Scheinwerfer LEGAL auf LED umrüsten

  • Eben nicht:

    Eben doch. LED-Birnen sind zwar kein Brokkoli. Alleine schon weil das eine Leuchtobst und das andere Gemüse ist.

    Ich wage aber zu behaupten, dass noch bevor das Hanf frei ist, LED-H4 , LED-H7, LED-H11 legal verwendet werden können (letztere bestimmt).

    Und genau wie beim Hanf sind LED-Birnen nur verboten weil sie nicht erlaubt sind.


    Die korrekte Ausleuchtung ist ein technisches Problem welches quasi gelöst ist.

    Einerseits hat Osram jetzt schon LED-H7- Lamben mit Strassenzulassung (nur für ausgewählte Fahrzeug welche in Österreich oder Deutschland zugelassen sind. )

    des weiteren hat Osram LED-H4-Lampe ohne Strassenzulassung. Ich bezweifle nicht, dass auch diese das Strahlenmuster und Ausleuchtung wie im UNECE Reglement Nr. 37 gefordert erfüllen.


    Warum dann doch nicht erlaubt? Weill das UNECE Reglement Nr. 37 explizit vorschriebt, dass eine H4, H7, H11-Lampe etc. eine Halogen-Glühbirne mit Glühwendel sein muss.


    Bei der UNECE ist zum Glück aber schon seit längerem diesbezüglich was am tun. Man ist dran, das UNECE Reglement Nr. 37 so umzuschreiben, dass auch Lampen mit LED Technik erlaubt sind.

    Das ganze hat auch eine relativ Breite Unterstützung von verschiedenen Seiten.

    Stolpersteine sind unter anderem noch, das gewisse "schlaue" Autos einen Lampenfehler melden, wenn diese plötzlich weniger Strom braucht wie eine 60 Watt Halogenlampe. Oder auch, dass im Falle von Blinkernlampen der Austausch gegen LED nicht immer so einfach ist (Stichwort: Lastwiderstände, lastabhängige Relais und Verschaltung der Blinkerkontrollleuchte). Wenn das alles mit UNECE-Zulassung kommt, dann muss das so funktionieren, dass auch Lieschen Muster und der Otto Sechserpack damit ohne Gebastel zu Schlag kommen.


    Als erstes werden wohl H11-Lampen offiziell als LED angeboten werden. Sobald mal diese erste grosse Hürde geschafft ist, dass überhaupt Halogenbirnen durch LED-Birnen ersetzt werden können, sollten die anderen Typen recht schnell folgen.

    Im November geht es nun einen Schritt weiter und wird im November dem nächsten Komitee zur Abstimmung vorgelegt. Jedoch hatten die Franzosen immer noch Einwände was die regulatorische Umsetzung anbelangt.


    PS: Daneben gibt es übrigens auch noch mehr und mehr Lxx - Lampen gemäss UNECE Reglement Nr. 128 welche in entsprechende LED-Schweinwerfer und Leuchten mit auswechselbaren LED-Lampen eingesetzt werden können.

  • Die korrekte Ausleuchtung ist ein technisches Problem welches quasi gelöst ist.

    Einerseits hat Osram jetzt schon LED-H7- Lamben mit Strassenzulassung (nur für ausgewählte Fahrzeug welche in Österreich oder Deutschland zugelassen sind. )

    Die von mir angeschnittenen Unterschiede können ein Problem sein, das man sich ansehen muss, aber wenn es immer ein Problem wäre, könnte es ja diese "Sonderzulassungen" von Osram nicht geben. Und daraus kann man ja schließen, dass es zumindest für sehr viele andere Scheinwerfer auch gelöst ist und abgesehen von den weiter unten angeschnittenen praktischen Problemen das regulatorische Problem größer als das technische Problem ist, so verstehe ich Dich ja auch.


    Den interessanten Artikel über die technische Lösung habe ich mir noch nicht reingezogen. Gibt es denn eine allgemein verständliche Kurzfassung davon ?


    Bei der UNECE ist zum Glück aber schon seit längerem diesbezüglich was am tun.

    So detailliert, wie Du Dich in solchen Regelungen auskennst, könnte man ja denken, Du machst sie auch.

    Wann denkst Du denn, dass man mit allgemein zugelassenen "LED-Birnen" rechnen kann ?

    Stolpersteine sind unter anderem noch, das gewisse "schlaue" Autos einen Lampenfehler melden, wenn diese plötzlich weniger Strom braucht wie eine 60 Watt Halogenlampe.

    Für die F800GS gibt es komplette LED-Nachrüstscheinwerfer (den ich aber nicht habe), die dieses Problem dadurch umgehen, dass sie eben doch eine Glühlampen vergleichbare Leistungsaufnahme haben, frag' mich nicht, wie die verbraten wird. Ist also ein lösbares Problem, notfalls eben unelegant durch "kleine Heizungen".


    Für die Blinker hat die F800GS bereits eine Konfigurationsmöglichkeit (meine habe ich mit LED-Blinkern gekauft, es gab sie aber auch "klassisch").


    Die meisten der LED-Nachrüstsätze haben ja mehr oder weniger große Kühlkörper - das ist ein anderes praktisches Problem der Nachrüstung. Wobei die von Robert beschaffte Einheit keinen sichtbaren Kühlkörper hat - da bin ich mal gespannt, ob und wie sich das auswirkt.


    Eckart

  • So detailliert, wie Du Dich in solchen Regelungen auskennst, könnte man ja denken, Du machst sie auch.

    Darf mich mit anderen Normen und Richtlinien rum schlagen.


    Wann denkst Du denn, dass man mit allgemein zugelassenen "LED-Birnen" rechnen kann ?

    Keine Ahnung. Die neuen UNECE Richtline 22 Series 06 für Helme kam ja auch fast ein Jahr später als von manchen vermutet.

    Der Instanzenweg (Siehe ab Seite 16) ist, wenn ich es richtig verstehe folgender:

    Die Task Force on Substitutes/Retrofits (gegründet 2017) arbeitete den Entwurf aus.

    Dieser wurde im April 2021 and der 84. Sitzung von der darüber geordneten GRE Working Party on Lighting and Light-Signalling akzeptiert (Frankreich enthielt sich der Abstimmung).

    Damit kann der Vorschlag eine Stufe weiter hoch gehen und der WP.29 übergeben werden. Offiziell geschehen soll das November 2021 an der 185.  Sitzung der WP.29 (Agenda noch nicht bekannt).

    Dort wird der Vorschlag wiederum diskutiert um dann entweder abgewiesen, an die GRE zur Nachbesserung zurück gegeben oder direkt zur Schlussabstimmung an die WP.29/AC.1 übergeben zu werden.

    Frage ist also wie lange die WP.29 brauchen wird bis es zu einem Entschluss kommt und ob das ohne weitere Umwege verabschiedet werden kann.

    Wenn auch die WP.29/AC.1 zusagt, was so ich verstehe eher Formalität ist, ist es dann endlich Realität.


    Problem: Jede Instanz hat nur 2 bis 3 mal pro Jahr eine Sitzung.


    Den interessanten Artikel über die technische Lösung habe ich mir noch nicht reingezogen. Gibt es denn eine allgemein verständliche Kurzfassung davon ?

    Kurzfassung:
    Eine Glühlampe ist keine Punktquelle sondern besteht aus einem (oder mehreren) Glühwendel sowie Lampenglas, evtl. internen Reflektoren sowie Fertigungstollranzen. Auch sind die Glühfadenlampen nicht ins letzte Detail normiert sondern nur soweit wie nötig. Daraus ergeben sich schon jetzt Abweichungen zwischen einzelnen Lampen des gleichen Typs.

    Ausgehend von dem wird spezifiziert welche Abstrahlcharakteristik erfüllt sein müssen um gleichwertig zu sein.

    Das ist bei einem W5W-Lämpchen natürlich ein bisschen einfacher als bei einer Lampe für einen Scheinwerfer.


    Aber nochmals: Der aller Wichtigste Schritt ist, dass es überhaupt gemacht wird und das UNECE Reglement Nr. 37 nicht mehr alleine für Lampen mit Glühwendel gilt.


    Für die F800GS gibt es komplette LED-Nachrüstscheinwerfer (den ich aber nicht habe), die dieses Problem dadurch umgehen, dass sie eben doch eine Glühlampen vergleichbare Leistungsaufnahme haben, frag' mich nicht, wie die verbraten wird. Ist also ein lösbares Problem, notfalls eben unelegant durch "kleine Heizungen".

    So schlimm ist es meist nicht. Oft genügen bei einem Abblendlicht schon 2 Ampere, damit die Borelektronik glücklich ist und keinen Lampenfehler meldet.

  • Findet bitte anbei Ausleuchtbilder der OEM(2012) Phlips H4 12342 und der Daydreamer H4 LED. Eine Lichtstärkenmessung mittels Handy-App gab leider keine reproduzierbaren Ergebnisse.

    Bei 12.5 V genehmigt sich die LED 0,65 A.

    Die neue OSRAM H4 leuchtet besser als die OEM-Lampe von 2012, es ist aber mehr ein Quanten- als ein Galaxensprung.

    Robert

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  • Die neue OSRAM H4 leuchtet besser als die OEM-Lampe von 2012, es ist aber mehr ein Quanten- als ein Galaxensprung.

    beschweren sich zahlreiche Rezensenten über mangelde Helligkeit

    Das ist also nicht die ganz große Überraschung.

    Am besten eine Kamera nehmen, bei der man Weissabgleich und Beleuchtung (Blende, Verschlusszeit und ISO) fix einstellen kann und bei allen Fotos dann die gleiche Einstellung verwenden.

    Handykameras sind für fotometrische Messung meist recht schlecht geeignet, bei manchen sind sogar irgendwelche Pro-Modi voreingestellt, die dafür sorgen, dass die Aufnahme hinterher gut aussieht, aber aber die Originalszene womöglich nur unvollkommen wiedergibt. Eventuell hätte schon das Einstellen von Originalbildern samt EXIF-Daten etwas mehr Informationen geliefert.

    Auch das Auge lässt sich durch die Lichtfarbe gern täuschen, indem einem bläuliches Licht heller vorkommt, ohne dass man wirklich mehr sieht.


    Bei allen Zweifeln an der Wissenschaftlichkeit der Methode, auf die der Anspruch ja gar nicht erhoben wird, will ich aber trotzdem mal ein Lob aussprechen dafür, es überhaupt versucht zu haben und den Bericht hier.


    Eckart