Endlich Gerechtigkeit?

  • Ach ja noch ein Beitrag aus dem "Spiegel" zu unserer Diskussion:


    Brüssel/Lier - In Lier bei Antwerpen war der Ferrari-Fahrer mit 150 statt der erlaubten 70 km/h geblitzt worden und machte sofort kehrt, wie die Zeitung "Het Laatste Nieuws" am Dienstag berichtete. Als der Raser erneut an dem Radarwagen vorbeikam, wedelte der Beifahrer mit einem 500-Euro-Schein. Die Beamten stellten den Fahrer danach vor einer Diskothek, wo er die purpurrote Banknote zur Zahlung einer Buße von 300 Euro erneut zücken musste.


    Seinen Führerschein durfte der Mann behalten. Dessen Einzug wäre kompliziert gewesen, weil der Belgier in Monaco wohnt und einen monegassischen Pass besitzt.


    Gruss


    Matthias

  • Hallo,


    <OT


    es ist immer wieder erstaunlich, welche teilweise harten Töne angeschlagen werden, wenn über Geld diskutiert wird. Kennt Ihr den Refrain aus dem Song "Walking in my shoes" von Depeche Mode?


    --- Frei übersetzt ---


    Ich erwarte nicht die Absolution,


    die Vergebung der Dinge, die ich tue.


    Aber bevor Du irgendwelche Schlüsse ziehst,


    versuche, in meinen Schuhen zu laufen,


    versuche, in meinen Schuhen zu laufen.


    ---


    Jeder Unternehmer kann morgen Arbeitnehmer werden, wenn er deren Leben für soviel einfacher hält. Jeder Arbeitnehmer kann morgen für den Gegenwert einer halben Dosenfüllung Sprit seine Unternehmerkarriere starten, wenn er auch im Geld schwimmen will.


    Was sagt Ihr? Sooo einfach ist das nicht!?


    Hört, hört! Try walking in my shoes...


    </OT


    <(OT/2)


    Aussagen, wie "Luxusmarke-XY-Fahrer sind Verkehrssünder, weil ..." sind ähnlich gehaltvoll, wie "Motorradfahrer sind Verkehrssünder, weil ...". Zu jedem Extrembeispiel gibt es ein Extrembeispiel aus der jeweils entgegengesetzten Ecke. Natürlich bleiben solche Extremfälle besonders gut im Gedächtnis haften, aber ihre statistische Aussagekraft ist in der Regel gleich Null, eine Verallgemeinerung deshalb nicht sinnvoll.


    </(OT/2)


    Es gibt viele Leute, die Verkehrsregeln übertreten, aber oft dürfte ihnen dabei nicht klar sein, dass sie damit sich und/oder andere im Moment gefährden. Nicht im Sinne von "zu blöd sein, um das zu verstehen", sondern im Sinne von "die Situation falsch einschätzen oder unaufmerksam sein". Und wenn man sich im Moment der Tat dessen nicht bewußt ist, dann schrecken einen auch keine noch so hohen Strafen, weil man _in seiner augenblicklichen Wahrnehmung_ nichts falsch macht.


    Wer ist denn noch nie abgelenkt gewesen und hat noch nie erschrocken gedacht "Mensch, gerade nochmal gut gegangen!"? Sollte man dafür wirklich vom Staat mitsamt seiner (unbeteiligten) Familie der Sozialhilfe ausgesetzt werden, weil einem Sozialhilfeempfänger nach der augenblicklichen Lösung auch nicht mehr zum Leben bleiben würde?


    Ja, nee, iss klar!


    Gruß, Frank