Kühlwasserverlust

  • Nach längerer problemloser Zeit habe ich nun wieder mal ein Problem mit meiner F800GS (bei nun rund 150000 km):


    Anfang dieser Woche ging auf der Heimfahrt von der Arbeit der Lüfter an- aber nicht wieder aus.

    Bei den aktuellen Temperaturen ist sowieso ganz selten, dass der Lüfter bei Stadtfahrt geht.

    Zunächst hatte ich nach dem Kühlwasser gesehen und einen leeren Ausgleichsbehälter festgestellt.

    Auch war der Kühler selbst kühl.


    Bei der Diagnose heute (davor bin ich erstmal nicht mehr gefahren) habe ich Wasser im Ausgleichsbehälter nachgefüllt,

    bis es aus dem geöffnetem Kühlerdeckel floss. Danach geschlossen und dem Ausgleichsbehäter weiter aufgefüllt.


    Dann habe ich den Motor im Standgas bis zum Anspringen des Lüfters laufen lassen.

    Dabei ist allerdings nur die rechte Hälfte des Kühlers warm geworden, erst bei ein bisschen mehr Gas

    hat sich auch die linke Hälfte ein bisschen erwärmt.


    Bis auf ein paar Bläschen und ein nachfolgend geringfügiges Absinken des Wasserstands im

    Ausgleichsbehälter gab es keinen deutlichen Wasserverlust.


    Verschiedentlich haben sich Dampffahnen am Motor, am Kühler und am Auspuff gebildet,

    doch könnte das Regenwasser gewesen sein, auch am Motor stand Wasser, das ich nicht

    als Kühlwasser identifizieren konnte.


    Eine richtige Probefahrt steht noch aus.


    Den letzten Kühlwasserverlust hatte ich auf einer Reise 2019; damals hatte eine Werkstatt die
    Schrauben der Kühlwasserpumpe nachgezogen, später gab es keine Probleme mehr.

    Ich war damals durch Kühlwasserspuren am Motor direkt unter der Pumpe aufmerksam geworden.


    Die Zuordnung kann ich heute wetterbedingt nicht richtig machen, Wasserspuren können Regen gewesen
    sein, farbneutral, geruchslos und aufauffällig bei einer allerdings sehr vorsichtigen Geschmacksprobe.


    Weil es später keine Probleme mehr gab, hatte ich mich auf die Kontrolle bei Inspektionen verlassen,

    eigene Anlässe wie vor Reisen, bei denen ich das getan hätte, sind leider 2020 und 2021 ausgefallen :-(



    Fragen:

    1. Ist es normal, dass sich im Standgas nur die rechte Kühlerhälfte erwärmt ?
    2. Durchmischt sich der Inhalt des Ausgleichsbehälters mit der Kühlflüssigkeit
      oder sollte ich Kühlflüssigkeit besorgen bevor es frostig wird ?
    3. Welcher Kühlwasserverlust ist normal ?
    4. Müsste der Lüfter bei einem Probelauf im Standgas auch wieder ausgehen ?
      Ich hatte ca. 2 Minuten gewwartet, aber auch noch nie einen so langen Probelauf
      im Stand gemacht (rund 10 Minuten ohne auf die Uhr zu schauen);
      bei normaler Fahrt sonst geht der Lüfter nach wenigen Sekunden wieder aus.
    5. Irgendwelche Ideen, was es sein könnte und worauf ich achten sollte ?

    Nochmal als Hinweis vor Antworten: Es handelt sich um einen Zweizylinder, die gibts ja hier im Forum fast nicht.


    Eckart

  • Hallo Eckart,


    ich kenne die F 800 nicht im Detail, kann daher nicht alle Fragen beantworten.


    Zu 2: Es durchmischt sich, ja. Dauert aber sehr lange, da immer nur der kleine Teil des Kühlwassers vom Kühler in den Ausgleichsbehälter gelangt (und umgekehrt), der sich durch die Wärmeausdehnung ergibt. Die Durchmischung ist also nicht von der Fahrstrecke abhängig, sondern von der Anzahl der Warm - Kalt - Zyklen.


    Zu 4: Der sollte sich auch im Stand wieder ausschalten, wenn er richtig dimensioniert ist (wovon man getrost ausgehen kann)


    Zur Diagnose bzw. zum Auffinden von Undichtigkeiten hilft z.B. sowas (Kühlmittelrückstände lassen sich in der Regel zwar auch leicht erkennen, aber wenn sie witterungsbedingt immer wieder gleich abgewaschen werden... Dieses Mittel zeigt sich jedoch relativ schnell, auch beim Probelauf im Stand):


    https://www.xxl-automotive.de/…a6B_sqRQWxt4aAlmTEALw_wcB

  • Neee


    Ist wie zuhause in deiner Heizung auch luft im System..

    Musste "Entlüften"

    Knete mal alle Schläuche durvh bei geöffnetem Kühler damit Luftblasen auskönnen..

    Unabhängig von mopedmodell oder auto..was Wasserkühlung hat braucht dies medium in gänze


    Mir hats letzte woche am laster die wasserkühlung der verschleissfreien dauerbremsanlage zerrissen..hängt anne motorkühlung mit dran..

    Durfte mach erfolgreicher OP 2x insgesamt 10L nachfüllen im 70L system...soviel luftblasen waren da drinne

  • Rolf, Luftblasen können doch nur da sein, wenn vorher Wasser verschwunden ist. Und da stellt sich die Frage: Wo ist das hin? :wave:

    Frag x Stuggi wo dessen Kühlwasser ständig hin ist..alles getauscht,WaPu,Zylkoppdichtung,Kühler,Schläuche...und trotzdem 0,5L/50km Nachfüllen

    Beim Urotax sind mir in 50.000 st rotax 652 nur 7 St Weltweit bekannt wo es Haarriße im Zylinder gab und das Wasser im Brenraum langsam spurlos verschwand ohne Dampfwolken zu hinterlassen

    Warum hab ich dem Achim wohl einen Ersatz aus meinem Fundus eingebaut...


    und da will ich dem Eckart grad keine Angst machen..vom 798ccm Rotax br 804 ist mir dergleichen nix bekannt

  • 1.Ist es normal, dass sich im Standgas nur die rechte Kühlerhälfte erwärmt ?

    zu 1: Eigentlich nicht.

    2. Durchmischt sich der Inhalt des Ausgleichsbehälters mit der Kühlflüssigkeit
    oder sollte ich Kühlflüssigkeit besorgen bevor es frostig wird ?

    zu 2: Das durchmischen dauert ne ganze Weile. Dazu muss der Motor mehrfach auf Betriebstemperatur sein und der Lüfter gelaufen sein. Das Nachfüllen mit Wasser ist ja erstmal eine Sofortmaßnahme. Der Frostschutz ist nun nicht mehr gewährleistet. Die Kühlflüssigkeit sollte nun besser komplett gewechselt werden. (Mischungsverhältnis und Art des Mittels beachten). Wird glaube ich alle 20.000 km beim Service gemacht.

    Welcher Kühlwasserverlust ist normal ?

    zu 3: Eigentlich nur Verdunstung aus dem Ausgleichsbehälter. Mehr nicht.


    4. Müsste der Lüfter bei einem Probelauf im Standgas auch wieder ausgehen ?
    Ich hatte ca. 2 Minuten gewwartet, aber auch noch nie einen so langen Probelauf
    im Stand gemacht (rund 10 Minuten ohne auf die Uhr zu schauen);
    bei normaler Fahrt sonst geht der Lüfter nach wenigen Sekunden wieder aus.

    zu 4: Ja er geht wieder aus. Dann ist auch der Kühler komplett warm. Es dauerte eine Weile bis der Lüfter überhaupt zuschaltet.


    5. Irgendwelche Ideen, was es sein könnte und worauf ich achten sollte ?

    zu 5: Grundsätzlich ist es richtig zunächst den Kühler bis zur Oberkante zu befüllen. Dann den Ausgleichsbehälter.

    An der Wasserpumpe ist eine Entlüftungsschraube. Die sollte direkt nach dem Motorstart gelöst/ geöffnet werden. Es tritt entweder Luft aus oder schon Kühlflüssigkeit. Kommt darauf an wie wenig Flüssigkeit noch im System war. Ein Kneten der Schläuche nach der Befüllung und vor dem Start ist eine erste Maßnahme. Nach dem Start wenn die Temperatur noch gering ist ebenso. So lange die Temperaturkontrolleuchte nicht leuchtete ist das schon mal gut. Eine Überhitzung ist daher zunächst unwahrscheinlich. Wann wurde zuletzt der Kühlmittelstand geprüft? Es hilft eigentlich nur das ganze im Standgas zu beobachten ob wann und wo etwas austritt. Oft ist es ein Haariss am Kühler selbst. Grundsätzlich ist ausgetretene Kühlflüssigkeit auch im getrockneten Zustand noch erkennbar. Damit keine Fehleinschätzung auftritt sollte Motor und Kühler bei der Prüfung trocken sein. Kühlmittelkontrolle immer im kalten Zustand.


    EDIT: In Werkstätten wird zur Dichtheitsprüfung eine andere Methode genutzt. Dazu wird der Schlauch zum Ausgleichsbehälter mit einer Schlauchklemme abgeklemmt, Kühlerdeckel entfernt und ein Adapter aufgesetzt. Dann wird mittels Druckluft ein Druck x Bar uber eine Zeit X auf das System geben. An dem Manometer kann dann ein Druckabfall gesehen werden und natürlich wo die Flüssigkeit austritt.

    Nette Grüße vom Michel aus der Pfalz. :wave:
    Head of F650 Forum :wink:

    Einmal editiert, zuletzt von Michel () aus folgendem Grund: Ergänzt

  • Dieses Mittel zeigt sich jedoch relativ schnell, auch beim Probelauf im Stand):


    https://www.xxl-automotive.de/…a6B_sqRQWxt4aAlmTEALw_wcB

    Vielen Dank für den Hinweis, darauf werde ich bei Bedarf zurückkommen.

    Der sollte sich auch im Stand wieder ausschalten

    Also muss ich mit einem fortbestehenden Problem rechnen.

    Musste "Entlüften"

    Das habe ich getan wie beschrieben, auch mit dem Kneten der Schläuche, aber nicht im Punkt

    An der Wasserpumpe ist eine Entlüftungsschraube.

    Werde also in den nächsten Tagen nochmal rangehen.

    Kommt darauf an wie wenig Flüssigkeit noch im System war

    Leer nicht, aber so wenig, dass der Kühler nicht durchflossen wurde.

    So lange die Temperaturkontrolleuchte nicht leuchtete ist das schon mal gut.

    Dann hätte ich sofort angehalten.

    Wann wurde zuletzt der Kühlmittelstand geprüft?

    Von mir selbst - da müsste ich überlegen, bei der letzten Inspektion vor etwas über 5000 km die Werkstatt ... hoffentlich.

    In Werkstätten wird zur Dichtheitsprüfung eine andere Methode genutzt

    Es geht mir ja um die erste Hilfe, kompliziertere Arbeiten würde ich in eine Werkstatt geben.


    Vielen Dank schon mal für die Tips. Bei neuen Erkenntnissen werde ich berichten, weiter geht es frühestens morgen.


    Eckart

  • Konkret kann ich zu deinem Problem nicht viel beitragen, da ich bisher noch nix derartiges bei mir aufgetreten ist - nur eine Anmerkung:

    Wasser ist natürlich nicht ideal, außer im äußersten Notfall, da die geforderte Kühlflüssigkeit für Aluminiummotoren geeignet sein muss. Zweitens trägt es der Schmierung der Wasserpumpe bei.

    Bin erst bei bescheidenen 45.000 Km gegenüber deinen 150.000 ;)


    Gruß, hans

  • sers,

    was mir so dazu einfällt:

    das der radiator nur halb warm wird im leerlauf, das dürfte an der geringen förderleistung der wasserpumpe liegen. kenn nen ähnlichen effekt von der heizung im auto, im stand. die wird auch nach ner weile kalt und wenn du dann ein wenig gas gibst, wirds wieder warm. also ein klares zeichen von zu geringer förderleistung.


    zum frostschutz:

    ein auszug aus der beschreibung vom frostschutz-konzentrat vom onkel louis:


    Ergänzen von Kühlflüssigkeit: Kühlflüssigkeit im System abkühlen lassen, Reservoir öffnen (dabei unbedingt Warnhinweis des Fahrzeugherstellers beachten - Verbrühungsgefahr!). PROCYCLE Kühlerfrostschutz-Konzentrat mit frischem Leitungswasser oder noch besser mit demineralisiertem Wasser (besonders kalkarm) entsprechend der Mischtabelle mischen. Kühlflüssigkeit einfüllen. Ggf. überprüfen, warum Kühlflüssigkeit im System gefehlt hat.

    kommt halt wie immer auch auf die menge an, die an wasser nachgefüllt wird, bei einem leck.

    inwieweit das den frostschutz beeinträchtigt lass ich mal aussen vor. denk mir aber, dass wenn die maschine im winter in der tiefgarage steht, wo es kaum jemals unter 0° kalt wird geht das schon in massen, vor allem wenn ich mir die mischtabelle anschau und überleg, bei welchen temperaturen ich unterwegs bin.


    Zitat von quelle wie obiges zitat

    Konzentrat: 1 Teil = Frostschutz: 1 Teil = Wasser bis ca. - 38°C

    Konzentrat: 1 Teil = Frostschutz: 2 Teile = Wasser bis ca. °C- 17°C

    Konzentrat: 1 Teil = Frostschutz: 3 Teile = Wasser bis ca. °C - 11°C

    übrigens ist die normale kühlflüssigkeit vom louis gut bis -38°. also sollte die ungefähr wie pos2&3 der tabelle oben verdünnbar sein, bzw die angegebenen werte erreichen.

    wie schon gesagt, kommts halt auf die menge an, die nachgefüllt wurde. im zweifel würd ich die einfach komplett wechseln.


    da fällt mir grad ein: vor vielen, vielen jahren hatte ich chorischen kühlwasserverlust beim auto. hab immer nur wasser nachgefüllt. eingefroren ist nie was, auch wenn das auto im winter bei unter -15° draussen stand.


    alles nicht soo eng sehen, denkt sich

    ralph

  • das der radiator nur halb warm wird im leerlauf, das dürfte an der geringen förderleistung der wasserpumpe liegen.

    Das war auch meine Vermutung, nach deren Bestätigung ich in meiner ersten der 5 Fragen gebeten hatte.

    Wasser ist natürlich nicht ideal, außer im äußersten Notfall, da die geforderte Kühlflüssigkeit für Aluminiummotoren geeignet sein muss.

    Falls das nicht deutlich geworden war: Ich hatte Wasser nachgefüllt. Das Mischungsverhältnis wird sich damit kaum weit von den vorgesehenen 1:1 entfernt haben, denn der Kühler war ja nicht leer.

    übrigens ist die normale kühlflüssigkeit vom louis gut bis -38°.

    Wird hoffentlich nicht nötig werden.

    An der Wasserpumpe ist eine Entlüftungsschraube. Die sollte direkt nach dem Motorstart gelöst/ geöffnet werden.

    Das hatte ich versäumt und werde das bei Gelegenheit nachholen.


    Inzwischen habe ich auch eine Flasche BMW-Kühlflüssigkeit parat um damit zumindest den Inhalt des Ausgleichsbehälters zu ersetzen.


    Bei der heutigen Ausfahrt hatten sich keine "Lüftereffekte" mehr gezeigt und der Stand im Ausgleichsbehälter hat sich zumindest nicht signifikant verändert.


    Somit besteht aktuell kein dringender Handlungsbedarf mehr.

    Eigentlich nur Verdunstung aus dem Ausgleichsbehälter. Mehr nicht.

    Möglicherweise wird sich nicht klären lassen, wann der Stand übermäßig gefallen ist, aber ich schaue die nächste Zeit natürlich öfter.

    Leider beantwortet das meine Frage "Welcher Kühlwasserverlust ist normal ?" recht ungenau ... also wenn jemand noch einen Richtwert hat ... ?


    wo es kaum jemals unter 0° kalt wird

    Sie steht nicht nur kalt, sondern darf ab und an auch mal bei Minustemperaturen fahren :-)


    alles nicht soo eng sehen, denkt sich

    Nun fährt sie ja wieder und der erste Schreck hat sich gelegt.


    Vielen Dank einstweilen für die Tips. In ein paar Tagen gebe ich einen zumindest vorläufigen Abschlussbericht, es sei denn ...


    Eckart

  • In ein paar Tagen gebe ich einen zumindest vorläufigen Abschlussbericht

    Das stand ja noch aus.

    An der Wasserpumpe ist eine Entlüftungsschraube. Die sollte direkt nach dem Motorstart gelöst/ geöffnet werden. Es tritt entweder Luft aus oder schon Kühlflüssigkeit. Kommt darauf an wie wenig Flüssigkeit noch im System war.

    Das habe ich nun nachgeholt. Hier zeigt sich, dass es nicht reicht, schlaue Bücher zu haben, man muss sie auch lesen.

    Davor hatte sich das beschriebene Problem noch einmal wiederholt.

    Inzwischen habe ich auch das Wasser im Ausgleichsbehälter durch unverdünnte Kühlflüssigkeit ersetzt, die ein durch das nachgefüllte (destillierte) Wasser eventuell verschobenes Mischungsverhältnis im Kühlsystem langfristig wieder ausgleichen wird.

    Es hilft eigentlich nur das ganze im Standgas zu beobachten ob wann und wo etwas austritt.

    Möglicherweise war die Undichtigkeit an der Wasserpumpe, weil ich die Entlüftungsschraube doch recht fest anziehen musste, bis nichts mehr austrat, nicht nur am Loch, sondern dem Gehäusespalt - eventuell ein Hinweis auf eine ersatzbedürftige Dichtung. Die Schrauben der Pumpe hatte nämlich mal eine auf einer Reise 2019 aufgesuchte Werkstatt nachgezogen, als ich schon einmal Kühlmittelverlust bemerkt hatte, damals frühzeitiger durch Spuren am Motor unterhalb der Pumpe.


    Der Kühler wird nun auch wieder durchgehend warm und ich hatte zuletzt keinen auffälligen Lüfterbetrieb mehr.


    Natürlich prüfe ich den Kühlmittelstand jetzt häufiger, konnte aber noch keinen auffälligen Verlust bemerken. Ein richtiger Härtetest, bei dem das System mal längere Zeit unter Überdruck steht, steht aber noch aus - da werde eine passende Gelegenheit abwarten.


    Nochmals Danke an alle Unterstützer.


    Eckart