Geld weg. Wert ist sie bestenfalls noch 1200€, ist also auch nicht unbedingt etwas, was von Generation zu Generation weitervererbt werden muss.

    Ich denke, du hättest mehr Freude am kleinen Führerschein. Wenn du sowieso eher der Rollerfahrer bist, willst du dort vielleicht auf einen 125er upgraden, oder schon mal den Honda Vision angeguckt? Neu richtig günstig, zwar nur 8PS aber allemal flotter als ein 50er, und mit knapp über 100kg superleicht.

    Machst du den großen Schein und hast doch keine Freude an der 650er, könntest du auch hier die Chance nutzen, einen größeren Roller zu fahren. Einen leichten 150er oder einen flotten 300er oder was richtig großes, schnelles...

    Für mich kommt es eher so rüber, als wolltest du die 650er nicht vergammeln lassen oder zusehen wie sie weggegeben wird, glaubst aber nicht daran, daß das jetzt dein neues Hobby wird. Hast du denn Zeit für ein neues Hobby? Es gibt massig Motorräder, die in den Garagen vor sich hin stehen, weil ihre Besitzer keine Zeit haben oder sich keine nehmen.

    Ich habe Spass an den Motorrädern, aber ich räume ihnen auch einen gewissen Platz in meiner Freizeitplanung und im Budget ein. Die F fahre ich ca. 6000km pro Jahr, jetzt hat sie 50000km (ist eine 98er), und pro Jahr verlangt sie mehrere Male nach Aufmerksamkeit. Wartung alle 10000km, aber auch Reglerdefekte, Lenkkopflager, Schwingenlager, Kette und was halt so ist.


    Viel Spass beim Hirnen!


    Gruß Joachim

  • Schon mal Danke für Eure Antworten! Das hilft tatsächlich beim Hirnen.


    Was es sicher nicht gibt, ist eine "familiäre Verpflichtung" die 650er zu nehmen. Das ist nur ein Angebot. Auch kein Problem, wenn ich bei was Kleinem bleibe.


    Richtig ist, dass ich bisher Roller-Fahrer bin. Weil ich das Moped vor allem genutzt habe, um damit im Sommer an schönen Tagen zur Arbeit ins Büro zu fahre . Dann ist es halt super praktisch, dass man sich einfach im Anzug drauf setzen kann und gemütlich und easy losfahren kann - ohne Motorrad-Kluft, nur mit nen kleinen Helm.

    Anderseits reizt es mich schon mal ein anderes Gerät auszuprobieren, das andere Fahreigenschaften hat und einen anderen Fahrspaß bietet. Hatte im 125er Bereich z.B. mal über ne gebrauchte Honda CBR nachgedacht.


    VZeit, um ein neues Hobby aufzubauen, habe ich allerdings nicht. Fahre sehr gerne Auto und habe auch noch einen Oldtimer. Der muss im Sommer auch ab und zu mal auf die Strasse. Und was mir Sorge macht: Basteln kann ich am Motorrad nicht. Da fehlt echt die Zeit. Das müsste schon ohne viel Aufmersamkeit und Werkstatt-Budget schnurren. So kenne ich es auch von meinen bisherigen Rollern. Fahrleistung wäre wohl maximal so 2.000 - 3.000 km im Jahr.

  • Nun ich würde auch eher zum größeren Führerschein tendieren....

    Ich fahre eine F650GS Dakar 2003, Vespa GTS 300 HPE 2016 und eine Vespa Sprint 150 1967.

    Wie es der Zufall will bin ich auch noch Motorrad Mechaniker und kann alles an meinem Fuhrpark selbst reparieren...

    Das alles könnte ich ohne Motorrad Führerschein nicht fahren.

    Grüße aus Augsburg

    Micha

  • "Unmoralisches" Angebot. Für 750 € darfst du die "Familien F" gerne in meiner Garage abstellen und den Besitz an mich übertragen. :victory: Also eine Nullrunde für Dich. :thumbup:

    Dein Führerschein ist bezahlt und die F in besten Händen. :wave:

    Nette Grüße vom Michel aus der Pfalz. :wave:
    Head of F650 Forum :wink:

  • Hallo Gene,

    Fahrleistung wäre wohl maximal so 2.000 - 3.000 km im Jahr.

    Das durchschnittliche Forenmitglied fährt wahrscheinlich mehr, aber über alle Motorradfahrer gesehen liegst Du wahrscheinlich damit nahe dem Schnitt.

    habe auch noch einen Oldtimer

    Dann weißt Du ja, was Dich erwarten kann. Grundsätzlich ist die F650 zwar auch nicht anfälliger als vergleichbare Motorräder, aber die Vergaser-F nähern sich doch langsam dem Oldtimer-Alter, daher dürfte es schon so sein:

    Die F wird bestimmt öfters Aufmerksamkeit wollen, und wenn du es nicht selber machen kannst, ist gleich relativ viel Geld weg. Wert ist sie bestenfalls noch 1200€, ist also auch nicht unbedingt etwas, was von Generation zu Generation weitervererbt werden muss.

    Von daher wäre ich nicht auf die geschenkte F650 fixiert, der Blick sollte darüber hinaus gehen.

    bisher Roller-Fahrer bin. Weil ich das Moped vor allem genutzt habe, um damit im Sommer an schönen Tagen zur Arbeit ins Büro zu fahre . Dann ist es halt super praktisch, dass man sich einfach im Anzug drauf setzen kann und gemütlich und easy losfahren kann - ohne Motorrad-Kluft, nur mit nen kleinen Helm.

    Ich will hier keine Sicherheitsdiskussion losbrechen, aber letztlich macht es da keinen großen Unterschied zwischen Roller und Motorrad vom Kaliber einer F650. Nur aus den Konventionen heraus sieht es vielleicht komischer aus, im Anzug auf der F650 zu sitzen, denn der gemeine Rollerfahrer will nur von A nach B, während es dem Nicht-Rollerfahrer auch um den Fahrspaß geht, wozu auch die passende Kleidung gehört.

    Anderseits reizt es mich schon mal ein anderes Gerät auszuprobieren, das andere Fahreigenschaften hat und einen anderen Fahrspaß bietet.


    Die entscheidende Frage, die Dir selbst zu beantworten keiner abnehmen kann, ist, wieviel Dir das jetzt wert ist oder mit dem Blick in die Glaskugel vielleicht in Zukunft wert sein wird. Der große Schein bietet Dir alle Optionen, der kleine aus heutiger Sicht recht begrenzte.


    Eckart

  • Mein Vater hat mit knapp 59 Jahren auch noch seinen Motorradführerschein gemacht, weil er von einem Bekannten eine F650, BJ98 mit nur 5000km angeboten bekommen hat. Das ist jetzt gut 9 Jahre her.

    Er sagt, er hat es bis heute nicht einen Kilometer bereut. Allerdings konnte er ebenfalls nur mit ein paar praktischen Stunden vom 125er auf A1 upgraden. Da war die Kostenfrage dann nicht so stark, wie bei dir.