Ausfall der Geschwindigkeitsanzeige (Tachonadel) nach kurzer Fahrt bei sommerlichen Temperaturen

  • Hallo,

    nach mehrjähriger Pause habe ich meine F650 CS, Bj. 2003 wieder zum Leben erweckt.

    Nach Inspektion und Service , neuen - Reifen und TÜV-Abnahme bin ich wieder mit dem Krad aktiv geworden.


    Leider hat die Kleine eine Macke weg, --> der Tacho.

    Die Geschwindigkeitsanzeige fällt nach kurzer Fahrt aus, reproduzierbar.


    Bei sommerlichen Temperaturen, nach ca 50 km, etwa eine gute halbe Stunde beginnt das Problem:

    - die Tachonadel zeigt immer weniger an und fällt nach ca 1 min bis auf 0 km/h. Das bleibt so bis zum nächsten Stop.

    -nach einem 15-Minuten-Halt , geparkt im Schatten, ist die Anzeige wieder ok,

    dann beginnt das Ganze wieder von vorne......

    - geparkt in der Sonne: weiterhin kontinuierlicher Ausfall


    - während einer mehrstündigen Weiterfahrt: ebenfall nur dauerhafter Ausfall; d.h. Nadel bleibt bei 0 km/h.

    --externes Navi diente zur Geschwindigkeitsanzeige--


    - am nächsten Morgen das gleiche Spiel.......funktioniert, funktioniert nicht......

    - sehr früh am Morgen sind es auch mal 80 km / 1 Stunde Fahrt!!


    Es fällt nur die Geschwindigkeitsanzeige (Tachonadel) aus;

    langsam reduzierte Anzeige ( Anzeigedifferenz gegenüber echter Geschwindigkeit)), bis zum Total-Ausfall.


    ABS funktioniert, Warnleuchte bleibt aus;

    KM-Zähler funktioniert, sogar exakte Wegstrecken-Anzeige

    Drehzahlmesser voll funktionsfähig

    weiter Lämpchen ok


    Frage:

    kennt jemand diese Symptome, lässt sich da etwas reparieren?

    Ist die Platine einzel zu erweben?


    Der Winter wird lang, da ist viel Zeit für Eigeninitiative.


    Gruss von Gerd,8-) Idstein

  • Ich habe keine Lösung aber ich bewundere das Problem. Scheint irgendwie der Stellmotor der Nadel zu sein aber so eine Tacho Platine hatte ich noch nie einzeln in der Hand. Keine Ahnung ob man den einzeln tauschen kann. Wir haben hier aber ein paar Platinen geschädigte, die werden sich sicher noch zu Wort melden

  • Hallo Gerd,

    Leider hat die Kleine eine Macke weg, --> der Tacho.

    Leider kein Einzelfall

    kennt jemand diese Symptome, lässt sich da etwas reparieren?

    Wenn eins für Tachofehler typisch ist, dann das wechselnde Erscheinungsbild.

    Bei sommerlichen Temperaturen, nach ca 50 km, etwa eine gute halbe Stunde beginnt das Problem

    Ich hatte das so: Instrumentenausfall beim Start

    lässt sich da etwas reparieren?

    Ist die Platine einzel zu erweben?

    Reparieren lässt sich das sicherlich, und zwar mit dem Austausch der Leiterplatte, die neu etwas über 300 EUR kostet (eine Bezugsquelle wurde ja schon genannt). Es gibt Spezialisten im Forum, die es geschafft haben, die Leiterplatte selbst zu reparieren, aber technische Unterlagen dazu gibt es leider keine. Wenn es wirklich der Stellmotor ist, wäre ein gezielter Ersatz tatsächlich relativ einfach, wenn Du an einer Spenderplatine kommen würdest. So sieht die Leiterkarte aus:

    Uhr an meiner Dakar geht immer falsch


    Eckart

  • Erst mal danke für die Zuschriften;


    klar, Ersatz des Tachos durch ein Neuteil von BMW ist die einfachste Lösung, hin zum Freundlichen und bestellen.

    Oder: Von irgendwo eine gebrauchte Instrumenteneinheit kaufen, einbauen und.... nach kurzer Zeit ein ähnlicher Fehler.


    Aber erst mal mein Reparatur(versuch):

    Da aber die Wegstreckenanzeige funktioniert, kommt das Signal von der ABS-Steuereinheit an der Tacho-Leiterplatte.


    Ich gehe davon aus, das das ABS (Digital)-Impulse an die Tachoeinheit abgibt. Diese werden für den Tachoantrieb umgewandelt ( als variable Gleichspannung???)

    Dann läge es an dem f/u - Wandler auf der Platine. Meist ist dann ein Kondensator defekt, überaltert!

    ----> Deshalb die Nachfrage zu einem Schaltplan der Tachoeinheit.


    Werde mal anfangen den Tacho zu zerlegen.

    Falls die wandlung i.o. ist, angeblich ist die Geschwindigkeitsanzeige ein " Schrittmotor" ähnlich einer Golf-Tachoeinheit, älteren Baujahres!


    Gruss von Gerd:unsure:

    aus Idstein

  • Hallo Gerd,

    Ich gehe davon aus, das das ABS (Digital)-Impulse an die Tachoeinheit abgibt. Diese werden für den Tachoantrieb umgewandelt ( als variable Gleichspannung???)

    Dann läge es an dem f/u - Wandler auf der Platine.

    Die gleichen Impulse, die die ABS-Einheit auswertet, um ein drehendes von einem blockierenden Rad zu unterscheiden, werden auch für den Tacho verwendet: Die Zahl der Impulse entspricht der Wegstrecke, ihre Frequenz der Geschwindigkeit - prinzipiell ganz einfach.

    angeblich ist die Geschwindigkeitsanzeige ein " Schrittmotor" ähnlich einer Golf-Tachoeinheit, älteren Baujahres!

    Die variable Gleichspannung, von der Du schreibst, wird für die Steuerung eines Schrittmotors gar nicht gebraucht und deshalb höchstwahrscheinlich auch gar nicht erzeugt, von daher dürfte es auch keinen f/u - Wandler geben.


    Der Prozessor zählt die Impulse innerhalb eines Zeitintervalls aus und hat dann die Geschwindigkeit, z. B. 100 Impulse in einer Sekunde entspricht 100 km/h 50 wären dann 50 km/h (bevor jemand protestiert: die Zahlen sind aus der Luft geriffen und dienen nur als Beispiel). Wenn nun in einer Sekunde 50 Impulse gezählt wurden und in der davor aber 60, dann muss der Zeiger von 60 auf 50 gedreht werden. Wenn die Anzeige am Schrittmotor nun pro Schritt um 1 km/h springt, muss der Schrittmotor nun um 10 Schritte zurück gedreht werden, damit die Anzeige der geänderten Geschwindigkeit entspricht.


    Ein Schrittmotor ist kein Drehspulinstrument wie in einem analogen Multimeter, sondern ein Motor mit mindestens zwei Spulen (Wicklungen), dessen Umdrehung von der Impulsfolge auf seine Wicklungen gesteuert wird - die Höhe der Spannung spielt für die Umdrehung (Schrittweite) keine Rolle, solange sie ausreichend ist.


    Wenn Du Glück hast, findest Du heraus, welche Hersteller das gleiche Bauteil eingesetzt haben, was die Ersatzbeschaffung vereinfachen kann.


    Meist ist dann ein Kondensator defekt, überaltert!

    Ich weiß nicht, welche Aufagbe die anfälligen Kondensatoren haben, aber es reicht schon, wenn Blockkondensatoren kapazitätslos werden. Die Kondensatoren stabilisieren die Betriebsspannung im hochfrequenten Bereich und sind wegen der Stromspitzen erforderlich, die die Elektronikbauteile bei internen Schaltvorgängen selbst verursachen.

    Wenn die Blockkondensatoren kapazitätslos sind, entstehen Spannungseinbrüche in der Schaltung, derentwegen sich Prozessoren verrechnen können, was sich auch in einem Totalausfall äußner kann. Bekannt ist nur, das das Fehlerbild bei der Tachoeinheit seit vielfältig ist.


    Wenn ein Kondensator in einem f/u-Wandler Kapazität verlöre, würde sich das einfach in einem linearen Fehler äußern, also z. B. immer 10 % zuviel oder zu wenig.


    Vielleicht hilft Dir das etwas beim Verständnis der Arbeitsweise der Tachoeinheit - ob aber auch bei der Reparatur ?


    Eckart

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 Mal editiert, zuletzt von Eckart ()

  • Danke Eckart,


    das ist eine technisch fundierte Antwort; damit kann ich etwas anfangen.


    Meine Faktoren, die zum Ausfall führe, sind

    -Temperatur und

    - Zeit


    dadurch Fehlanzeige der Geschwindigkeit, nur der Geschwindigkeit; es wird immer weniger als tatsächlich angezeigt; bis auf "0"

    ----> ABER: Kein bleibender Totalausfall, selbstheilend!


    Damitwerde ich die Fehlerursache eingrenzen.


    Ich werde berichten......


    Gruss Gerd


    Könnte hilfreich sein:

    https://www.f650gs.crossroadz.…epairs/Dash/Dash-Info.pdf

  • Hallo Gerd,

    dadurch Fehlanzeige der Geschwindigkeit, nur der Geschwindigkeit; es wird immer weniger als tatsächlich angezeigt; bis auf "0"

    Eine Idee hätte ich noch: Was wäre, wenn die Nadel nicht frei drehen kann ?

    Denkbar wären sowohl eine elektrische Ursache aber auch eine mechanische:

    Hattest Du geprüft, ob die Nadel noch fest auf der Welle des Schrittmotors sitzt ?

    Wenn eine Verunreinigung (Dreck, Wasser) in den Schrittmotor gekommen wäre oder die Nadel irgendwo schleift, werden vielleicht nicht mehr alle elektrischen Schritte in mechanische umgesetzt; sowas kann auch einseitig sein, indem die eine Richtung stärker als die andere gebremst wird.

    Wegen der Temperaturabhängigkeit: Irgend ein Teil könnte sich verziehen ...

    Wenn der Zeiger den Anschlag erreicht, wird die Differenz wieder gerade gezogen.


    Eckart

  • Hallo,

    das ist noch ein guter Hinweis; werde ich als ersten prüfen.


    Will morgen damit anfangen und den Fehler auf der arbeitsplatte provozieren.

    Wärme vom Fön, Pulse vom Signalgenerator.


    ZUr Simulation:

    Impuls mit max. 5 V S/S

    ca 60 Pulse pro Radumdrehung ; bei ca 2,0 m Reifenumfang,

    sollten zur ABS-Regelung realistisch sein.


    Motorrad ( ohne Tachoeinheit) steht am Ferienstandort, kann momentan nicht nicht checken.


    Schönen Sonntag noch; Gerd:wave:

  • Konnte den Ausfall verifizieren / beheben:


    Tachonadeln war fest auf der Welle --< mechanisch somit ok

    Abstand zur Grundplatte / Verglasung ausreichend


    Anzeige sind handelsübliche Schrittmotore, Werden auch im PKW-Bau eingesetzt; Tacho und DZM sind identisch.

    Ersatzteil Schrittmotors über Internet zu beziehen (im Vergleich zum Platinenpreis ein Schnäppchen)

    Ansteuerung beider Schrittmotore erfolgt über ASIC Baustein.


    Platine für ca. 15 Minuten in den Backofen gelegt, danach auf der Werkbank eine Simulation starten.

    Tacho ohne Funktion;

    aber: nach dem Abkühlen wieder alles ok.


    Kondensatoren ausgebaut, Kapa gemessen, auch nach dem Anföhnen alles ok.

    Platine unter Mikroskop (PC) auf Unterbrechung, Risse, etc. untersucht

    Relevante Lötpunkte nachgelötet,


    Erneuter Funktionstest KALT, --> wie bisher alles ok

    danach wieder in den Backofen:

    --> Wärmetest bestanden :victory:

    Wiederholung warm: ebenfalls ok.


    Fazit: kalte Lötstelle bei Ausdehnung unter erhöhter Temperatur


    Grus Gerd