Starker Ölverlust am Gabelholm beim Transport

  • Hab da mal eine Frage: Ich hatte meine F650 GS im Transporter verzurrt und dazu natürlich die Gabel mit den Gurten etwas vorgespannt. Nach der Ankunft am nächsten Tag war der komplette linke Gabelholm ölig, auf dem Boden stand sogar eine recht große Öllache. :sad:


    Dass das Motorrad ein Problem mit den Simmerringen der Gabel hat ist mir bekannt. Die Holme haben immer einen leichten Ölfilm.

    Aber warum ist da eine solch große Menge ausgetreten? Durch das Vorspannen wird doch nur die Feder gespannt - dadurch ist doch kein dauerhafter Druck auf das Gabelöl entstanden? Das Öl wird doch nur in eine andere Kammer gepumpt?

    Oder habe ich da einen Denkfehler? :g:


    Natürlich lass ich das jetzt richten.

    Das Fahrverhalten war übrigens durchaus ok - ich habe keine Einschränkungen bei meinen Touren im Voralpenland bemerkt!

    Übrigens auch keinen weiteren Ölverlust: die Gabel ist leicht ölig wie immer...

  • Das stimmt so nicht ganz. Beim einfedern verringert sich auch das gesamte Gabelvolumen. Es ist richtig, dass die Dämpfung dadurch funktioniert, dass Öl durch kleine Öffnungen zwischen den Kammern hin und her gepumpt und dabei aufgewärmt wird aber beim einfedern wird außerdem das Volumen der Gabel geringer.

    Ab 6:35 kommt eine Animation, wo man das gut sieht.

    Damit drückt es da dann Öl raus.


    Allerdings sind die Simmerringe jetzt kein besonders auffälliges Teil der F. Das sind Verschleißteile, die irgendwann undicht werden, ja, aber die sind bei der F nicht besonders auffällig verglichen mit anderen Motorrädern.

  • Das stimmt so nicht ganz. Beim einfedern verringert sich auch das gesamte Gabelvolumen ... beim einfedern wird außerdem das Volumen der Gabel geringer.

    Ah - ok! Da habe ich mit dem Niederzurren einen Druck im Gabelholm aufgebaut der das Öl durch den kaputten Simmerring nach draußen befördert hat.

    War mir bisher gar nicht klar dass da neben dem Federdruck auch die komprimierte Luft eine Rolle spielt!

    Danke für die Info!


    Daß da die Simmerringe ein Problem haben ist für mich ganz normal. Das Motorrad ist 16 Jahre alt und hatte beim Kauf erst 12000 km auf der Uhr. Klar dass da die Simmerringe mal aushärten.

  • Allerdings geht dir damit die Vorspannung verloren. Man soll das Motorrad ja eben in die Federung ziehen, damit die Seile vorgespannt sind und Unebenheiten von der Straße das Mopped nicht abheben lassen. Wenn du die Gabel nach dem abspannen entlüftest hast du keinen Zug mehr auf den Seilen. Es sei denn du ziehst die Gabel "auf Block", dann baust du wieder Vorspannung gegen die Elastizität der Teile auf.

  • Ich empfehle - neben den Entlüftungsventilen - auch noch einen Verlade-Block, der zwischen Reifen und Gabelbrücke gespannt wird. Er sorgt dafür, dass man nicht so weit ziehen muss und dennoch die Bewegung aus der Gabel kriegt. Grade bei unseren langen Federwegen (Rallye hat 295mm vorne) ist das durchaus sinnvoll.
    Sonst zieht man sich n Wolf und es ist eben auch nicht so gesund für die SImmeringe.
    sowas:

    https://www.24mx.de/motocrossz…fork-saver_pid-8434600001

  • Ich empfehle - neben den Entlüftungsventilen - auch noch einen Verlade-Block, der zwischen Reifen und Gabelbrücke gespannt wird. Er sorgt dafür, dass man nicht so weit ziehen muss und dennoch die Bewegung aus der Gabel kriegt. Grade bei unseren langen Federwegen (Rallye hat 295mm vorne) ist das durchaus sinnvoll.
    Sonst zieht man sich n Wolf und es ist eben auch nicht so gesund für die SImmeringe.
    sowas:

    https://www.24mx.de/motocrossz…fork-saver_pid-8434600001

    Das mache ich bei meiner KLR 250 auch, aber bei der GS? Ist da nicht die Gabelbrücke im Weg? Vom niedrigen Kotflügel ganz zu schweigen?!

    Gruß:wave:

    Udo

  • ah jo, die hat ja keine UpSideDown-Gabel. das habe ich verdrängt, ich bin von manchen Serienmäßigen Details immer überrascht, weil ich sie seit Jahren nicht gesehen bzw wahrgenommen habe. Meine ist halt schon länger umgebaut, da vergisst man sowas...


    Aber es könnte dennoch gehen, wenn man es auf den Gabelstabi zieht und mit Gurt zentriert.
    Oben ist egal ob gegen die Brücke direkt oder gegen den Kotflügel. das hält schon

  • Alex, is nicht so. Einfach nach dem ersten, kurzen Anziehen mal entlüften und dann noch ein, zwei Klicks in die Federn ziehen, reicht völlig. Weit entfernt von einer Situation "auf Block", aber ohne Überdruck im System.

    Meine Beiträge geben meine private Meinung wieder ohne Anspruch auf sachliche Richtigkeit.

  • Ich empfehle - neben den Entlüftungsventilen - auch noch einen Verlade-Block, der zwischen Reifen und Gabelbrücke gespannt wird. Er sorgt dafür, dass man nicht so weit ziehen muss und dennoch die Bewegung aus der Gabel kriegt.

    Ich verlade meine F650 in einem Transporter. Da verwende ich so einen (Link) Vorderradständer. Da Breite der Wippe lässt sich einstellen. Auch der schmale Reifen der F650 steht dann absolut wackelfrei.

    Auf der Rückfahrt habe ich sie auch nur ganz leicht in die Federn gezogen. Da blieb das Standrohr trocken.


    Gesichert ist das Motorrad trotzdem: vorne stösst die Wippe an ein massives Kantholz, das Hinterrad sichere ich mit zwei Zurrschlaufen und Gurten.