Reifen 2020 - Scorpion Rally STR auf die Sertao - Erlaubt???

  • Moin zusammen,

    ich verstehe es nicht....

    Ich überlege den Scorpion Rally STR auf die Felgen meiner Sertao ziehen zu lassen.


    Wenn ich die normale Dakar bei den Online-Reifenhändlern angebe, wird mir der Reifen vorgeschlagen.

    Bei der Sertao nicht. In der Pirelli Unbedenklichkeitsbescheinigung ist die Dakar aufgeführt, die Sertao nicht.


    Brauche die denn die Unbedenklichkeitsbescheinigung überhaupt?? Weil ich möchte ja eine Reifengröße verwenden die auch in den Papieren steht?



    Grüße,


    Bastian

  • Ich war im Urlaub mal bei der DEKRA und habe mich dort mal über die neue Regelung schlau gemacht .

    Die Auskunft war das bei den Reifen ab DOT 01/20 nur noch zählt das der Reifen vom richtigen Typ ( Radial / Diagonal ) ist und in der Dimension verbaut ist der in der Zulassung und / oder in der Betriebsanleitung genannt ist . Das Profil ist dabei egal .

    Nur wenn Reifen einer anderen Dimension gefahren werden sollen muss man zum TÜV / DEKRA / GTÜ oder ähnliches und das ganze genehmigen lassen .



    Oesie

  • Vorwort: Mich ärgert die kürzliche Gesetzesänderung sehr,

    weil diese völlig sinnfrei ist, es geht nur um Geld. #Lobbyismusgehörtverboten




    In deinem Falle (EG-Zulassung, davor ist die Sache nochmal etwas komplizierter) zwei Möglichkeiten:


    Fall 1: Insofern die Größen (VR und HR) deines Wunschreifens ohnehin in den Papieren (Betriebserlaubnis) eingetragen ist , dann kannst du den Reifen direkt ohne Prüfung und Papiere fahren (Achtung: Radial/Diagonal gehört auch beachtet!).



    Fall 2: Du hast vor, Reifen auszuziehen, deren Größe so nicht eingetragen ist (oder ein älteres oder ein Fzg. an dem

    "...relevante Veränderungen, die Einfluss auf die Rad-/Reifen-Eigenschaften bzw. ihren notwendigen Freiraum haben, vorgenommen wurden..."):

    Wenns nach dem TÜV bzw. aktueller Gesetzeslage, welche auf deren Drängen so besteht wie sie ist,

    brauchst du vom Hersteller dem Gesetz nach gar nichts mehr und kannst beim TÜV nach kurzer Runde über den Hof soweit jeden Reifen eintragen lassen,

    wenns es keine Einwände vom Prüfer gibt. Die es ja eigentlich bei besagter kurzer Probefahrt mit gar keinem Reifen geben dürfte, insofern die Freigängigkeit gewährleistet ist.


    In der Praxis sieht es wohl so aus, dass der TÜV bei Eintragung (teils? immer?) auf ein Dokument, dass der gewohnten Reifenfreigabe entspricht, besteht um Reifen einzutragen.

    Sprich, das Geld für die Eintragung will man kassieren, aber nicht die Verantwortung für das, was man einträgt übernehmen.

    Die wissen also ganz genau, dass die Prüfung, der ein Reifen für eine Reifenfreigabe unterzogen wurde, erheblich weiter ging, als die kurze Runde übern Hof,

    um auf Risiken in möglichst allen Fahrsituationen zu prüfen.









    Kurzum, es ist kompliziert.


    Reifenfreigaben sind jetzt ungültig bzw. nicht mehr vom Gesetzgeber anerkannt, außer du hast noch einen Reifen, welcher letztes Jahr (oder vorher) hergestellt wurde.


    Load Index und ggf Geschwindigkeitsindex (bei letzterem weiß ich nicht, ob ein Sticker im Cockpit nicht auch reicht?) müssen natürlich in jedem Fall passen.

    Auf der Suche nach Teilen für F650Rallye oder Oryx? Oder gar einem kompletten Oryx Kit? ---> PN

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  • Das mit dem Sticker ist eine Grauzone aber bei der Sertao/Dakar aufgrund der geringen Höchstgeschwindigkeit eigentlich kein Problem.

    Die Reifenhersteller argumentieren, dass die M+S Regelung noch immer im europäischen Recht steht und damit noch immer gilt (In der StVZO wurde der Passus entfernt). Das heißt, dass man Reifen mit M+S Markierung weiterhin mit geringerer Höchstgeschwindigkeit und Sticker im Cockpit fahren darf. Mein Prüfer wusste damals überhaupt nicht, dass die M+S Regelung auch für Motorräder gilt und hat mir das einfach geglaubt.

    Ob der Polizist bei der Kontrolle davon weiß und das glaubt ist natürlich fraglich

  • Bezüglich der Geschwindigkeit wurde mir gesagt das nicht der eingetragene Index wichtig ist sondern die Höchstgeschwindigkeit + einem Zuschlag von ca 3% . Diese Geschwindigkeit sollte der Reifen vertragen . Dann wäre auch noch der Lastindex zu berücksichtigen . Er sollte mehr als die Halbe zulässige Gesammtmasse des Motorrades betragen . Im Zweifel sollte die Zulässige max . Achslast gegeben sein .



    Oesie

  • Mit der Geschwindigkeit gibt es auch wieder je nach Baujahr 2 unterschiedliche Wahrheiten.

    Für Fahrzeuge mit EU Zulassung (also mit CoC) gilt die Geschwindigkeit in den Papieren ohne Aufschläge.

    Für ältere Fahrzeuge mit nationaler Zulassung (ABE) gilt die eingetragene Höchstgeschwindigkeit plus 1% plus 6,5 km/h.


    Für die Tragfähigkeit das hatte ich noch nie gehört aber da steht, dass jeder Reifen die Hälfte der höheren Achslast tragen können muss. Das gilt aber glaube ich nur für Autos, weil man da ja die Räder munter umher tauschen kann. Beim Motorrad kannst du ja nicht versehentlich das Vorderrad hinten einbauen und damit gilt da für jede Achse eine eigene Tragfähigkeit

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