Chiptuning F650GS R13 J.2000

  • Das Geld kannst dir sparen...


    Leistungssteigerung beim Sauger ist nur durch fetteres Gemisch oder Änderung an der am Ladungswechsel beteiligten Bauteile möglich, ohne den Rumpfmotor selbst (Verdichtung) zu ändern.


    Ist rausgeschmissenes Geld. Die GS läuft von sich aus bei Volllast mit Lambda <1, da bekommst du keine Pferdestärke mehr raus. Alles was darüber hinausgeht sorgt für noch mehr unverbrannten Kraftstoff, damit nervst du nur andere (Geruch), dich (Spritverbrauch), dein Moped (Sprit im Öl, Verschleiß). Spar dir das Geld für gute Reifen o.ä.

  • vollste Zustimmung.


    Bei einem Saugmotor kann man nur mit Chiptuning so gut wie nichts raus holen. Mit großen, weitreichenden Modifikationen (2. Luftfilter, größere Drosselklappe und so Späße) könnte man gerade bei Volllast mehr Luft in den Motor bringen und dann eben mit Chiptuning auch mehr Sprit aber das bringt dann wirklich nur im oberen Drehzahlbereich was und ist ziemlich aufwändig. Im niedrigen Drehzahlbereich kann man bei Saugmotoren so gut wie nix machen. Laufruhe und Ansprechverhalten könnte man tatsächlich etwas optimieren aber das ist mit viel Aufwand verbunden (Prüfstandsläufe). Fahrzeuge sind ab Werk oftmals auf Spritsparen optimiert und da könnte man tatsächlich den Fokus verändern. Dadurch wird aber aus dem Mopped auch keine KTM 690


    Und bevor die Frage aufkommt: "Widerstandstuning" bringt nur im Popometer was und da auch nur eine gefühlte Besserung. Ich bin mir sicher, dass jeder Verfechter des Widerstandstunings in einem Blindtest nicht zuverlässig herausfinden könnte, wo der Widerstand drin ist und wo nicht.

  • naja, hier wird schon sehr viel verallgemeinert und auch recht viel nachgeplappert.

    Chiptuning ist ja ein Begriff der recht negativ behaftet ist. Der Begriff Kennfeldoptimierung ist da etwas zielführender. Wer sich mal etwas oberflächlicher mit der Materie beschäftigen möchte schaut mal bei YouTube nach Videos von Stecher Motorradtechnik

    1. Fakt
    Ein Motor kann im Kennfeld sehr fein optimiert werden. Drehmomentkurven können "geglättet" werden

    2. Fakt
    Serienmotoren unterliegen einer recht großen Serienstreuung, bekommen aber eine Software aufgespielt die keiner Serienstreuung unterliegt.
    3. Fakt
    Motoren werden oft und gern durch Software in die kW der Führerscheinklassen "gepresst"
    4. Fakt
    Durch Kennfeldoptimierung kann man meistens Magerruckeln im Teillastbereich eliminieren

    Das alles erreicht man natürlich nur auf dem Prüfstand mit einigen Durchläufen bei verschiedenen Drosselklappenstellungen usw. Ein "Powercomander" oder wie die Wunderwaffe sonst noch heissen mag, kann sowas in der Exaktheit nicht verrichten. Diese Gerätschaften die per Potis dem Steuergerät Sensorwerte vorgaukeln sind bei einigen Modellen mit bekannten "Macken" in der Software zu gebrauchen, für sie gibt es dann Einstellungen die das "Problemmapping" ändern. Aber grundsätzlich ist das eine sehr unsaubere Sache und bringt auch nicht bei jedem Motor das erhoffte was eben auch mit der Serienstreuung zu tun hat.

    Widerstandstuning... ist letztendlich nichts anderes. Man gaukelt dem Steuergerät mit einem 10k Ohm Widerstand kältere Luft vor, worauf das Steuergerät dem Motor fetteres Gemisch anbietet. Das führt (und das ist für die meisten die so etwas verbauen das entscheidende) zu einem sauberen Lauf in den unteren Drehzahlbereichen und im Teillastbereich. diese Art von "Verbesserung" kostet 10 Cent und wirkt sich nur aus, solange die Lambdasonde arbeitet. Ein Abstecken der lambdasonde hat in etwa den gleichen Effekt. Ein Mehrverbrauch muss in kauf genommen werden, ist aber in der Praxis kaum feststellbar.

    Wenn man weiß was man tut, wenn man weiß wo die Schwachstelle seines Moped liegt, kann man auch mit einem 10 Cent Widerstand eine Verbesserung erreichen. Das hat nichts mit Tuning und Mehrleistung zu tun sondern mit Motorlauf und Gasannahme und Beseitigung von Abmagerung im Schiebebetrieb, der für einige Modelle tödlich ist.

    Wer wirklich mehr Leistung will, investiert eine Eingangsmessung auf dem Prüfstand und schaut sich anhand der Kurven mit dem erfahrenen Techniker an ob bei seinem Motor "Wunder" zu erwarten sind. Alles andere ist Käse.

    Ob die Kosten dann allerdings in einem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen liegen, muss jeder für sich selbst entscheiden. Eine vernünftige Kennfeldoptimierung bei der man auch eine Verbesserung spürt, ist nicht für 250€ zu bekommen.

    Gruß Hauke


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  • Hier mal ein Video über den PowerCommander von DynoJet am Beispiel einer KTM Duke.

    Hier sollte klar werden das ein PowerCommander durchaus Sinn machen kann, wenn er denn auch auf dem Prüfstand eingestellt wird. Ob der Aufwand und die Kosten 10PS Mehrleistung am Hinterrad und den besseren Drehmomentverlauf rechtfertigt, muss jeder für sich entscheiden. Für die Rennstrecke stellt sich diese Frage natürlich nicht aber für den normalen Fahrer ist das wohl... abgesehen davon das es illegal ist...

  • Ich hab mit dem Widerstand und ner Iridiumkerze das KFR in den Griff gekriegt. Wurde hier im Forum so beschrieben und hat bei mir geklappt. Etwas besseren Bums von unten raus kann man mit der Übersetzung noch erreichen. Wenn´s um mehr Leistung geht, entweder richtiges Tuning incl. Änderungen am Motor (ned billig) oder eben anderes Töff. Ich bin 100Tkm mit den vorhandenen Pferdchen gut klar gekommen.