Dampfige Abgase & Wasserverlust = Kaputte ZKD?

  • Hallo,

    heute vor dem Ölwechsel hab ich den Motor länger im Stand warmlaufen lassen. Obwohl es recht kalt war, kam es mir vor als würden die Abgase sehr feucht sein, da es sehr "weiß" raus kam. Es war sehr dampfig, etwa bis Mitte der Temperaturskala auf der Anzeige.

    Also wesentlich länger als ich den Choke drin hatte.

    Zeitgleich drückte es einzelne Tropfen Kühlwasser aus dem Schlauch an der Wasserpumpe (der zwischen Zylinder und Wasserpumpe).

    Kann das ein Hinweis auf eine kaputte Zylinderkopfdichtung sein?

    Meine Theorie ist, dass die ZKD leicht defekt ist, aber sobald der Zylinder wärmer wird durch minimale Ausdehnung der Spalt zum Kühlwasser geschlossen wird und daher das Tropfen und das Dampfen aufhört.

    Das mit dem Tropfen hat sie seit ca. 1 Jahr, ich hab das aber bisher nicht wirklich verfolgt, da es sehr selten war. Den Dampf hab ich bisher nicht bemerkt, da ich sonst gleich los fahre. Dass es heute länger getropft hat und der Dampf so lange da war schiebe ich auf die niedrige Außentemperatur und die fehlende Last durch nur im Leerlauf laufen lassen. Durch die niedrige Temperatur könnte der Spalt am Dichtungsproblem größer gewesen sein und und durch die fehlende Motorlast hat es natürlich auch seine Zeit gedauert, bis alles auf Temperatur kam und der Spalt geschlossen wurde.


    Könnte meine Theorie stimmen?

  • Der Dampf nach dem Start sagt gar nichts. Das passiert gerne im Winter, besonders wenn die Luft sehr trocken ist und im Endtopf ´ne Menge Kondenswasser übrig ist. Laternenparker sind noch häufiger betroffen. Hast Du mal auf den übrigen Verkehr geachtet? Im letzten Winter hat mein Bulli mal gequalmt, daß ich dachte, er brennt gleich ab. Bis ich dann bemerkte, daß buchstäblich alle Autos an diesem Tag qualmten.


    Wenn die ZKD defekt wäre, qualmt das wie ´ne Nebelbombe, da siehst Du nichts mehr. 1 Liter Wasser ergibt 1.000 Liter Wasserdampf, und bei dem Druck, den die Wapu aufbaut, geht da recht schnell ´ne ganze Menge durch eine defekte Dichtung.


    Zieh´ mal die Schlauchschelle am Schlauch nach und fahr´ weiter. Paniker kontrollieren dann noch den Kühlmittelstand....

    Grüße

    Chris

    Meine Beiträge geben meine private Meinung wieder ohne Anspruch auf sachliche Richtigkeit.

  • Könnte meine Theorie stimmen?

    könnte ja, wahrscheinlich ein klares nein.


    Solange z.B. kein Wasser im Öl ist oder kein starker Verlust an kühlmittel zu beobachten ist, würde ich davon ausgehen das die ZKD in Ordnung ist.

  • Danke für die Infos. Soweit ich gesehen hab, war kein Wasser im Öl oder weißer Schaum. Auch gab es bisher keinen Kühlmittelverlust den ich ausgleichen hätte müssen.

    An dem leckenden Schlauch ist immer noch die wahrscheinlich erste Klemmschelle von BMW dran, vielleicht gibt die ja nun einfach langsam auf. Ich mach mal ne neue hin und beobachte das.


    Danke euch allen und guten Rutsch!

  • Hallo


    ich würde mir da auch erst Mal keine Gedanken machen

    vorgestern hatte meine Boxer auch habemus papam :giggle:

    Da mache ich mir aber erst Gedanken , wenn extrem viel blauer Rauch kommt:whistle:


    Bei meiner F650 ist seit fast 20tsd km die rechte vordere Ecke (am Stehbolzen) unterhalb des Thermostatgehäuses

    an der ZK-Dichtung ganz leicht "ölbenetzt" , keine Tropfen usw. verschwindet sobald der Motor

    etwas Temperatur erreicht hat, kein Wasser im Öl und umgekehrt , kein Ölverlust bzw. Wasser,

    wird von mir daher nur beobachtet und weitergefahren - "never change a running system" :notworthy:

    Die ersten BJ der F650 haben wohl an dieser Stelle irgendwann das gleiche Problem.


    Schellen nachziehen bzw. tauschen, Schläuche mal kontrollieren , Kühlerdeckel ( der geht mal kaputt )

    und weiterfahren, aber ein Auge drauf schadet nicht !


    Wünsche Allen einen Guten Rutsch ! ( also eigentlich immer guten Grip 8o )


    :)


    Mac

  • Erinnert mich an einen Tip aus dem U.S.-Forum, daß man die Zylinderkopfmuttern nachziehen soll, wenn man eh die Nockenwellen runter hat. Die Stehbolzen halten ja nicht nur den Kopf, sondern auch den Zylinder.

    Grüße

    Chris

    Meine Beiträge geben meine private Meinung wieder ohne Anspruch auf sachliche Richtigkeit.

  • Dampfbildung in der Warmlaufphase ist bei Temperaturen knapp über 0°C völlig normal, kein Grund zur Besorgnis wenn: kein Wasserverlust vorliegt, keine übermäßige Erwärmung des Motors durch eingeblasen heiße Abgase stattfindet, am Öleinfüllstutzen keine Wassertropfen sind, sich am Kühlerverschluss keine weiß/cremefarbene Emulsion vorhanden ist und beim geöffneten Kühlerverschluss keine Blasen entstehen. Muss nicht alles zu treffen aber einiges kann und deutet dann auf eine schadhafte ZKD hin. Prüfen durch CO Teststreifen auf Kohlenmonoxid in der Kühlflüssigkeit und/oder durch Abdrücken der Kühlanlage mit 1bar und Prüfen auf Druckabfall.

    Ich hatte eine defekte ZKD beim PKW, da gab es weder Wasserverlust noch Ölverlust mit Blaurauchtc. sondern nur etwas unrunden Motorlauf und Leistungsverlust. Ursache war der durchgebrannte Feuersteg zwischen zwei Zylindern wo es keine Öl- oder Kühlwasserkanäle gab. Problem war dann an der Kerzen zu sehen und beim Kompressionstest. War allerdings ein BMW 5,4l V-12 bei dem man den Ausfall von 2 der vielen Zylinder nicht so schnell diagnostizieren konnte.

    ZKD-Schäden sind beim Rotox eigentlich sehr ungewöhnlich. 50% Frostschutzanteil helfen da auch!

  • wenn man die Nockenwellen eh draußen hat, kann man auch neu machen.. das macht dann ja keine Arbeit mehr... ;)

    Na ja, bei der Kopfdichtung müsste man jedenfalls Wasser und Öl ablassen; außerdem sind die außenliegenden Kopfschrauben (falls das bei der F genauso ist wie bei der F/GS) nur mit einem Spezialschlüssel auf Drehmoment zu bringen; ein normaler Dremo passt da nicht so eng an den Kopf. Um die Fußdichtung zu tauschen ist´s schon ein großer Aufstand ggf. inkl. Kolbenring-Führungswerkzeug. Mit dem Nachziehen der inneren Muttern im Kopf (für die vier durchgehenden Stehbolzen) stellt man korrekte Pressung der Kopf- und Fußdichtungen sicher, das ist auch bei eingefahrenen Motoren nicht verkehrt. Beim Lösen des Kopfes löst man zwangsläufig auch den Zylinder; wenn´s danach unten suppt, hat man die ganze Arbeit noch mal.


    Grüße
    Chris

    Meine Beiträge geben meine private Meinung wieder ohne Anspruch auf sachliche Richtigkeit.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von JustMe ()

  • Neugierde, mein Lieber, Neugierde; und das seit 40 Jahren. Wo ich mir vor 40 Jahren an der Kreidler Florett noch martialisch die Finger aufgeschnitten habe beim Versuch, ein Polrad abzuziehen, hab´ ich inwischen zur Neugierde auch Erfahrung, ´ne Werkbank und den passenden Abzieher.

    Nachdem wir inzwischen drei Dakars besitzen und damit Fernreisen unternehmen, weiß ich gerne, was klemmt, wenn´s klemmt. Ein gebrauchter 100 Euro SingleSpark mit angeblichem Getriebeschaden ist ein hervorragendes Anschauungsobjekt. (Dabei lernt man u.a. daß angebliche Getriebeschäden daraus resultieren, daß man den Kupplungsdeckel mit Gewalt schräg von oben über die danach verbogene Ausrückwelle kloppt, anstatt die Ölleitung zu demontieren).

    Frohes Neues!

    Chris

    Dateien

    • Motor.jpg

      (133,57 kB, 13 Mal heruntergeladen, zuletzt: )

    Meine Beiträge geben meine private Meinung wieder ohne Anspruch auf sachliche Richtigkeit.

  • Warum sind eigentlich so viele Foristen so wild darauf auf Teufel komm raus zu schrauben, ehe man eine vernünftige Fehlerfeststellung gemacht hat und weiß, ob es überhaupt etwas zu schrauben gibt?


    Die Amerikaner bezeichnen so etwas auch gerne als Voodo-Maintenance.

  • Warum sind eigentlich so viele Foristen so wild darauf auf Teufel komm raus zu schrauben, ehe man eine vernünftige Fehlerfeststellung gemacht hat und weiß, ob es überhaupt etwas zu schrauben gibt?


    Die Amerikaner bezeichnen so etwas auch gerne als Voodo-Maintenance.

    Vielleicht ist eine vernünftige Fehlerfeststellung erst dann möglich, wenn man bestimmte Teile offen vor sich liegen hat? Sollen die Amerikaner davon halten, was sie wollen, ich für meinen Teil bin ganz gerne vorher informiert, was mich erwartet, wenn ich am Straßenrand liegen bleibe, was mir jetztschon 2mal passiert ist. Die goldene ADAC-Karte hat mir bisher nicht wirklich geholfen, weder in Ausralien im outback, in Vietnam, noch in Frankreich. Aber wer nicht die notwendige Neugier und Passion für's Schrauben hat wird mich sowieso nicht verstehen...


    bob-muc

  • Warum sind eigentlich so viele Foristen so wild darauf auf Teufel komm raus zu schrauben, ehe man eine vernünftige Fehlerfeststellung gemacht hat und weiß, ob es überhaupt etwas zu schrauben gibt?


    Die Amerikaner bezeichnen so etwas auch gerne als Voodo-Maintenance.

    Der TO will nicht "auf Teufel komm´ raus" schrauben, sondern sucht unsere Hilfe bei der Fehlerfeststellung. Dafür ist dieses Forum eigentlich da, dachte ich.

    Falls Du meinen Werkbank-Motor meinst: Wenn ich ´nen Motor ausweislich mit Getriebeschaden kaufe, baue ich den nicht erst mal in ein Mopped ein um zu glauben, daß er nicht läuft.

    Grüße

    Chris

    Meine Beiträge geben meine private Meinung wieder ohne Anspruch auf sachliche Richtigkeit.

  • Ich persönlich sehe in dem Forum ein Austausch von Wissen und Erfahrungen. Unser Hobby ist vielseitig. Leider bin ich zu weit rechts auf der Deutschlandkarte. Ich würde gerne mal bei der Instandsetzung zusehen. Bis jetzt habe ich alles so gemacht wie ihr es mir vorgeschlagen habt und bin damit sehr zufrieden.