Ventile einstellen; Beschreibung

  • Da die Stellung der Kurbelwelle der Bezugspunkt für die richtige Einstellung des Ventiltriebs ist, hast Du mit der festgesetzten Kurbelwelle die Sicherheit, dass die Stellung exakt sitmmt. Dann hast Du an den Kettenrädern der Nockenwelle Deine Markierungen. Ist nun doch an der Kurbelwelle etwas passiert (so sie nicht festgesetzt wurde), kannst Du noch so schön die Markierungen beachten und ausrichten. Die Einstellung wäre dann falsch. Das kann je nach Stellung schnell zu einem Motorschaden führen.
    Ohne da am offenen Herzen genug herumgespielt zu haben und ohne Ausbildung in diesem Bereich, sehe ich das als reine Kontrollfunktion. Damit meine ich aber die Kontrolle über das Geschehen zu behalten, bevor etwas falsch läuft. Aber ich sehe keinen Anlass, diese Kontrolle dem Zufall zu überlassen. Man muss eben eine Schraube ausdrehen und eine zur Fixierung passende Schraube eindrehen. Wem das zuviel ist, der hat vermutlich die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, sich auch ohne mit der Wimper zu zucken einen neuen Motor zu ordern, oder sich gar ein ganz neues Motorrad zu leisten, oder?


    Die technische und praktische Erklärung aus der Erfahrung heraus würde mich zwar auch interessieren, dennoch wird es für mich auch weiterhin nur ein richtiges Vorgehen geben und das ist mit fixierter Kurbelwelle. Die Schraube hierfür steckt immer an meinem Moped.


    Allerdings gibt es ja den Totpunkt 2mal:


    1. Oberer Totpunkt zum Zeitpunkt der Zündung (Im Arbeitstakt)
    2. Oberer Totpunkt zum Zeitpunkt des Auslasses (Ausstoßtakt)


    Wir brauchen den OT der Zündung:

    Es gibt jedoch zwei Positionen an denen die Linien horizontal stehen!! Daher solange drehen bis die Nocken beide außen sind und etwas nach oben zeigen.


    Für Hinweise und Korrekturen bin ich immer offen und dankbar!


    Grüße


    Achim

    :wave: Hilfe beim Suchen? Forumssuche links oben oder besser in Suchmaschine folgendes eingeben: site: f650.de [Suchbegriff]

  • Hab mich heute mal drangemacht das Ventilspiel zu prüfen.
    Einlass nach Heynes mit 0,06 und 0,08 zu eng, Auslass 0,25 noch ok.
    Wegen den unterschiedlichen Ventilspielangaben bin ich beim Freundlichen vorbei.
    Hat mir dann die aktuell gültigen Werte ausgedruckt. E 0,033 - 0,11; A 0,25 - 0,33 auch für Bj 00 - 03.
    Nächste Kontrolle dann bei 40 tkm.
    Gruß

  • Hallo,ich muß das Thema nochmal,aufgreifen,

    wenn es ein Spezialwerkzeug gibt wo bekommt man es denn her

    oder hat jemand zeichnungen von dem Werkzeug

    wenn genug interresse besteht würde ich welche

    herstellen zu einem fairen Preis.

    Bin Privatmann und von Beruf Werkzeugmacher.

  • Man sollte allerdings im Hinterkopf behalten, dass die BMW-Schraube keine Schraube, sondern ein hochfestes Werkzeug ist, das die Kurbelwelle auch bei Arbeiten blockieren kann, bei der gegen die KW Kraft ausgeübt wird. Jede normale Schraube reisst dabei ab und fliegt dann im Motor herum. Wer also den Motor auch weiter aufmachen will kommt um das Original nicht herum.

    Meine Beiträge geben meine private Meinung wieder ohne Anspruch auf sachliche Richtigkeit.

  • Man sollte allerdings im Hinterkopf behalten, dass die BMW-Schraube keine Schraube, sondern ein hochfestes Werkzeug ist, das die Kurbelwelle auch bei Arbeiten blockieren kann, bei der gegen die KW Kraft ausgeübt wird. Jede normale Schraube reisst dabei ab und fliegt dann im Motor herum. Wer also den Motor auch weiter aufmachen will kommt um das Original nicht herum.



    Ne 8.8 Schraube langt.

    Quelle: Verwende seit Jahren die gleiche geschliffene (nicht einmal konisch verjüngt, sondern vorn quasi einen Pin angeschliffen) Schraube und habe es trotz aller Bemühungen nicht geschafft die abzureißen.

    Wüsste auch nicht, was so viel Gewalt erfordern würde die abzureißen, das Losbrechmoment der Muttern auf der KW langt auf jeden Fall nicht.

  • Hallo zusammen,


    habe eben das Ventilspiel meiner Dakar Bj. 01 kontrolliert und auch die Shims ausgebaut und nachgemessen, da das Spiel eines Ventils eingestellt werden muss.

    Als ich danach die Nockenwellen wieder eingesetzt habe, standen die Nocken gefühlt zu weit in Fahrtrichtung gedreht im Vergleich zum Ausbauzustand.

    Danach habe ich die Nockenwellen, den Spanner, die Führung , ... wieder zusammengebaut und den Motor vorsichtig gedreht.

    Im Bereich des Maximalhubes der Einlassnocken treffe ich dabei auf einen großen Widerstand. Ich vermute, beim Lösen der Nockenwellen ist die Kette an der Kurbelwelle gesprungen und nun trifft Einlassventil auf Kolben.

    Die Kette war mit Kabelbindern an beiden Nockenwellenräder fixiert und die Kurbelwelle habe ich im dritten Gang per Hinterradbremse fixiert (schlechte Idee im Nachhinein, da Antriebskettenspiel nicht beachtet).


    Folgende Fragen habe ich nun:

    • Gibt es an der Kurbelwelle keine Markierung für den OT? Konnte hierzu nichts durch die Schauöffnung sehen.
    • Wird die Steuerkette nahe genug an der Kurbelwelle geführt, dass eine Überspringen der Kette nicht möglich ist?


    Meine weitere Vorgehensweise wäre nun die, dass ich über die Kurbelwellenfixierung per M8-Schraube den OT suche und dann die Nockenwellen zu dieser KW-Stellung entsprechend ausrichte.

    • Gilt es hierzu etwas zur OT-Einstellung bzgl. Ausgleichwellen oder anderes zu beachten? Vergesse ich bei diesem Gedanken etwas zu beachten?


    Ich hoffe, Ihr könnt mir weiterhelfen.


    Danke und Gruß

  • Hallo Mac,


    wie geschrieben hatte ich einen Denkfehler und wollte sie per blockiertem Hinterrad fixieren und habe das Antriebskettenspiel außer Betracht gelassen.

    Wenn meine Überlegung stimmt, ist aber weniger eine drehende Kurbelwelle das Problem sondern das Lösen der Nockenwellen bei entsprechend schlaffer Steuerkette, sodass sich diese um das Kurbelwellenrad versetzt.


    Wäre die Steuerkette eng genug am Kurbelwellenrad geführt, wäre auch ein Verdrehen der KW kein Problem. Einfach wieder zurückdrehen bei fixierter Steuerkette an den Nocken. Verstellen könnte sich so nichts. Richtig?


    Gruß

    Luu

  • Also um sicher zu gehen würde ich von vorne anfangen:whistle:

    Nockenwellen raus und sicherstellen das der Kolben im OT ist und die KW fixiert.

    Die Nockenwellen wieder korrekt einlegen und an den Markierungen auf den Zahnrädern ausrichten.

    Dann Motor per Hand durchdrehen und Ventilspiel messen.


    :wave:


    Mac

  • Danke, passt wieder.

    Hab mir anstatt der Fixierschraube einer zweiten Person beholfen, die die Kurbelwelle mit einem Inbus festgehalten hat. Die Steuerkette ist um 3 Zähne um das Kurbelwellenrad gewandert.


    Gruß

  • Servus,

    danke für die ganzen Tips. Im Haynes steht (für die TwinSpark), man solle die Follower (also die Tassen, in denen die Shims stecken) mit MoS2-Öl ölen. Gem. BMW Reparatur-CD werden zwar die Nockenwellen vor dem Einsetzen geölt; vom Ölen bzw. Fetten der Tassen steht da nichts. Beim Ausbau waren die Tassen innen leicht ölig; ich frage mich, wie da eigentlich Öl von unten reinkommt. Diesen Ölfilm würde ich ebenso drauf lassen bzw. mit Motoröl wie auf den Shims. Fett auf der Auflagefläche der Shims kann ja eigentlich nur kontraproduktiv sein, weil die Schichtdicke ja schnell 1/100mm beträgt. Mos2-Öl hab´ ich nicht.

    Also, wie macht Ihr das? Ölen, fetten, gar nix?



    Nachtrag: Hab´ gerade mal in der FAQ bei F650.com nachgesehen sowie bei Haynes: Die Flächen der Nockenwellenlagerböcke müssen sauber und trocken sein, nicht wie von Lord mal geschrieben, gefettet. Nur die Lagerschalen der Welle werden geölt. Im übrigen soll wohl Motorenöl für die Tassen reichen - Mos2-Öl ist eine "Mischung aus je 50% MoS2-Fett und Motoröl, da bleibt das Fett eh nicht als Fett am Platz auf Dauer; scheint mir nur darum zu gehen, den Motor nicht trocken anlaufen zu lassen.


    Danke, Grüße

    Chris

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  • Noch ein Nachtrag. Hab´ alles wieder zusammen und das ohne Ventil-/Kolbencrash :-). Ich hatte nur an einem Auslaß-Ventilspalt Untermaß; dummerweise hab´ ich jetzt nach dem Zusammenbau an einem Einlaßventil statt der vorher gemessenen 0,04mm nur noch 0,03mm. Ich denke das lasse ich jetzt erst mal so. 0,03mm ist ja im Toleranzbereich (0,03-0,11), evt. ist doch noch etwas zu viel Öl auf dem Shim, das sich nach den ersten paar tausend Umdrehungen rauspresst.

    Wie zieht Ihr die Schraube des Steuerkettenspanners auf 40Nm? Ich komme nach Demontage der schwarzen Metallbrücke zwar ganz komfortabel mit einem 22er Maulschlüssel senkrecht von oben dran, aber an einen Drehmomentschlüssel ist da nicht zu denken.


    Grüße

    Chris

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  • Hallo Chris,


    ich kann es leider nur für die Ur-F beschreiben.

    Ich bin seit meiner Öl-Ablass Schraube zugegebenermaßen Vorsichtig mit "40Nm" :whistle:

    Den Steuerkettenspanner habe ich nach "Gefühl" gut festgezogen ähnlich wie im obigen Video ( ca. ab 18:30 Minuten ++ )

    Bisher hält er dicht und sitz immer noch gut.

    Bestimmt reichen hier auch 30 Nm:wink:

    Bei der F650GS ist der so weit ich noch weiß schlecht zu erreichen, da das ABS-Modul davor sitzt ?

    Kenne daher den Aufwand nicht falls man hier auch nach Gefühl arbeitet und es doch nicht dicht wird.:g:


    :wave:


    Mac

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von macgyver ()

  • Wie zieht Ihr die Schraube des Steuerkettenspanners auf 40Nm? Ich komme nach Demontage der schwarzen Metallbrücke zwar ganz komfortabel mit einem 22er Maulschlüssel senkrecht von oben dran, aber an einen Drehmomentschlüssel ist da nicht zu denken.

    ich habe bisher immer nach Gefühl angezogen.

    Willst den Drehmomentschlüssel verwenden,

    - Maulschlüssel ansetzten

    - oben am Maulschlüssel mit 90° zum Schlüssel den Drehmomentschlüssel ansetzten (die 90° sind wichtig !!!)

    - mit gewünschtem Drehmoment anziehen


    damit ergibt sich an der Schraube dann das gewünschte Drehmoment

  • Bei der Ur/Uhr-F wird bei der Schraube des Kettenspanners zuätzlich Drei Bond 1209 appliziert (oder sonstige dauerflexible, ölverträgliche Silikondichtmasse).


    Angezogen habe ich den per Handgelenk mal Pi. Ich bin auch der Meinung, dass 40 Nm mehr als nur fest sind und auch weniger reichen.


    Wer es luxuriös will kauft sich ein geeigneter Stahlwille 730 http://kataloge.stahlwille.de/katde17/#page_186 und entsprechendes Einsteckwerkzeug.

    Von Stahlwille gibt es auch Verlängerungen (aber nicht als 22mm) und "Krähenfüsse." http://kataloge.stahlwille.de/katde17/#page_218

    so ?


    Drehmomentberechnung

    Nein. ;) Die Rechnung ist nach meinem Verständnis falsch da bei 90° das eingestellte Drehmoment korrekt ist.

    Stahlwille sagt zu dem Thema abgewinkelte Verlängerungen zwar nur "muss empirisch ermittelt werden" http://kataloge.stahlwille.de/katde17/#page_188

    aber das ganze war mal Thema im "Rätsel rund ums Motorradwissen" Angefangen hier: Rätsel rund ums Motorradwissen wo ich über den gleichen Link gestolpert bin und es dann am Ende Nachgerechnet habe Rätsel rund ums Motorradwissen (evtl. findest ja du einen Fehler oder eine Dalschüberlegung in der Rechung). BlackFly versprach, das er es mal auf der Arbeit nachmessen wird, ist aber wohl unter und vergessen gegangen.