Polrad richtig montieren (ehemals Vergaser F 650 (94) reingen + überholen)

  • Die Vergaser von unserer 1.Ur-F habe ich selber revidiert. Eingestellt wie Rolf es empfiehlt und so dann eingebaut. Heute wollte ich sie das erste Mal nach 6 Jahren Standzeit starten. Pustekuchen! Wenn ich die Drosselklappen komplett schließe und den Choke ziehe, dann tut sie ein bisschen ab und an in den Auspuff duchsen, so als ob nicht genug Sprit für eine vernünftige Zündung zur Verfügung steht. Wenn ich den Choke raus mache gibt sie beim orgeln gar keinen Ton von sich. Ich habe daraufhin die LLG-Schrauben beide mal von 3,75 auf 4 Umdrehungen geöffnet, auch da keine Verbesserung. Wenn ich die Drosselklappen nur minimal öffne passiert selbst mit Choke nichts mehr. Vom Gefühl her so als ob sie nicht genug Gemisch ansaugen kann. Morgen werde ich mal die Kompression messen, die Steuerzeiten habe ich schon überprüft, die Kette ist minimal gelängt, aber alles im Rahmen. Was mir bisschen verdächtig vor kam war als ich den Motor mit dem Akkuschrauber über die Limaseite durchdrehen wollte er das gar nicht geschafft hat, sondern immer gegen die Kompression gerannt ist. Jetzt müsste es doch aber so sein dass sich der Motor bei langsamer Drehzahl relativ leicht durchdrehen lassen müsste, er hat ja eine Dekompressionseinrichtung an der Nockenwelle. Ich kenne so was von Dieselnotstromern die mit Seilzug gestartet werden. Erst bei bestimmter Kurbelwelledrehzahl macht die Kompressioneinrichtung zu und lässt somit Druckaufbau im Zylinder zu. Scheint hier nicht recht zu funktionieren. Wenn man zur Startunterstützung etwas Bremsenreiniger in den Lufikasten sprüht feuert sie auch in den Lufikasten zurück. Zündung kann man ja nicht groß verstellen, also woran kann es liegen? Was ich noch im Verdacht habe ist die Vergasergrundeinstellung selbst. Als ich die Versager überholt habe, habe ich festgestellt das die Drosselklappen nicht beide gleich schließen. Ich in meinem Perfektionswahn habe die natürlich mittels der Stellschraube die zwischen den beiden Drosselklappenwellen zwischen den Vergasern ist so eingestellt das beide nun perfekt gleich schließen. Dort könnte tatsächlich der Fehler drin liegen. Denn wenn beide Drosselklappen komplett dicht machen saugt es aus beiden Vergasern gleichmäßig Sprit an, öffne ich nun beide Drosselklappen nur ein kleines Stück, wird der Sog aus dem Zylinder nicht ausreichen um genug Sprit über den Choke in den Zylinder zu ziehen, die Folge wäre ein zu mageres Gemisch. Richtig war, so meine Vermutung, dass wahrscheinlich die Drosselklappe des Vergasers mit dem Choke etwas offen stehen muß, und die von dem ohne Choke geschlossen sein muß um genügend Kraftstoff aus dem Chokesystem in den Zylinder zu bringen. Erschwerend kommt nun noch dazu das nun durch das lange Stehen die Kolbenringe ohne Öl sind und so nicht ordentlich abdichten können, was ja in der Startphase wichtig ist. Evtl. kann auch noch etwas Rost auf den offen gestandenen Ventilen sein, so dass die im Moment auch nicht richtig abdichten. Vom Gefühl her halte ich das Kompressionsproblem allerdings gering. Was meint ihr dazu?

  • Richtig war, so meine Vermutung, dass wahrscheinlich die Drosselklappe des Vergasers mit dem Choke etwas offen stehen muß, und die von dem ohne Choke geschlossen sein muß um genügend Kraftstoff aus dem Chokesystem in den Zylinder zu bringen.

    Definitiv nein, die müssen beide synchron öffnen. Anderenfalls hättest du permanent über den gesamten Öffnungswinkel ein unterschiedliches Gemisch aus den beiden Vergasern.

    Wenn ich die Drosselklappen komplett schließe und den Choke ziehe, dann tut sie ein bisschen ab und an in den Auspuff duchsen, so als ob nicht genug Sprit für eine vernünftige Zündung zur Verfügung steht.

    Das bringt mich zu dem Klassiker - vertauschte Schwimmergerüste. Wurde darauf geachtet, dass das Gerüst mit der Chokedüse auch in den Vergaser mit der Kaltstarteinrichtung gehört?

    Zündung kann man ja nicht groß verstellen, also woran kann es liegen?

    Den Zündzeitpunkt kann man überhaupt nicht verstellen. Aber man kann das Polrad mit dem Pickup falsch zusammenbauen, wenn am Anlasserfreilauf gewerkelt wurde - und dann stimmt der Zündzeitpunkt nicht...

    Morgen werde ich mal die Kompression messen

    Dabei muss der automatische Dekompressor deaktiviert sein, anderenfalls kann man die Werte auch gleich aus dem Kaffesatz lesen.

    Erschwerend kommt nun noch dazu das nun durch das lange Stehen die Kolbenringe ohne Öl sind und so nicht ordentlich abdichten können, was ja in der Startphase wichtig ist. Evtl. kann auch noch etwas Rost auf den offen gestandenen Ventilen sein, so dass die im Moment auch nicht richtig abdichten.

    Das kann natürlich alles sein, wäre allerdings beim Rotax ungewöhnlich. Ich würde jedenfalls erstmal alle anderen Möglichkeiten ausschließen.

    Beste Grüße

    Gerd


    Geld allein macht nicht glücklich. Du musst schon ein Motorrad davon kaufen.

  • Ich bin der Meinung die Vergaser richtig bestückt zu haben. Ich habe sie ja noch mal geöffnet weil ich eine Bypassbohrung noch mal nachgeschaut habe. Gut, dann lasse ich die Drosselklappen so präzise eingestellt. Den Anlasserfreilauf hat beim Vorbesitzer den sein Kumpel wohl gewechselt, ein "Schrauber" dem es nicht komisch vorkam wenn etliche Teile aus dem Inneren des Motors übrig geblieben sind. Laut Vorbesitzer ist die Maschine bis zum abstellen vor 6 Jahren gelaufen. Das heißt ich muß die Limaseite wieder aufmachen.


    Der Dekompressor scheint ja deaktiviert zu sein, sonst würde der Motor ja mit der Hand leicht durchzudrehen gehen. Tut er aber nicht.


    Der Pickup ist doch der Hallgeber der in fester Position verbaut ist. In wie fern kann man das Polrad falsch zum Pickup bringen? Ist das lose auf der Kurbelwelle verschraubt, oder mit ner Paßfeder oder ähnlichem in entsprechender Position fixiert. Ich kann gerade nicht in das Werkstattbuch gucken, es liegt in der Garage.

  • Ich bin der Meinung die Vergaser richtig bestückt zu haben.

    Nur der Meinung zu sein reicht in dem Fall nicht, weil die Kaltstartanreicherung schlicht nicht funktioniert, wenn dort das falsche Schwimmergerüst verbaut wurde. Da sollte also schon Gewissheit herrschen.


    Den Anlasserfreilauf hat beim Vorbesitzer den sein Kumpel wohl gewechselt

    Dann könnte das schon falsch zusammengebaut sein, allerdings würde in dem Fall diese Aussage nicht stimmen:

    Laut Vorbesitzer ist die Maschine bis zum abstellen vor 6 Jahren gelaufen.


    Der Dekompressor scheint ja deaktiviert zu sein

    Das wäre dir aber doch bei der Kontrolle der Steuerzeiten sicher aufgefallen...


    Der Pickup ist doch der Hallgeber der in fester Position verbaut ist. In wie fern kann man das Polrad falsch zum Pickup bringen? Ist das lose auf der Kurbelwelle verschraubt, oder mit ner Paßfeder oder ähnlichem in entsprechender Position fixiert.

    Das Polrad mit dem Pickup ist zweiteilig, die Nabe (ja, die hat eine Passfedernut und der Kurbelwellenstumpf auch) ist durch 6 Schrauben mit dem eigentlichen Polrad verbunden. Die liegen mit gleicher Teilung auf einem Teilkreis - es gibt also 6 Möglichkeiten, das miteinander zu verschrauben, aber nur eine davon führt auch zum richtigen Zündzeitpunkt.

    Beste Grüße

    Gerd


    Geld allein macht nicht glücklich. Du musst schon ein Motorrad davon kaufen.

  • Oha. Muß Nabe und Polrad zwingend zerlegt werden um den Anlasserfreilauf zu wechseln? Warum bauen die solchen Mist, so was bohrt man doch asymmetrisch, damit eben keine 6 Möglichkeiten beim Zusammenbau bestehen. Gibt es irgend eine Markierung die die Lage des Polrades zur Nabe kennzeichnet?


    Die Dekompressionseinrichtung schien augenscheinlich in Ordnung zu sein, muß aber sagen das ich dem nicht groß Aufmerksamkeit geschenkt habe. Ich werde wohl nicht drum herum kommen den Motor noch mal aufzumachen. Ich habe mittlerweile die Vermutung das der Hocker wohl doch nicht bis zum abstellen gelaufen ist.

  • Den Zündzeitpunkt kann man überhaupt nicht verstellen. Aber man kann das Polrad mit dem Pickup falsch zusammenbauen, wenn am Anlasserfreilauf gewerkelt wurde - und dann stimmt der Zündzeitpunkt nicht...

    PickUp ist fix...Ab und zu stören Späne die Sensorik..Polrad penibel buzze hilft

    Dabei muss der automatische Dekompressor deaktiviert sein, anderenfalls kann man die Werte auch gleich aus dem Kaffesatz lesen.

    Deko ist Fliehkraftgesteuert

    Anschieben nur im 5.Gang

    Direkt gedreht per Akku killste eher den Akkuschrauber wenn Kolben Kommprimiert und Deko nicht entspannt


    Vertausche Schwimmer hatte Gerd schon angemerkt

    Prüf mal den ASS...Falschluft stört den Startvorgang erheblich


    Beim " Orgeln" Bremssenreiniger oder Starthilfespray in Schnorchel blasen reaktieviert schlafende Geister

    Selbst erprobt anno 21 als ich Stuggi mein 94er Reservemotor in dessen 98er F transplantierte weil Achim´s 98er Motor inkontinent(Haartiß Zyl innenwand=Thermische Dehnung entfleuchte Kühlmittel in Brennraum )

    Mein Reservist lag 10J trocken eingelagert in meinem Fundus


    Polrad innenseite checken

    Montage ist nur Verschraubt..Wenn dieser Keilschuh nicht korrekt bekommse keine saubere Zündund

    Hatte mir genau 1x in 26J hier im Forum


    Rolf

  • Oha. Muß Nabe und Polrad zwingend zerlegt werden um den Anlasserfreilauf zu wechseln? Warum bauen die solchen Mist, so was bohrt man doch asymmetrisch, damit eben keine 6 Möglichkeiten beim Zusammenbau bestehen. Gibt es irgend eine Markierung die die Lage des Polrades zur Nabe kennzeichnet?


    Die Dekompressionseinrichtung schien augenscheinlich in Ordnung zu sein, muß aber sagen das ich dem nicht groß Aufmerksamkeit geschenkt habe. Ich werde wohl nicht drum herum kommen den Motor noch mal aufzumachen. Ich habe mittlerweile die Vermutung das der Hocker wohl doch nicht bis zum abstellen gelaufen ist.

    Man zerlegt es, wenn nicht nur der Freilauf gewechselt wird, sondern noch die Teile mit den Kontaktflächen des Freilaufes.

    Im OT sollte der Pickup bei der "Nase" am Polrad sein.

    Habe bis jetzt immer nur den Freilauf gewechselt und die Kontaktflächen auf der Drehbank poliert.

  • Der Metallstreifen auf dem Polrad muß, bei OT-Stellung, leicht rechts neben dem Pickup stehen.

    Dann passt die Zündung.

    Mein Polrad wurde in einer Werkstatt falsch zusammengebaut und nix ging mehr.

    Kontrollier das ruhig mal.

  • Danke für eure Tipps. Da sind einige neue Ansätze für mich dabei.


    Und Rolf, den Geist hab ich gehört. Ich bin immer noch überrascht das der Lufikasten das so weggesteckt hat. Der Ansaugstutzen ist tippitoppi, der ist geschmeidig und auf Risse überprüft.


    Ich werde noch mal alles aufmachen und bis ins kleinste checken müssen. Das wirft natürlich wieder mächtig zurück.

  • PickUp ist fix

    Jo, da habe ich mich nicht ganz klar ausgedrückt. Ich wollte sagen, dass man das Polrad mit dem Pickup falsch mit der Nabe zusammenbauen kann. Aber ich denke, Meinereiner hat das schon richtig verstanden.


    Warum bauen die solchen Mist, so was bohrt man doch asymmetrisch, damit eben keine 6 Möglichkeiten beim Zusammenbau bestehen.

    Weil die im Werk genau wissen, wie es richtig montiert wird :wink2:


    Gibt es irgend eine Markierung die die Lage des Polrades zur Nabe kennzeichnet?

    O Hinweis

    Die Keilnut der Magnetnabe (4 ) muß beim Zusammenbau

    mittig zum Leitstück (6) auf dem Magnetrad

    (5) stehen.


    Quelle: Original BMW-Reparaturanleitung


    Edit:

    Das Bild von Tarzan sagt natürlich mehr als 1000 Worte :wave:

    Beste Grüße

    Gerd


    Geld allein macht nicht glücklich. Du musst schon ein Motorrad davon kaufen.

    Einmal editiert, zuletzt von Eintopfer ()

  • Wenn der Keilschuh verdreht...kommste ums abziehen nicht umhin

    Wird beidseitig gehalten verschraubt und nur wenn Schuh in der flucht mit dem pickup kriegste exakte Zündung


    Polradabzieher kosten weniger als glaubst


    JMP nutz ich selbst


    Google Search



    Bin kein Dipl Ing Maschinenbau sondern nur gelernter Holzkopp


    Dein Ploppen vom Geist kann extreme Spätzündung sein

    Sollte 8' vor ot...nicht 30' nach ot :wave:

  • 23.95 EU fürn Abzieher wirste deinen "Fluchbuch" zuschreiben müssen..Zu all den anderen Flüchen ob obskurerer Bastelitis bis Möp "unrettbar§ verscherbelt wird aus "Strunzdummheit" welche leider nie ausstirbt

  • Sollte das Polrad tatsächlich verdreht sein, dann ist die definitiv nicht mehr gelaufen.

    Genau das meinte ich ja weiter oben. Und da der Motor selbst mit Bremsenreiniger nicht anspringt und nur unkontrollierte Rückzündungen produziert, könnte das tatsächlich auch so sein.

    Beste Grüße

    Gerd


    Geld allein macht nicht glücklich. Du musst schon ein Motorrad davon kaufen.

  • Und da der Motor selbst mit Bremsenreiniger nicht anspringt und nur unkontrollierte Rückzündungen produziert, könnte das tatsächlich auch so sein.

    Genau so war das auch bei mir...

    Da stand der Metallstreifen auf dem Polrad links neben dem Pickup.

    Wenn das bei Dir so ist, Polrad aus und auseinander bauen, ein Loch versetzt wieder zusammenschrauben und einbauen.

    Dann läuft das Teil.

    Wenn es denn versetzt sein sollte...

  • 23.95 EU fürn Abzieher wirste deinen "Fluchbuch" zuschreiben müssen..Zu all den anderen Flüchen ob obskurerer Bastelitis bis Möp "unrettbar§ verscherbelt wird aus "Strunzdummheit" welche leider nie ausstirbt

    Oh, in dem Fluchbuch ist schon sehr viel drin! ^^ Vom wirtschaftlichen Standpunkt her ist der Hocker sowieso die reinste Katastrophe. Aber das wusste ich von Anfang an. Das Moped dient eher als Lehrobjekt für mein Bübli. Hier kann man wunderbar Arbeiten mit Drehmoment, Fühlerlehre lernen und die Baugruppen sind auch für Jugendliche gut händelbar. Nach dem Motto Kinder die nichts dürfen, werden zu Erwachsenen die nichts können. Den Abzieher habe ich schon geordert. Mich ärgert jetzt nur das ich die penibel eingestellten Vergaser nun verstellt habe. Man kommt da echt bescheiden ran an die Gemischschrauben.

  • Genau das meinte ich ja weiter oben. Und da der Motor selbst mit Bremsenreiniger nicht anspringt und nur unkontrollierte Rückzündungen produziert, könnte das tatsächlich auch so sein.

    Ich habe dich da schon verstanden. Erscheint auch völlig plausibel. Allerdings habe ich nicht damit gerechnet das das Polrad nicht so aufgebaut ist das es nur in einer Stellung zu verschrauben ist. Ich kenne das in solchen Gegebenheiten so das es nicht falsch zusammen gebaut werden kann, zum Bleistift mit asymmetrischen Bohrungen oder ähnlichem. Wäre die Aussage vom Verkäufer nicht gewesen das sie bis zum abstellen gelaufen ist, wäre ich ganz anders an die Geschichte ran gegangen. Dann hätte ich das große Besteck ausgepackt. So habe ich nur die Klaviatur für eine lange Standzeit durchgezogen. Jetzt ärgere ich mich über mich selbst. Ich war froh den Motor so vorbildlich wieder dicht bekommen zu haben, nun reiße ich den noch mal auf. Ist irgendwie wie beim Mensch ärgere dich nicht, Spieler zurück auf Feld 1. Na da...

  • Das nersche Zündverhalten hat mich stutzig gemacht. Ich meine wenn ein Fahrzeug lange steht sind die ersten Zündung eh fast immer noch so schön, aber so, das war dann doch zu derb. Alter Sprit konnte es auch nicht sein, der wurde frisch zugeführt. Ich guck das heute gleich nach. Heute Abend weiß ich mehr.