F 650 ST Kupplung plötzlich ohne Kraftschluss

  • Hallo zusammen,


    ich bin neu hier, aber schon seit Jahren stiller Mitleser.


    Seit knapp 6 Jahren bin ich nun stolzer Besitzer einer BMW F 650 ST Bj. 1997 und hatte noch nie größere Probleme.

    Auf dem Tacho hab ich auch erst 26.000km.


    Gestern auf einer Tagestour musste ich das gute Stück jedoch mit den Anhänger abholen.


    Es erfolgte plötzlich, von einem Kilometer auf dem anderen, keine Kraftübertragung der Kupplung mehr.


    Ich konnte alle Gänge mit den hörbaren "Klack" einlegen, beim Loslassen des Kupplungshebels erfolgte jedoch fast keine Kraftübertragung mehr.


    Folgende Ursachen schließe ich aus:

    - Bowdenzug ist heile und Kupplungsarm kann komplett bis zum Ende "Einkuppeln", Bouwdenzug ist demnach auch nicht "zu streng" oä. eingestellt

    - Es hat sich auch nicht das Ritzel oder so gelöst, wie gesagt eine leichte Kraftübertragung findet noch statt jedoch kann ich das gute Stück nicht mal im 1sten Gang abwürgen, da eben kein Kraftschluss erfolgt

    - Das Öl als Ursache schließe ich auch aus, ich verwende seit 6 Jahren das Castrol Power 1 4T 10W 40 und hatte noch nie Probleme mit Kupplungsrutschen. Zudem fand der letzte Ölwechsel schon wieder vor nem guten Jahr statt


    Jetzt sind natürlich Kupplungsfedern und Lamellen die ersten Verdächtigen.


    Nur eine Sache kommt mir komisch vor:

    Ein Defekt bei Kupplungsfedern oder Lamellen, kündigt sich im Normalfall doch langsam an, z.B Durchrutschen der Kupplung im 4ten oder 5ten Gang.

    Dass von einem Kilometer auf dem anderen, selbst im 1sten Gang, kein Kraftschluss mehr zustande kommt, kenn ich so als langjähriger Auto- und Motorradschrauber nicht.


    Gibt es bei der F 650 noch andere Bauteile die ein solches Fehlerbild durch plötzliches Versagen hervorrufen?


    Können die Kupplungfedern auch plötzlich brechen?


    Wenn ich den Handhebel für die Kupplung betätige zum Auskuppeln, geht dieser genauso "streng" wie sonst auch.


    Was denkt ihr an was es liegen könnte?


    Wie gesagt ich kenne von Kupplungen eigentlich nur ein "langsames Versagen".




    Vielen Dank schon mal für eure Erfahrungen und Tipps.

  • Hallo,

    sehr ungewöhnlich. Bau mal die Ritzel Abdeckung ab und schau, ob nach dem Gangeinlegen und Kupplung kommen lassen sich die Welle im Ritzel dreht.

  • Hallo,

    sehr ungewöhnlich. Bau mal die Ritzel Abdeckung ab und schau, ob nach dem Gangeinlegen und Kupplung kommen lassen sich die Welle im Ritzel dreht.

    Hi Ferdi, danke für deine Antwort.

    Kann ich nachmittags gerne nochmal gucken.


    Aber wenn die Verzahnung vom Ritzel kaputt wäre, hatte ich doch gar keine Kraftübertragung, oder?


    Wie gesagt der 1ste Gang greift zwar spürbar beim Loslassen des Kupplungshebels und das Motorrad setzt sich in Bewegung, wenn ich dann n bisschen Gas gebe dreht der Motor hoch aber ich beschleunige nicht. Deshalb war mein erster Gedanke Kupplung defekt.


    Hätte gedacht Ritzel greift in der Verzahnung, oder greift eben nicht.

    Oder gibt es da die Option "n bisschen greifen"?

  • Moin.


    Willkommen hier.


    Wenn gefühlt die Kraftübertragung passt und die äußerlichen Bedingungen alle, wirklich alle tutti sind, also Kettenritzel, Mitnehmer usw usf, dann Öl ablassen und Deckel runter, Ölwechsel ist ja eh fällig, und Du wirst bestimmt genaueres sehen und sagen können, denke ich.


    Viele Grüße Torsten

  • Jetzt sind natürlich Kupplungsfedern und Lamellen die ersten Verdächtigen.

    Zweifel daran hast Du ja schon selbst geäußert.

    Aber wenn die Verzahnung vom Ritzel kaputt wäre, hatte ich doch gar keine Kraftübertragung, oder?

    Mir kommt der Hinweis schon wie ein heißer Tip vor und nach Freilegen sollte man mehr sehen. Natürlich gäbe es an einer nicht mehr kraftschlüssigen Verbindung immer noch Reibungskräfte.


    Ansonsten fiele mir mir noch ein Getriebedefekt ein, aber wenn Du schreibst, es schaltet sich normal, dann wohl eher nicht.


    Nicht am eigenen Motorrad miterlebt habe ich mal einen Kupplungsausfall: Über nur wenige Kilometer hinweg wurde der Kraftschluss immer schlechter und der Kupplungszug musste wiederholt nachgestellt werden, um überhaupt weiterzufahren. Mit Mühe und Not konnte noch eine Motorradwerkstatt langsam fahrend erreicht werden. Es müssen sich wohl Teile der Kupplung aufgelöst haben, genau weiß ich aber nicht mehr, was war. Das nur der Vollständigkeit halber, was passieren kann. Da Deine Symptome anders und plötzlich waren, wird der Fall wohl auch anders liegen.

  • Aber wenn die Verzahnung vom Ritzel kaputt wäre, hatte ich doch gar keine Kraftübertragung, oder?

    Wenn Ritzel nimmer auf der Welle sondern daneben auf dem Gewinde der Verschraubung sitzt und nicht verloren gegengen ist wie vermutlich 32er Mutter samt Sicherungsblech..Gewinde übertragen kein Kraftschluß

  • Ausrücklager defekt und verklemmt?


    Als meines defekt war kam beides vor. Mal trennte sie nicht richtig und dann wieder rutschte die Kupplung plötzlich.

    Mechaniker, Fachrichtung Quantenmechanik

    Nachdenken ist wie googeln - nur krasser.

  • Ausrücklager defekt und verklemmt?

    Einen Defekt am Ausrücklager hatte ich tatsächlich auch mal, der war aber nicht so weitgehend, dass die Kupplung vollständig lahmgelegt wurde. Unregelmäßigkeiten gab es aber schon und Nachstellen war nötig bis zur Reparatur (in einer Werkstatt). Aber ich habe Zweifel, ob der Fehler hier tatsächlich auch dort liegt wegen folgender Aussage:

    Wenn ich den Handhebel für die Kupplung betätige zum Auskuppeln, geht dieser genauso "streng" wie sonst auch.

  • 20250610_181455.jpgAusrücklager defekt und verklemmt?


    Als meines defekt war kam beides vor. Mal trennte sie nicht richtig und dann wieder rutschte die Kupplung plötzlich.

    Genau so ist es.


    Ich habe heut Nachmittag den Kupplungsdeckel abgenommen.

    Siehe da, der Ausrücker wackelt lose im Kupplungskorb rum.

    Seegering ist auch hinüber.

    Ausrücklager sicherlich auch.


    Aber die Kupplung trennte bis zuletzt bzw. bis zum zerlegen sauber, wie gesagt ich hatte nur keinen Kraftschluss.

    Vielleicht hat sich da echt was verklemmt.


    Ich werde morgen berichten, konnte heute leider nach dem Deckel nicht mehr weiter machen.


    Morgen zerlege ich weiter.


    Anbei noch zwei Bilder vom Schaden

  • Siehe da, der Ausrücker wackelt lose im Kupplungskorb rum.

    Seegering ist auch hinüber.

    Ausrücklager sicherlich auch

    Und die Zahnstange hat Karies :eek:

    Beste Grüße

    Gerd


    Geld allein macht nicht glücklich. Du musst schon ein Motorrad davon kaufen.

  • Siehe da, der Ausrücker wackelt lose im Kupplungskorb rum.

    Seegering ist auch hinüber.

    Ausrücklager sicherlich auch

    Und die Zahnstange hat Karies :eek:

    Wahrscheinlich durch das defekte Ausrücklager 💁🏽‍♂️

    Bin gespannt morgen, aber das man mit nem defekten Ausrücklager sauber schalten und auskuppeln kann, aber keinen Kraftschluss mehr bekommt, habe ich in meiner langen Schrauber Karriere noch nie erlebt. 😅

  • Das Zahnstangenteil hat 1mm Luft zum Lager.

    Ist da normal nicht noch eine Federscheibe hinter dem Seegering / bei der Pegaso zumindest.

    Also 1x alles neu einschl. Lager

    Ich würde außerdem noch den Betätigungshebel im Kupplungsdeckel erneuern oder mindesten 180 Grad drehen und den Außen Hebel neu aufsetzen.


    Bei dem Defekt merkt man aber doch am Handhebel, das der Kraftaufwand doch sehr unterschiedlich ist ?

    Also wenn kein Kraftschluss dann wenig Handkraft ??

  • Eben nicht.

    Wie erwähnt ich fahr die F 650 ST mittlerweile 6 Jahre lang und konnte keinen Unterschied im Kraftaufwand feststellen.


    Und ich würde schon behaupten dass ich sensibel bin was Geräusche oder eben Veränderungen betrifft.


    Würd auch sagen ich geh gepflegt mit meinen KFZ um.

    Hatte zwei PKW beide über 400tsd KM beide mit erster Kupplung, da ist mir n defektes Ausrücklager bei 26.000km Neuland 😅


    Ich werde morgen berichten

  • Also Ergebnis von heute: Ursache gefunden.

    Der fehlende Zahn vom Aurücker hat sich in der Welle vom Kupplungsarm verklemmt.

    Somit konnte nicht komplett eingekuppelt werden, da der Hebelweg nicht ausreichte ehe der Zahn klemmte.


    Anbei ein Bild vom abgebrochenen Zahn und ein Bild von der Welle die verklemmt war.


    Chance dass sowas passiert würd ich mal mit 0,01 Prozent angeben. 😂

    Aber es gibt für alles das erste Mal.




    Eine Frage noch wenn ich schon offen habe:


    Lamellentausch bei 25.000km?


    Kupplungsfedern haben bei mir entspannt knapp 44mm, Verschleißgrenze liegt ja bei 43mm.

    Wie lange sind denn neue Federn?

  • Karies am Kupplungzahnstange hatre ich letztes jahr in meiner fb gruppe..Plötzlich auf der Assietta war die kupplung weg an conny seiner 94er Chiquitita

    Musste ersetzen..leider

    Kommt selten vor aber nix ist unmöglich ist ja kein Toyota


    Kupplung samt federn bei 25tkm kannse wieder zumachen

    Bin bei 215tkm okinal und geh nexte woche auf Tour de France m7t meiner F650ST in Erstbesitz