Kühler, Kopfdichtung und ??? bei 90 Tkm - reparieren, sanieren oder Schlachtfest?

  • Moin,


    Glückwunsch.


    Hab da n paar Fragen - wie haste denn die Steuerkette wieder korrekt eingebaut ?


    In verschiedenen Threads bzgl Ventilspiel einstellen wurde vorgeschlagen, die Kette an den Nockenwellenzahnrädern mit Kabelbindern zu fixieren.

    Das scheint ja wohl nicht notwendig zu sein, wenn man alles auseinanderbaut. Es müsste also auch so gehen. In der RepRom gibts kein Hinweis dazu.

    Hintergrund ist, daß bei meiner 107Tkm 04'er DAKAR wahrscheinlich die Zylinderfußdichtung undicht ist, es sickert wenig Öl unterm Anlasser raus. Anlasserdichtung hab ich bereits erneuert, ohne Erfolg. Wollte aber erstmal nicht alles auseinanderbauen, sondern zuerst mal versuchen, die Verschraubung nachzuprüfen bzw nachzuziehen. Sollte das nicht helfen, müsste die Fuß- und Kopfdichtung erneuert werden.


    Mittlerweile hab ich herausgefunden, daß ich an die vier Muttern, die den Zylinder mit dem Motorgehäuse und den Zylinderkopf nur rankomme, wenn ich die Nockenwelle mit allen Haltern abmontiere.


    Und wo haste den Zapfenschlüssel her für die Kontermuttern am Rahmen? Sind das irgendwelche Standardzapfenschlüssel oder welches Maß hat der?


    Haste das Blockierwerkzeug selbst hergestellt?


    Und haste du die Zylinderkopfdichtung einfach so verwendet, oder noch Dichtungspaste verwendet. Im Teilekatalog von BMW wird ja unter Kapitel Motor sog. 3 Bond Dichtpaste angboten. Ist die notwendig?


    Habe aber nur 2 Alternativen: Fahre das Ding tot, oder gehe da ran. Habe allerding 0 Erfahrung mit Rumschrauben am Motor.


    Mit der Linken zum :punk: Gruße


    PozBlitz :bikepfalz:

    Ralf


    :shark:

  • Hintergrund ist, daß bei meiner 107Tkm 04'er DAKAR wahrscheinlich die Zylinderfußdichtung undicht ist, es sickert wenig Öl unterm Anlasser raus.

    komisch - meine scheit bei 105tkm und Baujahr 05 auch genau dort zu siffen... muss ich auch mal bei... Berichte mal, wie du es gelöst hast, wobei ich noch gar nichts unternommen habe, also hoffnung auf Anlasserdichtung oder Schraube locker.


    Viel Erfolg jedenfalls!


  • Den Zapfenschlüssel brauchst du nicht. Einen passenden gäbe es beispielsweise bei Motion Pro, Teilenummer 08-0385.

    Aber wie gesagt, brauchst du nicht. Ist nur nötig, wenn du einen neuen Rahmen verbaust,

    ggf. bei einer Motortransplantation (i.d.R. aber nicht) oder wenn du den Rahmen neu lackieren willst.


    Das Blockierwerkzeug ist ganz einfach, schleif eine 8er Schraube kegelförmig an. Flankenwinkel 90°, nicht ganz spitz schleifen, die Spitze darf 1-2mm haben.

    Ist keine Wissenschaft, die Toleranzen sind großzügig.


    Die Steuerkette wieder korrekt einbauen heißt vielmehr das Timing korrekt einzustellen.

    Ist ebenfalls ganz einfach, Zündkerze raus, Motor an den oberen Totpunkt drehen (durch das Zündkerzengewinde schauen, wann der Kolben oben ist),

    dann durch die Bohrung für die Blockierschraube schauen, ggf. den Motor noch ein Stück drehen, bis die Kerbe für die Blockierschraube sichtbar ist.


    Dann ist der Motor exakt am oberen Totpunkt, den brauchen wir um das Timing einzustellen.

    Sprich an der Stelle kannst du die Fixierschraube dann eindrehen.


    Nun setzt du die Nockenwellen auf, und zwar so, dass die Nocken voneinander weg zeigen und die Markierungen an den Zahnrädern der Steuerkette so gut es geht horizontal zur Dichtfläche des Zylinderkopfs stehen.




    Die Zylinderkopfdichtung wird trocken eingebaut, auf die Fußdichtung kann man optional ein bisserl Fett geben,

    muss aber nicht. Klebt aber mit nicht fest, falls man noch irgendwann mal ran muss.



    Dann noch ein paar Randnotizen:


    Es soll gar Leute geben, die die Zylinderkopfdichtung wiederverwenden. Nicht unbedingt zehnmal, aber so ein, zwei mal, insofern unbeschädigt :whistle:


    Noch eine Sache, beim abnehmen vom Zylinder, nimm dir jemanden dabei,

    denn wenn man mit etwas Feingefühl rangeht, dann kann man den Kolben im Zylinder belassen,

    geht zu zweit aber besser. Erspart den Kauf eines weiteren Werkzeugs und/oder eventuelle gebrochene Kolbenringe (gibts nur im Set, $$$$).


    Drehmomentschlüssel. Ohne lass es gleich sein, spätestens am Motor hat sowas durchaus seine Daseinsberechtigung.

    Die Muttern auf den Stehbolzen im Idealfall nach ein paar hundert km nochmal kontrollieren.


    Besorg dir mal die Wartungsanleitung von BMW. Die geistert als *PDF im Internet rum,

    da steht zu einen eigentlich alles ziemlich gut beschrieben drin, zum anderen hast du gleich alle Drehmomente parat.



    Auf der Suche nach Teilen für F650Rallye oder Oryx? Oder gar einem kompletten Oryx Kit? ---> PN

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  • Zum Thema Blockierschraube: Anspitzen ist m.E. nicht sinnvoll, es geht um eine gescheite seitliche Anlagefläche, auf die Druck ausgeübt werden kann - umso wichtiger bei nicht gehärteten Nachbauten. Das Orginal (siehe Bild von McGyver) ist 50mm lang; die gewindelose Spitze ist 5mm lang mit einem Durchmesser von 5,35mm.


    Zum Thema Muttern im Kopf nachziehen: Wenn man das machen will - keine Werkstatt würde das tun - dann müsste man auch alle anderen Schrauben nachziehen, die man sonst ggf. entlastet oder schlimmstenfalls sogar (weil verschraubt) staucht, falls sich oben was bewegt. Das wiederum heißt Öldruckschalter raus, Anlasser raus..... So was würde ich nur im Rahmen der nächsten Ventileinstellrunde nach 20.000km noch mal machen, wenn überhaupt.


    Ergänzung zum Thema Nockenwellen einstellen, ZItat Toby: "Nun setzt du die Nockenwelle auf, und zwar so, dass die Nocken voneinander weg zeigen und die Markierungen an den Zahnrädern der Steuerkette so gut es geht horizontal zur Dichtfläche des Zylinderkopfs stehen."

    Ist natürlich richtig. Ich mach´ das so:


    Die Nockenwellen kann man nicht verwechseln; die Welle mit dem Dekohebel ist vorne. Die Kettenräder müssen so liegen, daß die von links sichtbaren Bohrungen in den Kettenrädern oben liegen. Die gedachten Linien durch die Markierungen auf jeder Welle sind leicht gekippt zueinander: die Linie der vorderen Welle kippt von links gesehen leicht nach links/vorne unten (übertrieben gesagt auf der Uhr "zwanzig vor zwei"), die Linie der hinteren Welle leicht nach rechts/hinten unten (übertrieben gesagt "zwanzig nach zehn"), jeweils gemessen zur Oberkante des Zylinderkopfes. Beide gedachten Linien miteinander verbunden bilden ein (sehr) leichtes Giebeldach über den Nockenwellen. Absolut parallel geht nicht; ein Zahn mehr oder weniger gekippt ist allerdings wirklich deutlich sichtbar außerhalb der Flucht und praktisch offensichtlich falsch. Am besten beim Ausbau vorher mal angucken, dann hat man den richtigen Eindruck.


    Vor dem Ausbau der Nockenwellenträger und des Steuerkettenspanners, aber bei blockiertem Motor einfach die Kettenglieder zählen von der Markierung ganz links/vorne bis zur Markierung ganz rechts/hinten (obenherum über die Wellen natürlich....). Beide außenliegenden Markierungen liegen direkt an einem Zahn auf dem Nockenwellenzahnrad. Diese markierten Zähne greifen immer identisch in entweder Außenglieder oder Innenglieder. Der Abstand ist zumindest bei der Twinspark glaube ich 16 Glieder (1 ist die linke Markierung, 16 die rechte Markierung).


    Beim Einbau erst die vordere Welle rein, bestmöglich auf zwanzig vor zwei einstellen. Vorderes Kettentrum strammziehen (die Kette ist ja unten an der Kurbelwelle blockiert) und über die vordere Welle legen. Dann die hintere Welle rein, justieren und die Kette stramm von der vorderen Welle kommend rüberlegen. Die gesamte Lose der Kette muß sich zwischen Kurbelwelle und hinterer Nockenwelle befinden, also auf der Kettenspannerseite, ganz simpel.


    Dann die Wellenpositionen kontrollieren, ggf. die Kette noch mal anheben (vorne bleibt stramm) und die Wellen zurechtdrehen. Kette noch mal kontrollieren, ob keinerlei Lose vor der vorderen Nockenwelle und zwischen den Nockenwellen ist. Dann die Kettenglieder zwischen den Markierungen nachzählen; da kommt dann die gleiche Anzahl raus wie vorher, sonst ist was falsch. Ob die Zähne jetzt beide in Innenglieder fassen während sie vorher in Außenglieder fassten ist egal, Hauptsache identisch. Wenn die Kette beim Basteln an der Kurbelwelle durchrutscht, ist es also egal. Die ganze Zeit das vordere Kettentrum durch Zug an der Kette direkt hinter der hinteren Nockenwelle unter Spannung halten. Die Lose darf nur zwischen diesem Punkt und dem Abgangspunkt vom Zahnrad der Kurbelwelle sein.


    Dann die obere Nockenwellenbrücke drauf, Schrauben leicht rein und dann so die obere und untere Brücke zueinander justieren, daß die Auflagefläche der gelblichen Plastik-Kettenführung bündig ist, das kann man gut fühlen. Da ist ziemlich Spiel drin, Sorgfalt lohnt sich. Dann die Schrauben über Kreuz gefühlvoll mit Dremo festziehen.


    Dann noch mal das vordere Kettentrum auf Spannung kontrollieren, Zähne zählen und Kettenspanner reindrehen. Dann die Kurbelwellenblockierung raus, ab jetzt dreht alles frei und muß stimmen. Keinesfalls den Motor rückwärts drehen, kein Stück! Trotzdem beim ersten manuellen Durchdrehen noch mal drauf achten, daß die Kette oben nicht einen Zahn überspringt.


    Grüße

    Chris

    Meine Beiträge geben meine private Meinung wieder ohne Anspruch auf sachliche Richtigkeit.

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    Ich drücke immer auf Tobys Oryx-Avatar, geht das etwa nicht???? :-)

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  • PozBlitz

    sorry, war auf Tour, hab' Deine Fragen erst jetzt gelesen.


    Und Inspirationen für die Fortsetzung dieses Threads gesammelt :furious::cry2::frustrated1:

    aber dazu später mehr



    Toby

    Danke, hast ja schon fast alles beantwortet


    Ich hab' meine Kopfdichtung trocken motiert - hab' auch noch nie was anderes gesehen oder gehört.


    Den Zapfenschlüssel hab' ich mir aus einem alten Schraubenschlüssel (irgend 'ne krumme Größe) mit der Flex raus geschnitzt.

    Exakte Maße folgen.


    Ich glaub' als Anfänger tut man sich schon leichter, wenn die Rahmenschrauben zurückgedreht sind.

    Tobys Vorgehensweise, die stehen zu lassen, macht halt das Einfädeln noch etwas schwerer, was wohl für jemanden, der das öfter macht, kein Problem darstellt.

    :dwarf: .... männlich mit dem Wahn zu ringen ... :bikebayern:

  • Hab' mich gestern von meiner Frau mit dem Hänger aus dem Harz abholen lassen :rant1:

    Vermutlich Kopfdichtung im A...:rant1::rant1:



    Einen Fehler zu machen gehört zum Lernprozess.

    Den gleichen Fehler zweimal zu machen, ist eindeutig Dummheit.:frustrated1:


    Binnen 5000 km mit dem selben verschleppten Wasserpumpenschaden zwei Kopfdichtungen zu verheizen, grenzt an Idiotie :frustrated1::frustrated1::frustrated1:


    Also Leute:

    • Repariert Eure defekten Wasserpumpen!
    • Nehmt die Temperaturwarnlampe ernst!
    • Wenn die Wasserpumpe tropft, nicht nur am Reservoir nachfüllen sondern auch im Kühler direkt
    • Auch wenn das Kühlwasserreservoir leer ist, im Kühler nachschauen - und warum nicht gleich immer
    • Wenn im Kühler selber nennenswert Wasser fehlt, auch den Kopf entlüften (siehe Rep-Anleitung)
    • Das geht nicht auf dem Seitenständer, das Moped muß senkrecht stehen, oder noch besser etwas nach rechts geneigt sein
    • packt einen 11er Steckschlüssel ins Bordwerkzeug, damit ihr an die Entlüftungsschraube am Zylinderkopf kommt

    Zuwiderhandlung wird mit Pflichtwandern ;( bestraft, in meinem Fall lief der Wanderweg über der Harzhochstraße, wo all die andern Biker GEFAHREN sind ;(;(


    :dwarf: .... männlich mit dem Wahn zu ringen ... :bikebayern:

  • Toby und die anderen Edelschrauber:

    Kann ich ein schwächelndes Gewinde im Motor reparieren?


    Helicoil oder ähnliche Büchsensysteme?

    Zaubersaft aus der Kiste von Loctite und Co? Flüssigmetall?

    Längere Schraube? Größeres Gewinde?


    Vielleicht ist es ja nicht nur blanke Dummheit meinerseits gewesen, sondern auch ein schwächelndes Schraubengewinde, das meiner Kopfdichtung bei Grenzebelastung den vorzeitigen Garaus gemacht hat?

    Es geht um die Bundschraube Nr 13 zwischen Zylinderbohrung und Kettenschacht:


    f650_kopfschrauben.png


    Beim Anziehen mit den vorgeschriebenen 33 Nm hatte ich das verfluchte Gefühl von "nach fest kommt ab".

    Hab dann den Schlüssel auf 28 Nm zurück gedreht und es hat korrekt geklackst - ohne weiches Gefühl.


    Ich hab' beim aktuellen (vermuteten) Kopfdichtungsschaden Öl-Wasser-Siffe aus der Air-Box.

    Ein Durchblasen vom Brennraum zum Kettenschacht im Bereich eben dieser Schraube 13 wäre die Erklärung dafür:

    Brenngas und verdampftes Kühlwasser blasen in den Kettenschacht, also Kurbelraum, der entlüftet in die Airbox, wo das Zeug dann kondensiert und als Siffe raus tropft.


    Mal sehen, wie das jetzt bei der Demontage aussieht.


    Ich geh' jetzt erst mal Teile bestellen.

    Vielleicht kann ich schon mal was zur Gewindereparatur mit ordern?

    :dwarf: .... männlich mit dem Wahn zu ringen ... :bikebayern:

  • gewindereparatur ist Standard.


    Ich würde Helicoil verwenden.


    Hinweis : unter Umständen ist es günstiger das machen zu lassen, als sich eine Helicoilsatz zu kaufen.

    Früher war der Startsatz recht teuer.

  • Ich würde Helicoil verwenden.

    (...)

    Früher war der Startsatz recht teuer.

    Gibt es einen Unterschied zwischen Helicoil und V-Coil DIN 8140?

    Oder ist Helicoil nur eine Marke dieser Technik?


    ah, guckst Du hier:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Gewindeeinsatz


    V-Coil ist die Marke von Völkel, Helicoil der Erfinder und heute Marke von Böllhoff

    alles ist DIN 8140 und sollte imho in der Basisversion wohl +- gleichwertig sein



    ich finde hier

    https://www.voelkel-shop.com/d…-5d-voelkel-04012-m8.html

    34,99


    vermutlich identisch (der Nummer nach könnte es auch Völkel sein)

    https://www.amazon.de/Unbekann…z-M8-V-Coil/dp/B000ZEHGKS

    25,70


    und hier als Billig-Klon

    https://www.amazon.de/Gewinde-…dereparatur/dp/B079G368Q6

    11,99


    Wenn ich mit meinem Gewinde irgendwo hin gehe zum reparieren lassen, muß ich den Zylinder ausbauen.

    Kolbenringe können brechen, Fußdichtung kann reißen.

    Ich würde mal spontan sagen, für 30 Euro kauf' ich mir das Set und lass den Zylinder drin?


    OK, Bohren und Gewindeschneiden am offenen Herzen ist nicht ganz ohne, aber mit Küchenpapier und Staubsauger sollte es möglich sein, die Späne außen zu halten.

    :dwarf: .... männlich mit dem Wahn zu ringen ... :bikebayern:

  • Vielen Dank für die klasse Antworten und Beschreibungen. :notworthy::notworthy::notworthy:


    Werde erstmal den Bereich nochmal putzen und bei der nächsten Probefahrt regelmäßig schauen, ob man sieht, wo's genau raussuppt.


    Denke, sobald ich die Werkzeuge habe, werd ich erstmal versuchen, die Anzugsdrehmomente zu überprüfen .... vielleicht reicht das schon aus, um das Ding dicht zu bekommen.


    Hab aber noch paar Fragen:


    Zum Thema Muttern im Kopf nachziehen: Wenn man das machen will - keine Werkstatt würde das tun - dann müsste man auch alle anderen Schrauben nachziehen, die man sonst ggf. entlastet oder schlimmstenfalls sogar (weil verschraubt) staucht, falls sich oben was bewegt. Das wiederum heißt Öldruckschalter raus, Anlasser raus..... So was würde ich nur im Rahmen der nächsten Ventileinstellrunde nach 20.000km noch mal machen, wenn überhaupt.

    JustMe An welche Stellen hast du dabei konkret gedacht? Der Anlasser ist mit den beiden Schrauben zwischen linken und rechtem Motorgehäusedeckel verschraucht und hat keine mechanische Verbindung zum Zylinder/Zylinderkopf, der Öldrucksensor ist an einer gänzlich anderen Stelle. Ich hatte ausschließlich an die 4 Zylinderkopfbundmuttern gedacht, die den Zylinder und den Zylinderkopf mit dem restlichen Motorgehäuse, da wo die Fußdichtung aufliegtm über die Stehbolzen verbinden/verklemmen/verschrauben. Im Rahmen dessen dann anschließend die Zylinderkopfschrauben kontrollieren, die den Kopf mit dem Zylinder verbinden.


    Noch eine Sache, beim abnehmen vom Zylinder, nimm dir jemanden dabei,

    denn wenn man mit etwas Feingefühl rangeht, dann kann man den Kolben im Zylinder belassen,

    geht zu zweit aber besser. Erspart den Kauf eines weiteren Werkzeugs und/oder eventuelle gebrochene Kolbenringe (gibts nur im Set, $$$$).

    Toby Wenn der Kolben im Zylinder bleiben soll, wie bekommt man dann eine neue Fußdichtung ran? Soweit ich das sehe, müßte in dem Fall der Kolbenauf jeden Fall raus.

    Welches Werkzeug braucht man oder ist sinnvoll, um den Kolben wieder in den Zylinder zu bekommen?


    Die Zylinderkopfdichtung wird trocken eingebaut, auf die Fußdichtung kann man optional ein bisserl Fett geben,

    muss aber nicht. Klebt aber mit nicht fest, falls man noch irgendwann mal ran muss.

    Welches Fett nimmste da genau? Ist es diese 3 Bond Dichtpaste ?


    Besorg dir mal die Wartungsanleitung von BMW. Die geistert als *PDF im Internet rum,

    da steht zu einen eigentlich alles ziemlich gut beschrieben drin, zum anderen hast du gleich alle Drehmomente parat.

    Bisher hab ich nur die Wartungsanleitung für die Vergaser-F gefunden. Für die 04'er F hab ich mir die original Werkstatt-RepRom besorgt, Da stehen fast sämtliche Drehmomente drin, aber leider nicht alle ... auch bestimmte Details fehlen. Da wird nur lapidar von 'Montieren Sie ...' ohne Details, wie genau.

    Außerdem hab ich mir das Handbuch von Haynes besorgt. Aber man liest ja häufig, das da einige Fehler drin seien, ohne die genau zu benennen. Deshalb frag ich da lieber nochmal nach.


    Grüße

    Ralf

    Mit der Linken zum :punk: Gruße


    PozBlitz :bikepfalz:

    Ralf


    :shark:



  • Erstmal die Schrauben nachziehen ist sinnvoll, aber speziell die Muttern an den Stehbolzen sollte bombenfest sitzen,

    alles andere wäre bedenklich.



    Falls es dennoch zum zerlegen kommt, der Starter muss ab, der Öldruckschalter nicht.

    Übrigens, um den Zylinder abzunehmen muss der Motor nicht einmal ausgebaut werden.


    Die RepRom wird wohl die gleiche Anleitung sein, wie die benannte PDF.

    Ich hab die PDF nur auf englisch, im deutschen hab ich das nur als gedrucktes Exemplar.

    Wenn dem so ist, dann ist unter Kapitel 11.20 sogar beschrieben, wie man das bei eingebautem Motor bewerkstelligt.




    Der Kolben hat ja nichts mit der Fußdichtung zu tun. Zylinder anheben, Lappen nutzen um das Kurbelwellenghäuse zu verschließen, soll ja nichts rein fallen,

    Zylinder vorsichtig weiter hoch schieben, bis der Kolbenbolzen sichtbar wird, dann noch langsamer/vorsichtiger den Zylinder weiter hoch schieben, bis man den Sicherungsclip entfernen und den Kolbenbolzen austreiben kann. Da kommt es auf Feingefühl an, zwischen "Kolbenbolzen kann entfernt werden" und " der erste Kolbenring ist draußen" sind nur wenige Millimeter.


    Für die Aktion sind vier Hände nicht verkehrt.


    Zum Wiedereinbau vom Kolben müssten die Kolbenringe zusammengedrückt werden,

    entweder mittels Spannband oder Kolbenringzange.

    Es geht auch mit einem Schlitzschraubenzieher und etwas Feingefühl, aber das ist was für Situationen

    in denen kein geeignetes Werkzeug innerhalb von drei Tagesmärschen zu beschaffen ist,
    denn damit riskiert man unter anderem gebrochene Kolbenringe.





    Fettiges Fett, genauer gesagt, wenn ich vor meinem Regal stehe das, welches möglichst nahezu direkt vor mir und auf Augenhöhe steht.

    Nur hauchdünn, wie gesagt, das dient nur dazu, dass die Dichtung bei eventuellem erneuten Entfernen nicht festklebt,

    ist und bleibt aber ein optionaler Schritt.




    Sollte die RepRom mit der PDF übereinstimmen - wovon ich wie gesagt ausgehe - stehen dort eigentlich unter Kapitel 00.1 sämtliche Drehmomente aufgeführt.

    Und nein, jeder einzelne Schritt steht nicht drin,

    am Bespiel vom Getriebe, es steht nicht drin, montiere Zahnrad X gefolgt von Distanz Y auf Schaft Z,

    sondern es ist halt eine Explosionszeichnung drin und weniger intuitive Schritte sind erklärt.


    Guckt man sich das aber in Ruhe an ist das eigentlich für jeden machbar. Stichwort Ruhe.

    Nimm dir Zeit, wenn doch etwas unklar bleibt, frag hier, es gibt genug hilfsbereite Leut hier im Forum.

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  • Zwischen Helicoil und den zahllosen ähnlichen Systemen besteht wohl nicht der Riesenunterschied,

    solang du nicht ins unterste Regal greifst. Ich selbst habe hauptsächlich Baercoil Sets, nebst ein paar exotischeren Kandidaten die ggf. mal speziell für eine Reparatur sinnvoller waren.

    Ich kleb die zusätzlich meist noch mit hochfester Schraubensicherung ein, ob das jetzt an "Trennungsängsten" oder an der schier unendlichen 0,5l Flasche Schraubensicherung aufm Regal liegt, das sei eurer Deutung überlassen.


    Noch hab ich es nicht geschafft ein ordnungsgemäß verbauten Einsatz zu zerstören, egal ob Drahtgewindeeinsatz ala Helicoil oder was anderes.


    Stopf den Schacht vorher mit einem Lappen aus, den kannst du auch einfetten oder mit klebrigem Öl (Luftilteröl, beispielsweise) einölen, dann bleiben Späne, die der Staubsauger nicht mit bekommt eher kleben.





    Nun zu deinem eigentlichen (eventuellen?) Problem:

    Tausch die Wasserpumpe, füll das System komplett neu, entlüfte das System streng nach Handbuch,

    säubere die Airbox.

    Dann schau mal was passiert und berichte wieder.



    Das in der Airbox eher Kakao als sauberstes Öl raus kommt ist ohnehin normal, wenn nur geringe Mengen Öl drin sind.
    Ganz nebenbei, hast du den Schnorchel der Airbox ggf. gekürzt?

    Wenn ja, dann kann da durchaus durch den LuFi durch Wasser eindringen, sei es vom Regen, vom Gartenschlauch oder meinetwegen von der mörderischen metertiefen Flußdurchfahrt in Irkutsk.

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  • mit Helicoil meinte ich eigentlich einen Drahtgewindeeinsatz.

    Helicoil ist für mich wie Tempo bei Papiertaschentüchern...


    Und die Dinger sind wirklich günstig geworden.


    Bein Bohren und Gewindeschneiden würde ich reichlich Fett verwenden, die Späne bleiben dann zumeist im Fett hängen.


    Und vor der Reparatur würde ich nochmal mit Solldrehmoment anziehen. Wird es nie erreicht, hast du gerade das Gewinde herausgezogen, dann muss man eben weniger Bohren. Wird das Moment erreicht würde ich mir das Gewinde nochmal anschauen.

  • Danke Toby .

    Ist denn zum Ventilspiel einstellen, bzw wenn ich jetzt nur die Verschraubung überprüfen will, ein Ablassen des Öls notwendig oder sifft dann aus der Kurbelwellenfeststellöffnung Öl dann raus?

    Die RepRom ist in vielen Bereichen ungenau (zB Montage Steuerkette oder z.B. wie man die Stecker löst, wo die Laschen liegen etc. pp.).


    wrosner Hab mal in ner Werkstatt gesehen, wie se die Motorgehäuseborungen aufgebohrt haben und jeweilsein Ersatzgewinde reingeschraubt haben ... Offensichtlich haben die ein selbstschneidendes Reparaturgewinde verwendet.

    Hoffe mal, das klappt bei Dir.

    Mit der Linken zum :punk: Gruße


    PozBlitz :bikepfalz:

    Ralf


    :shark:

  • Zur Ventilspielkontrolle muß das Öl nicht abgelassen werden; Lappen unterlegen beim Rausdrehen der Schraube, die durch die Blockierschraube ersetzt wird und gut ist´s; wenn man fix ist laufen da nur ein paar Teelöffel Öl aus, wenn überhaupt.

    Zur Frage an welche Schrauben ich gedacht habe bei "Anlasser raus und Öldruckschalter raus". Zwei oder drei der Schrauben die den Zylinderkopf am Zylinder halten sitzen vorne, geschraubt von unten nach oben; da ist der Anlasser im Weg. Hinten ist´s mindestens eine Schraube, und da ist der Öldruckschalter im Weg (wie Toby sagte geht´s auch ohne Ausbau, aber man hat viel mehr Platz in dem verdammt engen Bauraum mit dem Drehmomentschlüssel, und ich hab schon den guten von Wera mit schlankem 3/8 Kopf und 72 Zähnen). Der Öldruckschalter lässt sich senkrecht von oben rausdrehen mit einem langen Innensechskant (bzw. der Standardnuß von Hazet, die ist innen mit einer Vertiefung ausgestattet); Größe je nach Alter des Öldruckschalters (vor 2005/nach2005 unterschiedlich, meine 2004er Twinspark hatte noch den alten, da empfiehlt sich gleich der Umbau auf den Winkeladapter mit dem neuen Schalter, siehe auch hier).

    Übrigens empfiehlt sich für die Zyko-Verbindungs-Schrauben dringend ein Kugelkopf-Torx T 30, glaube ich, (Bit Set Professional 50mm, EAN 4010995328078) von Wiha; war ein Tip von Toby :-) Ich hab´ mir gleich das Dreier-Set gekauft, direkt bei Wiha (alle Webshops etc. waren vielfach teurer....).

    Ralf, wen Du das anfängst und nicht weiterkommst, sag´ Bescheid (frühestens im Oktober). Annweiler (wenn das das Annweiler am Trifels ist) ist ja gerade hinter´m Johanniskreuz, also noch an meiner Hausstrecke.

    Meine Beiträge geben meine private Meinung wieder ohne Anspruch auf sachliche Richtigkeit.

  • Größe je nach Alter des Öldruckschalters (vor 2005/nach2005 unterschiedlich, meine 2004er Twinspark hatte noch den alten, da empfiehlt sich gleich der Umbau auf den Winkeladapter mit dem neuen Schalter, siehe auch hier).

    ...aber...aber...der muss doch gar nimmernie raus, außer er ist fubar.




    PozBlitz


    Geht ohne ablassen, wie von JustMe beschrieben, ich persönlich neige das Motorrad jedoch entweder zur rechten Seite oder lasse das Öl doch ab, wenn ich irgendwas mit der TDC Markierung (obererTotpunktMarkierung - englisch TopDeadCenter) zu tun habe, damit ich in die Bohrung schauen kann um zu kontrollieren ob ich exakt am TDC bin.



    Wennsd mich fragst ist das alles ausreichend beschrieben, aber nun gut,

    als Referenz fürs Timing und Ventilspiel checken etc. pp. gilt immer der obere Totpunkt (TDC), unter Kapitel 11.52 findet sich dann das Prozedere zum Einbau der Nockenwellen inkl. Steuerkette. Kurz, knapp, aber alles relevante ist genannt.

    Drehmomente, insofern an der Stelle nicht im Text erwähnt, gibts wie gesagt im "Vorwort",

    nach Baugruppen geordnet.


    Was die Stecker anbelangt, so etwas meinte ich mit Ruhe bewahren ;)

    Lampe packen, bei richtig schwer zugänglichen noch nen Inspektionsspiegel dabei und die Lasche am Stecker suchen, die man anheben, runter drücken oder zur Seite schieben muss.

    Irgendwer hat das zusammengebaut, also muss es auch irgendwie auseinander gehen. Anfürsich alles wie Lego.

    Auf der Suche nach Teilen für F650Rallye oder Oryx? Oder gar einem kompletten Oryx Kit? ---> PN