Getriebe hakelig nach Motorrevision

  • Nach meiner größeren Schauberaktion

    Plastikteil im Öl

    Bin ich heute die ersten Kilometer durch die Stadt gefahren und das Getriebe ist etwas hakelig geworden im 1., Neutral und 2.


    Zur Symptomatik:

    Der 1. Gang geht im Stillstand so gut wie gar nicht rein. Ich muss ein wenig vor und zurück rollen und immer wieder probieren. Irgendwann flutscht er dann fast Geräuschlos und mit kaum Rückmeldung rein. Manchmal geht auch Drehzahl kurz auf über 2000 lupfen aber nicht immer. Wenn er dann rein geht wie gesagt fast Geräuschlos

    Neutralerkennung ist auch schlechter geworden. Manchmal wird kein Neutral angezeigt, obwohl er noch drin ist

    Und solange ich Rolle bekomme ich den Neutral so gut wie nicht rein. Wenn ich den Schalthebel gleichmäßig betätige springe ich im Rollen immer über den Neutral rüber. Das einzige was gelegentlich funktioniert ist ein kurzer, kräftiger aber gefühlvoller Impuls.

    Im Stillstand dagegen geht der Neutral ohne Probleme rein. Da hab ich dann wieder die Problematik mit dem 1. Siehe oben.

    Auserdem kommt im neutral ein leichtes klackern aus dem Motor. Wenn ich die Kupplung ziehe ist das klackern weg.

    Und gelegentlich lande ich zwischen 4. und 5. Im Leerlauf. Aber 5. kann man in der Stadt kaum ausprobieren.

    Schalten in der Fahrt ist gefühlt krachiger und lauter geworden.


    Schaltgabeln wurden alle nach Schrauberbuch wieder eingesetzt. Kupplung trennt richtig (im Leerlauf und bei eingelegtem Gang mit gezogener Kupplung steht das Hinterrad still)


    Bevor ich jetzt wieder den Motor ausbaue und auseinander nehme und mir die Schaltgabeln ansehe wollte ich noch ein bisschen fahren. Ich habe noch die leise Hoffnung, dass nach den insgesamt vlt 10km heute einfach noch nicht wieder überall Öl ist. Die Hoffnung ist allerdings sehr leise


    Ansonsten irgendwelche Ideen, was es außer verborgenen Schaltgabeln sein könnte?

    Gibt es überhaupt (auch mit zerlegtem Motor) irgendeine Moglichkeit, das Getriebe einzustellen?

  • Gibt es überhaupt (auch mit zerlegtem Motor) irgendeine Moglichkeit, das Getriebe einzustellen?

    meines Wissens nein


    Neutralerkennung ist auch schlechter geworden. Manchmal wird kein Neutral angezeigt, obwohl er noch drin ist

    entweder ist die Schaltwalze nicht in der Sollposition und deshalb gibt es keinen Kontakt (Leerlaufanzeige) oder die Isolierscheibe ist verschoben (mein Favorit "Sollposition")

    Um das zu überprüfen kannst du den Leerlaufschalter demontieren und die Position des Kontaktes auf der Schaltwalze kontrollieren.


    Ansonsten irgendwelche Ideen, was es außer verborgenen Schaltgabeln sein könnte?

    ich vermute du hast irgendwo zu viel Reibung


    entweder ist die Schaltwalze "verklemmt" oder die Achsen auf denen die Schaltgabeln montiert sind "laufen" schlecht oder sind leicht verbogen.


    Hast du die Achsen genauso eingebaut wie sie vorher drin waren?

    Wenn nein, waren die Schaltgabeln auf den Achsen leicht zu verschieben?


    Da das Getriebe ja vermutlich nicht zerlegt wurde gehe ich mal davon aus das sich die Zahnräder leicht verschieben lassen und deshalb eigentlich nicht die Ursache des Problems sein können.


    Bevor ich jetzt wieder den Motor ausbaue und auseinander nehme und mir die Schaltgabeln ansehe wollte ich noch ein bisschen fahren. Ich habe noch die leise Hoffnung, dass nach den insgesamt vlt 10km heute einfach noch nicht wieder überall Öl ist. Die Hoffnung ist allerdings sehr leise

    könnte was bringen, wenn die Achsen leichte Unebenheiten aufweisen und die dann mit der Zeit geglättet werden.

    Risiko ist eben, wenn die Gabeln sich nicht selber "ausrichten" können, wäre es möglich die schleifen dann in der Nut des Getriebezahnrades und da das nicht reibungsfrei ist, entsteht Hitze.


    Die Wahrscheinlichkeit des Eintretens dieses Risiko-Szenarios kann ich aber nicht einschätzen.

  • entweder ist die Schaltwalze nicht in der Sollposition und deshalb gibt es keinen Kontakt (Leerlaufanzeige) oder die Isolierscheibe ist verschoben (mein Favorit "Sollposition")

    Um das zu überprüfen kannst du den Leerlaufschalter demontieren und die Position des Kontaktes auf der Schaltwalze kontrollieren.

    Ich dachte, die Schaltwalze ist ein Bauteil und kann überhaupt nicht verkehrt eingebaut werden. Selbst wenn man die „verdreht“ einbaut dann ist sie eben am Anfang nicht im Neutral sondern im z.B. 3. Gang eingebaut aber da die relative Position zwischen Rastmarken am unteren Ende und den Führungsnuten der Schaltgabeln immer die gleiche ist ist es doch eigentlich egal, wie man die einbaut solange alle Schaltgabeln in ihre entsprechenden Nuten eingreifen. Oder hab ich da einen Denkfehler?


    Isolierscheibe ist mir tatsächlich in der Schrauberei nicht bewusst begegnet also ist die wohl im Gehäuse drin geblieben. Ich schau mal beim Neutralschalter nach, ob ich da irgendwas sehen kann. Kann man die Scheibe von außen z.B. mit einer Nadel verstellen falls sie falsch liegt? Und reicht es, das Mopped auf den Seitenständer zu stellen oder muss das Öl unten raus?


    Achsen wurden wieder genau in die Bohrungen eingebaut in denen sie vorher waren. Ob die aber eventuell um 180° gedreht wurden (Stirnseiten vertauscht) kann ich nicht sagen. Glaube nicht. Schaltgabeln ließen sich leicht verschieben. Mussten da beim Einbau ein bisschen hin und her probieren bis alle in allen vorgegebenen Nuten waren.

    Da das Getriebe ja vermutlich nicht zerlegt wurde gehe ich mal davon aus das sich die Zahnräder leicht verschieben lassen und deshalb eigentlich nicht die Ursache des Problems sein können.

    Getriebe selbst hatten wir teilweise zerlegt zum reinigen. Waren ja überall kleine Plastikkrümel. Zahnräder ließen sich anschließend aber leicht verschieben. Habe auch bei der Montage ein wenig Öl überall rauf gemacht.

    könnte was bringen, wenn die Achsen leichte Unebenheiten aufweisen und die dann mit der Zeit geglättet werden.

    Risiko ist eben, wenn die Gabeln sich nicht selber "ausrichten" können, wäre es möglich die schleifen dann in der Nut des Getriebezahnrades und da das nicht reibungsfrei ist, entsteht Hitze.

    Hab ein Ölthermometer dran also sollte es da zu Temperaturproblemen kommen müsste man das bemerken. Ist zwar eher ein Schätzeisen aber eine Genauigkeit von +-10° trau ich dem Ding schon zu. Auf meiner Tour durch die Stadt ist die Öltemperatur nicht über 60° geklettert.


    Erstmal danke für deine Einschätzung. Ich schau mir mal den Neutralschalter an und werd am Wochenende eine etwas länger als 10km lange Probefahrt machen.

  • Ich dachte, die Schaltwalze ist ein Bauteil und kannüberhaupt nicht verkehrt eingebaut werden. Selbst wenn man die „verdreht“einbaut dann ist sie eben am Anfang nicht im Neutral sondern im z.B. 3. Gangeingebaut aber da die relative Position zwischen Rastmarken am unteren Ende undden Führungsnuten der Schaltgabeln immer die gleiche ist ist es doch eigentlichegal, wie man die einbaut solange alle Schaltgabeln in ihre entsprechendenNuten eingreifen. Oder hab ich da einen Denkfehler?

    eher ein Missverständnis ...

    die Walze falsch einzubauen, würde ich auch als unmöglich bezeichnen.


    Mit Sollposition meinte Ich meinte die radiale Lage der Schaltwalze.


    Stark vereinfacht und genau genommen falsch ...


    Die F hat 5 Gänge + Leerlauf -> ergibt 6 Positionen


    Teilen wir die gleichmässig auf 360° auf (was falsch ist, aber es geht ja auch um das Prinzip) , ergibt sich für jede Position ein Index von 60°.


    Also Leerlauf, Position Schaltwalze 0°, 1. Gang -60°, 2. Gang 60°, 3. Gang 120° usw.

    Bei 0° Position der Schaltwalze sollte der Kontakt der Leerlaufanzeige den Stift auf der Schaltwalze berühren und die Leerlaufleuchte aufleuchten.

    Das passiert bei dir ab und zu nicht, mein favorisiertes Szenario wäre jetzt, die Schaltwalze steht nicht auf 0° sondern z.B. auf 3°. Dann gibt es keinen Kontakt und die Leerlaufanzeige leuchtet nicht auf, obwohl der Leerlauf drin ist.

    Die Schaltwalze sollte aber nicht auf 3° stehen ...


    Isolierscheibe ist mir tatsächlich in der Schrauberei nichtbewusst begegnet also ist die wohl im Gehäuse drin geblieben.

    die sitzt normalerweise recht fest auf der Schaltwalze, ist wie eine Unterlagsscheibe nur mit einer Bohrung für den Kontakt.


    Seiten- oder Hauptständer reicht aus, Öl muss nicht raus. Für die Kontrolle solltest du in der Situation sein, das der Leerlauf drin ist aber die Leuchte nicht leuchtet. Wenn du dann den Schalter demontierst kannst du sehen wo der Kontaktstift der Schaltwalze relativ zur Bohrung des Leerlaufkontaktes sitzt.


    Ich würde auch mal eine längere Probefahrt machen, vielleicht spielt sich das ja wieder ein ...

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  • Also Leerlauf, Position Schaltwalze 0°, 1. Gang -60°, 2. Gang 60°, 3. Gang 120° usw.

    Bei 0° Position der Schaltwalze sollte der Kontakt der Leerlaufanzeige den Stift auf der Schaltwalze berühren und die Leerlaufleuchte aufleuchten.

    Das passiert bei dir ab und zu nicht, mein favorisiertes Szenario wäre jetzt, die Schaltwalze steht nicht auf 0° sondern z.B. auf 3°. Dann gibt es keinen Kontakt und die Leerlaufanzeige leuchtet nicht auf, obwohl der Leerlauf drin ist.

    Die Schaltwalze sollte aber nicht auf 3° stehen ...

    Aber ist ja fast richtig. Wenn der Neutral auf 0° ist, dann ist ja der 1. Gang auf -30°, der 2. auf +30° und dann in 60° Schritten weiter.

    Aber: die axiale und radiale Position der Schaltwalze ist ja durch die Lage der Bohrungen im Gehäuse bestimmt, die dank verstifteter Gehäusehälften nicht veränderbar ist. Und die Lage in Umfangsrichtung (die du vermutlich meintest) ist ja definiert durch die 6 1/2 Nuten in der Schaltwalze und den Federgelagerten Hebel, der in diese Nuten eingreift. Also nichts, was man da verstellen könnte. Wenn die Schaltwalze jetzt um z.B. 3° verschoben stehen würde könnte das ja nur an irgendeiner dauerhaften Beschädigung liegen (irgendwas ist verbogen oder verschlissen). Also nichts, was ich mit auseinanderbauen und wieder zusammensetzen beheben könnte. Also Neutralschalter kann ich so ohne weiteres vermutlich nicht beheben. Ob ich die Position erreiche zum testen ist auch fraglich. Das passiert nur wenn ich gerade den 1. nicht rein kriege aber er scheinbar "fast" drin ist.


    Danke Mac für den Link. Da könnte die gebrochene Isolierscheibe passen. Ich hoffe aber auch stark, dass es nicht die ist. Das metallische Klopfgeräusch klang erst vielversprechend aber das tritt bei mir nur auf wenn ich im Neutral bin und die Kupplung nicht gezogen ist. Laut Beschreibung müsste das Geräusch auftreten, wenn man in neutral ist und die Kupplung zieht. Scheibe vergessen halte ich auch für eher unwahrscheinlich. Es ist keine Scheibe übrig geblieben und Getriebe hatten wir die wenigen Teile, die wir hatten immer nur kurzfristig auseinander. Also Zahnrad abgenommen, sauber gemacht und sofort wieder aufgesetzt. Kann mir nicht vorstellen, dass da irgendwas falsch zusammengesetzt wurde.


    Erstmal Probefahrt. Dann schau ich weiter. Danke weiterhin für die Ideen :)

  • Das passiert nur wenn ich gerade den 1. nicht rein kriege aber er scheinbar "fast" drin ist.

    dann würde ich gar nichts machen und zuerst mal eine Probefahrt machen, denn in dem Fall verdrehst du die Schaltwalze und die kehrt nicht wieder in die Leerlaufposition zurück.


    Aber: die axiale und radiale Position der Schaltwalze ist ja durch die Lage der Bohrungen im Gehäuse bestimmt, die dank verstifteter Gehäusehälften nicht veränderbar ist.

    axial ja, radial nein, aber darüber müssen wir, von mir aus, nicht weiter diskutieren.


    Wenn die Schaltwalze jetzt um z.B. 3° verschoben stehen würde könnte das ja nur an irgendeiner dauerhaften Beschädigung liegen (irgendwas ist verbogen oder verschlissen).

    irgendwas ist schwergängig, warum?

    deshalb z.B. auch die Frage ob die Schaltgabeln auf den Achsen gut "gelaufen" sind.


    Dreh mal ne Runde, dann sieht man weiter.

    Achte eben drauf welche Gänge schlecht reingehen etc. damit kannst du das Problem ggf. eingrenzen, da nicht alle Gabeln bzw. Zahnräder bei jedem Gangwechsel bewegt werden.

  • habe letztes Wochenende mal eine etwas längere Tour gemacht. Getriebe war deutlich weicher. Bin nicht mehr zwischen 4. und 5. gelandet und auch den Neutral hab ich recht zuverlässig rein bekommen. Geht immernoch schwer aber besser.

    Nur 1. Gang im Stillstand war immernoch ein Problem. Was allerdings geklappt hat war Kupplung ziehen, Fuß auf den Schalthebel und drauf lassen und dann einfach die normale Anfahrbewegung (Gas auf und Kupplung kommen lassen). Dann springt er butterweich rein und Motorrad fährt einfach normal los.


    Habe den Kupplungshebel zwischenzeitig mit zu wenig Spiel gehabt. Jetzt will ich nochmal weiter in Richtung "zu viel Spiel" gehen, vielleicht wird es dann ja besser.


    Dafür ging sie warm nicht mehr so richtig an. Ich fühle mich ein wenig an meine Murphy Geschichte erinnert. Kerzen und Batterie sind neu. Aber da betreibe ich am Wochenende noch ein wenig Jugend forscht bevor ich dafür nochmal einen Fred eröffne. Theorien sind Batterie, Kerze, Deko und Ventilspiel.