Ölwechselintervall bei Wenigfahrer

  • Ich fahre eine F 650 GS Twin, neu gekauft mit EZ 01.03.2011, aktuell nur 19.200 km nach 14 Jahren auf der Uhr, da ich in der Vergangenheit immer extrem wenig Zeit hatte.


    Ich habe seit der EZ den Ölwechsel nach dem Einfahren und danach jedes 2. Jahr gemacht mit Ölwechselintervallen zwischen min. 1.800 und max. 4.300 km.

    Den letzten Ölwechsel habe ich vor zwei Jahren gemacht und bin seitdem nur 1.000 km gefahren.


    Das Motorrad wird von mir sehr schonend bewegt, nie Kurzstrecke, ausschließlich Landstraße und nur im mittleren Drehzahlbereich.


    Da ich nun in Rente bin und das Geld nicht mehr so locker sitzt, überlege ich, ob ich wirklich jetzt schon wieder nach 1.000 km einen Ölwechsel machen soll.

    Ich weiß natürlich, dass das Öl auch durch Zeitablauf altert.


    Was meint Ihr?


    Danke für Eure Hinweise"!

    Felix

  • Vermutlich kann man sich am den Hersteller Kilometer Vorgaben orientieren, also alle 10Tkm, mein Bauchgefühl sagt mir, aber nicht länger als 5 Jahre. Und dabei immer einen Blick auf Ölstand und Farbe. So wirds wohl auch mit der Kühlflüssigkeit gehen, wenn es keine Plörre ist. Kritischer sehe ich die Bremsflüssigkeit, da würde ich alle 2 spätestens 3 Jahre bei gehen.

    Man munkelt, dass man sich mit Eintritt der Rente auch gerne neue Beschäftigungen suchen kann... :victory:

  • Ölfragen sind ja immer heiße und kontroverse Themen im Forum und ich bin nicht der Ölpabst !

    Da ich nun in Rente bin und das Geld nicht mehr so locker sitzt, überlege ich, ob ich wirklich jetzt schon wieder nach 1.000 km einen Ölwechsel machen soll.

    Ich weiß natürlich, dass das Öl auch durch Zeitablauf altert.

    Wenn man es selber macht, ist Ölwechsel ja eigentlich keine so teure Angelegenheit verglichen mit anderen Kosten (Versicherung, Steuer, TÜV, ...), die ein Motorrad macht.

    Bei nur 1000 km in 2 Jahren würde ich allerdings überlegen, ob ich überhaupt ein Motorrad brauche.

    Ansonsten macht es einen Unterschied, ob das Motorrad mit frischem oder mit gebrauchtem Öl steht.

    Wahrscheinlich würde ich den Ölwechsel unter den geschilderten Umständen verschieben. Selbst wenn das die Lebensdauer des Motorrads beeinträchtigen sollte, würde es Dich wahrscheinlich bei weiterhin so geringer Kilometerleistung überleben. Sollte allerdings nach Udo Jürgens Devise "Mit 66 Jahren ..." das Motoradleben jetzt erst richtig anfangen oder - anders gesagt - ab jetzt normale Kilometerleistungen zu erwarten sein, würde ich mich bezüglich des Wartungszyklus stärker an den Herstellervorgaben orientieren.

  • Schön, dass jemand sich hier mal auch über so was Gedanken macht. Sonst geht's ja oft nur um Ölsorten, was oft ermüdend ist.

    Ich habe zwei Motorräder und einen 300er Roller, alles moderne Einspritzer mit Kat. Dadurch kommen automatisch nur wenige Km pro Motorrad und Jahr zusammen.


    Ich wechsle seit Ewigkeiten zweijährlich das Öl bei den Mopeds, benutze dafür dann aber vollsynthetisches. Das mache ich auch bei meinen zwei Kfz-Youngtimern so (Auch Einspritzer mit G-Kat). Ich hatte noch nie Probleme mit irgendwelchen Ablagerungen oder Verschleiß, soweit ich das beurteilen kann ;)


    Gruß


    Stefan

  • Ich hatte noch nie Probleme mit irgendwelchen Ablagerungen oder Verschleiß, soweit ich das beurteilen kann

    Man muss bedenken, dass solche rein nach Zeit vorgegebenen Wartungsintervalle, die den aktuellen Verschleißzustand gar nicht bewerten, einen hohen Sicherheitspuffer haben müssen. Deswegen wird man bei einem moderaten Überziehen meistens ungestraft davonkommen.

    Sicherlich könnte man das Öl analysieren und davon abhängig wechseln, aber ich fürchte, das käme teurer als auf Verdacht zu wechseln.

  • Ich persönlich würde unter den von dir geschilderten Umständen bei meiner Scarver das Öl nicht wechseln, wenn es "in meinen Augen" noch gut ist. Ob das Moped 50 oder 5000km im Jahr fährt ist auch nur ein Faktor, unter vielen - was den Ölwechsel angeht. Experte bin ich nicht, das ist nur meine Meinung, ohne Gewähr. Dafür wünsche ich dir noch viele, viele Kilometer Spaß & Freude auf der GS. Wenn du jetzt in Rente bist, hast du hoffentlich mehr Zeit und Gelegenheit aufzusatteln und auszureiten! :thumbsup2:

  • Da ist Kondenswasser auch kein Thema.

    Wann ist Kondenswasser im Öl denn ein Thema ?

    BMW empfiehlt einen vierteljährlichen Ölwechsel bei ausschließlichem Kurzstreckenbetrieb oder Fahrten unter 0 °C (woran ich mich nicht gehalten habe) - wie gesagt: im Betrieb, beim Fahren, ums Lagern geht es da nicht. Kondenswasser kann es geben, wenn die Feuchtigkeit - als Luftfeuchtigkeit - warm in den Motor kommt und dann später abkühlt, z. B. auf 6 Grad.

    Die Gegenmaßnahme wären dann längere Fahrten, bei der der Motor so heiß wird, dass eingetragenes Wasser verdampft.

    Stellt sich die Frage, inwieweit das für Wenigfahrer relevant ist.


    Kondenswasser könnte allerdings trotzdem ein Problem sein, aber nicht im Öl, denn wenn das gelagerte Motorrad z. B. unter einer Plane schlecht belüftet gelagert ist, während des Temperaturzyklen ausgesetzt ist, könnte sich Kondenswasser sammeln und Rosten begünstigen. Aber das war ja nicht die Frage, sonst hätte der Fragesteller davon geschrieben.

  • Moin,

    Kondenswasser in Verbindung mit Kraftstoffen und Motoröl sind immer ein Problem, weil ja auch Verbrennungsablagerung eine Rolle spielen. Dazu kommen noch die verschiedenen Additive / Zusatzstoffe, das kann eine mitunter aggressive Mischung sein, die auch vermeintlich resistente Materialien angreift. Aus eigener Erfahrung spare ich deshalb nicht an neuem guten Markenöl und Filter vor dem Saisonstart, bisher blieben bei meiner alten Lady größere Kosten erspart, das muss aber jeder für sich abwägen. . .

  • Danke für Eure Hinweise!


    Ich habe mir das Öl mal angeschaut: es ist hellbraun und sieht optisch noch sehr frisch aus. Motorrad steht immer in einer abgeschlossenen Garage.


    Ich mache dann den Ölwechsel im nächsten Jahr - also nach drei Jahren und dann auch den Bremsflüssigkeitswechsel. Ich denke, dass die Herstellervorgaben große Spielräume haben und es ja auch immer auf die individuellen Bedingungen ankommt. Im meinen Fall sind die Nutzungsbedingungen sicher sehr gut, da ich weder Kurzstrecke fahre noch heize.


    LG Felix

  • Beim Öl will ich Dir nicht widersprechen, aber bei der Bremsflüssigkeit. Die ist stark hygroskopisch, und das ist sie immer - egal, wie schnell und wie weit Du fährst. Du würdest Dich wundern, wieviel Wassergehalt sie nach 2 Jahren hat, auch wenn das Moped nur rumsteht.

    Beste Grüße

    Gerd


    Geld allein macht nicht glücklich. Du musst schon ein Motorrad davon kaufen.