Fahrwerkupgrade - Erfahrungen TT Suspension, Wilbers, Öhlins u.a.

  • Hallo liebe 650er Gemeinde,


    ich denke darüber nach meine F650GS Dakar aufzuwerten und möchte perspektivisch Gabelfedern und Federbein erneuern.
    Bei den progressiven Gabelfedern finde ich sicherlich allein zu einem Hersteller, beim Federbein schaut es schon ganz anders aus.


    Deshalb möchte ich ganz allgemein fragen was eure Erfahrungen sind und ggf. welches Detail eurer Meinung nach die Spreu vom Weizen trennt.
    Bei den Touratech Suspension Produkten bin ich ein wenig skeptisch, weil es diverse Produkte im TTversum gibt die umgelabelt und teurer verkauft werden (Kahedo, Nexx...).
    Im Falle TT Suspension heist der Hersteller Tractive Suspension, ansässig in den Niederlanden.
    Ich muss zu meiner Schande (?) gestehen das ich noch nie etwas von der Firma gehört habe. Nach ein wenig Recherche hat sich ergeben das es sich bei Tractive um eine Ausgründung (2010) von WP Suspension handelt.


    Nun habe ich schon einige Sachen gelesen und es hat sich der Eindruck verfestigt das Wilbers und Öhlins die altbewährten Zulieferer sind, auf die auch viele schwören.
    Preislich nehmen sich alle nicht viel, wenn man noch ein wenig an der Federvorspannung rumspielen will.


    Ich will grundsolide Technik die ihr Geld wert ist, mein Gefühl geht in Richtung Wilbers. TT traue ich noch nicht so recht über den Weg, liegt vll. auch an den Produktionsmängeln die ich bei meinen ZegaPro2 feststellen musste und der Tatsache das wiedereinmal umgelabelt wurde und TT den Publisher, für ein gerade einmal 4,5 jähriges Unternehmen, miemt. Und Öhlins? Ja die sind auch noch da^^.


    Ich möchte das Thema einfach zum Abschuss freigeben und hoffe das sich zu obigen und auch anderen, nicht berücksichtigten Herstellern interessante Posts ergeben.


    Beste Grüße,
    Max

  • Ich kann Dir nur was zu Wilbers schreiben...
    Der Service ist sehr gut, die Qualität der Produkte (Federbein, progressive Gabelfedern plus Öl) in Ordnung.
    Für rd. 1.000 Euro inkl. Einbau hat man ein völlig neues Fahrwerk!
    Insbesondere das Showa-Federbein an meiner Dakar war auf Bodenwellen schnell überfordert, das sehr heftige Tauchen der Gabel beim Anbremsen auch nicht schön.
    Langstreckenerfahrungen mit Wilbers-Produkten findest Du bei den diversen Fernreisenden, die z.B. mit F650 Dakar und Wibers-Teilen unterwegs waren.
    Unkaputtbar sind die Teile nicht... und für den ganz harten Rallye-Einsatz nimmt man halt doch lieber Öhlins.
    Aber das Dakar-Serienfahrwerk macht - vor allem, wenn schon etwas älter - wenig Spaß, da ist "einmal komplett Wilbers" eine sehr zufriedenstellende Lösung, zum bezahlbaren Preis.

  • Unkaputtbar sind die Teile nicht... und für den ganz harten Rallye-Einsatz nimmt man halt doch lieber Öhlins.


    Das ist zum Teil richtig, aber zum einen fahren die Rallye-Menschen noch eher WP (ex whitepower) und auch die sind nicht unkaputtbar. Das was kaputt geht, ist meist die hydraulische Vorspannungsregelung, seltener die Dämpfung. Ich hatte an meinem Wilbers erstgenannten Schaden, Lasse an seinem WP. Problem sind Drücke von 200bar (laut WP-Monteur) speziell bei Gelände oder rupiger Straße mit Gepäck oder Sozius.
    Vor diesen defekten sind keine Hersteller gefeit, ist einfach eine Überbeabspruchung des Materials.
    Deshalb empfiehlt WP auch für Offroad Federbeine ohne diese hydraulische Federvorspannung.
    bei Federn hält es sich übrigens wie beim Hubraum, Federweg ist durch nichts zu ersetzen, außer mehr Federweg!


    Edith ruft grade noch rein: Showa ist nicht grundsätzlich schlecht, HRC fährt bei Dakar etc auch Showa, aber BMW wollte sparen...


    gruß,
    Moritz


    P.s. Falls du auch Interesse an einem größeren Eingriff mit größerer Wirkung hast, habe ich noch eine WP UpSideDown-Gabel hier, die für die F angepasst wurde. PN für Infos.

  • Auch ich kann dir Wilbers empfehlen. Nach Umbau hatte ich das Gefühl ein anderes Motorrad zu fahren. Wie Moritz hatten auch wir Probleme mit der hydraulischen Vorspannung und haben dann von Wilbers ein Federbein mit schraubbarer Vorspannung bekommen. Die Defekte, die ich Unterwegs hatte, hatten die meisten anderen F-Fahrer auch, egal welches Fabrikat sie drinne hatten. Allerdings hatten die nicht den Service den ich von Wilbers hatte - der war nämlich super :thumbsup: . Daher jederzeit wieder.
    Ach ja und zum Thema hartem Ralleyeinsatz. http://shortwayround.co.uk/the-bike/ hier ein Öhlins im Reiseeinsatz. Ähnliche Probleme hatten wir auch und ich denke das Problem ist nicht der Dämpfer sondern eben die F selbst.
    Gruß

  • Es ist schön das ich doch noch ein paar Antworten bekomme =) Vielen Dank dafür!
    Im gs-forum.eu habe ich leider sehr oberflächliche Antworten bekommen. Manchmal habe ich den Eindruck das der Geldbeutel des durchschnittlichen GS-Fahrers einfach zu groß ist und man einfach kauft.....


    Also stellt die hydraulische Vorspannung ein generelles Problem dar, welche Schäden machen sich den dann bemerkbar? Werden die Flexschläuche, Ausgleichsbehälter undicht oder die Fassung des Einstellrads?
    Vielleicht könntest du (xt5) mal ein Bild von der schraubbaren Vorspannung posten? Ich kann mir gegenwärtig nicht vorstellen was dort anders ist als mit einem Einstellrad.


    Beste Grüße

  • Ganz grob,
    das Rädchen an der hydraulischen betätigt einen Zylinder am Federbein, welcher die Feder zusammendrückt (oder eben umgekehrt),
    bei der schraubbaren wird besagter Zylinder durch ein Gewinde am Federbein und 2 etwas größer dimensionierte Muttern realisiert,
    da wird die Vorspannung dann mit Hakenschlüsseln eingestellt.



    Vorteil der hydraulischen ist, dass man das Federbein sehr flexibel auf alle möglichen Szenarien einstellen kann (viel Gepäck, wenig Gepäck, Beifahrer, etc),
    Nachteil ist eben, dass diese (besser gesagt der Zylinder) einfach anfälliger ist.




    Fahre selbst ein WP Federbein, ebenfalls mit schraubbarer Vorspannung.

    Auf der Suche nach Teilen für F650Rallye oder Oryx? Oder gar einem kompletten Oryx Kit? ---> PN

  • So wie Toby es beschreibt.
    Das Problem ist, dass du bei der F den Heckrahmen anheben musst, um die Vorspannung einzustellen. Deshalb hat sie eben die hydraulische. Bei uns ist jeweils das Hydrauliköl ausgelaufen und somit war es nicht mehr zu verstellen. Letztendlich fummelst du ja nicht ständig da dran rum und somit ist es kein Problem.
    Wenn du nen andern Auspuff dran hast, ist das anheben eh kein großes Ding. Aber eben keine Sache die man mal kurz ändert.
    Bild hab ich keins gefunden, aber irgendwo muss eins sein - sind halt so viel lol
    Gruß

  • Hallo dueduem,


    ich fahre zwar zur Zeit noch KTM 690 enduro, aber zu WP Federbein welche bei KTM fast immer verbaut sind, kann ich absolut nichts schlechtes darüber sagen, Gelände fahre ich viel, über unwegsames Gelände mache ich mir keine sorgen, kloppe einfach rüber, die Grenzen sind nur bei mir zu suchen. Einzig Sprünge mache ich so gut wie gar keine.


    Damit möchte ich nur sagen das das Federbein und auch die USD-Gabel seit 20.000 km ihren dienst tun und es ist alles voll einstellbar. Einzig den Komfort der BMW mit der Vorspannungsverstellung habe ich nicht, sondern auch umständlicher mit schon beschriebener Muttern und Hakenschlüssel.


    Edit: die USD-Gabel ist natürlich mit der dünneren Telegabel der BMW nicht zu vergleichen, da liegen Welten dazwischen, aber man kann auch an der F650gs solche Gabel verbauen.

    Gruß Heiner :wave:

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  • He Jungs,


    ich habe mir in den letzten Wochen noch diverse Sachen durchgelesen und mal mit Moritz telefoniert, der mir noch einige Interessante Infos gegeben hat (danke dafür ;) ).
    Da meine Stammwerkstatt zugleich den TT-Ost-Shop beherbergt habe ich mir dort mal einen Kostenvoranschlag für ein neues Federbein (TT-Suspension Level2) + progressive Gabelfedern + Ein-/Ausbau
    machen lassen. Das Angebot beläuft sich auf ~1100€ .


    Desweiteren versuche ich derzeit Infos zur Überholung des serienmäßigen Showa-Federbeins zusammenzutragen. Ich würde mich über eure Meinungen und Anregungen hierzu freuen ;) .


    Beste Grüße,
    Max

  • Mal ganz provokant:
    Für die 1100,- würd ich mir ein weiteres gebrauchtes Motorrad kaufen, meinetwegen noch ein bisschen drauf legen...
    Meine Dakar hat das Serienfederbein und hatte längere Zeit die Serienfedern vorne drin... auch damit geht Offroad!
    Wer hier die Feldwege, Waldwege, mit oder ohne Sand, Wasser oder Matsch fahren möchte kann auch bei der Serie bleiben...
    Wer hier aber sehr sportlich unterwegs sein möchte und an der ein oder anderen Rallye ernsthaft interessiert ist kann dann umrüsten... ich hätte da gar eine echte Sportenduro gekauft.
    Denn eines bitte nicht vergessen: auch die Dakar ist eine Straßenenduro, auch wenn sie sportlicher hergerichtet ist, bleiben +/-200 Kg immer +/- 200 Kg.


    Ich hab lediglich sehr günstige Umrüstungen gewählt, als da wären eine kurze Übersetzung ( 14 oder 15 Zähne vorne und 49 Zähne hinten), einen breiteren Lenker mit Erhöhung ( bessere Traktion), breitere einfache Fußrasten
    und Stollenreifen für besseren Grip... damit fahre ich etwa seit gut fünf Jahren durch die Gegend, Straße, Schotter, Sand, Wiese...










    Und für das viele Geld welches ich nicht ins Fahrwerk investierte hab ich mir damals ein weiteres Motorrad gekauft :victory: .... hab aber noch ein kleines Beträgchen drauf gelegt:







    oder wenn man NIX mehr drauflegen kann geht auch diese meine eine:





    ... sodenn man ein solches Motorrad mag :smile:




    Trotzdem ist ein verbessertes Fahrwerk mit allem drum und dran für 1100,- auch etwas sehr reizvolles...wenn man es auch dementsprechend nutzt, jeder wie er will und kann.


    Gruß Jürgen

    Zylinder statt Kinder

    Gruß Jürgen

  • Ich kann dir da nicht widersprechen.


    Mein "Problem" ist folgendes. Ich habe die letzten Jahre gearbeitet und mir letztes Jahr den A2-Fleppen + Dakar gegönnt. Perspektivisch werde ich im Oktober zum Studium antreten, will aber das Motorrad behalten mit dem ich
    im letzten Jahr unglaublich viel Spaß ,allein und mit Sozia, hatte. Leider hat sich bei größerer Zuladung gezeigt das die kleine GS mit Standardfahrwerk an ihre Grenzen stößt.
    Da ich irgendwann auch BAföG beantragen muss und das Motorrad als Vermögen angerechnet wird entfällt auch die Möglichkeit auf eine größere Maschine zu wechseln.


    Insofern ist die Investition für mich durchaus ne Option da ich die Maschine noch einige Jahre fahren will ;)

  • Progressive Federn vorn sollten schon sein.
    Gebrauchtes Bein muss man erstmal eins finden. Bin eigentlich nicht zimperlich bei Gebrauchtkäufen aber den Zustand eines Federbeins zu beurteilen ist als Laie sicher nicht so einfach.


    @ Endurist : So einen Fuhrpark wie du ihn pflegst und hegst muss man natürlich auch finanzieren, unterhalten und unterbringen. Da ist so ne läppische Fahrwerkaufwertung ja ein Klacks ;)
    Aber es ist sicherlich schön wenn man den Esel immer mal wechseln kann.

    Beste Grüße,
    Max

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von dueduem ()

  • Die Vergaser F ist schon längst verkauft, die andere ist noch in meinem Besitz, die kost fast nix im Jahr.


    Progr. Federn kosten nicht viel, meist ist Öl dabei und dann nur noch Gabelsimmeringe kaufen... das könnte man selbst einbauen.
    Federbein genauso... wenn man "schrauben" kann.


    Aber mach mal wie du möchtest.



    Jürgen

    Zylinder statt Kinder

    Gruß Jürgen

  • In Dresden habe ich leider nicht die Möglichkeit zum schrauben. In der Heimat würde es gehen, aber
    es war bspw. schon ein derber Krampf die Spezialwerkzeuge für mein Moped zu organisieren als ich den Motor gespaltet habe.
    Ehrlich gesagt habe ich nur mäßigen Elan Komponenten wie die Gabel auseinander zu nehmen, weil immer irgendetwas fehlt das zwingend bei Montage/Demontage benötigt wird.
    Das hebe ich mir für die Zukunft auf wenn ich mir mal eine kleine, gut sortierte Werkstatt eingerichtet habe ^^
    Aber meinen Habicht habe ich denke ich ganz gut hinbekommen :biggrin:

  • Hi,
    @ Endurist... es mag schon so sein das 1100Euro viel Geld ist.
    Du hast geschrieben "wenn man es auch dementsprechend nutzt". Jedoch ist dieses Geld auch gut angelegt, da es ein Sicherheitsgewinn ist der permanent vorhanden ist.


    Ich bin der Meinung das man das nutzt, sowie man darauf sitzt. Die Verbesserung ist eben nicht nur abseits der Straßen spürbar, sondern auch auf der kleinen Landstraße direkt vor der Tür oder auch auf der öden Autobahn.


    Ich habe mir Wilbers Gabelfedern und ein Wilbers Federbein gekauft, das Federbein bei denen im Schnäppchenmarkt für 260Euro geschnappt und bin sowas von zufrieden. Der Unterschied zur Serie ist einfach enorm.


    Ich fahre allerdings eine Suzuki Freewind, meine Frau fährt eine BMW. :wink:


    Gruß
    Holger

  • Andererseits sehe ich es so: Mein Umbau ist ja etwas radikaler, bietet dafür riesige Federwege. Grade vorne kann man die 8 cm mehr ja nutzen, daher ist die Gabel recht weich eingestellt. Im Gelände klasse, aufder Straße eher etwas schwammig, grade bei starkem Bremsen. Obwohl ich in km gemessen (und wohl auch zeitlich) mehr Straße fahre, ist mir wichtig, da wo es drauf ankommt das richtige Setup zu haben. Und wenn mal ein Abstecher ins grüne möglich ist erst noch das Bein weich zu machen zwecks Bodenkontakt und die Gabel Zwecks sanfter Landungen oder ähnlichem, macht keinen Sinn für mich.
    Ergo: Es muss auf der Straße brauchbar und im Gelände gut fahrbar sein! :victory:

  • :wink2: Chefschrauber, in welcher haste denn jetzt die Federelemente getauscht ? Abgesehen davon, wenn ich dich richtig verstehe, fährst du jetzt sicherer wegen der hochwertigeren Federelemente ? Aber eigentlich fährst du nur Straße und nicht wirklich Gelände, oder? Na es sei, Hauptsache du bleibst heile :victory:


    Mich würde da mal interessieren welche Federsorte da der Mod. Michel fährt, meine den Herrn der mit der Alkohol-Dakar rumfährt :giggle: , sollte da alles original sein, dann kack auf Teure Dämpfer beim nur Straße fahren :wink2: .


    Dueduem, ohne zu wissen wie schwer du bist, kann ich mir schon vorstellen das mit Sozia und Gepäck der Dämpfer am ende ist, auch wenn komplett vorgespannt, allerdings ist das dann eher ein Problem der Feder, diese kann man auch einzeln austauschen/anpassen und das viel preiswerter. Vorne machste ja auch nur andere Federn rein und tauschst nicht die ganze Gabel :wink: . Wäre aber nur ein Vorschlag von mir, ohne dir reinreden zu wollen.

  • Naja, das ist halt auch eine Einstellung....


    Es ist letztendlich das gleiche wie mit den Reifen.
    Hat man mit besseren Reifen einen Sicherheitsgewinn?


    Und genau so verhält es sich mit dem Fahrwerk, spätestens wenn es an die Reserven geht, an oder voll in den Grenzbereich, sei es gewollt oder ungewollt, da hat das "bessere" ganz klar die Nase vorn, sei es der Reifen, das Federbein oder die Bremsen oder der Fahrer---egal auf welchem Untergrund! Das ist ein unerschütterlicher Fakt.


    Ich habe mir den hinteren Dämpfer und die progr. Federn vorn für meine Freewind gegönnt.



    Gruß
    Holger

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