Hinterradbremse geht fest

  • normalerweise gibt es unterschiedliche Ölmengen, je nach Wechsel. die geringste Menge für reinen Ölwechsel, 2. Menge für Öl- und Filterwechsel und die größte für komplette Motorrevision. Da holt man nämlich tatsächlich alles überall raus. Ich hab mich immer an die Menge im Schrauberbuch gehalten (2,1L für Öl und Filter) und bin damit gut gefahren. Ölstand war danach immer zwischen Mittel und Max.

  • Die meisten schauen aber nicht in ein Schrauberbuch und selbst Werkstätten schaun gern in das Fahrerhandbuch wo dann der Ölinhalt vermerkt ist was dann zwangsläufig zur Überfüllung führt. Wie gesagt, bei den meisten kein Drama wenn da 100ml zuviel drin sind. Bei der Ur-F mit dem alten Rotax kann Kolben und Kurbelwelle aber schon zum Schaumschläger werden was dann zu einem echten Problem wird. Wenn zu viel Öl über die Zwangsentlüfung raus gesaut wird, ist es Mist aber nicht tragisch. Wird die Brühe aber schaumig gequirlt... Motortod - zumindest auf Raten ;)

    Selbst die BMW Fachwerkstatt die aufgrund der Garantie noch einen Ölwechsel an meinem 3.0d machen durfte hat 7l öl abgerechnet und auch eingefüllt und sie wollten dann für 500ml Ölabsaugen, damit die Suppe sich zwischen min und max am Peilstab befindet, noch Kohle haben...


  • Mit 50ml wird der neue Ölfilter getränkt

    Moin. Steht irgendwo daß man das so machen soll? Dann wäre mir das bisher entgangen und ich hätte wieder ´ne Einlage für den Hinterkopf :-)

    Grüße

    Chris

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  • Steht nirgendwo ist aber ein uralter Schraubertrick weil die Ölpumpe dann schneller Druck aufbauen kann beim ersten mal durchorgeln. Ist ja auch irgendwie logisch, wenn der Filter bereitsgetränkt eingebaut wird geht es anschliessend schneller und schonender. Haben wir auch bei den Autos mit Patronenfilter stets so gemacht wenn die Einbaulage es erlaubt.

  • Steht nirgendwo ist aber ein uralter Schraubertrick weil die Ölpumpe dann schneller Druck aufbauen kann beim ersten mal durchorgeln. Ist ja auch irgendwie logisch, wenn der Filter bereitsgetränkt eingebaut wird geht es anschliessend schneller und schonender. Haben wir auch bei den Autos mit Patronenfilter stets so gemacht wenn die Einbaulage es erlaubt.

    Danke Dir. Probier´ ich mal aus.

    Grüße

    Chris

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  • Hallo Zusammen, wollte keinen neuen Thread erstellen:

    Im Grunde habe ich das gleiche Problem wie der Threadersteller…

    In diesem Winter habe ich ein paar kleine Dinge an meiner F650Gs 2006 gepflegt und umgebaut. Da letztes Jahr während eines Frankreichurlaubes meine Hinterradbremse blockierte, habe ich mich entschlossen (auf Empfehlung der BMW Garage die mir damals die hinterradbremse „provisorisch“ repariert hat) einen Blick auf diese zu werfen. Ergo habe ich bei der Bremse hinten die Bremsflüssigkeit abgelassen und diese Komplett zerlegt. Meine Erkenntnis dazu:


    - Die Dichtungen sind etwas spröde

    - Der Stift der Bremsbeläge sass ziemlich fest.

    - Bremssattelführung ist ok.

    - Bremsbeläge waren gleichmässig abgefahren.

    - Schmutzige Bremsflüssigkeit

    - Sonst war alles in Ordnung


    Die Frage die ich mir stelle, ist ob es an dem Kolben liegen könnte. Wie weit sollte der zurückgehen (Bild). Jedenfalls hat sich das Problem bei der letzten Testfahrt bemerkbar gemacht: die Hinterradbremsscheibe wurde sehr (extrem, fast die Finger verbrannt) heiss und das nach 10 Minuten Testfahrt.

    Naja. Ich habe heute mal den Hauptbremsylinder (?) angeschaut ( siehe Bilder. Sieht schlecht aus…ziemlich viel Rost) denn sollte ich wohl besser ersetzen oder was meint ihr? Müsste der Kolben weiter zurück(Bild)? Hängt der?

  • soweit ich das einschätzen kann sollte der Bremszylinder bündig mit der Zange abschließen .

    Ich würde mir auch mal die Bremsleitungen ansehen . Sind das noch die Originalen ???

    Ich würde da eventuelle auf Stahlflex umrüsten .



    Oesie

  • Gruezi lord.milo.

    Der Kolben muß so weit zurück, daß die Beläge nur noch hauchfein "bremsbereit" an der Scheibe anliegen. Da hilft Augenmaß nicht wirklich, weil die Beläge verschiedener Hersteller durchaus unterschiedlich dick sein können, dazu kommen noch Beläge die mit dahinterliegendem Blech ausgerüstet werden. Egal wie das Augenmaß also ist - wenn die Scheibe ohne Druck auf der Bremse heiß wird, schleifen die Beläge, und das ist nicht gut.... Gründe können u.a. sein:

    • Falscher Einbau der Beläge (falsche Beläge, falsch eingehängt, Feder vergessen....) -> Ausbauen, prüfen, einbauen.
    • Verdreckter Bremskolben, der sich nicht weit genug zurückbewegen kann; passiert gerne, wenn man die Kolben vor dem Belagwechsel nicht mal reinigt -> Bremssattel zerlegen, reinigen, neue Dichtungen einbauen. Dafür braucht man übrigens keine lebensgefährlichen Druckluftexperimente; man kann die Kolben auch einfach mit der Hydraulik rausdrücken, bevor man die Leitungen entleert.
    • Zuviel Flüssigkeit im System (übervoller Ausgleichsbehälter); -> Bremsflüssigkeitsstand korrigieren.
    • Defekter Hauptbremszylinder vorne/hinten; -> Hauptbremszylinder ausbauen, überholen mit entsprechendem Revisionskit.


    Dein HBZ sieht schon mal so aus, als hätte er die besten Zeiten hinter sich. Die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, daß er die aktuelle Ursache des Problems ist. Rost am HBZ muß nicht unbedingt einer Überholung entgegenstehen, wenn die eigentlichen Gleitbahnen innen in Ordnung sind. Die außerhalb der Hydraulik liegenden Bereiche können bei mangelnder Pflege schon rosten, auch unter den Manschetten, aber das muß man sich im Einzelfall angucken, ob´s ein kosmetisches oder ein funktionales Ding ist. Für eine Überholung braucht man halt einen kompletten Kit, möglichst gleich wirklich alle Dichtungen, Scheiben und Manschetten erneuern. Wenn ich mich recht erinnere, hab´ ich mich letztes Mal nach einem Brembo-Kit für hinten umsehen müssen, weil im BMW-Kit nicht alles drin war. Einen gebrauchten HBZ würde ich persönlich auch nicht ohne Inspektion einbauen, was weiß ich was der Vorbesitzer damit gemacht hat....


    Wer das nicht wirklich *kann* und weiß was er tut, geht bitte zu einem Fachmann damit. Du hast ja schon mit der Zerlegung angefangen und traust Dir das offenbar zu.


    Grüße

    Chris

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    Einmal editiert, zuletzt von JustMe ()

  • Alte Bremsleitungen nicht vergessen

    Bremsleitungen die durch Alterung zu weich werden nehmen einen Teil des Bremsdrucks auf und geben ihn später wieder ab... in Richtung Bremskolben was zu einem leichten aber Dauerhaften schleifen der Beläge führen kann. Ich hab mir so ein neuen Satz Beläge nach ca. 2000Km runter gefahren ohne das merken.


    Stahlflex rein und Ruhe geniessen

  • Bremsleitungen die durch Alterung zu weich werden nehmen einen Teil des Bremsdrucks auf und geben ihn später wieder ab... in Richtung Bremskolben was zu einem leichten aber Dauerhaften schleifen der Beläge führen kann. Ich hab mir so ein neuen Satz Beläge nach ca. 2000Km runter gefahren ohne das merken.


    Stahlflex rein und Ruhe geniessen

    Das ist zwar grundsätzlich richtig, dass alte Bremsleitungen Probleme verursachen können aber wenn dadurch die Beläge schleifen müsste auch irgendwas am Hauptbremszylinder oder Ausgleichsbehälter sein. Wenn man nicht bremst macht der HBZ nämlich den Weg zum Ausgleichsbehälter frei und wenn dann irgendwie Druck ins System kommt (z.B. durch gedehnte Schläuche) müsste dieser Druck eigentlich in Richtung Ausgleichsbehälter abwandern. Wenn er das nicht tut dann könnte z.B. die Belüftung des Ausgleichsbehälters verstopft sein oder eben irgendwas am Hauptbremszylinder kaputt, sodass er nicht "richtig" auf macht.


    lord.milo : Den HBZ nochmal von Innen angucken aber ich denke, der hat seine besten Tage hinter sich. Meiner musste auch mal wegen genau der gleichen Sache getauscht werden. Und wenn du das ganze Bremssystem schon offen hast mach auch gleich eine Bremssattel-Überholung.

  • Spiel der Fußbremse korrekt einstellen, bei zu wenig Spiel kann das beschrieben Szenario auch auftreten.

    Einmal editiert, zuletzt von rotax () aus folgendem Grund: Grammatik

  • So, dass Kälbchen ist seit heute wieder da - die große Kuh hat Ablösung in der Werkstatt gespielt :) Der liebe Peter Weiß hat kräftig schrauben müssen, denn die Anzahl der Baustellen war recht hoch:

    • Benzinleitung undicht
    • Zuviel Öl (wurde beim Service korrigiert)
    • Bremsleitung zugequollen
    • Bremssattel überholt
    • neue Bremsbeläge

    und einen kompletten Service hat er auch gemacht. Alles war ziemlich angegammelt, aber die Basis ist brauchbar. Nun läuft sie wieder ordentlich und kommt nächstes Jahr wieder zum Peter. Möge er ewig leben (und auch arbeiten!)
    Mit besten Grüßen

    Hannes

  • 1. Gummi-Bremsschläuche altern und zerbröseln irgendwann !

    Das liegt am Werkstoff und der chemischen Belastung.

    Haben wir an der Tenere` meines Bruders festgestellt (nach 18 Jahren Standzeit ... fanden wir nach den versuchten Bremsflüssigkeitswechsel "Gummiplochen" in der hinteren Bremse ... nach dem zerlegen, weil man kein Bremsflüssigkeit ablassen konnte) !

    2. Stahlflex-Leitungen sind "Alterungsbeständig", bezogen auf die Lebenserwartung eines Moppets und seines Fahrers.

    Das liegt an den Werkstoffen:

    Außen Stahldrahtgewebe (das weitestgehend gammelresistent ist), das die Kräfte durch den Bremsdruck, die auf "innen wirken" "sehr steif abstützt" !

    und

    Innen Teflon (das, solange man es mit der Physik nicht zu doll übertreibt, dauerhaft Beständig gegen chemische Veränderungen ist),

    das zwar "butterweich" aber eben sehr langlebig ist !

    3. Bremsflüssigkeit, die nicht rechtzeitig gewechselt wird, wird durch chemische Prozesse irgendwann zu einer Gelee-artigen Pampe ... habe ich an einem Gebrauchtkauf (125er für meine Tochter) selbst mal festgestellt !

    Es brauchte fast einen halben Liter Bremsflüssigkeit, bis die Bremsanlage der (Mini-) Varadero ansatzweise sauber war ... einige Bremsflüssigkeitsplocken werden heute wohl noch hinter dem Schauglas des vorderen Behälters stecken ("das Zeug" konnte man nicht mal mit 6-8 bar Pressluft komplett aus dem Schauglasbereich der Bremspumpe eliminieren) !

    4. Die Bremskolben können, durch Schmutzeintrag, schwergängiger werden.

    Wie ich schon erklärte, kann folgendes helfen: Zerlegen, gewissenhaft reinigen aller Bauteile und Montage des Kolben mit "Bremskolbenfett".


    Das ist die Erfahrung an der F650GS meiner Frau.

    Dieses Moppet zeigte auch eine Hinterradbremse, die "heiß lief", weil der entlastete Brems-Kolben nicht mehr ausreichend zurück stellte !

    Nach vielen "äußerlichen Reinigungsversuchen", bei frischer Bremsflüssigkeit, half dieses Vorgehen.

    An der F650GS unserer Tochter war es nicht ganz so stark ausgeprägt.

    Da genügte "äußerliche Reinigung" ....


    Ich gehe davon aus, dass eine Mischung von alten Bremsflüssigkeitsresten und Staub dann zu einer "Pampe" verkleben, die ein druckloses rückstellen des Bremsbelags verhindern !

    Grüße aus Plattdeutschland

    Stephan

  • 1. Gummi-Bremsschläuche altern und zerbröseln irgendwann !

    Das liegt am Werkstoff und der chemischen Belastung.

    Haben wir an der Tenere` meines Bruders festgestellt (nach 18 Jahren Standzeit ... fanden wir nach den versuchten Bremsflüssigkeitswechsel "Gummiplochen" in der hinteren Bremse ... nach dem zerlegen, weil man kein Bremsflüssigkeit ablassen konnte) !

    Bei meinen Yamahas steht in den Werkstatthandbüchern, dass die (konventionellen) Bremsleitungen alle 4 Jahre (!) ersetzt werden sollen. Bei der DT 125 (WHB von 1988 wie auch 1999) wird gar empfohlen die Dichtungen der Bremszylinders UND der Bremssättel alle 2 Jahre zu ersetzen.


    Bremsleitung zugequollen

    Hat die normale F650 GS keine Stahlflex ab Werk? Hat man das nur der Dakar gegönnt?

  • Richtig ... und das ist der Grund, warum ich an all unseren F650GS (2004) die hintere Leitung gegen Stahlflex gewechselt habe.

    Die F`chen wurden 2015 + 2016 + 2019 gekauft ... waren also schon recht alt.

    Zwar nicht viel gelaufen (zwischen 25tkm und 42tkm) , aber besser ist besser.

    Durch die Pulsationen beim ABS-Gebrauch werden die Leitungen stärker belastet, als bei Moppets ohne ABS.

    Der Tipp zum Tausch der alten Gummileitung gegen Stahlflex kam von meinem BMW-Schrauber.

    Grüße aus Plattdeutschland

    Stephan

  • Hallo zusammen,


    hatte heute auch nach ca. 10km Fahrt das Problem, dass meine Hinterradbremse sich nicht mehr gelöst hat, was sich in einem blockierendem Hinterrad und ein wenig Rauch geäußert hat. Ich bin dann an den Straßenrand gefahren und nach ca. 5 Minuten war das Hinterrad wieder frei. Bin dann langsam nach Hause gefahren und bemerkte dabei, dass das ABS Symbol geleuchtet hat, sowie die Geschwindigkeit im Tacho nicht mehr angezeigt wurde.


    Jetzt stellt sich bei mir nun die Frage, woran es liegt.


    Ich habe bisher vom Hauptbremszylinder der Fußbremse, sowie von festen Bremssatteln gelesen.

  • Um welche Maschine geht's denn?

    ABS Lampe und Tacho spricht dafür, dass der hintere ABS Sensor kein vernünftiges Signal mehr liefert. Also auf alle Fälle den Sensor und den ABS Ring mal genau ansehen. Und du solltest noch rausfinden, warum genau das Rad blockiert hat. Wenn der hintere Bremssattel nur nicht mehr freigängig ist äußert sich das normalerweise in einer einseitig abgenutzten Bremse. Er selten darin, dass in der Fahrt auf einmal die Bremse blockiert. Könnte es sein, dass dir da hinten irgendein Fremdkörper Bremse und ABS Sensor/Ring entschärft hat?

  • Ich habe bisher vom Hauptbremszylinder der Fußbremse, sowie von festen Bremssatteln gelesen.

    Da gibt es eine ganze Latte von Fehlermöglichkeiten. Erstmal die beiden von Dir erwähnten, dann den Fremdkörper wie von bwm erwähnt, aber auch Bremsendefekte wie korrodierte Bremskolben sind weitere mögliche Ursachen, vielleicht nicht alle.

    Den Bremsenzustand (Dicke der Bremsbeläge) hast Du geprüft ?

    Führt eine Störung dazu, dass die Bremse nicht richtig löst, wird sie heiß, was weitere Störungen nach sich ziehen kann.

    Die Lochscheibe sitzt ja an der Bremsscheibe, eine überhitze Bremse könnte etwas verzogen haben oder den Sensorausfall nach sich gezogen haben.

    Hier ein Thread zum Heißwerden der Bremse: Bremsscheibe wird heiss und schleift

    bemerkte dabei, dass das ABS Symbol geleuchtet hat, sowie die Geschwindigkeit im Tacho nicht mehr angezeigt wurde.

    Als gemeinsame Ursache für die beiden Ausfälle könnte ich mir auch einen Lagerschaden im fortgeschrittenen Stadium vorstellen, der einerseits dazu führt, dass die Bremsscheibe nicht mehr richtig durch die Bremsklötze geführt wird sondern schleift. Zugleich bedeutet das, dass der Sensorabstand zur Lochscheibe nicht mehr stimmt, weswegen Tacho und ABS ausfallen (der Sensor dient beidem).

    Hier meine Link-Zusammenstellung zu ABS/Tachoausfall in einem CS-Thread, doch das meiste dürfte übertragbar sein: Tacho und ABS Ausfall




    Der langen Worte kurzer Sinn: Du wirst die Ursache selbst durch Inaugenscheinnahme näher einkreisen müssen.


    Eckart

    Einmal editiert, zuletzt von Eckart () aus folgendem Grund: Ergänzungen