Getriebeschmierung

  • Hallo,

    ich hätte da mal eine Frage:

    in der Anleitung steht, das die Getriebeschmierung nur bei laufendem Motor sichergestellt ist.

    daher soll man bei ausgeschaltetem Motor das Motorrad NICHT über einen längerem Zeitraum rollen lassen oder über längere Strecken schieben

    ok

    was ist lang?? 100m ?

    :g::confused:

  • Hallo.


    nun ja dann wäre mein Getriebe aber schon im Eimer :-)

    Musste die F schon mal mehr als 1 km schieben ( Batterie :-/ )

    Selbst den Berg runter per Getriebe ( 2. gang ) den Motor starten war/blieb ohne Folgen,


    aber es ist richtig :

    ohne Motor laufen keine Ölpumpen, also auch kein Öldruck dann auch keine "Schmierung"

    ( bis auf die Restschmierung )

    Da aber beim Schieben keine Belastung auf den Zahnrädern im Getriebe ist halte ich das für unkritisch.


    Von einem Fahrzeug mit mehreren km/h über eine längere Strecke ziehen lassen ( = eh viel zu gefährlich !! )

    ist wohl nicht so gut kann sein, dass hier ebenfalls das Getriebe ( Zahnräder ) ohne Schaden davon kommt

    aber die Lager die sich zwangsweise mit drehen finden das ohne Schmierung wohl nicht so gut....


    :wave:


    Mac

  • was ich auf jeden Fall bestätigen kann :

    hatte mal ein defektes Lager in der Druckplatte der Kupplung.....:whistle:

    dieses hörte sich ohne Motor ( Öldruck ) nur im Rollen (Leerlauf , Berg runter ) schon "bedrohlich" an,

    als wenn gleich was auseinander fällt :giggle:

  • Ich würde da mal ein vergleich zum Auto Automatikgetriebe heranziehen. Da ist es ebenfalls so das die Schmierung nur mit laufendem Motor gewährleistet ist aus diesem Grund schränkt der Hersteller das Abschleppen ein. In meinem Fall (alter BMW E39) sind das z.B. max 70km/h und max 150km lang, andere Hersteller haben da andere vorgaben (50km/h habe ich z.B. als ein "standartwert" im Hinterkopf).

    Auch wenn das unterschiedliche Techniken sind denke ich schon das man da etwas übertragen kann und behaupte jetzt einfach mal das einfaches schieben kein Problem darstellen sollte, auch nicht wenn man damit mal ein paar km schiebt. Anders sieht das dann vermutlich doch aus wenn man den Gebirgspass mit ausgeschaltetem Motor herunterrollt um Sprit zu sparen, aber ich denke das hat sowieso keiner vor weil keiner so blöd ist in die Berge zu fahren und dann auf den Fahrspaß zu verzichten ;)


    Und natürlich gilt diese Aussage dann auch nur für intakte Getriebe und Lager, wenn ein Lager sowieso schon defekt ist wird das "ungeschmierte" bewegen ungleich höheren Schaden anrichten...

  • ....ist sicherlich auch vom Motorrad ( Antriebs- ) Konzept abhängig.


    Bei meiner 1150er läuft das Getriebe getrennt vom Motor in jede Menge Öl,da kann man durchaus auch mal bergab

    "laufen" lassen - mehr Spaß macht es aber nur mit brrrrruuuuuuuuuuum ;)

  • Naja, die Boxer haben da ja eher PKW Technik (Schaltgetriebe) drin, die haben ja auch eine Trockenkupplung was für Motorräder auch eher ungewöhnlich ist, ich stimme aber zu das es dabei vermutlich weniger Probleme geben wird (genauso wie bei PKWs mit Schaltgetrieben).


    Aber was für einen Grund sollten wir haben ohne Motor den Berg runter zu rollen?

    Normales schieben in Schrittgeschwindigkeit sehe ich auf jeden fall als unproblematisch an, auch wenn es mal etwas weiter sein sollte (und ich glaub kaum das jemand mal 20km schieben will/wird und selbst das sehe ich immer noch als unproblematisch).

  • Halte ich schon für eine akademische Diskussion. Nadellager und Kugellager halten schon ein paar Stunden aus. Sind bei Getrieben auch im Regelfall nicht über Pumpe druckgeschmiert, sondern durch Schleuderöl. Bei Automaten mit Wandlerkupplung die man ja wohl höchst selten in Motorrädern hat sieht das anders aus. Meist haben sie nur eine Ölpumpe die vom Motor aus angetrieben wird. Da fehlt bei stehendem Motor, auch beim Abschleppvorgang die Schmierung. BMW hatte bei den ZF-Automaten nach meiner Erinnerung etwa 40km mit max 40km/h erlaubt. DB Automaten hatten wie die meisten US Automaten eine 2. Hilfsölpumpe die von der Kardanwelle angetrieben wurde. Deswegen konnte man die Fahrzeuge auch anschleppen bzw. mit 2. Fahrzeug, Dank massiver Stoßstangen bei US Strassenkreuzern per "Anschieben" auf etwa 20 mph bringen und das Getriebe auf "D" schalten. Wenn dann der Motor nicht ansprang, hatte man ein Problem: keine Servolenkung und kein Unterdruck für die Bremse.

  • Wandlerautomat gab es aber auch im (Serien-) Motorradbau, soweit ich weiss genau einmal von Honda...

    Bei BMW mit den ZF Automaten (ZF5HP* heissen die Dinger wenn mich nicht alles täuscht, sind auch in diversen anderen wie z.B. MB, Porsche Boxster, einigen Opel) liegst Du leider falsch, wie ich bereits schrieb sind das 70km/h und 150km (aus der BDA eines E39, diesen gab es mit verschiedenen ZF5HP* Getrieben sowie bei den Dieseln mit einem GM Getriebe).

    Beim Motorrad ist das Getriebe normalerweise nicht an der Tiefsten Stelle (im Ölsumpf) und bei einer Trockensumpfschmierung erstrecht nicht. Damit kann das Motorradgetriebe nicht wirklich über Schleuderöl geschmiert werden so das ich davon ausgehe das es angespritzt wird.


    PS: Einen Wandlerautomaten anschieben? Das funktionierte echt? Die alten Straßenkreutzer hatten meines Wissens nach keine Wandlerüberbrückungskupplung so das die keine feste Verbindung haben und "rückwärts" dürfte so ein Wandler noch deutlich ineffizienter sein...

  • Hier geht es nicht um den Wirkungsgrad der Getriebe sondern schlicht darum, dass über die Hilfspumpe Druck aufgebaut wird. Damit bekommt die Wandlerkupplung Kraftschluss, der Motor dreht und erzeugt über die Hauptpumpe den üblichen ATF-Druck. Habe ich etliche Male selbst gemacht.

    In den 70ern und 80ern hatten die Abschleppwagen im Regelfall vorne einen alten Reifen montiert, um beim Anschieben keine Schäden zu erzeugen.

    Die Straßenkreuzer aus diesen Jahren wurden normalerweise zum Reifenwechsel mit einem Zahnstangenheber der in die Stoßstange eingehängt wurde angehoben. Da hat sich nichts verzogen oder verbogen, deswegen konnte man da auch unbesorgt mit einem anderen PKW langsam gegenfahren und "pushen".

  • Das Thema hat mich jetzt doch etwas interessiert und ich hab zwischendrin schon mal schnell danach gegoogelt.

    Ich wollte auch nicht abstreiten das dies gemacht wurde, ich fragte mich nur wie bzw war verwundert das es funktioniert da der Wandler selber/allein das nicht kann. Bei meinem BMW habe ich z.B. auch keine nennenswerte Bremswirkung des Motors wenn die WÜK offen ist und man spürt deutlich wenn die WÜK aufmacht und das Getriebe damit von der Motorbremse auf die Segelstellung umstellt.

    Die Wandlerüberbrückungskupplung wie sie in den heutigen Fahrzeugen verbaut ist war bei den alten Ammies nicht verbaut und würde bei dem Thema auch nicht helfen da dafür der ATF Druck erforderlich ist um sie anzusteuern. Mit einem normalen Wandler ist anschieben nicht möglich da ein normaler Wandler keinen wirklichen Kraftschluss herstellt. Es sind also speziell dafür ausgelegte Getriebe die scheinbar eine extra Fliehkraftkupplung verbaut haben damit man die Fahrzeuge anschieben kann. Die G-Klassen habe scheinbar immer noch diese Möglichkeit, bei einem "normalen" Wandlerautomaten ist dies aber (nicht nur aufgrund des schmierungsproblems) nicht möglich