auf was muss man beim gebrauchtkauf achten ? (Dakar)

  • Hei liebes Forum,


    Da ich am Samstag eine F650 gs Dakar Baujahr 2003 anschauen werde, interessiert mich auf was man speziell achten soll.


    Die Dakar hat 46.000km und 2 Vorbesitzer.


    Generell: auf was deutet ein verfärber neuer Auspuff hin ? Ich meine mal gehört zu haben, dass die Maschine dann ohne wirklich warm gewesen zu sein oft bis ins unendliche getreten worden ist. Stimmt das ?


    Grüße, Richard

  • Servus Richard,


    Da sollte dir die Suche grundsätzlich weiterhelfen...
    aber nochmal ganz knapp:

    Generell: auf was deutet ein verfärber neuer Auspuff hin ?


    Darauf, dass das Motorrad nicht 46.000 km geschoben wurde, sondern gelegentlich der Motor eingeschaltet wurde.
    sonst nichts.
    ich hab an meiner F den Auspuff mal aus langeweile poliert und es dauert keine 1000km, bis er wieder Farbe ansetzt - hat nichts mit hohen drehzahlen oder langsamem warmfahren zutun.


    grundsätzlich:
    ist noch die erste Wasserpumpe drin - oft macht die irgendwann (ab ca 80000km) hopps.
    Lenkkopflager schon oft gewechselt worden (ist normal, dass es verhältnismäßig oft Rastpunkte aufweist - insbesondere wenn BMW es eingebaut hat)
    sonst sinds eigentlich nur Sachen, die spontan auftauchen oder nicht - Kabelbruch am Zündschloss ist beliebt, aber eben nicht kalkulierbar und auch nicht bei jeder F.
    ob sie auch wirklich ein 21"-Rad vorne hat - wir hatten mal einen Fall, wo eine "Dakar" sich hinterher als standard-F mit 19"-Rad vorne im Dakar-Kleid herausstellte, sollte aber einzelfall sein - sicher ist sicher.


    viel Spaß beim anschauen :crosser:


    Gruß,
    Mo :victory:

  • - Ja, Wasserpumpe sollte bei allen F650 unbedingt auf Dichtigkeit überprüft werden (vorne unter der linken Motorenhälfte ist das "Tropfloch" der Wasserpumpe, dort sollte keine Flüssigkeit sein und auch keine Spuren von eingetrockneter Kühlflüssigkeit).


    - Lenkkopflager ist ebenfalls ein sehr guter Tipp, scheint bei einigen F650 häufig den Geist aufzugeben.


    - Bei den älteren F650 Modellen hat der Öldruckschalter gerne mal ein Leck, dort nach Ölspuren suchen (befindet sich auf dem rechten Motordeckel).


    - Zustand von Ritzel/Kette/Bereifung können beim Verhandeln helfen.


    - Ansonsten die üblichen Verdächtigen überprüfen, z.B. schauen ob die Gabel-/Federbeindichtringe lecken. Funktion aller Schalter testen schadet auch nicht (inkl. Seitenständerschalter und Kupplungshebelschalter).

  • Hallo, genau so wie schon DakarBGD geschrieben hat, drucke dir Fotos von der Dakar aus und schreibe dir die alle Merkmale auf, es gibt mehr von den Umbauten.
    Ich persönlich würde etwas länger suchen oder etwas mehr bezahlen, aber hol dir lieber einen Doppelzünder ab Bj. 2004. Ich hatte schon beide Modelle, und der Unterschied ist wirklich groß.
    Wenn man wirklich kaufen will, soll man immer nach Liste alles überprüfen die man sich zu Hause aufschreibt.
    Wichtige Sachen wie ob Unfallfrei (in der Vertrag schreiben), überprüfen am Rahmen ob nichts ausgebrochen z.B. Lenkanschlag. Motor sich anhören wenn es kalt und warm ist (als sich absprechen, dass die Maschine wirklich kalt bleibt). Kupplung sich anhören und Unterschiede feststellen wenn angezogen und wenn losgelassen. Kupplungszug sich anschauen ob nicht absichtlich stark nachgezogen ist, wenn ja zurückdrehen und sich anschauen wie leicht lässt sich der erste Gang einsetzen(das zagt schon viel über Kupplungszustand).
    Wenn man nicht viel machen will natürlich Kette, Bremsbeläge, Reifen (auch DOT) überprüfen.
    Natürlich sich die Zeit nehmen und am besten jemanden der alles kritisch begutachten kann.
    Gruß aus Wuppertal

  • also heute habe ich sie mir angeschaut. Sie hat einen ziemlich guten eindruck gemacht.


    Was mir aber Sorgen bereitet sind zwei Sachen:


    1. am Motor ist stellenweise der die Beschichtung abgeplatzt.
    ->Ist das nicht ein Zeichen dafür, dass Benzin oder Öl regelmäsig ausgelaufen ist ? Mein Vater meint sowas kann auch von regelmäsigen Dampfstrahlen kommen.


    2. Auf der rechten Reiste waren ein paar kratzer zu sehen. Also solche Kratzer wie sie von Straßenunfällen entstehen. (vermutlich hat es ihn einfach mal hingelegt)


    3. Am Motor war eine Masse, die sich wie Kaugummi angefühlt hat.
    -> Ist das Dichtmasse ?


    Könnte der Motor auseinander gebaut worden sein ?


    LG Richard

  • Zitat

    1. am Motor ist stellenweise der die Beschichtung abgeplatzt.
    ->Ist
    das nicht ein Zeichen dafür, dass Benzin oder Öl regelmäsig ausgelaufen
    ist ? Mein Vater meint sowas kann auch von regelmäsigen Dampfstrahlen
    kommen.

    Das ist ein Zeichen dafür, dass es sich um eine F650 handelt. :rofl: Scherz beiseite, bei vielen älteren F650 blättert die Beschichtung von Aluminiumteilen nach einiger Zeit an bestimmten Stellen ab. Meine 2001er hat das auch an ein paar Ecken vom Motorgehäuse und unten am Deckel der Kettenspanneinheit. Hat wahrscheinlich weniger mit Öl oder Dampfstrahlen als einfach einer eher schlechten Beschichtung und halt auch dem Alter zu tun. Mag optisch nicht unbedingt schön sein, ist aber funktionell natürlich kein Problem.


    Zitat

    2. Auf der rechten Reiste waren ein paar kratzer zu
    sehen. Also solche Kratzer wie sie von Straßenunfällen entstehen.
    (vermutlich hat es ihn einfach mal hingelegt)

    Die meisten Motorräder kippen in ihrem Leben mal um, einige sogar häufiger. :wacko: Geschieht das im Stand, so hat es in der Regel keine schlimmen Folgen (ein paar kleine Kratzer auf der Verkleidung, mit Pech ein z.B. ein verbogener Schalthebel oder abgebrochener Kupplungshebel). Bei einem Unfall während der Fahrt wirken natürlich deutlich stärkere Kräfte auf das Motorrad ein, da können durchaus auch grössere Teile verbogen werden (Heckrahmen z.B.) und es sind deutliche Schleifspuren auf der Verkleidung zu sehen. Konnte dir der Vorbesitzer nichts dazu sagen?


    Zitat


    3. Am Motor war eine Masse, die sich wie Kaugummi angefühlt hat.
    -> Ist das Dichtmasse ?


    Könnte der Motor auseinander gebaut worden sein ?

    Ja, das dürfte Dichtmasse sein. Mit 46'000 km ist es gut möglich, dass der linke Motorendeckel mal geöffnet werden musste, um z.B. die Wasserpumpendichtringe zu ersetzen. Solange die Arbeit von jemandem erledigt wurde der weiss, was wer macht, ist es in meinen Augen kein Grund sich Sorgen zu machen. Hast du den Verkäufer nicht gefragt, was er bisher alles machen musste bzw. machen lassen hat?

  • Der Verkäufer war nicht vor Ort, weil er heute Geburtstag hat.
    Sein Freund/Kollege musste übernehmen und er könnte darüber nichts sagen. (Bin mir ziemlich sicher)

  • tja, dann eben mit Aufforderung :giggle:




    Das ist ein Zeichen dafür, dass es sich um eine F650 handelt. :rofl:


    besser hätte ich es nicht sagen können...


    2. Auf der rechten Reiste waren ein paar kratzer zu sehen. Also solche Kratzer wie sie von Straßenunfällen entstehen. (vermutlich hat es ihn einfach mal hingelegt)


    ich würde auf Crossstiefel und gelegentliches Bremsen tippen :g: wenn die Kratzer in richtung Bremshebel waren, kommt das hin.
    Ich nehme an, da wir oben vom Motor sprachen, dass auch hier das Motorgehäuse gemeint ist?!


    3. Am Motor war eine Masse, die sich wie Kaugummi angefühlt hat.
    -> Ist das Dichtmasse ?


    wo ist denn am Motor? der ist groß und hat einige Anbauteile?!
    grundsätzlich hat Dichtungsmasse aber am Motor nichts zu suchen, bitte mal etwas genauer sagen wo es war - die Theorie mit der WaPu könnte stimmen, also dass sie ersetzt bzw repariert wurde, aber warum man da Dichtmasse beim Zusammenbau braucht, verstehe ich nicht?! ich habs nicht gebraucht :g:


    Gruß,
    Mo :victory:

  • grundsätzlich hat Dichtungsmasse aber am Motor nichts zu suchen, bitte mal etwas genauer sagen wo es war - die Theorie mit der WaPu könnte stimmen, also dass sie ersetzt bzw repariert wurde, aber warum man da Dichtmasse beim Zusammenbau braucht, verstehe ich nicht?! ich habs nicht gebraucht :g:


    Gruß,
    Mo :victory:

    Habe mich auch ein wenig gewundert, als meine GS mit schwarzer Dichtungsmasse am Kupplungsgehäuse von der Wasserpumpenreparatur beim BMW Händler zurück kam. Ich nehme an, die Dichtungsmasse wurde verwendet um die Gehäusedichtung zu fixieren und den Einbau leichter zu machen.



    An SuperRichies Stelle würde ich Kontakt mit dem Verkäufer aufnehmen und mich nach den bisherigen Service-/Reparaturarbeiten sowie allfälligen Umfallern erkundigen. Ist einfacher als zu spekulieren. :g: Ansonsten würde ich mir nicht zu viele Sorgen machen solange die Maschine nachweislich gepflegt wurde (regelmässige Flüssigkeitswechsel etc.), die in diesem Thread bereits erwähnten Problemstellen überprüft wurden und der Preis stimmt.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von BlueF ()

  • Der Preis liegt bei 3.700€VHB. 3.500€wären drinne.


    Der Preis ist mega gut, wenn man beachtet, dass ein komplettes Koffersystem (+Halterungen), eine Wunderlich Sitzbank, Motorschutzbügel und Sturzbügel, ein Hauptständer (zwei wären ja auch komisch :rofl: ) neue Reifen, Tüv und eine neue Hinterrad-bremsscheibe im Preis vorhanden sind.!!
    Weitere Infos: 2 Vorbesitzer, 46tkm und Bj. 2003


    Ich schreibe das Motorrad gerade wegen diesen "Gimmicks" nur ungerne ab.
    Eine Email habe ich schon verschickt, in der ich nochmal die Dichtmasse und die Kratzer erwähne.


    LG


    P.S.: Die Dichtmasse war dort, wo BMW drauf steht ^^. auf welcher seite weiß ich nichtmehr. ich glaube auf beiden.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von SuperRichie ()

  • Hallo Forum,


    ich bin seit gestern glücklicher Dakar-Besitzer und habe mich bei der Begutachtung des Angebotes v.a. an diese Liste hier gehalten. Schöne Sammlung von modelspezifischen Schwachstellen und Tips, worauf man achten sollte. Wäre das vielleicht auch eine Übernahme in die Wissensdatenbank wert?

  • Hallo Schorse,
    Willkommen im Forum. Die "Liste" kannst hier gern posten, wir werden sehen, ob diese ins "F-Wissenswerte" verschoben/ kopiert werden, ggf. noch vervollständigt werden kann.
    Danke für dein Angebot.


    Gruß Jürgen

    Gruß Jürgen

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Endurist ()

  • So, dann wollen wir mal. Liste mit bestem Dank an das Forum, meinen Schrauber-Lehrmeister und den gesunden Menschenverstand.


    Begutachtung eines Moppeds vor dem Gebraucht-Kauf, speziell BMW F650 GS:


    1) Allgemeines:

    • Gleich beim Eintreffen: Anfassen! Ist der Motor kalt? (Wichtig für später)
    • Wie ist der allgemeine Zustand der Maschine? Sieht sie für ihr alter und Einsatzgebiet arg mitgenommen oder verbastelt aus?
    • Wurde
      die Maschine vorher sehr gründlich geputzt? (Mal mit dem Lappen drüber
      und normale Pflege ist okay, übermäßiger Eifer kann aber auch
      Problemstellen kaschieren wollen. Oder einfach nur Service sein, schaut
      genauer hin.)
    • Wie sehen Leitungen, Kabelisolierungen und Schläuche aus? Irgendwas porös, hart oder brüchig?
    • Wie
      viele Vorbesitzer hat das Gerät? Steht das in einem sinnvollen
      Verhältnis zum km-Stand? (Da die F650 gerne mal durch größere Modelle
      ersetzt wird, kann das hier durchaus anders ausschauen als bei einer
      1200er o.ä.)
    • Hatte die Maschine Umfaller oder Unfälle? Ein
      einfacher Sturz aus dem Stand muss nicht schlimm sein, Moppeds sind ja
      schließlich auch Gebrauchsgegenstände. Handfeste Unfälle oder
      Bodenkontakte bei hohen Geschwindigkeiten können aber den Rahmen
      verziehen etc. - die bekannten bzw. genannten Fakten sollten mit im
      Kaufvertrag vermerkt werden!
    • Alter und Zustand aller Flüssigkeiten erfragen: Bremsfüssigkeit vorne und hinten, Kühlflüssigkeit, Motoröl.
    • Gibt
      es Anbau- oder Ersatzteile dazu bzw. wurde die Maschine aufgewertet?
      Gepäcksysteme, Motorschutzbügel, Hauptständer etc. rechtfertigen ggf.
      ein paar Euro mehr.
    • Ist das Bordwerkzeug noch dabei? (Unter der Sitzbank, Entriegelung derselben über Hebel unter der abschließbaren Heckluke.)


    2) Motor + Elektrik

    • Ringsum
      gucken: Wie sehen die Schraubenköpfe aus? Wenn angeblich nie mehr als
      normale Inspektionen gemacht wurden, sollten keine Öffnungsspuren zu
      sehen sein. WIe sehen die Dichtungen aus? Spuren von Dichtmasse deuten
      auf Reparaturen hin (was, wie im Falle der Wasserpumpe, nicht zwingend
      schlimm sein muss). Kann das Motor-Aussehen (ungeöffnet?) mit der
      angegebenen Laufleistung / technischem Zustand übereinstimmen?
    • Anfassen: Ein Motor sollte vor der Begutachtung immer kalt sein! (Daher gleich oben in der Liste zu finden)
    • Wasserpumpe
      prüfen: Laut einigen Forumsaussagen war die bei früheren Modellen gerne
      mal etwas undicht. Mein Händler wies mich darauf hin, dass die Pumpe
      aber innen auch eine kleine Entlasungsbohrung hat, aus der bei Überdruck
      (hohe Drehzahl / Hitze) etwas Kühlflüssigkeit austritt und dann unten
      links aus dem Austrittsloch des Motorgehäuses sabbert. Das ist normal
      und so gewollt, wird von manchen aber als "Undichtigkeit" der Pumpe
      missgedeutet. Zur Position siehe Foto weiter oben aus dem Thread.
    • Öldruckschalter
      prüfen: Rechts oben nahe dem Zylinder, macht mitunter Probleme und
      zeigt zu niedrigen Öldruck an, obwohl alles i.O. ist (siehe Foto oben).
      Der Schalter könnte also schon mal ausgetauscht worden sein. Nach (auch
      abgewischten) Ölspuren fahnden und gucken, ob das DIng dicht ist.
    • Kleiner Blick in den Tank: Sieht der Sprit noch gut aus / riecht okay? (Taschenlampe, kein Feuerzeug ;-) )
    • Kupplung
      prüfen: Fühlt sich der Druckpunkt gut an? Ist der Zug abnormal stark
      nachgespannt, um Verschleiß auszugleichen? Wenn ja: Wieder auf normale
      Werte stellen und prüfen, wie gut sich noch schalten lässt.
    • Zündung
      einschalten: Funktioniert das Armaturenbrett und alle Lämpchen? Gehen
      Öldruckwarnlampe, ABS-Warner etc. nach kurzer Zeit aus? Deutet
      irgendwas auf Kabelbrüche oder Scheuerstellen hin? (Lenker bewegen)
    • Startversuch:
      Deswegen musste der Motor vorher unbedingt kalt sein! Wenn alles in
      Ordnung ist, sollte der Motor nach maximal drei oder vier Sekunden
      anspringen. Nudelt der Anlasser lange rum, klingt kraftlos (Batterie
      schwach?) oder stottert die Maschine, ist was faul.
    • Läuft die
      Maschine sofort rund? Ein elektronisch gesteuerter Einspritzer sollte
      stets einen stabilen Leerlauf aufweisen. (Das ersetzt aber kein gutes
      und sinniges Warmfahren im Normalbetrieb!)
    • *Alle* Schalter mal
      durchtesten: Zündschlosspositionen, Licht, Hupe, Fernlicht, Lichthupe,
      Blinker, ABS, Heizgriffe. Aber auch Not-Aus (Killswitch), Kupplungs- und
      Seitenständerschalter (Unterbrechung bei Startversuchen ohne Kupplung +
      mit Gang bzw Einlegen eines Ganges), Leerlaufanzeiger, ...
    • Am warmen Aggregat (etwa nach der Probefahrt): Noch mal Genau auf die Laufgeräusche achten. Hier ist ein erfahrenes Ohr gefragt, um Steuerketten- und Ventilklappern, Kolbenbewegungen und Kupplungsvorgänge beurteilen zu können. Kupplung im Leerlauf in gezogenem und losem Zustand anhören.


    3) Fahrwerk

    • Lenkkopflager:
      Vorderrad in die Luft bekommen (Haupt- oder Seitenständer, Aufbocken,
      ...) und langsam(!) mehrmals zwischen den Anschlägen hin und her
      bewegen. Es dürfen keine Rastpunkte spürbar sein (meistens in der Mitte
      zu finden). Typische Schwachstelle.
    • Achtet auf Rahmenausbrüche
      und Schäden, speziell etwa an den Lenkeranschlägen, Schlössern,
      Gepäckbrücken- und Kofferträgeraufnahmen (Umfaller mit starker
      Überladung...).
    • Federung vorne und hinten prüfen. Speziell die
      Dakar ist sehr weich gefedert, ein deutliches Zusammensacken beim
      Aufsitzen je nach Fahrergewicht und Federbeineinstellung normal. Prüfen,
      ob der volle Federweg ohne Verklemmen und Ruckeln zur Verfügung steht.
      Prüfen, ob an den Gabelsimmerringen oder hinten Öl austritt. Falls
      vorhanden, prüft die Verstellmöglichkeiten der Federung auf Funktion.
    • Bei
      der Dakar: Guckt mal nach, ob vorne wirklich ein 21"-Vorderrad verbaut
      ist. Soll schon Fälle gegeben haben, wo das anders war oder eine
      "normale" ST umgerüstet wurde.
    • Klopft die Speichen ab (plumper, dumpfer Klang bedeutet lose Speichen, alle sollten in groben Zügen gleich hell klingen.)
    • Bei Gussfelgen: Prüft auf eventuelle Risse, speziell am Ansatz der "Speichen" zur "Radnabe" (innen).
    • Kettensatz
      prüfen: Ritzel und Kette auf Verschleiß begutachten, Kettendurchhang
      auf vorschriftsmäßige Einstellung prüfen (Aufkleber auf Schwinge gibt
      Rat). Ist die Kette gut geschmiert?
    • Kettenblattträger
      prüfen: Das ist das Ding, was das hintere Kettenrad mit der Radnabe
      verbindet. Mal mit beiden Händen kräftig packen (Handschuhe!) und zu
      verwinden zu versuchen. Darf in Drehrichtung leicht Spiel haben
      (Ruckdämpfung), sich gegenüber der Achse aber nicht spürbar verkippen
      lassen (wie auch ein Rad nicht auf der Achse "kippeln" darf). Kann bei
      extrem untertourigem Fahren bei Einzylindern gerne verschleißen.
    • Reifenzustand
      und Alter noch mal ansehen (DOT-Nummer). 10 Jahre alte
      Hartplastikschlappen fahren sich natürlich kaum ab, retten euch im
      Ernstfall aber auch nicht mehr durch guten Grip. Sind aber ein
      Verschleißposten, der höchstens für den Preis relevant ist.
    • Spannend:
      Sind starke Verschleißspuren oder Schäden zu sehen? Wurde
      grobschlächtig mit Montiereisen umgegangen? Weisen Rutschspuren auf Spaß
      am Gelände oder blockierenden Rädern aus? Nicht zwingend verkehrt,
      sollte aber mal angesprochen werden.
    • Kratzer und Schäden an
      unüblichen Stellen abklären: Rechts am Motor etwa können das auch
      einfach harte Crossstiefel auf dem Bremspedal gewesen sein, nicht alles
      ist ein Minuspunkt. Fragen kostet nichts!
    • Wie ist der Zustand der Bremsbeläge?


    4) Probefahrt

    • Auch bzw. gerade wenn es (noch) nicht euer Mopped ist: Lasst es sachte angehen!
    • Ein Viertakter mag gerne etwas sanfter warm gefahren werden. Nicht gleich mit Vollgas über die Landstraße brettern!
    • Gewöhnt euch zunächst ein paar Meter an das Fahrzeug. Macht Bremsproben, schaltet einige Male durch und spielt mit der Kupplung.
    • Ihr
      seid mit einem fremden, euch unbekannten Mopped unterwegs, in aller
      Regel auch noch in einem euch unbekannten Gebiet: Neben aller Vorsicht
      ist auch eine Warnweste hier keine schlechte Idee. Die Chance, dass ihr
      euch mehr auf das Gefährt als den Verkehr konzentriert und irgendwo Mist
      macht, ist hoch!
    • Testet das Fahrgefühl. Ein "Ich fühl mich wohl auf meiner Karre" ist wichtiger als die letzten PS und coole Lackierungen.
    • Wer
      kann: Achtet auch hier auf Lauf- und Fahrgeräusche. Lauscht dem Motor
      beim Beschleunigen und Bremsen (Schiebebetrieb!), den Anssauggeräuschen
      und den Radlagern und Reifen.
    • Nur für Vergaser wirklich
      spannend: Testet den Durchzug und die Einstellung. F650-Motoren sind
      eigentlich sehr elastisch, d.h. die Gänge überlappen sich weit und euch
      steht in weiten Drehzahlbereichen genügend Drehmoment ohne große Löcher
      zur Verfügung. Ruckelt und stottert es da irgendwo, könnte das am
      Versager(sic!) liegen.
    • Wenn euch das Mopped gefällt: Denkt über das Angebot nach.Was für ein Fahrzeug in welchem Zustand bekommt ihr? Was gibt es noch alles dazu? Ein Händler, der euch noch 12 Monate Gewähleistung bietet und selber etwas in das Gefährt investiert hat, kann nicht beliebig weit runtergehen. Faire Angebote gibt es reichlich, da ist es besser, nicht um den letzten Euro zu kämpfen, sondern sich hinterher noch guten Gewissens in die Augen sehen zu können und vielleicht auch drei Monate später noch mal anrufen zu können, wenn eine wichtige Frage aufgetaucht ist.



    So weit meine "Kurz"übersicht. Wenn ihr die abarbeitet, habt ihr neben 5 Kaffee vermutlich auch schon das Nervenkostüm manchen Verkäufers verbraucht. Dafür wisst ihr schon am Start sehr viel über eure zukünftige Reisebegleitung und habt einiges getan, im Rahmen des Möglichen totale Fehlkäufe von vornherein auszuschließen. Was in einem oder zwei Jahren kommt, wird euch niemand vorhersagen können - bisher bin ich aber immer sehr gut damit gefahren.
    In diesem Sinne: Berichtigt mich! Verbessert mich! Ergänzt mich! Da geht bestimmt noch einiges mehr :smile:


    Viele Grüße
    Schorse

  • Zwei Dinge die mir generell zu wassergekühlten Motoren noch einfallen, ist bei der F allerdings etwas umständlich:


    1. Kühlerverschlußdeckel abmachen und sehen ob es Motoröl/Wasser Emulsion am Deckel gibt. Deutet auf Schaden an der ZKD hin, Der Deckel kann aussen ruhig verrostet sein aber innen....


    2. Der Deckel vom Ausgleichsbehälter gibt in diesem Zusammenhang nichts her


    3. Batterie(pole) und Säurestand. Kann man ein wenig das Pflegeverhalten des Besitzers erkennen


    4. Öleinfülldeckel ansehen, Wassertropfen etc. deutet auf viel Kurzstrecke hin