ABS Zuverlässigkeit bei Scarver - Frage eines Neuen

  • Hallo,


    ich fahre seit langem einen 2-Ventiler-Boxer (CS Bj 1980) und überlege, mir vor allem für die Landstraße ein etwas moderneres, handliches und vor allem mit ABS ausgerüsteten Motorrad zuzulegen.


    Angedacht ist eine Einspritzer Scarver ….


    Da ich von den Einzylinder-Rotax BMWs wenig weiß habe ich ein bisschen in euer Forum geschaut, aber noch nichts zum derzeit wichtigsten, mir noch unkaren Punkt:


    Welches ABS System ist verbaut ? Bei den Zweizylindern gab es da ja bei BMW einigen Ärger, insbesondere mit dem Integralsystem mit Bremskraftverstärker (dazu gibt´s in der neuen Motorrad einen hübschen Artikel). Bei den älteren 4-Ventiler-Boxer gibt es daher die Empfehlung, lieber auf ABS zu verzichten oder – wenn es den sein muss – ein Moped mit dem ABS der ersten Generation zu kaufen, d.h. nicht Integral/ nicht BV.


    Wie sieht es beiden Einzylindern aus ? Welche Erfahrungen liegen bezüglich der Zuverlässigkeit des ABS bei Euch vor? Wie gut funktioniert das ABS System in der Realität bei der Scarver ?


    Vielen Dank im Voraus.


    Beste Grüße aus Hamburg


    Rolf

  • Hallo und willkommen.


    Sowohl bei der F 650 GS als auch bei der F 650 CS ist kein Integral-ABS und kein Bremskraftverstärker verbaut. Es gibt einen ABS-Steuerblock und jeweils vorne und hinten einen Radsensor. Das wars. Das System funktioniert sehr gut und ist abschaltbar. Ab und an hörte man an der GS von einem defekten ABS Sensor am Hinterrad der gleichzeitig auch das Tachosignal liefert. Aber das ist wohl eher die seltene Ausnahme und Nutzungsabhängig (Gelände). Beim Radwechsel ist auf die korrekte Position des Sensors zu achten so daß nichts schleift.

    Nette Grüße vom Michel aus der Pfalz. :wave:
    Head of F650 Forum :wink:

  • Vielen Dank für die Infos - das hört sich ja schon einmal gut an. Kein Bremsverstärker und kein Integral bedeutet dann ja, das Bremsen auch bei ABS-Ausfall (z.B. schon bei niedrigem Batterieladezustand beim I-ABS!) so wie gewohnt funktionieren müsste, nur halt ohne ABS. Korrekt ?


    Von welcher Hersteller ist das ABS bei der Scarver? TEVES/Conti oder Bosch ? Kennt jemand Typen/Modellbezeichnung des ABS-systems sodaß man mal ABS-Experten befragen kann ? Gab es evtl. unterschiedliche Bremssysteme im Laufe der Baujahre ?


    Hintergrund meiner Frage ist das ich teure ABS-Reparaturen möglichst ausschließen will - die meisten anderen Baustellen könnte ich selbst bearbeiten.


    Beste Grüße


    Rolf


    PS: Vielleicht gibt es ja einen (langjährigen?) Scarver-Besitzer im Süden Hamburgs(=Harburg) - dann würde ich mich gern mal bei einem Kaffee/Bier mit Ihr/Ihm treffen und nach Erfahrungen fragen......

  • Mach Dir um das ABS und seine Reparaturen echt keine Sorgen!

    Die Bremsanlage ist eine ganz normale konventionelle Bremsanlage mit einem sehr zuverlässigen und nicht Störungsanfälligkeiten ABS System, falls das doch ausfallen sollte (oder im Falle der GS abgeschaltet wird) funktioniert die Bremsanlage natürlich ganz normal weiter. Hersteller bin ich mir nicht sicher, ich habe aber was von Bosch im Hinterkopf (ist aber mehr ein Bauchgefühl als wirkliches Wissen). Dieses "Problem" mit dem zu niedrigen Ladestand der Batterie kann zwar in der Theorie vorkommen, in der Praxis hat das hier aber gefühlte 98% der Mitglieder hier noch nie gesehen/gehört. Wenn man hier von ABS Problemen liest sind das (soweit ich zurückdenke) normalerweise Probleme mit den Kabeln oder dem Sensor, also normaler Verschleiß wie es überall vorkommt und eigentlich problemlos zu beheben ist.

  • Bei der Einzylinder-F ist das Bosch "ABS-5M" verbaut. Das arbeitet sehr zuverlässig. Selbst wenn der Akku alterssschwach sein sollte, halten sich die Ausfälle in Grenzen. Ganz im Gegensatz zu den Integral-ABSen der R1150xx, die außerdem noch mit einem Bremskraftverstärker ausgerüstet und konzeptionell "stromhungriger" sind.


    BTW: das ABS der CS gehört in Bezug auf die zu erreichenden Verzögerungswerte und Bremswege zum Besten, was man seinerzeit bekommen konnte. Selbst heute, 12 Jahre nach Einstellung der Produktion der CS, muss sich das Bremssystem trotz nicht vorhandener "Überschlagserkennung" nicht hinter aktuell erhältlichen ABS-Systemen verstecken.

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  • Hallo

    Hintergrund meiner Frage ist das ich teure ABS-Reparaturen möglichst ausschließen will - die meisten anderen Baustellen könnte ich selbst bearbeiten.

    Das ABS ist Elektronik und Elektromechanik, aber nicht das einzige elektrische Teil.

    Das Steuergerät für die Zündung ist ebenfalls nicht als störanfällig bekannt, jedoch der Tacho (Instrumente), dessen Reparatur schwierig ist.

    Dieses "Problem" mit dem zu niedrigen Ladestand der Batterie kann zwar in der Theorie vorkommen, in der Praxis hat das hier aber gefühlte 98% der Mitglieder hier noch nie gesehen/gehört.

    Eher lässt sich das Motorrad bei schwacher Batterie nicht mehr anlassen als dass das ABS Ausfall signalisiert und wie richtig festgestellt, würden die Bremsen auch dann noch arbeiten. In 180000 km Einzylinder-GS hatte ich nie einen ABS-Ausfall, GS-Erfahrungen sollten sich weitgehend auf die CS übertragen lassen.

    Wenn man hier von ABS Problemen liest sind das (soweit ich zurückdenke) normalerweise Probleme mit den Kabeln oder dem Sensor, also normaler Verschleiß wie es überall vorkommt und eigentlich problemlos zu beheben ist.

    Ein etwas exotischeres CS-spezifisches ABS-Problem beschreibt der Beitrag

    ABS Problem (vermutlich ein Einzelfall).


    Die Einzylinder unterscheiden sich doch schon recht stark von den anderen BMW-Motorrädern, was bedeutet, dass die Erfahrungen kaum übertragbar sind.


    Eckart


  • Ein etwas exotischeres CS-spezifisches ABS-Problem beschreibt der Beitrag

    ABS Problem (vermutlich ein Einzelfall).

    Nun, das ist weniger ein originäres "ABS-Problem" als eines mit dem Exzenter in der HR-Schwinge... Ich mag auch nicht unbedingt von "Einzelfällen" sprechen wollen. Sie treten aber erst nach höheren Laufleistungen auf.


    Um das Problem kurz zu beschreiben: mit zunehmender Laufleistung (noch dazu bei nicht korrekt - zu stark - gespanntem Zahnriemen) verschleißen die Lager und Dichtungen im Exzenter über Gebühr. Der Metallabrieb lagert sich dann am hinten im Exzenter verbauten ABS-Sensor (der magnetisch ist) an. Die eintretende Feuchtigkeit lässt den Metallabrieb außerdem noch korrodieren. Irgendwann ist der ABS-Sensor derart "zu", dass er keine Radumdrehungen mehr registrieren kann. Dann leuchtet die ABS-Kontolllampe im KI, und es erfolgt ein Eintrag im Fehlerspeicher ("ABS-Sensor hinten - kein Signal"). Würde man den Sensor jetzt einfach nur ausbauen, reinigen, wieder einbauen und den Fehlerspeicher löschen, würde das ABS wieder funktionieren, Es würde aber nicht lange dauern, bis der Sensor wieder mit Metallabrieb zugesetzt ist, das ABS erneut ausfällt und im Fehlerspeicher - eigentlich nicht ganz korrekt - das Problem mit dem hinteren ABS-Sensor abgelegt wird (weil ja die Ursache für den Ausfall nicht der Sensor, sondern das verschlissene Lager ist).


    Fazit: bei derartigen Problemen nicht nur einen Blick auf den Sensor werfen, sondern eben auch auf den Exzenter und deren Lagerung sowie etwaiges vorhandenes axiales Lagerspiel. Das Lagerspiel lässt sich aber sinnvoll nur bei ausgebautem / entspanntem Zahnriemen beurteilen.


    Im Link ist sehr gut die Reparaturmethode des Exzenters beschrieben - für den, der es kann und der über eine entsprechende Werkstattausrüstung verfügt. Wer Letztere nicht hat, besorge sich einen kompletten Exzenter beim Verwerter, denn das Neuteil beim Freundlichen ist (wie auch die Reparatur dort selbst) relativ teuer.

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