Winterreifenpflicht. Auch für Motoräder

  • Gerade gefunden und wfür interssant befunden, da mir das gar nicht so klar war.

    Zitat

    "bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte" ein Kraftfahrzeug nur mit Winter- oder Allwetterreifen unterwegs sein darf. Die Regelung gilt auch für Motorräder.


    Quelle: Spiegel.de


    Frage: Was ist bei geräumter Strasse aber noch Schnee am Rand? Da müssen es dann "M+S" gekennzeichnete sein oder?

  • Mit "M+S" gekennzeichnete Reifen gelten (meines Wissens) als Winter- oder zumindest Allwetterreifen. Somit sollten solche Reifen dieser neuen Verordnung genügen. Für uns GS-Fahrer ist somit der Heidenau K60 (in der Variante mit M+S), wie auch der Conti TKC80 (hat ebenfalls M+S-Kennzeichnung) als "Winterreifen" interessant. Mit dem TKC80 hab ich letzten Winter auf der Dakar auch gute Erfahrungen gemacht.


    Meine Frage an Dich hierbei: In wie weit ist diese deutsche Regelung für Dich in Irland interessant?

  • Vom handgelenk mal nicht zu reden (geht's damit gut bergauf?)


    Mich hat letztens auch jemand gefragt, ob das nun auch für Motorräder gilt, und ich hab mal behauptet, nöööö.


    Demnach ja dann doch?


    Konkrete Winterreifen-Kennzeichnungen gibt es noch gar nicht, bzw. Verwirren sie mich noch. Vielfach wird erklärt, M+S hieße gar nichts und es müsste ne Schneeflocke drauf sein. Oder umgekehrt.


    Der ADAC wiederum setzt - und das beantwortet einen Teil der Ausgangsfrage vielleicht - den Begriff "Winterreifen" mit M+S gleich:


    http://www.adac.de/infotestrat…=32880&SourcePageId=31821


    Ich fahre jetzt seit etwa 800km den K60 von Heidenau (als snowtec) und bin damit sehr zufrieden. Dummerweise ist ja der Schnee da, jetzt... Mal schauen wann es mich überkommt :bangin:

    õ-ó :dance1: Lars


    Bin zwar gerade nicht viel hier unterwegs, aber trotzdem noch da :wave:

  • Eigentlich sogar eine ziemlich interessante Frage! Das kann durchaus auch für Iren interessant sein, die mal im Winter rübercruisen! :wave:
    Es ist ja so gesehen die Novelle des §2 StVO, welcher ja kürzlich erst den Rüffel erhielt, man habe keinen genauen zeitlichen Rahmen, in dem "wirklich Winter ist". Die Neuregelung beschreibt ja nun aber auch keinen zeitlichen Rahmen im direkten Sinne, sondern beschreibt nur einen Zustand etwas konkreter, bei dem sich der geforderte Zeitrahmen ergeben würde.
    Meines Erachtens fließt in der Neuregelung aber neben der Konkretisierung der "winterlichen Straßenverhältnisse" interessanterweise vielmehr der Normzweck mit ein. Grundgedanke sei hier wohl ein Schutz des allgemeinen Straßenverkehrs. Und wenn von Straßenverkehr als solchem geredet wird, kann es sich nicht mehr nur um eine Feststellung an Ort und Stelle handeln, daß die Bereifung eines Fahrzeugs nicht den Wetterverhältnissen auf der gerade befahrenen Straße angepasst ist. Dann wäre ja schon ausreichend, daß bspw. nur die großen Hauptstraßen beräumt, sowie eis-/reiffrei sind, man aber dennoch das Bußgeld abdrücken darf, da rein die hypothetische Gefährdung auf Nebenstraßen bestünde.
    Damit, so denke ich, auch ein Brennpunkt in den frühen Märztagen, wenn die Saisonkennzeichen wieder auf der Straße sind. Ganz zu schweigen von den Schönwetterfahrern im Winter - Die M&S-Reifen sind ja nun wirklich nicht bei jedem drauf.

  • Meine Frage an Dich hierbei: In wie weit ist diese deutsche Regelung für Dich in Irland interessant?


    Wir sind am Überlegen ob wir dieses Jahr unseren Weihnachtsurlaub nicht anders organisieren und statt mit Flugzeug und Mietwagen dieses Jahr mit dem eigenen Auto nach Deutschland zu fahren. Dafür versuche ich gerade Winterreifen zu finden hier bei uns, was gar nicht so einfach ist :D Daher verfolge ich das Thema aufmerksam. Fürs Motorrad für mich tatsächlich eher unwichtig, da ich nicht vor April vorhabe mit Möpp nach Deutschland zu fahren. Aber hier wird das Thema gelesen und wenn ich mit dem Posten eines simplen Links auch nur einen Strafzettel eines anderen F-Treibers verhindert habe, wars meine Zeit wert ;)



    Vom handgelenk mal nicht zu reden (geht's damit gut bergauf?)


    Heute ist D-Day.
    14:00 hab ich Termin, Gips ab, Stangen raus.
    Auf das "Gips ab" freu ich mich sehr. :clap1:
    Vor dem "Stangen raus" hab ich seit Tagen ziemliche Panik wenn ich ehrlich bin. :shock::eekout:


    Ist halt alles Teil der "Lernkurve" wie der Vorfall mittlerweile genannt wird :wink2:

  • Hallo!


    Gerade gefunden und wfür interssant befunden, da mir das gar nicht so klar war.


    Quelle: Spiegel.de


    Frage: Was ist bei geräumter Strasse aber noch Schnee am Rand? Da müssen es dann "M+S" gekennzeichnete sein oder?

    Theoretisch nein, denn dann ist ja auf der Straße, auf der man sich gerade bewegt, weder Glatteis, noch Schnee-, Eis-, Reifglätte oder Schneematsch. In der Praxis wird man jedoch um Winterreifen nicht herumkommen, denn geräumte Straßen sind im Winter nach Schneefällen eher die Ausnahme.


    Bezogen auf Motorradfahrer ist die Regelung ist aber so hanebüchen wie bürokratisch: bei Glatteis mit dem Motorrad unterwegs zu sein (ob mit oder ohne Winterreifen) bedeutet, den Verkehr noch mehr zu behindern als es heute schon manche Leute in ihren Dosen tun. Wenn die Wahrscheinlichkeit schon sehr groß ist, sich bei Glatteis zu Fuß auf die Fresse zu legen, dann muss ich das nicht noch ausgerechnet auf dem Motorrad tun. ;) So gesehen ist es mir dann auch egal, ob es für mein Mopped Winterreifen gibt.


    Alles in Allem scheint mir bei der Winterreifenregelung wieder der Lobbyismus durchzukommen: die Reifenindustrie freut sich über ein staatlich sanktioniertes Zusatzgeschäft, und auf die Unfallstatistik wird diese Regelung keinen nennenswerten Einfluss haben: wer auf winterlichen Straßenverhältnissen (Gebirgstouren mal außen vor) nicht mit Sommerreifen zurecht kommt, der schafft das auch nicht mit Winterreifen - oder er wiegt sich in trügerischer Sicherheit, was den Sicherheitsgewinn wieder zunichte macht.


    Eigentlich wäre die Sache doch ganz einfach: wer bei Glätte mit Sommerreifen die Fahrbahn blockiert, dem soll man gerne EUR 40 abknöpfen (und wg. mir gerne noch zwei Flensburg-Punkte obendrauf packen). Für die Restabschreckung sorgen die Kaskoversicherungen, die sich (wie auch schon jetzt) beharrlich weigern, Schäden zu regulieren, die deswegen entstanden sind, weil der Verunfallte bei Glätte auf Sommerreifen unterwegs war.


    CU!


    Martin

    --- Diskutiere nie mit jemandem, der 6 Gläser Vorsprung hat! ---

  • Alles in Allem scheint mir bei der Winterreifenregelung wieder der Lobbyismus durchzukommen: die Reifenindustrie freut sich über ein staatlich sanktioniertes Zusatzgeschäft, und auf die Unfallstatistik wird diese Regelung keinen nennenswerten Einfluss haben: wer auf winterlichen Straßenverhältnissen (Gebirgstouren mal außen vor) nicht mit Sommerreifen zurecht kommt, der schafft das auch nicht mit Winterreifen - oder er wiegt sich in trügerischer Sicherheit, was den Sicherheitsgewinn wieder zunichte macht.


    Eigentlich wäre die Sache doch ganz einfach: wer bei Glätte mit Sommerreifen die Fahrbahn blockiert, dem soll man gerne EUR 40 abknöpfen (und wg. mir gerne noch zwei Flensburg-Punkte obendrauf packen). Für die Restabschreckung sorgen die Kaskoversicherungen, die sich (wie auch schon jetzt) beharrlich weigern, Schäden zu regulieren, die deswegen entstanden sind, weil der Verunfallte bei Glätte auf Sommerreifen unterwegs war.


    Für mich zum Beispiel ist diese Regelung ein Seegen. Wenn ich mit Frau in Deutschland bin, dann meist mit Mietwagen im Winter. Nun haben wir ne Menge zu fahren wenn wir zumindest die Hälfte der Verwandten besuchen wollen die gerne besucht werden würden. da kommen in 7-10 Tagen durchaus 2500km zusammen (Letztes jahr warens sogar 3200km in 7 Tagen). Und gefahren wird bei jedem Wetter. Bei der Laufleistung sei es uns gegönnt, das wir uns was "grosses" mieten (E-Klasse, 5er, so die Gattung).
    Das kost natürlich, dazu kommt dann noch 15euro pro Tag für Winterreifen. Mag sich deppert anhören, aber das ist auf eine Woche auch ein Hunderter. Und das ist ne Menge Geld finde ich, aber drauf verzichten kann man nicht, weil die Versicherung rumzickt sollte denn doch was passieren. Und mal ganz ehrlich unter uns, son Schlachtschiff für ne Woche fahren ist ja ganz nett, aber kaufen würde ich mir sowas nicht ist einfach zu teuer. Da möchte ich schon gerne funktionierenden Versicherungsschutz.
    In Österreich bekomm ich Winterreifen als Standard, weil die gar nicht ohne vermieten dürfen dank Winterreifen Pflicht.


    Hat halt alles 2 Seiten...

  • und wenn ich mit dem Posten eines simplen Links auch nur einen Strafzettel eines anderen F-Treibers verhindert habe, wars meine Zeit wert ;)

    :thumbup:


    Nun, keine Angst, bei dir ist ja nicht ganz so viel drin, wie sie mir am Montag raus genommen haben:
    2010k26-10261200.jpg
    Der Schnitt geht gut 8 cm vom Handgelenk den Unterarm entlang und ist mit 13 Stichen genäht.
    Und wenn ich das mit meiner Spritzenpanik überlebe, dann wirst du das doch auch schaffen. :wink2:


    Mich ärgert dabei nur, dass ich noch gut zehn Tage warten darf, bis ich wieder Moped fahren darf - sagt mein Arzt (dann werden die Fäden gezogen) - doch auf der anderen Seite steht die F ja eh gerade in der Werkstatt für neue Reifen (TKC80), 20000er-Inspektion und Garantiefall wegen der Ventildeckeldichtung.


    Bin aber jetzt schon gespannt, wie es wird mit der 800er durch den Schnee zu pflügen. :rolleyes:

  • Zitat

    wer auf winterlichen Straßenverhältnissen (Gebirgstouren mal außen vor) nicht mit Sommerreifen zurecht kommt, der schafft das auch nicht mit Winterreifen - oder er wiegt sich in trügerischer Sicherheit, was den Sicherheitsgewinn wieder zunichte macht.


    Da muss ich widersprechen. Hier im hohen Norden verzichten immer noch viele auf Winterreifen, und gerade im letzten Jahr konnte man den Unterschied nicht nur an der schwarzen Stahlfelge deutlichst sehen. Sobald wirklich Eis, Schneematsch oder gefrorener Schnee auf der Strasse sind, macht sich ein Winterreifen sehr positiv bemerkbar.


    Wer daraus trügerische Sicherheit macht, hat eh ein Problem... :blink:

    õ-ó :dance1: Lars


    Bin zwar gerade nicht viel hier unterwegs, aber trotzdem noch da :wave:

  • Erstmal weiterhin gute Genesung für die "Stahlharten" Kerls. :doctor:


    @Tuxi
    wieviel biste jetzt leichter???


    Werde doch mal nachschauen, ob an meinen Metzi-Tourance irgendwas bzgl. M+S oder Flöckchen zu sehen is. :g:

  • Eher nicht, die mir bekannten mit Freigabe und echte Wintermischung wüsste ich jetzt nur die beiden bereits genannten. Heidenau ist ja schon ein Sonderling mit den winterschluffen für Zweiräder - wohl aus Tradition, früher mussten ja gut 10 Winter überbrückt werden bis der Trabant geliefert war... :love:


    Aber ich glaube auch, als zweiradler wird man im Winter nicht so gepiesackt werdend von den ehemals grün-weißen, die müssten ja aussteigen ins kalte und so.

    õ-ó :dance1: Lars


    Bin zwar gerade nicht viel hier unterwegs, aber trotzdem noch da :wave:

  • @Tuxi
    wieviel biste jetzt leichter???

    Mindestens ein Kilo! ... (ne, ne - müsste es mal auf eine Waage legen).


    Werde doch mal nachschauen, ob an meinen Metzi-Tourance irgendwas bzgl. M+S oder Flöckchen zu sehen is. :g:

    Auf einem Anakee hatte ich das mal erblickt:
    2009e29-13095000.jpg
    Weiß aber nicht, was es genau zu bedeuten hat, da bei Michelin darüber nichts zu finden ist.
    (War übrigens der Reifen, mit dem ich anfänglich recht viele Problem hatte - erst nach 5000 km wurde ich mit den Pellen warm - und statt dem geplanten Wechsel auf den K60 nach über 10000 km dann dafür das oben gezeigte Metall in mein Handgelenk hinein kam. Die betroffene GS wurde später das SuMo-Projekt von Michel.)

  • Interessant zu lesen ... vor allem der erste Absatz auf Seite 6 - mir war bis jetzt ja noch nicht klar, dass "Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- und Reifglätte" zu "den winterlichen Wetterverhältnissen" zählen und hierfür gar extra eine Auskunft des Deutschen Wetterdienstes benötigt wurde. :doh:


    Doch Spaß bei Seite, ist diese Ausführung der Bürokratie wohl schon gerecht. Interessant hierbei aber noch, dass M+S-Reifen mit Winterreifen gleich gesetzt werden und kaum auf Allwetterreifen eingegangen wird. Außer auf Seite 5, letzter Absatz:

    Zitat

    M+S-Reifen werden im allgemeinen Sprachgebrauch als Winterreifen bezeichnet, als solche verkauft und mit einem M+S-Symbol (teilweise auch in Verbindung mit dem Bergpiktogramm mit Schneeflocke – Alpine Symbol) gekennzeichnet. Aber auch Ganzjahresreifen können den Eigenschaften der Richtlinie 92/23/EWG entsprechen und mit einem M+S-Symbol versehen sein.

    Hier wird somit auch beschrieben, wie die Reifen für winterliche Wetterverhältnisse gekennzeichnet werden müssen bzw. seien sollten.

  • Hallo allerseits,


    eine bisher nicht genannte Alternative haben wir hier verwirklicht:


    den Metzler Karoo...


    auf der normalen GS haben wir dazu den 110/80 - 19 als Vorderrad eintragen lassen (geht problemlos, da die Freigängigkeit gegeben ist und der Abrollumfang nur um 2 mm differiert) und fahren dann den TL (schlauchlos) mit Schlauch drin auf der normalen GS.
    Auf der Dakar gibt es den Karoo ja sowieso...
    Auch den Heidenau hatten wir schon drauf... - geht auch gut.


    Im WInter ist man eh vorsichtiger und inzwischen fahr ich den Karoo fast ganzjährig (obwohl ich nicht bei Metzler arbeite und nichts dafür bekomme... :smile: :smile: :smile:



    Die übrigen Anmerkungen sind insoweit korrekt: M+S ist immer dann erforderlich gewesen, wenn was passiert - die Versicherungswirtschaft spart mit der Neuregelung ne Menge Kohle...


    Gruß
    Johannes

    "Man muss die Menschen nehmen wie sie sind - es gibt keine anderen..."

  • Ich habe mir mal die beschlossene Änderung genauer angesehen. Vor allem der Verweis auf die Richtlinie 92/23/EWG ist sehr weiterführend bei der Frage, ob Motorräder von der heute beschlossenen Änderung der Straßenverkehrsordnung betroffen sind. Und zwar deshalb:


    *klugscheißmodus an*


    In § 2 Absatz 3a der Straßenverkehrs-Ordnung (...) werden die Sätze 1 und 2 durch folgenden Satz ersetzt:
    "Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte darf ein Kraftfahrzeug nur mit Reifen gefahren werden, welche die in Anhang II Nr. 2.2 der Richtlinie 92/23/EWG (...) beschriebenen Eigenschaften erfüllen (M+S-Reifen)."


    Dies ist heut so beschlossen worden. Also mal ein Blick in die Richtlinie 92/23/EWG. Richtlinien sind prinzipiell gleich aufgebaut, das was hinten steht (hier im Anhang II) gilt nur für den Bereich, der in den ersten Artikeln einer Richtlinie genauer definiert ist. Also, erstmal dort nachsehen. Fragen im Hinterkopf: Was ist ein Kraftfahrzeug im Sinne der Richtlinie und was ein Reifen??


    In Artikel 1 der 92/23/EWG steht nun


    Im Sinne dieser Richtlinie

    • sind „Reifen" neue Original- oder Ersatzluftreifen (...) die zur Ausrüstung von Fahrzeugen im Sinne der Richtlinie 70/156/EWG bestimmt sind. (...)
    • sind „Fahrzeuge" alle Fahrzeuge im Sinne der Richtlinie 70/156/EWG des Rates"

    aha. Also noch ein weiterer Verweis in die Richtlinie in 70/156/EWG reinsehen. Ist ein Motorrad also vielleicht gar kein Fahrzeug? Und Motorradreifen kein Reifen? Dort steht:
    Artikel 2 Begriffsbestimmung:

    • „Fahrzeug": mit Ausnahme von Schienenfahrzeugen, land- und forstwirtschaftlichen Zug- und Arbeitsmaschinen sowie allen anderen Arbeitsmaschinen, alle zur Teilnahme am Straßenverkehr bestimmten vollständigen oder unvollständigen Kraftfahrzeuge, mit mindestens vier Rädern und einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 25 km/h, sowie ihre Anhänger;

    Aha, Motorräder sind in diesem Sinne also keine Fahrzeuge, da sie nicht mindestens vier Räder haben.
    Okay, zurück zur Richtlinie 92/23/EWG. Wie oben beschrieben, bedeuten Reifen in dieser Richtlinie = Reifen für Fahrzeuge mit mindestens 4 Rädern. "Reifen" in dieser Richtlinie bedeuten demnach nicht "Motorradreifen".


    Als Motorradfahrer kann man sich jetzt - nach Begriffsbestimmung - eigentlich sparen noch in den Anhang II, Punkt 2.2 der 92/23/EWG reinzusehen, da dies nicht in den Geltungsbereich für Moppeds fällt. Der Vollständigkeit halber sei er aber hier noch genannt:


    RICHTLINIE 92/23/EWG ANHANG II - ANFORDERUNGEN FÜR REIFEN (also Reifen für Fahrzeuge mit mindestens 4 Rädern)
    2. Im Sinne dieser Richtlinie bedeuten:
    2.2. „M + S-Reifen" Reifen, bei denen das Profil der Lauffläche und die Struktur so konzipiert sind, daß sie vor allem in Matsch und frischem oder schmelzendem Schnee bessere Fahreigenschaften gewährleisten als normale Reifen. Das Profil der Lauffläche der M + S-Reifen ist im allgemeinen durch größere Profilrillen und/oder Stollen gekennzeichnet, die voneinander durch größere Zwischenräume getrennt sind, als dies bei normalen Reifen der Fall ist;

    Für mich ist damit erstmal eine Argumentation gegeben, weiterhin mit meinen Pilot Road 2 zu fahren. Über Sinn und Unsinn, im Winter zu fahren, kann man sicher streiten, doch hab und will ich kein Dosenblech und für die Scarver gibts meines Wissens auch keine "Winterreifen". Ich hoffe, meine Auslegung der Richtlinien ist nachvollziehbar und kann durch einen juristisch bewanderten Leser übeprüft, bestätigt oder auch verworfen werden.


    So long und gute nacht


    *klugscheißmodus aus* :wink:

  • Na super!


    Verstehe ich das jetzt richtig?


    Klugscheißmodus ein
    Laut StVo sind Motorräder Kraftfahrzeuge. Auf diese Idee könnte man z.B in Paragraph 3 kommen, in der Krafträder nicht noch einmal als Einzelgattung bei der Feststzung der Höchstgeschwindigkeit innerorts aufgelistet sind. Dort heißt es einfach in Satz 3: "Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt auch unter günstigsten Umständen innerhalb geschlossener Ortschaften für alle Kraftfahrzeuge 50 km/h".
    Nach Änderung von §2 der StVo müssen jetzt Kraftfahrzeuge (also auch Motorräder) mit Winterreifen, welche die Eigenschaften der Richtlinie 92/23/EWG erfüllen, ausgerüstet sein. Unbestritten eine Eigenschaft der Reifen im Sinne der Richtlinie ist es dann aber, dass sie gemäß 70/156/EWG für Fahrzeuge mit mindestens 4 Rädern sind.


    Meine augenblickliche Schlußfolgerung heißt also: Bei winterlichen Verhältnissen dürfen Motorräder nur mit Winterreifen für mindestens 4-rädrige Fahrzeuge (also PKW oder LKW Reifen) fahren. :bangin:
    Klugscheißmodus aus


    Herr Ramsauer: Setzen! 6!




    Winfried (auch nicht juristisch bewandert, aber verwirrt)

  • Vorsicht!


    Eu-Richtlinien sind keine Gesetze, und bei der Umsetzung der Richtlinien darf der Mitgliedsstaat stets strenger sein als die Richtlinie empfiehlt.


    Im Paragraphen aus der StVO wird aber ausschliesslich zur Definition der Reifenbeschreibung, NICHT jedoch für die Definition des Begriffs Kraftfahrzeug auf die Richtlinie zurückgegriffen. Das Kraftfahrzeug ist also ein Kraftfahrzeug im Sinne der StVO, der Reifen jedoch ein Reifen im Sinne der Richtlinie.


    Soweit meine logische Interpretation - was ein Richter, der morgens neben der falschen Frau aufgewacht ist, draus macht - gaaaanz and Frage :thumbup:


    Mir auch egal; sowohl auf Motorrad als auch PKW fahre ich schon prinzipiell nur Winterreifen (auf dem PKW zur Zeit allwetterreifen, weil die waren druff beim Gebrauchtkauf). Beim Motorrad bin ich noch unsicher ob es sich lohnt, aber selbst im letzten Horrorwinter war ich einige male kurz davor wenigstens kurz mal zu fahren, und der Sommerreifen hat mich abgehalten.

    õ-ó :dance1: Lars


    Bin zwar gerade nicht viel hier unterwegs, aber trotzdem noch da :wave:

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  • Da muss ich widersprechen. Hier im hohen Norden verzichten immer noch viele auf Winterreifen, und gerade im letzten Jahr konnte man den Unterschied nicht nur an der schwarzen Stahlfelge deutlichst sehen. Sobald wirklich Eis, Schneematsch oder gefrorener Schnee auf der Strasse sind, macht sich ein Winterreifen sehr positiv bemerkbar.

    Zur Vermeidung von Missverständnissen: ich bin wie Du ebenfalls der Meinung, dass ein Winterreifen bei Glätte deutliche Vorteile ggü. einem Sommerreifen hat. Was ich zum Ausdruck bringen wollte ist, dass man bei Glätte grundsätzlich gefühlvoll mit Gas und Bremse umgehen muss. Wer das mit Sommereifen kann, schafft das erst recht mit Winterreifen. Bezogen auf den Sicherheitsgewinn kann man das mit den allseits bekannten Fahrdynamikregelungen vergleichen: viele machen durch ihre Fahrweise das Potenzial dieser Features wieder zunichte. ABS hat z.B. seit seiner Einführung eben nicht zu sinkenden Unfallzahlen geführt. Und ich gehe jede Wette ein, dass die Winterreifenpflicht selbiges auch nicht schaffen wird. Einzig in Bezug auf am Berg "festhängende" Fahrzeuge erwarte ich eine gewisse Entspannung. Warum man aber dafür eine Winterreifenpflicht einführen muss, ist mir schleierhaft: die bisherige Regelung der StVO ist eindeutig genug, indem Behinderungen ja zu vermeiden sind. Lediglich in Bezug auf die Höhe des Verwarnungsgeldes war Nachbesserungsbedarf. Aber diesen Nachbesserungsbearf sehe ich bei anderen Verkehrsverstößen (Geschwindigkeitsübeschreitungen, Einhalten des Sicherheitsabstands...) auch. Mal sehen, wann unser Verkehrsminister hier endlich mal Fakten schafft. ;)


    CU!


    Martin

    --- Diskutiere nie mit jemandem, der 6 Gläser Vorsprung hat! ---