Hinterradbremse brennt ab

  • Hallo zusammen

    Vielleicht hat jemand die gleiche Erfahrung gemacht

    Heute brannte auf der Fahrt in die Eifel die hintere Bremse an der F650 meiner Frau ab.

    Letzten Donnerstag habe ich die Bremse entlüftet, die hatte gar keinen Druck mehr, sehr viel Luft in der Leitung

    Die Probefahrt über 40 km brachte nix auffälliges ans Tageslicht, Bremse funktioniert einwandfrei

    Heute fahren wir los und an der Ausfahrt Euskirchen - Zülpich ( A1 ) fährt Beate rechts raus weil die Maschine nicht zieht, da sehe ich die brennende Bremse

    Das ist übrigens das zweite Mal in 10 Jahren!

    Kann jemand was dazu sagen?

    Danke

    Dieter

  • Tscha,


    entlüften reichte wohl nicht. Da war wohl der Bremskolben fest oder die Leitung zugequollen, oder beides, oder ... oder. Es ist sicher ein Besuch in der Fachwerkstatt angesagt oder bei jemand, der sich mit der Bremse der F 650 auskennt. Wie gut, das sonst nichts passiert ist.


    Die linke Hand zum Gruß,
    Chris

  • Hallo Dieter,

    ein Besuch in der Fachwerkstatt

    Diesen Tip kann natürlich jeder geben bzw. kommen Fragesteller auch selbst darauf. So gehe ich mal davon aus, dass Du Tips aus dem Forum haben möchtest, um der Werkstatt vorzugreifen oder sie ganz zu sparen, was ja legitim ist - dafür ist ein Forum ja da.


    Im Übrigen schließe ich mich aber den Tips von Chris an, d. h. wenn die Bremse nicht richtig funktioniert, kann das mehrere Ursachen haben. Noch nicht genannt wurde etwa ein festgegangener Bremssattel als häufiger Grund. Gern passieren solche Dinge nach einem Bremsbelag- oder Bremsflüssigkeitswechsel, allerdings hast Du nichts dergleichen erwähnt.


    Zur Frage, ob ich sowas schon mal hatte: Jein. Natürlich hatte ich in meiner Motorradkarriere auch schon mal eine heiß werdende Bremse, Fehler aber immer noch rechtzeitig bemerkt, bevor es zu Folgeschäden kam. Der letzte derartige Vorfall war unfallbedingt und der davor ist schon zu lange her als dass ich noch wüsste, was es war und wie und vom wem es behoben wurde. Man darf sich da nicht auf eine einzelne Fehlermöglichkeit versteifen.


    Wenn die Bremse nicht richtig löst, merkt man das ja meist schon beim Schieben. Entweder hat Deine Frau nicht richtig darauf geachtet, oder das Problem ist erst während der Fahrt aufgetreten.


    habe ich die Bremse entlüftet, die hatte gar keinen Druck mehr, sehr viel Luft in der Leitung

    Dass die Bremse im Laufe der Zeit ein bisschen schwammiger wird, ist ja normal, dass sich aber so viel Luft sammelt, dass sie gar nicht mehr anspricht, habe ich noch nie erlebt und ich würde es für ein Anzeichen - Alarmzeichen - für einen irgendwo bestehenden Fehler halten.


    Eine klemmende Bremse bewirkt einen größeren als den normalen Unterdruck in der Bremsleitung, mit der die Bremsklötze zurückgezogen werden und sowas begünstigt natürlich eine Luftansammlung über Undichtigkeiten etwa an Dichtungen der Bremskolben. Wann war denn der letzte Service an der Bremse mit Bremsbelagwechsel und/oder Bremsflüssigkeitswechsel ?


    Das ist übrigens das zweite Mal in 10 Jahren!

    Dann müsstest Du Dir die Frage doch eigentlich selbst beantworten können ?

    Was war es denn damals ?

    ein Besuch in der Fachwerkstatt

    Ich gehe mal davon aus, dass nach einer Überhitzung mit Brand die Bremse hin ist und komplett ersetzt werden muss. Damit wären sowieso die meisten Kandidaten für einen Defekt ausgetauscht. Übrig bliebe da aber noch der Geber am Pedal - auch so ein Teil kann fehlerhaft sein. Für ein gutes Gefühl (Du liebst doch Deine Frau ?) mitwechseln, falls der Fehler nicht in den anderen Teilen lokalisiert werden konnte (soweit das in verbrannten Teilen noch geht).


    Eckart

  • Es gibt im Prinzip drei mögliche Ursachen.


    1. Der Bremskolben an sich war vergammelt und im Sattel festgegangen. Sprich er hat nicht mehr entlastet.

    2. Der Bremssattel besteht ja aus zwei Teilen. Geführt wird er auf den Schiebestücken, Stifte. Diese vergammeln gerne wenn an nicht regelmäßig reinigt und fettet. Das führt dann zu einem verkannten welches dann die gleiche Auswirkung hat. Die Bremse entlastet nicht mehr.

    3. Die Bremspumpe an sich. Wiederum durch Rost und Gammel kann der Zylinder festgehen. Auch dann entlastet die Bremse nicht mehr.


    2. und 3. habe ich schon live erlebt und denke einer der beiden Probleme besteht.


    Auch ist es möglich dass unbewusst das Bremspedal dauerhaft leicht betätigt wurde oder das Spiel des Pedals zu gering war.


    Wie auch immer, ist ein Austausch von Pumpe, Scheibe, Beläge und Sattel notwendig.

    Dank Ludger (BlackF650) sollte eine Ersatzteilversorgung kostengünstig möglich sein.

    Nette Grüße vom Michel aus der Pfalz. :wave: 
    Head of F650 Forum :wink: 

  • Eines müsste eigentlich jedem der auch nur halbwegs weiss, wie eine hydraulische Bremse funktioniert klar sein. Ohne einen Defekt kommt niemals Luft in die Anlage. D.h. wenn man beim Bremsflüssigkeitswechsel Luftblasen im Auffangbehälter produziert und nicht etwa vergessen hat den Flüssigkeitsspiegel aufrecht zu halten und Luft gepumpt hat ist etwas faul. Eher oberfaul. Das sollte eigentlich dazu führen, dass man die entsprechenden Komponenten (siehe thread von Eckard) überprüft.

    Selbst wenn man Bremsscheiben auf der Nordschleife zum Leuchten bringt, kommt keine Luft in die Hydraulik.

  • Hallo Eckart,


    dein Fachwissen und deine Hilfsbereitschft wird hier im Forum und sicherlich auch im richtigen Leben sehr geschätzt. Nun kommt da jemand erstmals ins Forum, schreibt, das die Bremse am Mopped seiner Frau abgebrannt ist nachdem er sie angeblich entlüftet hat. Wir wissen nichts vom TE, nichts von seiner Erfahrung, nichts vom allgemeinen Pflege- und Wartungszustand der betroffenen Maschine.


    Ich für meinen Teil sehe hier die Gefahr, das jemand versucht mit ein paar wenigen Hinweisen die Bremse wieder Instand zu setzen, ohne das grundlegene Fertigkeiten und Wissen vorhanden sind. Bevor ich an fremden Moppeds rumschraube, und dazu würde das Motorrad meiner Freundin gehören, bringe ich lieber beide zu einem Fachmann. Bei Bremsen hört der Spaß auf. Wenn ich mit meiner F fahre und weiß, das die Bremse hinten gerade nicht funktioniert, so ist das meine Entscheidung. Das jemand anderem zuzumuten ist gefährlich.


    Wenn der Fahrzeugführer nicht merkt, das etwas an der Bremse nicht in Ordung ist, dann ist das sicherlich ein ganz anderes Thema.


    Nur so mal meine Meinung zum Basteln an Bremsen.


    Die linke Hand zum Gruß,
    Chris

  • Eines müsste eigentlich jedem der auch nur halbwegs weiss, wie eine hydraulische Bremse funktioniert klar sein. Ohne einen Defekt kommt niemals Luft in die Anlage. D.h. wenn man beim Bremsflüssigkeitswechsel Luftblasen im Auffangbehälter produziert und nicht etwa vergessen hat den Flüssigkeitsspiegel aufrecht zu halten und Luft gepumpt hat ist etwas faul. Eher oberfaul. Das sollte eigentlich dazu führen, dass man die entsprechenden Komponenten (siehe thread von Eckard) überprüft.

    Selbst wenn man Bremsscheiben auf der Nordschleife zum Leuchten bringt, kommt keine Luft in die Hydraulik.

    Dem muss ich halb widersprechen (halb wenn man es ganz genau nehmen will, komplett wenn man es nicht so genau nimmt). Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch (für diejenigen die das nicht kennen und nicht googlen wollen: Es zieht Wasser an und bindet dies), dies kann dann im Betrieb verdampfen was dann zu (Luft- nein, genauer zu dampf-) Blasen im Hydrauliksystem führt. Dies ist auch der Grund warum alle 2 Jahre die Flüssigkeit gewechselt werden soll. Ansonsten hast Du aber natürlich vollkommen recht das unter normalen Umständen keine Luft in die Hydraulikanlage kommen sollte/kann und dies eigentlich nur passieren sollte wenn der Vorratsbehälter leer ist (oder so schräg gehalten wird das Luft angesaugt wird)


    Aber abgesehen davon:

    Sind hier auch schon gute Hinweise gegeben zu dem was passiert sein kann. Der Punkt 3 ist sehr interessant, es kommt gerade beim entlüften der Bremse mit der "Pumpmethode" gelegentlich zu defekten in den Hauptbremszylindern (Bremspumpe). Man kann sich das so vorstellen das die Bremse immer nur in einem bestimmten (kleinen) Arbeitsbereich bewegt, hier passen sich mit der Zeit natürlich Kolben und Zylinder sowie Dichtung aneinander an. Wenn man nun beim entlüften mit der "Pumpmethode" arbeitet wird der komplette Arbeitsbereich verwendet der sonst niemals verwendet wird und hier kann es dann schon zu Beschädigungen kommen (zugegeben recht selten, aber gerade bei alten Bremsen trotzdem nicht ausgeschlossen/ungewöhnlich, allerdings äußert sich das meisten auch eher so das kein Druck mehr aufgebaut werden kann weil die Dichtung darin undicht wird).

    Auch der letzte nicht nummerierte Punkt kann (ggf auch in Verbindung mit der oben beschriebenen Beschädigung) dazu führen. In der Bremspumpe ist eine Bohrung die einen Druckausgleich in der Leitung zum Vorratsbehälter herstellt wenn die Bremse nicht betätigt wird. Wenn die Bremse nun leicht unter Spannung steht oder diese Bohrung durch einen anderen defekt verstopft und der Druckausgleich nicht stattfinden kann fällt das erstmal gar nicht auf da die Bremse auch so erstmal löst (oder nur minimalst schleift). Wenn nun die Bremse warm wird dehnt sich natürlich auch die Flüssigkeit aus, nun muss ein Druckausgleich durch diese Bohrung stattfinden da sonst die Bremse "zu macht", dadurch noch wärmer wird und sich die Flüssigkeit noch weiter ausdehnt und damit der Druck steigt und die Bremse noch weiter zu macht...

    Dies würde übrigens auch passieren wenn man immer leicht auf der Bremse steht ohne es zu merken weil der hebel anders eingestellt ist, man neue und ungewohnt Schuhe trägt oder ähnliches

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von BlackFly ()

  • Erst mal Dank an alle die mir antworteten

    Ich fahre seit 40 Jahren Motorrad, ausschließlich Moto Guzzi, meine T3 seit 36 Jahren

    Die BMW meiner Frau warte ich seit12 Jahren

    Die BMW's meines Schwiegervaters habe ich ebenfalls gewartet

    Ich denke, damit sind die Fragen nach meiner " Erfahrung" beantwortet

    Es gibt immer ein erstes Mal im Leben, das die Bremse vor 10 Jahren brannte haben wir auf einen technischen Defekt im Sattel zurückgeführt, konnte nicht einwandfrei geklärt werden, der Sattel war hin, wir haben einen neuen eingebaut damals

    Jetzt werden wir den Sattel mal genauestens unter die Lupe nehmen uns die Innereien mal ansehen, wir werden uns mal den Hebelweg und die Hebelstellung genauestens ansehen, möglicherweise hat meine Frau unbewußt den Fuß auf dem Hebel gehabt, das Bremslicht war auf jeden Fall nicht permanent an

    Das Spiel war korrekt eingestellt

    Alle Komponenten der Fußbremse werden auf den Kopf gestellt, die Maschine steht schon auf der Bühne

    Wir brauchen auf jeden Fall einen Bremssattel, eine Bremsscheibe und den Spritzschutz aus Kunststoff der vom linken zum rechten Schwingenende geht ( oder umgekehrt ? )

    Danke für eure konstruktiven Beiträge

  • BlackFly

    Im Prinzip natürlich richtig. (Wasser)-Dampfblasen können sich allerdings nur bei entsprechenden Siedetemperaturen bilden. Bei denen wird man aber wohl kaum jemand die Bremsflüssigkeit wechseln. Und wenn die durch Wasseraufnahme kontaminierte Bremsflüssigkeit mal in der Gegend von <100°C ist, dann gibt es auch keine Dampfblasen mehr. Rein physikalisch würde eine hydraulische Bremsanlage auch mit Wasser funktionieren, nur eben nicht bei höheren Temperaturen.

  • Ekkehart

    Ja, das hatte ich auch nur wegen deinem Nordschleifenbeispiel genannt und Dir ja auch gleich zugestimmt das Luftblasen selber eigentlich nicht vorkommen sollten/dürften.

    Luft kommt nur rein wenn man das System öffnet (gewollt oder durch ein defekt) oder wenn der Behälter leer ist und Luft angesaugt wird (das hatten wir ja auch beide so geschrieben).


    Ich behaupte aber mal das die meisten die "entlüften" eigentlich "nur" einen (teil-) Wechsel machen und die Luftblasen die sie sehen auch nicht aus der Bremse kommen sondern am Nippel entstehen weil der Schlauch nicht 100%ig dicht aufgesteckt ist bzw. nur der aufgesteckte schlauch und die darin enthaltene Luft "entlüftet" wird. Wieder so ein Ding wo man es nicht ganz so genau nimmt mit der Theorie und Praxis bzw auch dem sprachlichen...

  • Rein physikalisch würde eine hydraulische Bremsanlage auch mit Wasser funktionieren, nur eben nicht bei höheren Temperaturen.

    ... und auch nicht bei Frost :smile:. Das ist der Grund, warum man weiland eine hygroskopische Flüssigkeit gewählt hat. Würde diese nicht das Wasser aufnehmen sondern wie Öl einfach am tiefsten Punkt ablegen, so hätte man fix einen Eispfropfen in der Leitung - auch nicht lustig.


    Beste Grüße,
    Chris

  • Hallo zusammen,


    zur Hinterradbremse der F650 habe ich ja im Forum schon genug geschrieben.

    Darunter auch was über die Passgenauigkeit der Bremsbeläge. ( Zubehör )

    Sind hier auch schon gute Hinweise gegeben zu dem was passiert sein kann. Der Punkt 3 ist sehr interessant, es kommt gerade beim entlüften der Bremse mit der "Pumpmethode" gelegentlich zu defekten in den Hauptbremszylindern (Bremspumpe). Man kann sich das so vorstellen das die Bremse immer nur in einem bestimmten (kleinen) Arbeitsbereich


    genau das war auch der Grund , warum ich mir zum Entlüften eine MitVac gekauft habe ,

    die Hi-Bremse nur mit dem Pedal zu entlüften ist fast schon eine Vergew***. der Mechanik, vor

    allem, wenn man gerade erst die Bremspumpe wieder neu aufgebaut hat.

    Bei mir hat das auch überhaupt nicht funktioniert auf diese Weise die Luft aus dem System zu fördern.


    Mit der "Entlüftungspistole":giggle:10 Minuten und fertig.


    Ich denke Ludger ( Black F650 ) hat bestimmt noch gute Ersatzteile auf Lager.


    Ich hoffe der Fehler wird gefunden - viel Erfolg !


    :wave:


    Mac

  • Hi Mandellofan,


    Tipp: Sag Beate mal, dass sie beim Fahren nicht ständig auf die Hinterradbremse steigen soll. Falls sie nicht auf Dich hören will: Bau ihr ´nen Feuerlöscher ans Mopped. :blink:;):eekout:


    Gruß Guido :wave: