Frage zu Steuerkettenspanner bzw. -spannung, paßt das so?

  • Hallo Forum,


    wir wollten heute bei der 2000er F650GS (R13) bei 40.000 km die Ventile einstellen. Hierbei ist beim Durchdrehen des Motors aufgefallen, daß bei fest verbautem Steuerkettenspanner teilweise Spannung auf der Kette ist, aber nicht immer. Im OT (Schlitzmarkierung linke Kurbelwellenseite sichtbar und Markierungen auf den Nockenwellenrädern stehen parallel zur Dichtfläche) baut der Spanner keine Spannung auf und die Kette hängt etwas zwischen Aus- und Einlaßkettenrad durch. Einlaßnockenwelle läßt sich leicht von Hand verdrehen.

    Ist das so in Ordnung?

    Ich kann das nicht bewerten. Könnte sein, daß während des Betriebs durch den Öldruck immer ausreichend Spannung aufgebaut wird und im Stand halt nicht. Bei meinem Boxer ist das nicht so, ist aber auch eine andere Konstruktion.

    Nur möchte ich das abklären, bevor wieder Alles zusammengebaut wird.

    Führungs- und Spannschiene zeigen keinen Verschleiß und der Motor klingt eigentlich wie immer.

    Danke für jede Hilfe/Rückmeldungen.


    Gruß

    Dirk

  • Normalerweise sollte da kein nennenswerter Durchhang sein.


    hier mal ein Video einer Vergaser-F aber die ist im Prinzip gleich, ab 20:40 wird die Kette mal gedreht. So sollte es Aussehen.


  • Ohne Öldruck - keine Kettespannung durch den Spanner :-) Nur das wenige, was die Federspannung in dem Spanner so aufbaut. Und wenn der alte drinnen ist und man eh soweit in den Innereien herum wühlt, sollte man den gleich mit austauschen.

    Mit besten Grüßen
    Hannes

  • Ich würde sagen, dass es drauf ankommt, wo in der Umdrehung du bist.

    Wenn du irgendwo bist, wo Einlass-und/oder Auslassventile etwas geöffnet sind, dann drücken ja die viel stärkeren Ventilfedern über die Nocken auf die Kette.

    Genau in dem OT, in dem beide Ventile geöffnet sind müsste die Kette zwischen den Nockenwellen allerdings gespannt sein. In dem OT, wo alle Ventile zu sind müsste sie durch den Kettenspanner gespannt sein. Aber es gibt immer wieder Momente beim Umdrehen, wo die Kette zwischen den Nockenwellen kurz ohne Spannung ist, weil eine der Nockenwellen durch die Kraft der Ventilfedern in eine andere Richtung dreht.


    Den Kettenspanner kannst du ja mal rausnehmen und ansehen. Übliches Verschleißbild ist, dass der sich in sich "verklemmt" und die Federkraft nicht ausreicht, ihn wieder auseinander zu drücken. Dann gehört der getauscht. Der müsste sich ganz leicht komprimieren lassen.

    Den Verschleiß der Kette selbst kannst du in der Kettenspannerbohrung theoretisch messen. Kettenspanner rein drücken und dann Abstand Kettenspanner zu Anlagefläche der Schraube messen. Da gibt es ein Verschleißmaß für. Praktisch kommt man da aber so gut wie nicht ran wenn der Motor im Rahmen ist.

  • Kurze Rückmeldung: habe auf Verdacht mit den Shims noch einen Kettenspanner mitbestellen. War eine gute Entscheidung, da der alte blockiert war. Jetzt hängt die Kette auch nicht mehr beim Durchdrehen.